Ohne Aufsatz sieht das "nackte" Fahrgestell unspektakulär aus. Lkw-Hersteller liefern es mit Motor, Fahrerkabine und – je nach Modell – zwei oder drei Achsen an die Drehleiterbauer nach Karlsruhe

Auf das Fahrgestell wird ein schwarzer Stahlrahmen montiert. Er bildet das Gerüst für die eigentliche Drehleiter. Daran befestigen Mitarbeiter vier kräftige Stützen. Fährt die Leiter bei Einsätzen hoch, werden sie zur Seite ausgeklappt, damit das Auto nicht umkippt

Bitte hochheben! Ein Mitarbeiter hängt das rund eine Tonne schwere Drehgestell mit Trageriemen an einen Kran unter der Hallendecke. Mit diesem Gestell lässt sich die Leiter später positionieren

Der Kran platziert das Drehgestell über dem Fahrzeug. Zwei Mitarbeiter schieben und ziehen es in die richtige Position

Danach befestigen sie es mit Schrauben, die so dick wie die Sattelstange eines Fahrrads sind. Auf dem Gestell wird später die Leiter montiert – und der Sitz, von dem ein Feuerwehrmann sie bedient

Die Leitern fertigen Arbeiter gesondert, und zwar aus unterschiedlich langen sogenannten Profilen. Das sind hohle Metallstangen, die im Lager darauf warten, verschweißt zu werden. Sie bestehen aus speziell beschichtetem Stahl. Der ist zwar relativ schwer, hält aber auch starken Windböen und Hitze stand

Da fliegen die Funken! Ein Mitarbeiter schweißt die Leitern zusammen. Eine saubere Schweissnaht ist wichtig, damit kein Wasser ins Innere der Leitern gelangt – sonst rosten sie. An Fahrzeugen hierzulande sind diese meist 30 Meter lang. Im Einsatz dauert es rund eine Minute, die Stützen und solch eine Leiter komplett auszufahren

Derweil baut ein Mitarbeiter in das Fahrgestell Gerätekasten ein. In diesen lagert später all das, was Feuerwehrleute im Notfall brauchen: Werkzeuge, Schläuche oder Rettungstragen zum Beispiel

Die Produktionsstraße ist 190 Meter lang. Meist schrauben die Mitarbeiter dort an mehreren Wagen gleichzeitig. Welche Leiter auf welches Auto soll, steht auf der Tafel hinter der Windschutzscheibe. Manche Leitermodelle haben sogar eine absenkbare Spitze, sodass Feuerwehrleute damit über ein Dach hinweg zur anderen Seite eines Hauses gelangen können

Fehlt noch der Rettungskorb. Wenn alle Schrauben festgezogen sind, ist er bereit zum Anbau. Bis zu fünf Personen passen hinein. Neben einem Anschluss für den Löschschlauch haben moderne Körbe zudem Platz für eine Krankentrage und manche sogar einen speziellen Einstieg für Rollstuhlfahrer

Endspurt: Mit Farbe und Pinsel bessert ein Mitarbeiter kleine Kratzer im Lack aus. Danach klebt er Sicherheitshinweise und Logos auf

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