Beruf Astronaut

Der Weltraum - unendliche Weiten. Mit diesem Satz beginnt jedes Fernseh-Abenteuer des Raumschiffs Enterprise. Aber man muss weder Captain Jean-Luc Picard sein, noch auf das Jahr 2365 warten, um die Faszination des Weltalls erleben zu können. Tagtäglich bereiten sich Astronauten der European Space Agency (ESA) darauf vor, in den Kosmos zu fliegen
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In der Ausbildung lernen Astronauten, wie man sich im All fühlt.

Diese Flüge sind allerdings nicht mit einem entspannenden Flug in den Urlaub zu vergleichen. Schon der Aufenthalt in einem Space Shuttle verlangt von den Astronauten höchste Konzentration und körperliche Fitness. Und einmal im All angekommen, gibt es jede Menge zu tun: Experimente durchführen, Untersuchungen anstellen und Reparaturen ausführen - zum Beispiel am berühmten Hubble-Teleskop.

Die ESA nimmt nur die Besten

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Astronaut F. Story Musgrave bei der Arbeit am Hubble-Teleskop.

Für diese vielfältigen Aufgaben werden die Sternenfahrer lange ausgebildet. Und nur die besten werden von der ESA genommen. Ungefähr die Hälfte der Astronauten beginnt ihre Karriere bei der Luftwaffe, oftmals als Testpiloten für neue Flugzeugtypen. Dieser Beruf erfordert Feingefühl und eine ähnlich präzise Flugtechnik wie das Lenken eines Raumschiffs. Einige Mitglieder der aktuellen ESA-Besetzung haben schon über 5500 Flugstunden absolviert!

Der Astronaut als Sternenfahrer und Wissenschaftler

Die andere Hälfte der Besatzung besteht aus Wissenschaftlern, die sich auf Luftfahrttechnik, Physik oder Medizin spezialisiert haben. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Erfahrungen der Astronauten nicht nur auf einem bestimmten Gebiet vertieft werden, sondern auch breit gefächert sind. Schließlich warten im All ganz verschieden Aufgaben auf die Teilnehmer eines Weltraumfluges, und da muss jeder in allen Bereichen mit anpacken können.

Kein Flug ohne Erfahrung

Geduld, Entschlossenheit und eine hohe Motivation - ohne diese Eigenschaften kommt kein Astronaut aus. Denn für jede Stunde im All müssen zuvor hunderte, manchmal sogar tausende von Trainingsstunden absolviert werden. Dabei müssen die zukünftigen Raumfahrer in rotierenden Stühlen, Druckkammern und Flugsimulatoren beweisen, dass sie körperlich in der Lage sind, den anstrengenden Flug ins Weltall zu überstehen.

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Auf dem Mond bewegt sich Edgar D. Mitchell hier. 

Geistige Fitness

Aber nicht nur der Körper muss mitspielen, auch geistig müssen die Kosmonauten topfit sein. Wichtig sind zum Beispiel eine hohe Konzentrationsfähigkeit, ein gutes Gedächtnis und räumliches Vorstellungsvermögen. Vor allem eins ist gefragt: Teamfähigkeit. Denn auf der internationalen Raumstation ISS, einem der häufigsten Ziele von Raumfahrtmissionen, arbeiten viele Menschen aus vollkommen unterschiedlichen Kulturen zusammen. Da ist es unerlässlich, diese Unterschiede zu akzeptieren und sich aufeinander verlassen zu können.

Schwereloses Arbeiten

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Mit der Schwerelosigkeit muss jeder Astronaut klar kommen.

Auch Geschicklichkeit ist wichtig: Da in einem Raumschiff Schwerelosigkeit herrscht, muss jede noch so kleine Bewegung bedacht sein. Wenn man zum Beispiel aus Versehen eine Flüssigkeit verschüttet, fließt diese nicht wie auf der Erde einfach zu Boden, sondern fliegt in kleinen Tropfen in alle Richtungen davon. Auch die Bremsfunktion der Schwerkraft fehlt: Würde ein Astronaut an Bord eine heftige Bewegung nach oben machen, würde er ungebremst gegen die Decke sausen. In der Schwerelosigkeit genügt zur Fortbewegung ein vorsichtiges Abstoßen.

Ohne Englisch geht es nicht

Du willst auch Astronaut werden? Das ist ein hochgestecktes Ziel. Als die ESA das letzte Mal diesen Beruf ausschrieb, gab es 22.000 Bewerber auf nur 13 Stellen. Wer sich dafür entscheidet, diesen Weg zu wählen, muss viele Bedingungen erfüllen. Bewerber müssen zwischen 27 und 37 Jahre alt sein und fließend Englisch sprechen. Außerdem darf man nicht kleiner als 153 cm oder größer als 190 cm sein. Ein Universitätsabschluss in Naturwissenschaften, Maschinenbau oder Medizin ist ebenfalls Voraussetzung. Was vielleicht im ersten Moment überrascht: Erfahrung im Fliegen ist zwar von Vorteil, aber kein Muss.

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