Ein mutiger Dichter

Die Lebensgeschichte des Friedrich Schiller von Harald Gerlach

Viele wissen es schon: 2005 ist "Schiller-Jahr" in Deutschland. Anlass ist der 200. Todestag des Dichters. Habt ihr Schiller schon im Deutschunterricht behandelt? Vielleicht das berühmte Gedicht "Die Glocke" oder das Theaterstück "Die Räuber"? Wer heute in der Schule mit Friedrich Schiller zu tun hat, wird wohl eher gelangweilt sein: die Sprache so altmodisch, die Figuren so fern (wir leben heute doch ganz anders).

Wer weiß schon, was für ein mutiger und leidenschaftlicher Mensch dieser Friedrich Schiller gewesen ist. Schon als Junge wollte er Dichter werden, wurde aber von seinem Vater gezwungen, Dienst als Militärarzt zu leisten. "Die Räuber", sein erstes Drama, hat er deshalb heimlich geschrieben, in seiner Freizeit. Und auch die Premiere in Mannheim war ein Wagnis: Schiller floh aus der Armee, um die Aufführung sehen zu können - und riskierte dadurch harte Strafe.

Die Aufführung der "Räuber" war ein Sensationserfolg. Das Publikum raste vor Begeisterung. Endlich hatte einer den richtigen Ton gefunden und den Mut aufgebracht, die politischen und sozialen Missstände seiner Zeit beim Namen zu nennen. Von da an ging es mit Schillers Karriere steil bergauf. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms pflegte er eine innige und Jahre währende Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe. Beide lebten in Weimar, quasi Haus an Haus.

Für die Leserinnen und Leser seiner Zeit war Schiller ein Held. Kaum einer wagte der Obrigkeit so unerschrocken die Stirn zu bieten wie er. Es lohnt sich also, die Lebensgeschichte dieses Mannes zu lesen, die reich ist an Abenteuern, auch in Liebesdingen, an Krisen und Erfolgen. Mit seinem mutigen Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit kann er uns auch noch 200 Jahre nach seinem Tod ein Vorbild sein.

Harald Gerlach

"Man liebt nur, was einen in Freyheit setzt". Die Lebensgeschichte des Friedrich Schiller

ca. 195 Seiten

Beltz & Gelberg

14,90 Euro

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