Bücher: „Roter Schnee auf Thorsteinhalla“ von Jan de Leeuws

Wikinger-Saga: In Jan de Leeuws neuem Geschichtsroman „Roter Schnee auf Thorsteinhalla“ sinnt eine junge Fürstentochter auf Rache an dem Mörder ihres Vaters...
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Roter Schnee – gefärbt von dem Blut des Jarl von Thorsteinhalla. Als ein Trupp Reiter mordend und brandschatzend durch die norwegischen Lande zieht, kommt in einer eisigen Dezembernacht auch für den Wikingerfürst und seinen Hofstaat jede Hilfe zu spät.

Durch eine merkwürdige Fügung des Schicksals bleibt jedoch das Leben der jungen Fürstentochter Hallgerd verschont: Aus Angst, dass ihr Vater sie zu einer Heirat mit einem Fremden zwingen würde, hatte sich Hallgerd am Vorabend des Überfalls von Thorsteinhalla weggestohlen. Aus ihrem sicheren Versteck in den Wäldern muss sie nun machtlos mit ansehen, wie sich eine grausige Schar in Tierhäute gehüllter Männer mit gezückten Waffen dem Hof ihres Vaters nähert.

Trotz seiner Vermummung erkennt Hallgerd im Vorüberziehen das Gesicht ihres Anführers: Jarl Asmund. Wie ihr Vater ist er ein mächtiger Wikingerfürst. Als das junge Mädchen am Hof von Thorsteinhalla ankommt, um ihren Vater zu warnen, ist es zu spät: Die Fußspuren von Jarl Asmund und seinen Anhängern zeichnen sich bereits im roten Schnee. Doch Hallgerd schwört Rache. – Koste es, was es wolle.

Fazit

Jan de Leeuws Geschichtsabenteuer „Roter Schnee auf Thorsteinhalla“ führt euch in das kriegerische Zeitalter der Wikinger. Für die junge Heldin des Romans stehen die Zeichen denkbar schlecht: Nicht nur hat sie den Schutz ihrer Familie verloren, auch stößt sie wegen ihrer irischen Abstammung bei den Norwegern auf kalte Ablehnung. Einige halten sie wegen ihrer roten Haare und ihres aufbrausenden Temperaments sogar für eine Hexe. Ihr einziger Verbündeter ist der junge Magnus, dessen Vater bei dem Überfall auf Thorsteinhalla auch ums Leben gekommen ist. Doch Hallgerds brennender Wunsch nach Rache und ihre Bereitschaft selbst vor Gräueltaten nicht zurückzuschrecken, stellt die Freundschaft der Beiden auf eine harte Probe. Wie unterschiedlich die beiden Jugendlichen mit dem Schicksalsschlag umgehen, arbeitet Jan de Leeuws durch einen geschickten Erzählaufbau heraus: So wird jedes Kapitel aus einer anderen Sicht geschildert. Trotz zahlreicher typischer Elemente einer Wikinger-Saga gelingt es dem belgischen Autor immer wieder seinen Charakteren nahe zu kommen – um so spannender, da einige der auftretenden Personen, wie zum Beispiel König Harald, tatsächlich gelebt haben.

Jan de Leeuws: „Roter Schnee auf Thorsteinhalla“, Gerstenberg, ab 13 Jahren, 16,95 Euro

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