Quer durch die Musik

Ob Rock, Pop, Hip Hop oder Klassik - hier kannst du dich durch die verschiedenen Musikstile hören!
In diesem Artikel
Elektro

Elektro

Der neue Ton macht die Musik

Jedes Instrument – auch unsere Stimme – hat nur ganz bestimmte Möglichkeiten, was Klangfarbe, Tonhöhen oder -längen anbelangt. Mitte des 20. Jahrhunderts war das vielen Komponisten nicht mehr genug. So begannen sie, neben den Melodien auch Klänge zu komponieren. Ein wahrer Meilenstein dafür war die Entwicklung des Synthesizers in den 1960er Jahren – einer Art Musikcomputer, der Töne in allen denkbaren Farben, Höhen und Längen elektronisch erzeugte und damit all jene Musikstile erst möglich machte, die sich unter der Bezeichnung Elektro zusammenfassen lassen, wie zum Beispiel Wave, House und vor allem Techno. Letzteren „erfand“ angeblich ein Angestellter eines Frankfurter Plattenladens im Jahr 1982: Er sortierte die rhythmischeren Elektro-Scheiben in ein gemeinsames Fach – und schrieb "Techno" darüber.

Rockmusik

Einfach geradeaus

Schlagzeug, Gitarre, Bass: Das ist die klassische Besetzung einer Band, die Rockmusik macht. Diese Musikrichtung entwickelte sich in den 1950er und 60er Jahren aus dem Rock ’n’ Roll. Im Gegensatz zu den Hits eines Elvis Presley aber hatten die Rocksongs einen "gerade" geschlagenen Rhythmus ohne Verzögerungen. Wie unterschiedlich Rockmusik klingen kann, zeigt sich schon an ihren Wegbereitern: etwa den weltberühmten Beatles mit ihren meist sehr melodiösen Liedern oder den Rolling Stones, die bis heute eher raue Musik machen. Die Bandbreite der Rockmusik ist immens groß: Hard Rock, Heavy Metal, Punk Rock, Deutschrock, Soft Rock. Allen gleich aber ist dieser durchdringende Rhythmus.

Klassik

Einfach große Klasse!

Das Wort "klassisch" bedeutet im eigentlichen Sinne mustergültig, ausgewogen, formvollendet. Da wundert es nicht, dass die Musik, die von etwa 1730 bis 1830 in Europa entstand, heute als Klassik bezeichnet wird. Es war die Schaffenszeit von Mozart, Haydn, Beethoven, die extrem ausgewogene Werke komponierten: In denen passen Melodie, Rhythmus und die Harmonie der Töne perfekt zueinander. Bei den Komponisten der Romantik – wie Robert Schumann – tritt dagegen die Melodie eines Stückes eindeutig in den Vordergrund. Sie ist wichtiger als etwa der Rhythmus. Im engeren Sinne wäre Schumann also kein Klassiker. Bloß: Umgangssprachlich bezeichnet man mittlerweile fast alles als klassische Musik, was nicht etwa Pop, Rock oder Jazz ist – und trotzdem mustergültig.

Popmusik

Den richtigen Geschmack treffen

Popmusik ist eine Abkürzung für populäre, also beliebte Musik und entstand mit dem Rock’n’Roll in den 1950er Jahren. Rock ’n’ Roll war nämlich die erste Musikrichtung, die Menschen gleich massenweise begeisterte. Dafür sorgte nicht zuletzt das Radio, wo die – natürlich mit Mikrofonen aufgenommenen – Stücke ständig liefen. Seither bezeichnet man Musik, die bei besonders vielen Menschen populär ist, als Popmusik. Mancher spottet allerdings, dass diese Musik besonders einfach, ja banal sei und genau deshalb so vielen gefalle. Sicher ist nur: Popmusik ist immer an ihre Zeit und deren Moden gebunden. Denn was bei euren Eltern vor 20, 30 Jahren als angesagte Popmusik galt, ist in euren Ohren oft nichts als ein oller Schlager.

