Kinotipp: Kampf der Titanen

Halbgott Perseus, der Sohn von Göttervater Zeus zieht aus, um die Stadt Argos und deren Prinzessin Andromeda zu retten – vor einem Monster, das unbesiegbar scheintMit Trailer
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"Kampf der Titanen"
Kampf der Effekte
Großer Film, wenig Gehalt
Fazit

"Kampf der Titanen"

In der Stadt Argos herrscht Unzufriedenheit: Die Einwohner, allen voran das Königspaar will nicht länger der Barmherzigkeit der Götter ausgeliefert sein. Also erklären sie den Olympiern den Krieg, indem sie die riesige Statue des Zeus (Liam Neeson) an ihrer Küste stürzen.

Die schwerwiegenden Folgen bekommt auch der arglose Fischersohn Perseus (Sam Worthington) zu spüren. Der Herr der Unterwelt, Hades (Ralph Fiennes), nimmt Rache für die Blasphemie und zerschlägt nicht nur Argos’ Armee, sondern versenkt auch das Fischerboot von Perseus’ Familie. Perseus allein kann sich an Land retten.

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Kaum in Argos angekommen, soll er dem König vorgeführt werden. Am Hof wird gerade die Zerstörung der Götterstatue gefeiert. Königin Cassiopeia (Polly Walker) brüstet sich, ihre Tochter Andromeda (Alexa Davalos) wäre schöner, als Aphrodite, die Göttin der Schönheit selbst.

Hilflos muss Perseus mit ansehen wie daraufhin erneut Hades erscheint, den Thronsaal verwüstet und binnen zehn Tagen das Opfer der Prinzessin fordert. Andernfalls würde der Krake, ein albtraumhaftes Seeungeheuer und ein Kind von Hades, die Stadt zerstören. Bevor er verschwindet, offenbart Hades, dass Perseus ein Findelkind und eigentlich ein Sohn von Göttervater Zeus ist.

Perseus’ Wut ist geweckt. Er will den Tod seiner Familie rächen und den Kraken besiegen. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von Io (Gemma Arterton), einer mysteriösen Gestalt, die weder Gott noch Mensch ist, aber über immenses Wissen verfügt. Mit einer kleinen Streitmacht zieht Perseus aus, um eine Möglichkeit zu finden, den mächtigen Kraken zu besiegen. Schon die Reise zu den Graien, drei weissagenden Hexen, wird zu einem großen Abenteuer. Hades hat keineswegs vor, Argos zu verschonen, sondern will durch dessen Zerstörung die Macht über den Olymp erringen. Mit allen Mitteln versucht er, Perseus und seine Gefolgschaft aufzuhalten.

Kampf der Effekte

"Kampf der Titanen" ist eine Neuverfilmung: Bereits 1981 nahm sich Filmeffekt-Legende Ray Harryhausen den mythischen Stoff rund um den Heroen Perseus vor und lieferte einen Film ab, der mit für damalige Verhältnisse spektakulären Effekten gespickt war. Harryhausen setzte eine extrem aufwändige Stop-Motion-Technik ein, um die gewaltigen Monster auf Perseus und seine Männer loszulassen.

Bei Stop-Motion werden ähnlich wie bei einem Zeichentrickfilm viele Fotos von einem Modell geschossen und das Modell zwischen den Aufnahmen ein wenig bewegt. Lässt man die Bilder dann schnell hintereinander ablaufen, entsteht der Eindruck, das Monster bewege sich.

Einen solchen Aufwand musste Regisseur Louis Leterriers, der nun, 29 Jahre später das Remake wagte, nicht betreiben. Dank moderner Computertechnik konnten die Ungeheuer beängstigend detailliert gestaltet - und natürlich bewegt werden. Herausgekommen ist ein bildgewaltiges Action-Spektakel, das mit Sam Worthington ("Avatar") als wütenden Protagonisten auch treffend besetzt ist. Auch Gemma Arterton macht als Io eine gute Figur, während Liam Neeson ("Die Chroniken von Narnia") als Zeus und Ralph Fiennes ("Harry Potter") als Hades durch ihr überzogenes Spiel häufig unfreiwillig komisch wirken. Die wahren Stars des Films bleiben die Monster.

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Das offizielle Filmplakat

Großer Film, wenig Gehalt

Zugegeben, schon das Original hatte mit der mythologischen Figur des Perseus nicht wirklich viel zu tun. Das Remake nutzt nun nur noch Perseus' Namen und einige wenige Passagen aus der Originalgeschichte. Viele Handlungsstränge der Sagen werden vertauscht, verändert oder ganz ausgelassen. Das macht den Spannungsbogen der Geschichte für den Film zwar etwas dynamischer, Geschichtsinteressierte könnte davon aber die gute Laune vergehen.

"Kampf der Titanen" wurde in der Vorschau verstärkt in der 3D-Fassung beworben. Allerdings wurden sämtliche 3D-Effekte wie schon bei Tim Burtons "Alice im Wunderland" nachträglich eingefügt - und das sieht man. Dadurch ist der Mehrwert der 3D-Fassung nur minimal und man kann getrost auch die 2D-Variante anschauen.

Fazit

"Kampf der Titanen" ist ein sehr unterhaltsamer Film - vorausgesetzt man nimmt es mit der Geschichte des Helden Perseus aus der griechischen Mythologie nicht allzu genau. Die spektakulär inszenierten Kämpfe und gigantische Ungeheuer machen spätestens das Finale zu einem spektakulären Erlebnis. Da sind auch die Schwächen des Films durchaus verschmerzbar.

Kampf der Titanen - seit dem 8. April 2010 im Kino, FSK: ab 12 Jahren

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