Bücher: "Finsterherz" von Jeremy de Quidt

Finsterherz der Kuscheltiere: In Jeremy de Quidts Horrorgeschichte entpuppen sich Spielzeuge als gefährliche Gegner...
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"Finsterherz"
Fazit

"Finsterherz"

Zierliche Puppen, schneidige Soldaten und niedliche Teddybären. Die Spielzeuge aus der Werkstatt eines unheimlichen Mechanikers tragen alle dasselbe Geheimnis in sich: Ein „Finsterherz“.

Geraubt von wehrlosen Spatzen schlagen die kleinen Herzen in den Körpern aus Porzellan und Blech der Spielzeuge weiter. Werden zum Motor für die Bewegung von leeren Augen, schlaffen Armen und steifen Beinen. Jedes dieser lebendigen Spielzeuge ist ein Unikat. Und doch ist ihnen allen eines gemeinsam: Eine tiefe Traurigkeit, ganz so als würden sie sich danach sehen, wieder frei zu sein und auf den winzigen Schwingen der Spatzen über die Wälder fliegen zu können.

Und noch jemand träumt von Freiheit: Der zwölfjährige Zirkusjunge Mathias fristet als Assistent seines Großvaters ein trauriges Dasein. Schläge und Erniedrigungen zählen für den kleinen Taschentrickkünstler zum Alltag. Wohl wäre Mathias schon längst daran verzweifelt, hätte sein Großvater ihm nicht eine Andeutung gemacht, dass er ein wertvolles Geheimnis hütet. Wenn die Zeit reif ist, verspricht er Mathias einzuweihen und in eine bessere Zukunft zu führen.

Doch so weit kommt es nicht. Als Mathias Großvater bei einem Sturz tödlich verunglückt, findet sich der Junge unvermittelt in den Fängen des skrupellosen Doktor Häller wieder. Gemeinsam mit seinem brutalen Diener hat Häller nur ein Ziel: Mathias das Geheimnis seines verstorbenen Großvaters zu entlocken.

Die passenden Mittel dazu besitzt der Doktor auch: Allen voran eine Puppe aus der Werkstatt des unheimlichen Mechanikers, die sich als unfehlbarer Lügendetektor erweist! – Wird es Mathias gelingen, sich gegen die Spielzeuge zu behaupten und noch vor Doktor Häller das Geheimnis seines Großvaters zu lüften? Eine unerbittliche Hetzjagd beginnt.

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Fazit

Jeremy de Quidt ist mit „Finsterherz“ ein schauerliches Fantasy-Abenteuer gelungen, das durch seine besondere Erzählweise glänzt: Wie aus dem Munde eines makaberen Märchenonkels reiht Quidt die Ereignisse aneinander, Schrecken gefolgt von Schrecken. Bis zum Ende bleibt spannend, was es mit dem Geheimnis des Großvaters auf sich haben und welche Rolle dem Spielzeug-Mechaniker dabei zufallen mag. Leider kommt die Geschichte nicht ohne Blutvergießen und andere Gewalttaten aus. – Nichts für schwache Nerven also. Und auch die hartgesottenen Leser unter euch werden ihren Teddy vermutlich eine Weile lang nicht im Bett schlafen lassen!

Jeremy de Quidt: „Finsterherz“, Ravensburger, ab 14 Jahren, 14,95 Euro

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