Afroamerikanische Musik

Den Frust von der Seele singen In Jan Delays "Liebes Lied" heißt es: "Hast du im Leben nix in petto, ist alles Ghetto … dann wird’s Zeit für Musik." Denn mit Musik sei alles leichter zu ertragen, ist die Botschaft dieses Hip-Hop-Stückes – wie überhaupt der afroamerikanischen Musik, zu der der Hip-Hop zählt. Die Geschichte afroamerikanischer Musik ist eng mit der Geschichte der Sklaverei verwoben. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die ersten Afrikaner als Sklaven in die USA verkauft. Um die harte Arbeit auf den Plantagen und die Unterdrückung zu ertragen, sangen sie Lieder aus der afrikanischen Heimat. Diese Musik mischte sich über die Jahrhunderte mit der anderer Amerika-Einwanderer. So entstanden verschiedenste Stile: Gospel, Blues, Soul, Funk oder eben Hip-Hop. So unterschiedlich die auch klingen, ist ihnen doch vieles gemein geblieben. Lieder mit afroamerikanischen Wurzeln sind meist sehr rhythmisch und haben sehr viel Text.

Jazz

Immer wieder anders Trotz der Gefahr, geschnappt zu werden, trat Julian Altman mit der gestohlenen Geige jahrelang auf. Er zog zum Beispiel in die kleinen New Yorker Musikklubs – und spielte dort Jazz! Diese Musikrichtung entwickelte sich um 1900 vor allem an der Ostküste der USA. In den Kneipen und Klubs dort vermischte sich die Musik afrikanischer Sklaven mit europäischer Marschmusik. Heraus kamen Melodien mit ganz neuen, gegenläufigen Rhythmen, die Jazzmusik bis heute ausmachen. Und vor allem das Improvisieren: In den 1920er Jahren begannen Musiker, spontan kleine Solo-Einlagen in die Stücke einzubauen. Dadurch klingt eine Jazznummer immer wieder neu, aufregend und bunt – was das amerikanische Wort "jazzy" ursprünglich auch bedeutet.

Weltmusik

Alles oder nichts? Eine Akkordeonspielerin, die Rocksongs mit osteuropäischem Einschlag spielt. Oder Südamerikaner, die Popmusik mit Panflöten darbieten: Seit den 1980er Jahren beschreibt man solche Musik als "Weltmusik". Eine englische Plattenfirma erfand diesen Begriff – schlicht und einfach, weil die Musikverkäufer nie wussten, wo sie jene Scheiben einsortieren sollten, die nicht Pop, Rock, Jazz oder sonstwie klar zuzuordnen waren. Viele finden den Begriff allerdings schlecht und sagen, man könne nicht alles, was nicht irgendwie nach westlicher Musik klinge, in einen Topf werfen. Für andere ist Weltmusik aber genau das: eine praktische Schublade für all jene Musik, die durch den spannenden Mix aus Popmusik und traditionellen Musikformen wie indischen Klängen, afrikanischen Rhythmen oder osteuropäischer Harmonik entsteht.

Lateinamerikanische Musik

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Bewegende Rhythmen Als die Musiker des venezolanischen Jugendorchesters einen Bossa Nova zum Besten geben, hält es sie nicht mehr auf ihren Stühlen. Bossa Nova – ein Mix aus brasilianischer Musik und Jazz-Elementen – ist, was viele Musikstile dieses Kontinents sind: ein wunderbarer Mischmasch aus der ursprünglichen Musik der Ureinwohner und den Klängen und Rhythmen, die europäische Eroberer, afrikanische Sklaven, nordamerikanische Einwanderer und viele mehr mitbrachten. Entstanden ist eine schier unendliche Vielzahl an Musikrichtungen: neben Bossa Nova zum Beispiel Salsa, Samba, Son, Tango, Rumba, Merengue und Cumbia. Die meisten haben einen treibenden Rhythmus, zu dem man sich bewegen muss. Kaum verwunderlich, dass es daher zu vielen lateinamerikanischen Musikrichtungen eigene Tanzstile gibt. Auch zum Bossa Nova.

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