Basteltipp Mikrofon selber basteln - Wer spricht denn da?

Um ein Mikrofon selbst zu bauen, muss man kein Elektrotechniker sein, das ist ganz einfach! GEOlino zeigt euch, wie das geht

Wir alle sind große Telefonierer. Täglich gehen wir an den Apparat, wenn’s klingelt, und sprechen in den Hörer. Das ist erst durch den Erfinder Thomas Alva Edison möglich geworden. Er hat das Mikrofon nämlich so weiterentwickelt, dass es brauchbar wurde. Das Gerät kann Sprache mithilfe elektrischen Stroms über große Entfernungen übertragen.

Ihr braucht:

  • einen Joghurtbecher mit breitem Rand
  • zwei dicke Bleistift oder Graphitminen (fragt im Schreibwarenladen nach TK-Minen)
  • drei Stücke Klingeldraht, eines 0,5 Meter, zwei mindestens fünf Meter lang (die gibt es im Baumarkt. Wir haben für diese Anleitung Kabel von unterschiedlicher Farbe benutzt. Das ist übersichtlicher, aber nicht notwendig)
  • eine 4,5-Volt-Flachbatterie
  • Kopfhörer vom Walkman, Discman oder MP3-Player
  • eine Obstschale aus Kunststoff (ihr könnt auch einen Pappkarton nehmen)
  • eine Schere und eine Bastelzange
  • Klebeband
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Erster Schritt:

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Bohrt mit der Schere dicht über dem Boden zwei Löcher in den Joghurtbecher und auf der gegenüberliegenden Seite noch einmal zwei. Brecht die Minen in der Mitte durch und steckt jeweils die Hälften mit den Spitzen durch die Löcher im Joghurtbecher.

Zweiter Schritt:

Schneidet ein Loch in den Boden der Plastikschale, sodass ihr den Becher hineinhängen könnt. Ein zweites Loch kommt in die Schalenwand. Durch das werden später die Kabel geführt.

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Dritter Schritt

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Entfernt von allen Drahtenden 15 Zentimeter der Plastik-Ummantelung. Mit dem kurzen Draht verbindet ihr einen der Batteriepole mit einer der Minenspitzen. Am zweiten Pol befestigt ihr ein Ende eines der langen Drähte (rot), während ein Ende des anderen langen Drahts (gelb) um die zweite Minenspitze gewunden wird. Für all diese Verbindungen gilt: fest und eng wickeln, sonst entstehen Wackelkontakte. Am besten nudelt ihr die Drahtenden zuerst um einen Minenrest und schiebt erst die fertig gewickelten Enden über die Minenspitzen am Becher. Brecht von einem der Minenreste ein kurzes Stück ab und legt es über die beiden anderen Stäbe – so wie ihr es auf dem Bild seht.

Vierter Schritt:

Jetzt sind noch ein rotes und ein gelbes Drahtende frei. Beide müssen mit dem Kopfhörer verbunden werden. Wickelt das Ende von dem einen Draht um den vorderen Teil des Kopfhörersteckers, das andere Drahtende um den hinteren Teil. Am besten sichert ihr alles noch einmal mit Klebeband ab, damit es wirklich hält.

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Fünfter Schritt:

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Wenn ihr alles gut verbunden habt, ist das Mikrofon betriebsbereit! Entfernt euch mit den Kopfhörern so weit vom Mikrofon, wie es geht. Wenn nun jemand in den Joghurtbecher spricht, könnt ihr am anderen Ende dessen Stimme im Kopfhörer hören – wenn auch bloß auf einer Seite. Wichtig dabei: Nichts darf wackeln, sonst rauscht es.

Und wie funktioniert das jetzt?

Edison benutzte in seinem Mikrofon feine Kohlekörner. Die enthalten Graphit – genau wie unsere Bleistiftminen. Das Besondere an diesem Material: Es kann Strom leiten. Und zwar umso besser, je stärker es zusammengedrückt wird. Genau das passiert im Joghurtbecher-Mikrofon: Wenn ihr in den Becher sprecht, werden die Bleistiftminen über die Becherwand durch eure Stimme in Schwingungen versetzt. Die aufliegende kurze Mine drückt im Takt der Schallwellen mal mehr und mal weniger auf die beiden langen Minen. Dadurch schwankt die Stromstärke. Diese Schwankungen wandelt der Kopfhörer wieder in hörbare Töne um.

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