Bücher: "Despereaux" von Kate DiCamillo

Ritterliche Maus: Kate diCamillos Märchen "Despereaux" handelt von einem der auszog das Fürchten zu verlernen. Mit Leseprobe!
In diesem Artikel
"Despereaux"
Fazit

"Despereaux"

"Liebe ist lächerlich!" - Besonders bei einer Maus mit unanständig großen Ohren. Aber Pfote aufs Herz: Man muss nicht den Namen Despereaux tragen, um alle Widrigkeiten des Lebens in dieser Frage auszublenden.

So ist Despereaux also eine sehr verliebte Maus. Doch es kommt noch schlimmer! Er interessiert sich nicht im Geringsten für das, was eine Maus interessieren sollte – nämlich herumzuhuschen und zu fressen. Zum Ärger der anderen Schlossmäuse findet Despereaux den Klang von Worten köstlicher als das Papier, auf dem sie gedruckt stehen.

"Es war einmal..."

Wieder und wieder liest Despereaux in der Bibliothek die alte Geschichte von der Prinzessin und ihrem Ritter bis zu jener Stelle, an der es heißt "sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage".

Bücher: "Despereaux" von Kate DiCamillo

Cover des Romans "Desperaux"

Wieder und wieder liest Despereaux in der Bibliothek die alte Geschichte von der Prinzessin und ihrem Ritter bis zu jener Stelle, an der es heißt "sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage".

Die kleine Maus hat Sinn für Schönheit – besonders aber für die Schönheit von Prinzessin Erbse. Despereaux’ Gedanken kreisen unaufhörlich um den kurzen Moment, als sie ihn vorsichtig vom Boden aufgehoben und in der hohlen Hand gehalten hat.

- "Lächerlich eben!" Doch der Mäuserat ist da leider ganz anderer Meinung: Weil Despe- reaux sich nicht wie eine richtige Maus benimmt, soll er bestraft werden und wird kurzerhand in das Verlies des Schlosses geworfen.

Licht wirft Schatten

"Im Verlies gab es (...) keine Buntglasfenster. Keine Bibliothek und keine Bücher. Und vor allem keine Prinzessin Erbse." Dafür gibt es dort unten zwei traurige Gestalten, denen das Leben übel mitgespielt hat: Die Ratte Chiaroscuro und die Magd Miggery Sow.

Wie Despereaux haben die Beiden nach Schönheit gesucht, sind aber von der strahlenden Welt zurückgewiesen worden. Und so kreisen auch ihre Gedanken unaufhörlich um die Lichtgestalt der unbeschwerten Prinzessin.

Doch in ihre Bewunderung mischt sich Neid. Heimlich schmieden sie den finsteren Plan, sich selbst die Krone aufzusetzen. Und Despereaux ist der Einzige, der sie noch aufhalten kann...

Fazit

Anders als in gewöhnlichen Märchen wird in Kate DiCamillos Roman "Despereaux. Von einem der auszog das Fürchten zu verlernen" das Böse nicht stigmatisiert. Im Gegenteil: Von der glitzernden Märchenwelt der Königsfamilie und den damit verbundenen Träumen von Heldentum und Edelmut hebt sich die Wirklichkeit der weniger Glücklichen umso trostloser ab.

So zum Beispiel das Schicksal der Magd Miggery Sow, die von ihrem Vater für eine handvoll Tabak und ein rotes Tuch verkauft wird. Oder von Chiaroscuro, der das Pech hat, eine Ratte zu sein, vor der sich alle Welt ekelt und erschrickt. Kate DiCamillo schreibt ebenso brutal wie empathisch - und die Moral von der Geschicht’? Dafür gibt die Autorin selbst die beste Antwort: "Weißt du was das Wort emphatisch bedeutet?

Ich will es dir sagen: Es bedeutet, dass du, wenn man dich mit Gewalt ins Verlies führt, wenn ein großes Messer auf deinen Rücken gerichtet ist, wenn du versuchst tapfer zu sein, dennoch in der Lage bist, für einen Moment an die Person zu denken, die das Messer hält".

Kate diCamillo: "Despereaux. Von einem, der auszog das Fürchten zu verlernen", illustriert von Timothy Basil Ering, ab 12 Jahren, dtv, 7,95 Euro

Leseprobe

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