Kinotipp: Percy Jackson - Diebe im Olymp

Im November kommt der Anfang vom Ende der erfolgreichen "Harry Potter"-Serie in die Kinos. Als möglicher Nachfolger des Zauberlehrlings präsentiert sich Percy Jackson - als Sohn des Meeresgottes Poseidon! Mit Trailer!
In diesem Artikel
Percy Jackson - Die Story
Kein Harry-Potter-Klon
Fazit

Percy Jackson - Die Story

Sonderling Perseus "Percy" Jackson (Logan Lerman) staunt nicht schlecht, als sich seine Lehrerin Mrs. Dodds vor seinen Augen in ein geflügeltes Monster verwandelt und nach seinem Leben trachtet. Gemeinsam mit seiner Mutter Sally (Catherine Keener) und seinem besten Freund Grover (Brandon T. Jackson) wird er kurz darauf von einem echten Minotaurus angegriffen. Das mythische Untier lässt Sally in diesem Kampf in grellem Licht verschwinden. Percy stellt sich ihm und schafft es tatsächlich, den Minotaurus zu töten – dann verliert er das Bewusstsein.

Es ist der Beginn eines neuen Lebens für den Teenager: Sein Freund Grover entpuppt sich als Satyr – eine Mischung aus Mensch und Ziege. Während Percys Ohnmacht schleppte Grover ihn ins "Camp Half-Blood", eine Art Sommercamp für "besondere Kinder". Auch Percy ist so ein besonderes Kind: Es stellt sich heraus, dass die griechischen Götter und mythischen Wesen real existieren! Und Percy ist ein Teil der Geschichte, denn, so wird ihm erklärt, sein Vater ist niemand Geringeres als der Meeresgott Poseidon (Kevin McKidd)!

Percys früherer Lateinlehrer Mr. Brunner (Pierce Brosnan) stellt sich als Kentaur und Oberlehrer des Camps heraus. Unter seinen Fittichen lernt Percy nicht nur den Schwertkampf, sondern auch die streitbare Annabeth (Alexandra Daddario), Tochter der Göttin Athene, und Luke (Jake Abel), Sohn des Götterboten Hermes, kennen. Mit seinen neuen Freunden als Rückhalt gewöhnt sich Percy bald an das Leben im Camp.

Trotzdem ist die Stimmung gedrückt: Göttervater Zeus (Sean Bean) wurde sein Herrscherblitz gestohlen. Er beschuldigt Percy des Diebstahls. Zeus verlangt von seinem Bruder Poseidon, die Waffe zurückzubeschaffen – andernfalls gäbe es Krieg zwischen den Göttern! Doch nicht nur Zeus trachtet nach dem Herrscherblitz: eines Abends explodiert das Lagerfeuer in Camp Half-Blood und Hades, der Herr der Unterwelt (Steve Coogan) erscheint darin. Er verlangt von Percy den Herrscherblitz, dafür würde er seine Mutter aus der Unterwelt entlassen.

Zusammen mit Grover und Annabeth macht sich Percy auf die Suche.

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Kein Harry-Potter-Klon

Auch wenn einem manches an der Geschichte bekannt vorkommt – Percy Jackson ist kein Klon von Joanne K. Rowlings Zauberlehrling. Die Geschichte des Halbgottes ist trotz der offensichtlichen Parallelen zu Harry Potter eigenständig und fesselnd erzählt. Optisch ist der Film zudem ein echter Genuss: Ob Hydra, Minotaurus oder der Herr der Unterwelt – die Tricktechnik ist opulent und auf dem neuesten Stand der Technik. Regisseur Chris Columbus, der auch schon "Harry Potter und der Stein der Weisen" inszenierte, hat gut daran getan, das Alter der Protagonisten von zwölf (wie im Buch, s. Kasten) auf 17 Jahre hochzusetzen. Dadurch fehlen "Percy Jackson" die Startschwierigkeiten, die die Harry Potter-Filme zu Beginn der Serie hatten. Die Darsteller liefern zwar keine Meisterleistung ab, wirken aber überzeugend und gehen ihrem Job mit vollem Körpereinsatz nach. Außerdem nimmt der Film deutlich schneller Fahrt auf als die Harry-Potter-Filme. So haben es Percy und Co. in schneller Folge mit den Untieren des Hades wie der grausamen Medusa (Uma Thurman) oder der Feuer speienden Hydra zu tun.

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Das offizielle Filmplakat

Dennoch weist der Film einige Schwächen auf: Die Dialoge sind plump, die wenigen Witze schlecht. Die tolle Götterkulisse wird kaum genutzt. Zeus und Poseidon beschränken sich auf grimmige Blicke und wenige Worte. Der Rest der Geschichte wird komplett auf der Erde und in den amerikanischen Metropolen erzählt. Darunter leidet das Fantasy-Flair.

Natürlich ist auch die Geschichte von dem jungen Helden, der eines Tages herausfindet, dass er etwas ganz Besonderes ist, nicht wirklich neu! Romane des Fantasy-Autors Wolfgang Hohlbein ("Midgard") thematisieren diese Geschichte seit Jahrzehnten, auch Michael Ende ("Die unendliche Geschichte") oder Christopher Paolini ("Eragon") sind prominente Beispiele.

Und natürlich Harry Potter. Die Ähnlichkeiten sind aber verschmerzbar, denn "Percy Jackson – Diebe im Olymp" ist trotz allem ein spannender und unterhaltsamer Film.

Fazit

Innovativ mag der Film nicht sein. Trotzdem reißt die Geschichte mit. Der mythische Hintergrund hat Potenzial – müsste bei einer möglichen Fortsetzung aber noch ausgeweitet werden. Die teilweise spektakulären Tricks gleichen die lahmen Dialoge und manchmal auch das holprige Spiel der Protagonisten aus.

"Percy Jackson – Diebe im Olymp" – ab 11. Februar im Kino

Percy Jackson – Diebe im Olymp

Die Romanvorlage zum Film stammt von dem texanischen Lehrer Rick Riordan. Der hatte sich Percys Figur für seinen Sohn Haley ausgedacht und das erste Buch für ihn geschrieben. Er hätte sich damals nicht träumen lassen, dass die Abenteuer des Halbgottes Weltbestseller werden würden. In Deutschland sind die Bücher weniger bekannt - dafür in den USA umso mehr! Insgesamt wurde die Serie in 32 Ländern verlegt. Für Fans vergleichbarer Romane wie Harry Potter ungewohnt: Riordan lässt Percys als Ich-Erzähler seine Abenteuer erzählen. Der entsprechend jugendliche Sprachstil liest sich anfangs etwas holprig.

Die Produzenten erlaubten sich für den Film einige Änderungen in der Geschichte. Für die Fans der Bücher wohl am auffälligsten: Die im Buch blonde Annabeth wird von der brünetten Alexandra Daddario verkörpert und Percy ist im Film bereits 17 Jahre alt - im Buch jedoch erst zwölf.

Rick Riordan: Percy Jackson - Diebe im Olymp, Carlsen, 10-12 Jahre, 16,90 €

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