Sozial vernetzt? Aber sicher!

Kommunikation, Unterhaltung und Selbstdarstellung - Facebook und Co. machen es möglich! Doch wer zu viel im Internet von sich preisgibt, bereut es vielleicht irgendwann. Lest hier, wie ihr euch sicher vernetzt!

Hannes schwitzt. Seine Hände fühlen sich feucht-kalt an und sein Kopf glüht. Er sitzt seinem zukünftigen Chef gegenüber! Oder besser: seinem möglichen zukünftigen Chef, denn er hat sich bei einer Bank um eine Lehrstelle beworben. Jetzt sitzt er im Bewerbungsgespräch. Verschiedene Fragen nach Schwächen und beruflichen Zielen meistert er mit Bravour - doch jetzt bittet der Herr Hannes, mal einen Blick auf seinen Bildschirm zu werfen. Auf dem Monitor prangt ein Bild von Hannes - im Ali G-Aufzug. Mit einer Flasche Wein und schiefem Blick prostet er dem Fotografen zu - auf jeder Seite ein Mädchen im Arm.

"Können Sie mir erklären, weshalb Sie sich so präsentieren?", fragt der Personalverantwortliche. Das war's dann wohl. Hannes' Bewerbung ist durchgefallen.

Sich darzustellen und virtuell in engem Kontakt zu Freunden zu stehen, über Lehrer, coole neue Kinofilme und Herzschmerz zu diskutieren, die Fotos von der Party anzuschauen, die man wegen der fiesen Grippe verpasst hat - dank sozialen Netzwerken wie Facebook, SchülerVZ, MySpace oder YouTube ist das alles möglich. Und es macht großen Spaß! Doch Vorsicht!

Big Brother is watching you!

Bei der virtuellen Kommunikation und dem Austausch von Fotos und Videos solltet ihr euren gesunden Menschenverstand walten lassen! Denn: Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass nicht nur eure Freunde diese Inhalte über ihre Bildschirme flackern lassen, sondern auch Unbekannte! Neugier ist schließlich menschlich. Wenn sich dann euren Lehrern oder potentiellen Ausbildern beispielsweise eure Fotos der letzten Bad-Taste-Party im Internet offenbaren - peinlich, oder?

Es ist mittlerweile nämlich nicht unüblich, dass Personalchefs Profile in sozialen Netzwerken durchsehen. Die wollen sich so ein eigenes Bild vom Bewerber machen. Daher ist es als "Onliner" wichtig, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass man mit jedem Text oder Foto im Web 2.0 einen Baustein zur eigenen virtuellen Persönlichkeit hinzufügt. Man hinterlässt eben - wie dieser Tage im Schnee - Spuren im Internet, und die sind manchmal gar nicht so einfach zu verwischen.

Sicher vernetzt!

Was ihr heute cool findet, könnte euch in zehn Jahren peinlich sein. Aber keine Panik, der Spaß darf trotzdem weitergehen - und zwar kontrolliert:

Wer deine Fotos und Kontaktdaten sehen kann, lässt sich auf jeden Fall auf der jeweiligen Plattform genau einstellen. Außerdem solltet ihr in sozialen Netzwerken jeweils unterschiedliche Usernamen verwenden. Sie dürfen keinen Rückschluss darauf zulassen, wer ihr wirklich seid - somit hätte euch euer potentieller Chef nämlich gar nicht finden können!

Außerdem solltet ihr über die Privatsphäre-Einstellungen einschränken, welche Inhalte von Suchmaschinen wie Google, aber auch Yasni oder 123people gefunden und angezeigt werden sollen.

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Nach seiner gescheiterten Bewerbung löschte Hannes sein peinliches Foto, das er zuvor noch stolz zur Schau gestellt hatte. Leider hatten es andere Partygäste bereits kopiert und präsentierten es munter auf ihren eigenen Profilen. Also änderte er einfach seinen Benutzernamen in "Ali G". So kann ihn niemand mehr so leicht finden!

Auf die Schnelle - wichtige Tipps für das Surfen in sozialen Netzwerken:

  • In den Privatsphäre-Einstellungen kontrollieren, wer Profil und Fotos sehen darf (nur die "Freunde")
  • Kontrollieren, welche Inhalte über Suchmaschinen gefunden und angezeigt werden
  • Für jeden Chat und jedes Netzwerk einen anderen Benutzernamen verwenden - niemals den richtigen Namen!
  • Angemessenes Verhalten zeigen - Beleidigungen, allzu private Offenbarungen und verbale Ausfälle vermeiden: das Web vergisst nichts!
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