Beruf Notarzt

DRRR! Wie kann ein kleines Alarmgerät nur solch einen Höllenlärm machen? Es ist drei Uhr nachts, und Oliver Mohr schreckt auf seiner Liege im Krankenhaus Ludwigsfelde hoch. Das DRRR! bedeutet: Einsatz. Und zwar sofort! Irgendwo bei Berlin braucht ein Mensch ganz dringend Hilfe. Und Oliver Mohr ist Notarzt.
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Massenkarambolage auf der Autobahn: Ein Opfer wird mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen

Nichts wie los: Von der Notrufzentrale haben die Retter die Adresse bekommen - und schon startet der Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene durch. Minuten später: Ein Mann liegt auf einem Sofa und japst. Seine Lippen sind blau - er ist am Ersticken.

Rettung in letzter Sekunde

"Sauerstoff, schnell", ruft Mohr. Ein Sanitäter drückt dem Mann eine Sauerstoffmaske aufs Gesicht. Mohr hört die Lungen ab, fühlt den Puls und misst den Blutdruck, dann spritzt er ein Medikament, das die Atemwege erweitert. Ein paar Minuten vergehen. Der Mann atmet wieder. Gerettet!

Feuerwehr unter den Medizinern

Habt ihr gute Nerven? Helft ihr gern anderen Menschen? Dann ist "Notarzt" vielleicht der richtige Beruf für euch. Notärzte sind so eine Art Feuerwehr unter den Medizinern. Sie rasen immer dann los, wenn es Menschen akut so schlecht geht, dass sie nicht mehr allein und rechtzeitig ins Krankenhaus kommen. Nach spätestens 20 Minuten sollte der Notarzt bei ihnen eintreffen.

Nerven wie Drahtseile

Oft ist das auch nötig: zum Beispiel, wenn jemand einen Herzinfarkt oder einen Asthmaanfall hat. Bei schweren Skiunfällen in den Bergen oder Massenkarambolagen auf der Autobahn fliegt der Arzt notfalls sogar mit dem Hubschrauber zum Unglücksort. Das klingt nach Abenteuer, bedeutet aber vor allem: Ein Notarzt braucht Nerven wie Drahtseile.

Keine Panik, Ruhe bewahren

Stellt euch einen Autounfall mit vielen Verletzten vor. Überall Blut - das kann so schrecklich aussehen, dass man am liebsten wegrennen möchte. Der Notarzt darf dann keine Panik bekommen. Und auch nicht dem helfen, der am lautesten schreit - vielleicht hat der ja nur einen Finger gebrochen.

Rund um die Uhr bereit

"Man muss dann ruhig bleiben und sich erst einmal umsehen, wer am dringendsten Hilfe braucht", erklärt Mohr. Solche Einsätze sind sehr anstrengend: Oliver Mohrs Wochenenddienste dauern von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr am nächsten Tag - 24 Stunden. In dieser Zeit hat er im Schnitt drei bis vier Einsätze.

Schöne Belohnung

Für jeden bekommt er rund 75 Euro - zusätzlich zu seinem Gehalt als Krankenhausarzt. Oliver Mohr arbeitet gern als Notarzt: "Meistens geht es Menschen sehr schlecht, wenn ich komme", sagt er. "Aber wenn ich ihnen geholfen habe, erholen sie sich oft sehr schnell. Das zu sehen ist jedesmal wieder schön."

Wie wird man Notarzt?

Nur wenige Mediziner arbeiten ausschließlich als Notarzt; die meisten sind Krankenhausärzte, die tageweise im Rettungswagen mitfahren. Schulabschluss: Abitur

Studium: mindestens 12 Semester Medizin, anschließend 18 Monate Praxis in einem Krankenhaus, dann ein halbes Jahr auf der Intensivstation.

Zusatzausbildung: ein Fortbildungskurs in Notfallmedizin und zehn Einsätze gemeinsam mit einem erfahrenen Notarzt.

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