Weltall Was Weltraumfahrer ins Gepäck schmuggeln

Lego-Figürchen, Dino-Schädel und das Lichtschwert von Luke Skywalker: Seit der Mensch den Weltraum erkundet, ist schon allerlei ins All gelangt. Da haben wir mal nachgeforscht...

Fliegender Fladen: Pizza

Normalerweise ist das ja so: Wer sich eine Pizza bestellt, muss diese bezahlen. Für Astronauten und Kosmonauten auf Mission gilt das offenbar nicht!

Jedenfalls soll ein Pizzahersteller im Jahr 2001 eine Million Dollar dafür geblecht haben, dass er die Raumfahrer auf der ISS mit einem Teigfladen versorgen durfte, belegt mit Tomaten, Salami und Käse. "Pizzabote" war der unbemannte russische Transporter Progress M1-6.

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"Progress M1-6" lieferte 2001 Pizza auf die ISS

Zur Erinnerung: Fotos

Ab und an wollen wir wohl alle mal unsere Familie auf den Mond schießen. Charles Duke hat's getan: Im April 1972 ließ er ein Foto von seiner Frau, seinen beiden Kindern und sich im grauen Staub auf dem Mond zurück.

Mit einer Notiz auf der Rückseite: "Dies ist die Familie des Astronauten Duke vom Planeten Erde".

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Seit 1972 ziert ein Familienfoto die Mondoberfläche

Versteckter Snack: Sandwich

Krümelalarm! Schmuggeln Astronauten Essen ins All, gibt es meistens Ärger. Schließlich schwirren Brotbrösel in der Schwerelosigkeit umher und verstopfen bisweilen wichtige Geräte.

John Young nestelte im Jahr 1965 dennoch ein Rindfleischsandwich aus dem Astronautenanzug - das nach wenigen Sekunden zerfiel.

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Astronaut John Young schmuggelte 1965 ein Rindfleischsandwich ins All

Goldenes Gastgeschenk: Kupferplatten

Hätte ja sein können, dass da draußen jemand ist. Im Jahr 1977 jedenfalls starteten die Raumsonden Voyager 1 und 2 ins Universum. Im Gepäck: Die "Voyager Golden Records", vergoldete Kupferplatten, auf denen Bilder und Tondateien der Erde gespeichert waren.

Neben herzlichen Grüßen in 55 Sprachen wurden dafür auch Geräusche wie Wind und Donner aufgenommen und durch Musiktitel ergänzt.

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1977 flogen "Voyager 1 und 2" mit den "Voyager Golden Records" ins Weltall

Alter Knochen: Dinosaurier

Bis vor rund 65 Millionen Jahren trampelten Dinosaurier über die Erde. Auf anderen Planeten? Gab es sie vermutlich nicht. Im Jahr 1998 aber reiste der Schädel eines Coelophysis an Bord des Spaceshuttles "Endeavour" durchs All, und zwar bis zur Raumstation Mir und wieder zurück.

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1998 transportierte das Spaceshuttle "Endeavour" einen Coelophysis-Schädel ins Universum

Schwert in der Schwerelosigkeit

Noch so ein leuchtendes Beispiel für all den Quatsch, der bereits in den Weltraum transportiert wurde:

Im Herbst 2007, zum 30. Jubiläum von "Star Wars", nahm die Raumfähre Discovery Luke Skywalkers Lichtschwert mit an Bord.

Jenes, das im Film "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" ein ums andere Mal gezückt wurde.

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"Star Wars" im All

Gute Figur: Lego

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Raumsonde Juno brachte 3 Lego-Figuren ins All

Zum Jupiter! Genau dorthin fliegt die Raumsonde Juno, und das schon seit 2011. 2016 soll sie auf eine Umlaufbahn um den größten Planeten unseres Sonnensystems einbiegen.

Mit dabei: Lego-Figuren, extra aus Aluminium gefertigt, die den Astronomen Galileo Galilei, den Gott Jupiter und die Göttin Juno darstellen.

Übrigens: 2015 nahm der dänische Astronaut Andreas Mogensen gleich 20 Lego-Figürchen mit auf seine Reise zur Raumstation ISS.

Ball im All: Golf

Alan Shepard war der erste US-amerikanische Astronaut im Weltraum. Und er war auch - leidenschaftlicher Golfspieler.

Bei der Mond-Mission im Jahr 1971 packte er darum zwei Golfbälle ins Handgepäck, einen Schläger noch dazu.

Er spielte im Mondstaub, doch aufgrund des steifen Raumanzuges gelang ihm das nur einhändig. Erst beim vierten Schlag traf er richtig.

Was Weltraumfahrer ins Gepäck schmuggeln

Alan Shepard nahm zwei Golfbälle mit in den Weltraum

Wachmacher: Kaffeemaschine

Sicher, die Astronauten und Kosmonauten auf der Raumstation ISS müssen oft hochkonzentriert arbeiten. Die Italienerin Samantha Cristoforetti hatte dafür Extra-Gepäck in der Sojuskapsel verstaut, mit der sie im Jahr 2014 an der ISS andockte: eine Kaffeemaschine. Dem Espressoautomaten, den die 59. Frau im All mitbrachte, gab man den Spitznamen "ISSpresso".

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Samantha Cristoforetti brachte 2014 den Espressoautomaten"ISSpresso" mit auf die ISS

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