Technik So werden Ferngläser gebaut

Wir gehen ganz nah ran! GEOlino-Reporter haben sich bei der Firma Swarovski Optik in Österreich angesehen, wie Ferngläser hergestellt werden und was es überhaupt dafür braucht. So: Wir stellen scharf!
So werden Ferngläser gebaut

Linsen-Rohlinge (linke Scheibe im rechten Bild) werden in einer Schleifmaschine (rechts) geschliffen

Kein Fernglas ohne Linsen

Um Linsen zu fertigen, müssen die Rohlinge zuerst geschliffen werden. Die runden Glasscheiben wandern darum durch eine Schleifmaschine.

Die Schleifmaschine

Was in einer Schleifmaschine genau passiert? Pssssssst, das ist ein Geheimnis. Sicher ist: Die Rohlinge sind im Anschluss zu Linsen geschliffen. Nachdem sie poliert wurden, überprüft ein Mitarbeiter jede einzelne. Durch eine Lupe erkennt er selbst kleinste Kratzer und Fehler im Glas - und sortiert beschädigte Linsen aus.

So werden Ferngläser gebaut

Ein Mitarbeiter kontrolliert eine polierte Linse

Verarbeitung der Prismenrohlinge

Fehlen noch die Prismen - ihr erinnert euch: die vieleckigen Glassteine die dafür sorgen, dass die Bilder nicht auf dem Kopf stehen, wenn wir durchs Fernglas schauen. Mit Spezialharz klebt ein Mitarbeiter die Prismenrohlinge auf Metallschienen (linkes Bild).

Auf einem Drehteller werden auch sie Seite für Seite in einer Maschine geschliffen (rechtes Bild). Damit die Maschine und das Glas dabei nicht überhitzen, werden sie mit Kühlflüssigkeit "geduscht".

So werden Ferngläser gebaut

In der Fabrik werden die die Prismenrohlinge bearbeitet

Spiegelglatt:

Mit einer Tausendstel Millimeter genauen Wasserwaage überprüft ein Mitarbeiter die geschliffenen Seiten der Prismen (linkes Bild). Schließlich reichen selbst winzige Unebenheiten, um das Licht ungenau abzulenken - das Bild würde später unscharf.

Anschließend werden alle Flächen so lange poliert, bis sich der matte Glasstein in ein durchsichtiges Prisma (rechtes Bild) verwandelt hat.

So werden Ferngläser gebaut

Bis ein fertig Prisma entstanden ist, muss viel gemessen, geschliffen und poliert werden

Die Fernglas-Gehäuse

In großen Pappkartons kommen die Rohlinge für das Gehäuse an. Sie bestehen aus Magnesium - das wiegt sehr wenig und ist trotzdem sehr stabil. Eine Maschine fräst die Teile computergesteuert in die endgültige Form. Anschließend kontrolliert ein Mitarbeiter das Ergebnis.

Danach werden die Gehäuse in eine Wanne getaucht und beschichtet - so bekommen sie ihre schwarze Farbe und verschleißen nicht so schnell.

So werden Ferngläser gebaut

Die Gehäuse bestehen aus Magnesium - das ist sehr leicht und gleichzeitig sehr stabil

Bastelstunde!

Die mehr als 100 Einzelteile schrauben, kleben und stecken die Mitarbeiter in der Endmontage zu fertigen Ferngläsern zusammen. Zum Beispiel müssen die Prismen in den sogenannten Prismenstuhl gesetzt und mit Klebstoff befestigt werden.

In jede Röhre eines Fernglases montieren die Mitarbeiter zwei Prismen: Sie drehen das auf dem Kopf stehende und seitenverkehrte Bild, das vom Objektiv erzeugt wird, zurück in die richtige Richtung.

So werden Ferngläser gebaut

Swarovski-Mitarbeiter setzen die Einzelteile zu fertigen Ferngläsern zusammen

Zum Schluss bekommen die Ferngläser einen Gummimantel übergezogen - damit sie stets gut in der Hand liegen. Etwa einen Tag hat es von den ungeschliffenen Rohlingen bis zum fertigen Fernglas gedauert. Jetzt noch mal ordentlich putzen, dann werden die Sehhilfen in alle Welt verschickt

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Der Gummimantel sorgt dafür, dass das Fernglas angenehm in der Hand liegt

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