Buchtipp: Der Schrecksenmeister

Der beißende Hunger treibt die Kratze Echo in die Hände des finsteren Schrecksenmeisters Eißpin. Der will die Kratze mästen, um dann ihr Fett für alchimistische Experimente zu verwenden. Ein Monat in Saus und Braus, dann der Tod - kann Echo diesem grausamen Schicksal entrinnen?
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Echo ist eine Kratze. Kratzen können, im Gegensatz zu Katzen, sprechen und zwar mit allen Tieren Zamoniens. Das nützt Echo aber nicht viel, als er fast verhungert auf den Straßen Sledwayas, der traurigsten Stadt Zamoniens, vor sich hin vegetiert. Er ist selbst zu schwach, um dem gefürchteten Schrecksenmeister Eißpin aus dem Weg zu gehen. Der ist über die Begegnung auch hoch beglückt, fehlt ihm doch nur noch das Fett einer Kratze in seiner berühmten Fett-Sammlung. So schlägt er dem armen Echo einen Deal vor. Die Kratze wird bis zum nächsten Schrecksenmond fürstlich verpflegt und unterhalten, um dann das angefressene Fett dem Schrecksenmeister zu überlassen – die Kratze soll also sterben. Echo schlägt ein und kommt mit auf die finstere Burg seines Vertragspartners. Doch ein Monat ist lang genug, um zu bemerken, wie sehr man eigentlich am Leben hängt. Ob Echos neu gewonnen Freunde, die Ledermäuse, die Schreckse oder der einäugige Schuhu, ihm helfen können, den Schrecksenmeister von seinem Vorhaben abzubringen?

Dank des "Übersetzers" Walter Moers steht dem geneigten Leser ein neues Werk des zamonischen Meisterdichters Hildegunst von Mythenmetz zur Verfügung. "Der Schrecksenmeister" überzeugt mit seiner sprühend lebendigen Erzählung und den vielen Wortspielen. Schnell wächst einem die kleine Kratze ans Herz und man möchte nichts lieber, als sie persönlich den fiesen Klauen Eißpins zu entreißen.

Walter Moers

"Der Schrecksenmeister. Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl.

Neu erzählt von Hildegunst von Mythenmetz"

Piper Verlag

22,90 Euro

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