Bücher: "Momo" von Michael Ende

Verschwendet eure Zeit! In Michael Endes preisgekröntem Fantasy-Klassiker "Momo" legt ein kleines Mädchen einer Bande skrupelloser Zeitdiebe das Handwerk...
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"Momo"
Fazit

"Momo"

In den Ruinen des alten Amphitheaters am Rande einer großen Stadt taucht auf einmal ein kleines Mädchen auf.

Sie besitzt nichts als das was sie findet und was man ihr schenkt. Das kleine Mädchen mit dem schwarzen Lockenschopf und dem viel zu großen Mantel, heißt Momo.

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Cover des Romans "Momo"

Schon bald gewinnt Momo unter den Menschen der großen Stadt viele Freunde. "Man sah fast immer jemand bei ihr sitzen, der angelegentlich mit ihr redete. Und wer sie brauchte und nicht kommen konnte, schickte nach ihr, um sie zu holen. Und wer noch nicht gemerkt hatte, dass er sie brauchte, zu dem sagten die anderen: »Geh doch zu Momo!«"

Dabei ist Momo beinahe wie jedes andere Kind. Weder ist sie so unglaublich klug, dass sie jedem Menschen einen guten Rat geben kann, noch findet sie immer die richtigen Worte, wenn jemand Trost braucht, oder ist so weise, dass sie bei jedem Streit ein gerechtes Urteil fällt. Doch etwas gibt es, das Momo kann, wie kein anderer: Zuhören.

"Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. (...) Sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten."

Die Zeitdiebe

Doch mit ihren Sorgen vergessen die Menschen in Momos Gegenwart vor allem eines: Auf die Zeit zu achten! Damit macht sich das kleine Mädchen unbewußt eine skrupellose Bande von Zeitdieben zum Feind: die "Grauen Herren".

Sie geben sich als Agenten einer ominösen Zeitsparkasse aus und versuchen die Menschen der großen Stadt dazu zu bringen, nicht eine einzige freie Stunde, Minute, Sekunde ihres Lebens zu verschwenden. – Schon gar nicht für Dinge, die das Leben bunt und schön machen!

So bedrängen die Agenten der Zeitsparkasse eines Tages auch Momos Freunde und fordern sie auf, Rechenschaft über ihren Lebenswandel abzulegen: "Wir wissen, dass Sie einmal wöchentlich ins Kino gehen, einmal wöchentlich in einem Gesangsverein mitwirken, einen Stammtisch haben, den Sie zweimal in der Woche besuchen, und sich an den übrigen Tagen abends mit Freunden treffen oder manchmal sogar ein Buch lesen. Kurz, Sie schlagen Ihre Zeit mit nutzlosen Dingen tot!"

Die Rechnung der Zeitdiebe geht auf: Schon bald hat jeder in der Stadt ein Konto auf ihrer Zeitsparkasse. Kein Wunder, dass die Besuche von Momos alten Freunden im Amphitheater erst weniger werden und dann ganz ausbleiben. Dafür ist anscheinend keine Zeit mehr da! Doch so leicht gibt sich Momo nicht geschlagen: Sie macht sich auf die Suche nach Meister Hoia, dem Hüter der Zeit...

Fazit

"Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. (...) Dieses Geheimnis ist die Zeit. Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen." In seinem Fantasy-Klassiker "Momo" fordert euch Michael Ende dazu auf, für den Moment zu leben, Spaß und Phantasie zu haben und euch für eure Freunde Zeit zu nehmen.

Denn je mehr Zeit die Menschen versuchen zu sparen, desto kürzer und leerer werden ihre Tage. In Wahrheit werden die Menschen in Michael Endes Roman "Momo" also von den Grauen Herren der Zeitsparkasse betrogen.

Und nur allzu oft sind auch im wirklichen Leben "Zeitdiebe" am Werk. – Doch keine Sorge: Ihr erkennt sie leicht, an ihren grauen Gesichtern und ihren ständigen Ermahnungen, euch zu beeilen!

Michael Ende: "Momo", Thienemann Verlag, ab 12 Jahren, 14,95 Euro

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