Kinotipp Kinotipp: Rapunzel - Neu verföhnt

Die Teenagerin Rapunzel kennt von der Welt nur die Aussicht aus dem Turm, in dem sie seit ihrer Geburt wohnt. Außerhalb des Turms drohe Gefahr, so ihre Mutter. Als eines Tages der smarte Dieb Flynn Rider in ihrem Turm auftaucht, ergreift Rapunzel ihre Chance. Mit Trailer!
Kinotipp: Rapunzel - Neu verföhnt

Schock im Märchenland: Die von allen geliebte Königin ist schwer erkrankt und scheinbar nichts kann sie heilen. In seiner Verzweiflung lässt der König nach einer sagenumwobenen Blume suchen, die aus reinem Licht geboren sein soll und jede Krankheit heilen kann. Das jedoch erweist sich als schwierig, denn die Blume wurde schon früher von der alten Hexe Gothel (Monika Bielenstein) gefunden, die sie benutzt, um jung und schön zu werden. Letztlich wird die Blume aber doch gefunden und die Königin geheilt. Und nicht nur das: Das Haar ihrer kurz darauf geborenen Tochter hat die wundersame Fähigkeit der Blume angenommen!

Als Gothel dies herausfindet, entführt sie das Kind und hält sie unter dem Vorwand, die Welt sei zu gefährlich, 17 Jahre lang in einem Turm gefangen. Der Name des Mädchens: Rapunzel (gesprochen von Alexandra Neldel). Während ihrer Gefangenschaft muss Rapunzel Gothel, die sie für ihre leibliche Mutter hält, regelmäßig vorsingen - das nämlich aktiviert die magischen Fähigkeiten ihres Haars. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag äußert Rapunzel ihren Herzenswunsch: Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag lässt das Königspaar Tausende Laternen in den Himmel steigen. Rapunzel hält sie für Sterne und möchte sie nur ein einziges Mal aus der Nähe ansehen dürfen. Doch Gothel lehnt ab.

Zur gleichen Zeit befindet sich der findige Dieb Flynn Rider (gesprochen von Moritz Bleibtreu) auf der Flucht. Er hat ein königliches Diadem gestohlen und wird nun von den Wachen des Palastes gnadenlos gejagt. Um sich vor dem übermotivierten Polizeipferd Maximus zu verstecken, erklimmt Flynn Rapunzels Turm, wo er prompt mit einer Bratpfanne ins Land der Träume geschickt wird. Rapunzel überlegt nicht lange. Flynn muss sie zu den fliegenden Sternen führen und sie vor den Gefahren der Welt beschützen. Wäre da nicht Mutter Gothel, die weniger um Rapunzels Sicherheit, dafür aber umso mehr, um ihre eigene Jugend und Schönheit besorgt ist.

Disneys 50. Animationsfilm

"Rapunzel - Neu verföhnt" ist der 50. Animationsfilm von Disney und feiert dieses Jubiläum mehr als würdig. "Rapunzel" vereint alles, was Disney ausmacht und verbeugt sich vor alten und neuen Werken der Filmschmiede. Wie fast immer bei Disney-Filmen ist besonders das unvergleichlich gute Design der Figuren hervorzuheben. Während bei vielen Filmen der Konkurrenz die Hauptdarsteller oftmals für die Tiefe und die Nebendarsteller für die Witze ausgelegt sind, schafft "Rapunzel" die Gratwanderung, allen relevanten Charakeren ein perfektes Maß an Tiefgang und Witz zuzuschreiben. Rapunzel zum Beispiel ist herrlich naiv und besonnen zugleich, wird zudem von ihrem streitlustigen Chamäleon Pascal hervorragend ergänzt. Flynn Riders permanente Gesichtskirmes macht ebenso viel Spaß, anzuschauen, wie sein Dauerkonflikt mit Polizeipferd Maximus. Dabei hat auch er einige Abgründe in sich, die sich nach und nach offenbaren. Maximus selbst ist als Mischling aus Pferd, Bluthund und Elitesoldat schreiend komisch.

Die Story hat den von Disney gewohnt guten Spannungsbogen, der nie Langeweile zulässt und auf kindgerechte Weise Gut und Böse aufeinanderprallen lässt. Die Regisseure Byron Howard und Nathan Greno haben mit "Rapunzel - Neu verföhnt" ihren bisher besten Film abgeliefert. Ebenfalls typisch für Disney ist die Einflechtung vieler Lieder - der letztjährige Weihnachtsfilm "Küss den Frosch" ging schon locker als Musical durch. Das ist in Animationsfilmen zwar nicht ungewöhnlich, aber nur Disney scheint es zu schaffen, dass der häufige Gesang nicht nervig wird und die Songs des achtfachen Oscar-Preisträgers Alan Menken darüber hinaus auch noch lange im Ohr bleiben. Alexandra Neldel und Moritz Bleibtreu sangen allerdings nicht selbst - das übernahmen die zu Unrecht weniger bekannten Profis Pia Allgaier und Manuel Straube. Im Vergleich zu "Küss den Frosch" fällt auch auf, dass "Rapunzel" dieses Jahr auf mehr Humor und weniger Traurigkeit setzt, mit der das letzte Werk reichlich gespickt war.

Kinotipp: Rapunzel - Neu verföhnt

Dass der Film technisch absolut perfekt ist, braucht kaum erwähnt zu werden - jede Figur, jede Bewegung und jeder Grashalm ist unübertrefflich gut in Szene gesetzt worden. Das optische Highlight sind Tausende fliegender Laternen, die vor einem Traumschloß aufsteigen - dagegen sehen die Luftballons aus Pixars "Oben" ziemlich alt aus! Außerdem schafft es "Rapunzel", den einzigartigen Charme der alten Zeichentrickfilme in die dritte Dimension zu übersetzten.

Fazit

Disney - das ist perfekte Kinounterhaltung für jede Altersgruppe. "Rapunzel – Neu verföhnt" beweist das einmal mehr! Auch im 50. Animationsfilm garantiert Disney beste Unterhaltung mit viel Herz, noch mehr Humor, tollen Figuren und eingängigen Songs. Kein Wunder also, dass "Rapunzel" in den USA auf Anhieb selbst Harry Potter von der Charts-Spitze verdrängt hat. Besser kann Kino kaum sein!

"Rapunzel - Neu verföhnt" - ab 9. Dezember im Kino!

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