Bücher: : "Erebos" von Ursula Poznanski

Spiel mit dem Tod: In Ursula Poznanskis Thriller "Erebos" verliert sich eine Gruppe von Schülern gänzlich in der virtuellen Welt. Mit Leseprobe
In diesem Artikel
"Erebos"
Der virtuelle Feind

"Erebos"

In einer Londoner Schule kursiert eine neuartige Droge: Sie nennt sich Erebos, benannt nach dem griechischen Gott der Finsternis. Auf dem Pausenhof wird Erebos, unauffällig in kleinen weißen Umschlägen verpackt, von Hand zu Hand gereicht.

Bücher: : "Erebos" von Ursula Poznanski

Cover von "Erebos"

Streng genommen ist Erebos keine wirkliche Droge, sondern ein Computerspiel. Doch mit ähnlicher Wirkung: Erebos macht süchtig und greift schleichend auf die ganze Person des Spielers über.

Wie die Gier nach dem nächsten Schuss treibt die Computerjunkies bald nur noch ein Gedanke voran: Das nächste Level von Erebos zu erreichen.

So auch Nick. Dabei erscheint dem 16-jährigen Schüler das Spiel Erebos anfangs noch wie ein ganz gewöhnlicher Ego-Shooter: Aufgefordert eine Spielfigur mit individuellen Eigenschaften auszuwählen schickt Nick den Kämpfer Asarius ins Gefecht gegen allerlei mystische Wesen.

Doch nicht lange, dann verkehrt sich die Situation: Am Bildschirm taucht die Figur eines geheimnisvollen Boten auf und stellt Nick vor Prüfungen, die er seinerseits im wahren Leben zu absolvieren hat.

Der virtuelle Feind

Selbst zur Spielfigur von Erebos verkommen, erfüllt Nick zunächst alle Aufgaben, die ihm der Bote aufträgt ohne sie zu hinterfragen. Er deponiert beispielsweise unbekannte Gegenstände unter Brücken, fotografiert fremde Menschen oder trifft sich zu Blind-Dates mit anderen Spielern.

Trotz seiner Entschlossenheit, bei dem Spiel nicht zu versagen, wird Nicks Unbehagen von Mal zu Mal größer: Wie kommt es, dass der Bote so viele Informationen über Nicks echtes Leben besitzt? Und zu welchen Taten wird er ihn noch treiben? – Als Nick schließlich den Auftrag erhält, seinen Englisch-Lehrer zu töten, begreift er, dass hinter Erebos mehr, als nur ein harmloses Spiel steckt.

Gemeinsam mit einer befreundeten Gruppe von Hackern versucht Nick, hinter das dunkle Geheimnis von Erebos vorzudringen: »Freunde dich mit dem Gedanken an, dass Erebos sich nicht selbst erfunden hat. Da gibt es jemanden, der einen Quelltext geschrieben hat, wie bei jedem Programm. (...) Es ist ein Werkzeug. Das teuerste, ausgeklügelste Werkzeug der Welt. (...) Und wenn ihr mich fragt, dann hat Erebos nur ein Ziel: Rache an jemandem zu nehmen.«

Fazit

Der Roman "Erebos" thematisiert weit mehr, als nur die Gefahren von Gewalt verherrlichenden Computerspielen.

Bücher: : "Erebos" von Ursula Poznanski

Die Autorin Ursula Poznanski

Autorin Ursula Poznanski entwirft in ihrem düsteren Thriller das Schreckensszenario einer Gruppe junger Menschen, die sich gänzlich in der virtuellen Welt verliert.

Um ihre Spielfiguren gegenüber Anderen in Vorteil zu setzen, sind einige sogar dazu bereit, im wahren Leben zu morden. Doch was steckt hinter dem perfiden Plan der Programmierer?

Auf 500 Seiten gelingt es der Autorin, diese Frage bis zum Ende spannend zu gestalten. – "Erebos bezieht Informationen aus dem Internet (...). Ganz sicher durchleuchtet es die Festplatte und verfolgt vielleicht sogar die Seiten, die man im Netz besucht. Damit ist das Spiel so gut wie allwissend".

Ursula Poznanski: "Erebos", Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 14,90 Euro

Leseprobe

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