Beruf Baumpfleger

Seine Patienten leiden an Pilzbefall und brauchen ab und an eine Wurzelbehandlung. Kein Problem für Fabian Frank, 31, Baumpfleger

Alltag eines Fachagrarwirts für Baumpflege und Baumsanierung

Ich komme, wenn Bäume krank sind - und damit auch Menschen gefährden. Hängen tote Äste in der Krone, die abbrechen und einem Spaziergänger auf den Kopf fallen können, klettere ich hinauf und schneide das Totholz heraus. Ein andermal muss ein dicker Ast abgestützt oder der Stamm behandelt werden. Was ein Baum hat, erkenne ich mithilfe spezieller Messgeräte.

Außerdem hat jeder eine eigene "Körpersprache", mit der er auf ein Problem hinweist, beispielsweise Falten in der Rinde. Die bilden sich dort, wo der Ast vom Stamm abzweigt. Beim Baum entstehen sie, wenn ein Ast zu schwer ist und abzubrechen droht. Bei manchen Bäumen machen wir sogar eine Wurzelbehandlung und pumpen speziellen Dünger, sogenanntes Baumfutter, in die Erde.

Wenn die Wurzeln nicht genug Luft bekommen, hauen wir eine Art großen Nagel in den Boden und blasen mit hohem Druck Luft rein. Unter den Füßen entsteht dann manchmal eine Blase, die sich wie Käse auf der Pizza nach oben wölbt.

Zeit im Wald:

Baumpfleger
Bevor Fabian Frank Bäume fällt, versucht er seine Patienten wieder gesund zu pflegen
Normalerweise bin ich jeden Tag draußen und klettere dann sechs bis sieben Stunden. Da braucht man kein Fitnessstudio mehr.

Besonders bemerkenswert:

Manchmal fühle ich mich wirklich wie ein Doktor. Mein spezieller Patient ist eine alte Linde, die schlagartig sehr krank geworden ist. Ihre Äste trugen kaum noch Blätter. Zusammen mit Kollegen habe ich überlegt, was es sein könnte. Wir haben Blattproben, Bodenproben, Holzproben genommen und an alle möglichen Universitäten geschickt. Wir haben geschaut, welche Tierchen dort rumkrabbeln - vergeblich! Die Linde musste gefällt werden. Auch das gehört leider dazu.

Ausbildung

Ich bin gelernter Forstwirt, wollte aber noch genauer wissen, wie Bäume funktionieren. Deshalb habe ich die rund fünfmonatige Fortbildung zum Baumpfleger gemacht. Außerdem muss man zwei Kletterkurse belegen, in denen man lernt, im Baum zu klettern, sich abzuseilen und mit der Motorsäge zu arbeiten.

Tipp:

Lernt erst mal einen "grünen" Beruf, also Gärtner oder Forstwirt, und schließt dann - mit dem nötigen Grundwissen - die Fortbildung an. Es lohnt sich: Als Baumpfleger ist man frei, braucht nur Kletterzeug und Vertrauen in das Seil. Dann kann man überall auf der Welt arbeiten und lernt viele neue Ideen kennen.

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