Kinotipp: "Küss den Frosch"

In New Orleans träumt die Kellnerin Tiana von ihrem eigenen Restaurant. Eines Tages trifft sie den draufgängerischen Prinzen Naveen in einer misslichen Lage - eine Begegnung mit Folgen Mit Trailer

"Essen bringt die Leute aus allen Winkeln des Lebens zusammen an einen Tisch. Es wärmt ihnen den Bauch und zaubert ein Lächeln auf ihr Gesicht." - Die Worte ihres Vaters wird Kellnerin Tiana (gesprochen von Cassandra Steen) nie vergessen. Mit ihm zusammen wollte sie schon als Kind ein gemeinsames Restaurant eröffnen. Jetzt, nach seinem frühen Tod, schuftet sie Tag und Nacht, um sich diesen Traum zu erfüllen.

Schützenhilfe bekommt sie eines Tages unerwartet von ihrer ebenso reichen wie verzogenen Freundin Charlotte. Deren Vater richtet zu Ehren des draufgängerischen Prinzen Naveen (Roger Cicero) einen Maskenball aus. Tiana bekommt den Auftrag, auf dem Fest für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen. Mit dem Geld, das sie dafür bekommt, kauft sie eine alte Halle, in der schon bald ihr Luxusrestaurant entstehen soll.

Doch es kommt anders: Der zwielichtige Voodoo-Priester Dr. Facilier umgarnt den Prinzen und verwandelt ihn in einen Frosch. Naveens unzufriedenem Diener Lawrence hext er die Gestalt des Prinzen auf den Leib. Facilier will den falschen Naveen mit Charlotte verheiraten, um an das Geld ihrer Familie heranzukommen.

Der echte Prinz entwischt den Bösewichten und trifft auf Tiana, die dem sprechenden Frosch zunächst nicht besonders viel abgewinnen kann. Ein Märchenbuch aber scheint die Lösung des Problems bereitzuhalten. Doch Tianas Kuss bringt nicht die Rettung - sondern verwandelt sie selbst in einen Frosch!

3834b7bfddffcd7d51764805d9743f95

"Küss den Frosch"

Alles, was ein Disneyfilm braucht

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihr normales Leben zurückzubekommen, treffen die beiden Frösche eine Menge skurriler und witziger Gestalten. Etwa den Jazz-verrückten Alligator Louis oder das schwer verliebte Glühwürmchen Ray. Mit deren Hilfe versuchen sie, Dr. Faciliers teuflischen Fluch zu brechen.

Der neue Disney-Weihnachtsfilm setzt auf Altbewährtes: Klassischer Zeichentrick, liebenswerte, ziemlich schräge Figuren und viel Humor. Vor allem die fantasievoll gestalteten Charaktere lassen die oft kühl wirkenden Helden der 3D-Filme nicht vermissen. Zudem wartet das Beinahe-Musical mit einer Fülle von Jazz- und Bluesmusik auf, die ins Ohr geht und im Kopf bleibt. Verantwortlich dafür ist Oscar-Preisträger Randy Newman, der schon die Filmmusik für Blockbuster wie "Die Monster AG" oder "Toy Story" schrieb.

Nach der Chinesin "Mulan", der Indianerin "Pocahontas" und der arabischen Schönheit Jasmin ("Aladdin") schickt Disney nun erstmals eine Afroamerikanerin als Heldin ins Feld. Dafür hagelte es in den Vereinigten Staaten bereits reichlich Kritik. So sei Prinz Naveen "mehr weiß als schwarz". Hinzu kommt, dass Tiana und Naveen den Großteil des Films als Frösche verbringen müssen. Für die Kritiker ein Indiz dafür, dass Disney keine Afroamerikaner auf der Leinwand haben will.

Doch die Kritik wird den Erfolg von "Küss den Frosch" nicht schmälern. Zu groß sind die Erwartungen an den ersten handgezeichneten Animationsfilm der Disney Studios seit fünf Jahren - und zu gut werden sie erfüllt.

"Küss den Frosch" - ab 10. Dezember im Kino

GEOlino-Newsletter