Beruf Frisörin

Das Haare schneiden hat Franziska im Blut. Schon ihr Opa war Frisörmeister. Und als kleines Mädchen drückte sie sich gerne in seinem Geschäft rum. "Ich war einfach gerne dabei", sagt sie heute und fügt hinzu: "Natürlich habe ich ganz genau zugeschaut." Franziska war fasziniert. Irgendwie logisch also, dass sie mit 16 eine Ausbildung zur Frisörin und Perückenmacherin anfing. .
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"Der Chef war streng", sagt sie. "Trotzdem war er ein toller Chef. Ich habe viel von ihm gelernt." Deshalb nahm sie es auch in Kauf, an sechs Tagen in der Woche schuften zu müssen. Natürlich durfte sie sich nicht gleich an den Haaren der Kunden versuchen. Stattdessen mussten Freunde und Bekannte herhalten. An ihren Köpfen übte die junge Frisörin. Und dann war da noch die berüchtigte Dauerwelle für ihren damaligen Freund. Franziska: "Der hat danach ausgesehen wie ein Handbesen." Ganz so schlimm kann es allerdings nicht gewesen sein, schließlich hat er seine Franziska trotzdem geheiratet.

Es ist Blut geflossen

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Dafür traf es die Nachwuchs-Frisörin ein paar Monate später hart, als sie versuchte einem kleinen Jungen die Ponyfransen zu schneiden. Der Dreikäsehoch wollte nicht still sitzen und rächte sich an der Frisörin, indem er ihr herzhaft in den Finger biss. "Es ist Blut geflossen", verrät Franziska. Ganz ungefährlich ist der Job als Frisörin also nicht.

Einfach auch nicht. Besonders das Färben hat es in sich. Die Haarexpertin weiß: "Man muss sehr viel tun und sich richtig gut auskennen, um die Farben optimal anwenden zu können." Ihre Stirn legt sich deshalb auch in tiefe Falten, wenn sie von Kollegen erzählt, die einfach drauf los blondieren oder zuviel Wasserstoff verwenden. Schlecht machen will sie die Kollegen allerdings nicht. Das Färben sei einfach ihr Steckenpferd.

Auch Männer wollen schön sein

Neben dem Geheimnis der Farben ist Franziska noch einem anderen auf die Schliche gekommen: "Die Männer werden immer anspruchsvoller." Früher sind die meisten mit einem Durchschnittsschnitt zufrieden gewesen. Heute wollen sie Beratung, eingefärbte Spitzen und ausgefallene Schnitte. Eine neue Herausforderung für Franziska, die überhaupt nicht versteht, warum ausgerechnet Frisörinnen dumm sein sollen. "Schon die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll", sagt sie, "Schließlich gehören eine Menge Physik und Chemie dazu."

Auch danach müssen die Haarexperten jeden Tag beweisen, dass sie nicht aus Zucker sind. Sie arbeiten ständig im stehen und hantieren mit allerhand Chemikalien herum. Und dann sind da noch die Kunden. Denen müssen die Frisöre jeden Tag aufs Neue beweisen, was sie drauf haben.

Typberatung inklusive

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Dazu gehört, dass sie sich die Menschen, die in ihren Laden kommen ganz genau ansehen. Hat die Frau ein rundes Gesicht oder ein schmales? Ist sie elegant gekleidet oder sportlich? Mag sie es unkompliziert oder nimmt sie sich Zeit für ihre Haare? Nachdem sich Franziska ein Bild von ihren Kunden gemacht hat, ist die Beratung an der Reihe. "Die ist besonders wichtig", sagt die Frisörin. "Man muss einen Kompromiss zwischen dem finden, was sich die Kunden vorstellen und dem, was möglich ist." Um sich in die Menschen die zu ihr kommen hineinversetzen zu können, braucht sie eine gute Menschenkenntnis. Und sonst? Franziska Stubenberger muss nicht lange überlegen: "Eine Frisörin muss kreativ und freundlich sein, sich gut ausdrücken können und natürlich gepflegt aussehen. Die Sprache gehört genauso zu unserem Handwerkszeug wie Schere und Kamm."

Pflegeprodukte und regelmäßiges Haareschneiden

Die Sprache nutzt Franziska auch dazu, um ihre Kunden davon zu überzeugen, dass die Pflegeprodukte beim Frisör ihr Geld wert sind und dass es sich lohnt, seine Haare alle sechs bis acht Wochen schneiden zu lassen. Wenn sie damit fertig ist, tut sie das, weshalb sie eigentlich Frisörin geworden ist: Haare schneiden. Am meisten Spaß macht es ihr, wenn sie dabei den Typ eines Kunden richtig verändern kann. Die Frisörin strahlt übers ganze Gesicht, wenn sie von einem besonders netten Anruf einer Kundin erzählt. Die Frau hatte sich ein paar Stunden nach dem Frisörbesuch noch einmal gemeldet, um sich zu bedanken. Ihr Mann war begeistert vom neuen Haarschnitt und ihre Freunde meinten, dass sie damit 20 Jahre jünger aussehe. Ein Erfolg für die Haarexpertin, die freut sich riesig über das Lob und ist froh, ihrem Opa so genau zugesehen zu haben.

Dauerwellen macht Franziska übrigens kaum noch. Die sind out - erst recht für Männer.

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