Kinotipp: Karate Kid

Teenager Dre zieht mit seiner Mutter ins chinesische Beijing. Dort hat der amerikanische Junge bald Probleme mit seinen chinesischen Mitschülern. Hausmeister Mr. Han will ihm mit Kung Fu Unterricht helfen Mit Trailer
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"Karate Kid"
Fazit

"Karate Kid"

Dre (Jaden Smith) ist ein beliebter Schüler in seiner Schule im amerikanischen Detroit. Doch als seine Mutter (Taraji P. Henson) mit ihm wegen eines Jobs nach China ziehen muss, wird der Teenager aus diesem Umfeld gerissen.

Dort in Beijing kommt ihm alles fremd vor, vor allem die Sprache erschwert ihm den Aufbau von Freundschaften. Als er die hübsche Chinesin Mei Ying (Wenwen Han) kennenlernt, verknallt er sich Hals über Kopf in sie.

Kinotipp: Karate Kid

Das offizielle Filmplakat zu "Karate Kid"

Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit, doch schon bei ihrem ersten Treffen wird Dre von Cheng (Zhenwei Wang), einem Mitschüler, ziemlich verprügelt. Cheng hat nämlich zum einen selbst ein Auge auf Mei Ying geworfen und ist zum anderen der beste Kämpfer einer örtlichen Kung Fu Schule.

Dre lässt sich nicht unterkriegen und trifft sich weiterhin mit Mei Ying. Als er ein weiteres Mal auf Cheng und seine Clique stößt, wird er um ein Haar von ihnen schwer verletzt, doch im letzten Augenblick erscheint Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan) und schützt ihn.

Mit perfekter Kampfkunst setzt er die Angreifer außer Gefecht. Dre ist begeistert und bittet Mr. Han um Unterricht in Kung Fu, den dieser zunächst ablehnt. Erst als beide gemeinsam die Kampfschule, in der Cheng trainiert, besuchen und die Brutalität, die den Schülern hier beigebracht wird, erleben, willigt er ein.

Und nicht nur das – Mr. Han meldet Dre sogar zu einem großen Kampfturnier an! Fortan lehrt Mr. Han dem Jungen in seinem Hinterhof "wahres" Kung Fu. Denn das, so sagt er, hat nichts mit brutalem Kampf zu tun! Auch wenn die Methoden für Draufgänger Dre anfangs nicht das sind, was er erwartet hat, lernt er bald nicht nur Kampfmaneuver, sondern vor allem auch Disziplin.

Zwischen Lehrer und Schüler entwickelt sich fast ein Vater-Sohn-Verhältnis: Nachdem Mei Yings Vater seiner Tochter die Freundschaft zu Dre verbietet, hilft Mr. Han, ihn umzustimmen. Und auch Dre hilft Mr. Han, denn der hat seine ganze Familie bei einem Unfall verloren und lernt erst durch seinen Schüler mit dem Verlust umzugehen.

Dann rückt der Tag des großen Turniers näher…

Neuauflage eines Klassikers

"Karate Kid" ist eine Neuauflage. Der Originalfilm erschien bereits im Jahr 1984 und gilt als Klassiker.

Auch im Original lernt ein Jugendlicher (damals Ralph Macchio) von einem etwas schrulligen Nachbarn (Pat Morita) den wahren Geist der Kampfkunst und damit, wie er sich einer brutalen Jugendbande entgegenstellen kann.

Damals war der Titel "Karate Kid" allerdings noch gerechtfertigt, denn im Gegensatz zur Neuauflage wurde tatsächlich Karate gelehrt. Jackie Chan aber ist ein Meister des chinesischen Kung Fu, weshalb er seinem Schützling auch kein Karate, sondern eben Kung Fu lehrt.

Kinotipp: Karate Kid

In Beijing muss sich Dre zunächst neu zurechtfinden

Abgesehen davon hält sich der neue Film aber weitgehend an die originale Geschichte und erweitert sie teilweise auf angenehme Weise.

Der durchaus charmanten Liebesgeschichte zwischen Dre und Mei Ying wird zum Beispiel sehr viel Zeit eingeräumt und anhand dieser die strengen, familiären Sitten in China erklärt.

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Bei Hausmeister Mr. Han lernt Dre die hohe Kunst des Kung Fu

Auch der tiefe Konflikt von Mr. Han bekommt mehr Zeit als im Original wodurch die wachsende Vater-Sohn-Beziehung zu Dre besser verständlich wird.

Jaden Smith, übrigens der Sohn von Superstar Will Smith ("Hitch", "Men in Black"), und Jackie Chan arbeiten hervorragend zusammen und beweisen beide großes schauspielerisches Talent. Bei Chan ist das freilich nichts Neues – seit Jahrzehnten liefert der 56-Jährige ausnahmslos Spitzenleistungen ab.

Für Smith ist ebenfalls nicht der erste Kinofilm ("Das Streben nach Glück", "Der Tag an dem die Erde stillstand") – und er macht seine Sache hervorragend! Nicht nur die beeindruckende, sportliche Leistung des 12-Jährigen, auch schauspielerisch überzeugt er.

Die gefühlvollen Begegnungen mit Mei Ying und dem innerlich zerrütteten Mr. Han mimt er überaus glaubwürdig, aber auch coole Sprüche und Tänzchen, die Papa Will stolz gemacht haben werden, gehören zum Repertoire.

Realisiert wurde der Film von dem holländisch-norwegischen Regisseur Harald Zwart, eigentlich einem Spezialisten für Komödien ("Agent Cody Banks"). Mit "Karate Kid" hat er aber einen überraschend sensiblen und tiefgründigen Film abgeliefert. Einen, der dem Original ausreichend treu bleibt und trotzdem seinen eigenen Stil hat.

Zu verdanken hat Zwart das vor allem seinen tollen Hauptdarstellern. Letztlich sind es Chan und Smith, die "Karate Kid" zu einem sehenswerten Film machen.

Fazit

Gut gemachte Neuauflage des Originals von 1984, das eine ganz eigene Dynamik entwickelt ohne abzuheben. Altmeister Jackie Chan und Jungspund Jaden Smith entwickeln eine stimmige Chemie und arbeiten auf allen Ebenen hervorragend zusammen.

Egal, ob mal den Originalfilm kennt oder nicht – "Karate Kid" macht Spaß und unterhält!

"Karate Kid" – ab 22. Juli 2010 im Kino! FSK: ab 6 Jahren

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