Bücher: „Puerta Oscura“ von David Lozano Garbala

Totenreise: In David Lozano Garbalas Urban-Fantasy-Roman „Puerta Oscura“ geht ein Teenager für die Liebe im wörtlichen Sinn durch die Hölle. Mit Leseprobe

Die Puerta Oscura öffnet sich nur alle hundert Jahre um Mitternacht zum Fest von Allerheiligen an einem bestimmten Ort dieser Welt. Durchschreitet ein Mensch die dunkle Pforte zum Reich der Toten steht im Wechsel einem Schattenwesen die Rückkehr zu den Lebendigen offen.

Im 20. Jahrhundert verbirgt sich die Puerta Oscura in einer verstaubten Kommode, auf dem Dachboden einer alten Stadtvilla in Paris. Ein paar Stockwerke tiefer feiert eine ausgelassene Gruppe von Teenagern eine schaurige Helloweenparty.

Es ist bereits kurz vor Mitternacht, als die Tür zum Dachboden aufgestoßen wird: Der Gastgeber im Frankensteinkostüm leuchtet dem 15-jährigen Pascal mit einem Kerzenhalter den Weg zur Truhe. „Da drin sind jede Menge Klamotten. Bestimmt findest du etwas für dich, das meiste sind natürlich Frauensachen. Aber du kannst dich ja als Mörderin verkleiden.“ – Mit diesen Worten lässt er Pascal, der als einziger in Jeans und T-Shirt zur Party erschienen ist, allein.

Die Totenreise

Bücher: „Puerta Oscura“ von David Lozano Garbala

Pascal flucht still in sich hinein. Eigentlich hat er sich nur seiner Mitschülerin Michelle zu Liebe unter diese Kirschbowle schlürfende Gemeinschaft aus Monstern, Hexen und Vampiren gemischt. Trotz ihres merkwürdigen Hangs zum Morbiden ist Pascal in Michelle verliebt. Doch die Aussichten, sie auf dieser Party für sich zu gewinnen schwinden vor seinen Augen mit jedem grotesken Kleid, das er aus der alten Truhe ans flackernde Kerzenlicht befördert.

Immer weiter wühlt sich Pascal durch Berge von Stoff und Tüll. Doch dann schlägt draußen eine Kirchturmuhr Mitternacht und Pascal stürzt kopfüber in die Truhe, während sich noch im selben Moment ihr schwerer Holzdeckel über ihm schließt. Jetzt steht Pascal nur noch ein Weg offen: Die Puerta Oscura an der Seitenwand der Truhe...

Ohne es zu wissen, überschreitet Pascal die Grenze zum Reich der Toten und verhilft damit einem Schattenwesen zur Flucht: Fortan wird Paris von einem Vampir mit unbändigem Blutdurst heimgesucht. Als Michelle in seine Fänge gerät, hat Pascal keine Wahl, als erneut in die Truhe zu steigen, um wortwörtlich für die Liebe durch die Hölle zu gehen.

Fazit

Mit dem Auftakt der Fantasyreihe „Puerta Oscura“ hat David Lozano Garbala in Spanien bereits großes Aufsehen erregt. Der Anwalt aus Zaragoza trifft mit seiner Mischung aus Urban-Fantasy, Horrorgeschichte und Kriminalroman den Nerv einer breiten Leserschaft. Wenn auch nicht gerade durch einen wortgewaltigen Schreibstil so zeichnet sich „Puerta Oscura“ doch zumindest durch einen temporeichen Erzählaufbau aus. Dafür sorgen viele überraschende Szenenwechseln zwischen den Welten der Lebenden und Schattenwesen, als auch zwischen den Epochen.

Wer seit Twilight keine Lust mehr auf Vampirverschnitte mit Milchbart hat, darf sich übrigens freuen: Wie es sich gehört ist Pascals Gegenspieler ein gelbäugiges Scheusal, das kein Spiegelbild wirft, sich tagsüber auf dem Friedhof zur Ruhe bettet und nach dem Blut der Menschen gleichermaßen dürstet, wie es das Weihwasser verabscheut. – Buenas noches vampiro!

David Lozano Garbala: „Puera Oscura“, ab 14 Jahren, Löwe-Verlag, 19,95 Euro

Leseprobe

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