Steckbrief: Fischstäbchen

  • FISCH: Pazifischer Pollack, Spitzname: Alaska-Seelachs
  • GEWICHT NACKT: mindestens 19,5 Gramm
  • GEWICHT PANIERT: 30 Gramm
  • ZUSAMMENSETZUNG: 65 Prozent Fischfilet, 35 Prozent Panade
  • TEMPERATUR: höchstens minus 18 Grad Celsius (Vorschrift Lebensmittelgesetz)
  • ALTER: 58 Jahre. Das erste Fischstäbchen wurde im Jahr 1959 hergestellt

Schockfrosten in Blöcken

Kühle Kost: Die Fische – Pazifischer Pollack – werden direkt nach dem Fang filetiert und in Blöcken schockgefroren. Ein solcher Block muss exakt 7,484 Kilogramm wiegen. Er ist 48,2 Zentimeter lang, 25,4 Zentimeter breit und 6,27 Zentimeter hoch. Nur wenn die Maße stimmen, können die Maschinen die Blöcke später korrekt verarbeiten.

Bevor aus den eiskalten Quadern also Fischstäbchen werden, müssen Mitarbeiter der (Achtung: langes Wort!) Rohwareneingangs-kontrolle zunächst Stichproben aus den Lieferungen überprüfen und diese Blöcke rundherum nachmessen.

Kontrolle mit Röntgenstrahlen

Sie hat den Durchblick: Die Mitarbeiterin durchleuchtet die Blöcke mit einem Röntgengerät und kontrolliert, dass keine Gräten mehr in den Filets stecken. Worauf die Kollegen sonst noch achten: dass es keine Lufteinschlüsse in den Quadern gibt und keine Pappreste der Verpackung am Fisch kleben bleiben. Schließlich will die ja später keiner mitessen!

Der Schüffeltest

Frischer Fisch stinkt nicht. In der Qualitätskontrolle werden deshalb auch Geruch und Geschmack überprüft. Tatsächlich "frühstücken" mindestens zwei, meistens drei Mitarbeiter jeden Morgen um halb acht gekochten Fisch und bewerten diesen.

Die Fischfilets

Fisch mit Ecken und Kanten: In einem Block stecken rund 100 Filets. Aus jedem Quader sägt diese Maschine exakt 378 Fischstäbchen mit einem Gewicht von mindestens 19,5 Gramm. Wo wir gerade bei den Zahlen sind: Das Werk in Bremerhaven stellt täglich sieben Millionen Fischstäbchen her!

Transport in der Nasspanade

Ungeduscht kommt keiner davon! Das Förderband transportiert die "nackten" Fischstäbchen durch die sogenannte Nasspanade, ein Gemisch aus Wasser, Weizenmehl, Stärke und Salz. So klebt gleich die Trockenpanade besser – der Knuspermantel.

Berieselung mit dem Knuspermantel

Davon lassen sich die Fischstäbchen im metallenen Bauch dieser Maschine "berieseln". Das grobkörnige Pulver besteht aus Weizenmehl, Hefe, Wasser und Gewürzen. Paprika- pulver etwa gibt den Fischstäbchen ihre goldbraune Farbe.

Bad im Rapsöl

Cool bleiben ist gar nicht so einfach, wenn man in rund 195 Grad Celsius heißem Rapsöl gebadet wird. 30 Sekunden schwimmen die Fischstäbchen durch die Fritteuse. So werden sie vorgebraten, bleiben im Kern aber gefroren. Alle zwei Stunden schöpfen Mitarbeiter eine Kelle Öl ab, um es im Labor auf Schadstoffe zu untersuchen.

Durchrütteln auf dem Vibrationsblech

Alles in Ordnung? Das Vibrationsblech rüttelt und schüttelt die vorgebratenen Fischstäbchen in 48 Bahnen. Die Mitarbeiterinnen helfen hier und da mit der Hand nach und sortieren "Mangelware" aus: zerbrochene Exemplare etwa oder solche, die zusammengefroren sind.

"Panierter Bruch" heißt der Ausschuss bei den Mitarbeitern. Im Müll landet der nicht, schließlich lässt sich daraus noch Leckeres zubereiten, Fischfrikadellen zum Beispiel.

Die letzte Sichtkontrolle

Letzte Sichtkontrolle! Das Förderband transportier t die Fischstäbchen in 15er-Reihen. So werden sie anschließend in Faltschachteln geschoben.

Verpackt und verschickt

Die Verpackungen bekommen einen Code, mit dem man später zurückverfolgen kann, woher Fisch und Fischstäbchen stammen und wann sie zubereitet und verpackt wurden.

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