Kinotipp: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Dem erfolglosen Erfinder Flint Lockwood gelingt der große Wurf: eine Maschine, die Wasser in fertig zubereitetes Essen verwandelt! Versehentlich schießt Flint das Gerät in die Wolken - und plötzlich regnet es Cheeseburger…

Eine kleine Insel im Atlantik namens Affenfels: die Bewohner, die verdienen ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich mit Sardinen. Doch die werden immer weniger gekauft. Jetzt sind sie gezwungen, die gefangenen Sardinen selbst zu essen - in allen nur denkbaren Variationen. Hier kommt Flint Lockwood ins Spiel, dessen größter Wunsch es ist, ein erfolgreicher Erfinder zu werden.

Seine Entwicklungen enden jedoch meistens katastrophal. Seine Schuhe aus der Sprühdose lassen sich nicht mehr ausziehen, sein fliegendes Auto kann nicht fliegen, seine Kreuzung aus Vogel und Ratte büxt aus, vermehrt sich sprunghaft und wird zur Plage. Flints Ruf in seiner Heimat ist zerstört. Sein Vater Tim, der einen kleinen Laden für Angelbedarf führt, hat kein Verständnis für die Leidenschaft Flints – ihm wäre es am liebsten, würde sein Sohn ihm mit dem Geschäft helfen.

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Doch ein echter Erfinder gibt nicht auf! Zusammen mit seinem Affen Steve baut Flint eine Maschine, die Wasser in fertig zubereitete Speisen verwandeln kann. Doch es läuft etwas schief und Flint schießt den Apparat versehentlich in die Wolken – mit einem spektakulären Ergebnis: plötzlich regnet es Cheeseburger! Der überraschende Niederschlag ist nicht nur ein Segen für die sardinengeplagten Inselbewohner, sondern auch für Flints nach den letzten Fehlschlägen verletzte Erfinderseele. Auf einmal ist er der Star von Affenfels - täglich soll er Essenswünsche erfüllen. Seine Mitbürger feiern ihn als Helden.

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Das offizielle Filmplakat

Der skrupellose Bürgermeister der Insel wittert seine Chance auf das große Geld, ändert kurzfristig den Namen des Ortes in „Schlaraffenfels“ um und wirbt für den Tourismus auf der Insel. Unfreiwillig ist ihm dabei die Fernsehpraktikantin Sam behilflich. Eher zufällig vor Ort berichtet Sam in der Folge von dem kulinarischen Wetter. Auch Flint ist von der hübschen Wetterfee mehr als angetan.

Als er von seinem Erfolg und später auch von seinen Gefühlen für die hübsche Sam überwältigt ist, verliert Flint die Kontrolle über seine Maschine. Spaghettitornados und ein Regen von Riesenfleischbällchen drohen die Stadt zu zerstören! Gemeinsam mit Sam riskiert Flint alles, um sie zu retten.

Riesenspaß trotz kleiner Schwächen

Mit "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" ist Sony Animation endlich ein großer Erfolg gelungen. Nach den Flops "Jagdfieber" und "Könige der Wellen" schoss das neue Projekt auf Anhieb an die Spitze der amerikanischen Kinocharts. Und das zurecht: Die beiden Regisseure Phil Lord und Chris Miller haben eine Menge frische Ideen in ihren Film gepackt und sich ein Konzept als Vorlage genommen, dass phantasievoller kaum sein könnte: Essen, das vom Himmel regnet! (s. Kasten)

Es ist dem Film anzumerken, dass Sony Animation noch relativ frisch auf dem Markt ist. Die Figuren sind nicht so ausgeformt wie bei der Konkurrenz von Pixar ("Oben", "Ratatouille") oder Dreamworks ("Shrek", "Kung Fu Panda"), einige Szenen dürften selbst Kindern zu quietschbunt sein. Im Laufe des Films bekommt die Geschichte einen etwas störend belehrenden Beigeschmack: die Bewohner von Schlaraffenfels werden durch Berge von Pizza und Eiscreme dick und dicker, die Menschen aalen sich ausschließlich in Fast Food. Sam, die schon als Kind aufgehört hat, ihre riesige Brille zu tragen, weil sie glaubt, damit hässlich auszusehen, wird von Flint ermuntert, sie wieder aufzuziehen. "Du bist schön, so wie du bist", schwärmt er. Ohne diese etwas gezwungen wirkenden, erhobenen Zeigefinger wäre der Film deutlich leichter und genießbarer gelungen. Aber auch so bricht der hohe Unterhaltungsfaktor nie wirklich ab.

Die kleinen Schwächen macht der Film nämlich mit seinem Humor locker wieder wett. Die Gags kommen fast im Sekundentakt – und treffen ins Schwarze! Über weite Strecken ist der Film vor allem eines: urkomisch! Der spektakuläre Showdown zeigt zudem, dass Sony Animation zumindest technisch durchaus mit der Konkurrenz mithalten kann. Überhaupt sind die Animationen exzellent, besonders in 3D ein absoluter Genuss.

Fazit:

Trotz der Schwächen ist „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ein durch und durch unterhaltsamer Animationsfilm. Die wahnwitzigen Ideen, urkomischen Gags und tolle Optik (besonders in 3D) machen ihn zu einem Muss für jeden Fan dieses Genres. Den Tiefgang der Konkurrenzfilme hat Sony Animation allerdings (noch) nicht erreicht.

"Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen", FSK ab 6 Jahren, ab 28. Januar 2010 im Kino

Die Vorlage zum Film lieferte das Kinderbuch "Cloudy with a chance of Meatballs" der US-Amerikaner Judy und Ron Barrett. Das Buch, das bereits 1978 erstmalig aufgelegt wurde, umfasst nur 32 Seiten, ist bisher nur auf Englisch erschienen und hat optisch nicht wirklich viel mit dem knallbunten Animationsstil des Films zu tun. Die kurze Geschichte dreht sich um das Örtchen "Chewandswallow" ("Chew and Swallow" heisst auf Deutsch: "Kauen und schlucken"), in dem es dreimal täglich Essen regnet. Irgendwann gerät auch in Chewandswallow das Wetter außer Kontrolle und die Bewohner müssen flüchten.

Für den Film wurden einige Ideen des Kinderbuchs genutzt, allerdings reichhaltig ausgeschmückt und erweitert.

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