Verkleiden Werkzeuge der Steinzeit

Habt ihr den Bogen raus? Hier erfahrt ihr, wie ihr Pfeil und Bogen oder auch ein Steinzeitbeil im Stil unserer Vorfahren bastelt

Pfeil und Bogen

Mit Pfeil und Bogen auf ein Mammut schießen? Keine gute Idee! Das wussten schon unsere Vorfahren. Selbst ein Treffer hätte bei dem Steinzeit-Dickhäuter gerade einmal ein Kitzeln ausgelöst. Denn er besaß ein dichtes Wuschelfell - und eben eine dicke Haut. Die Steinzeit-Menschen jagten das Herdentier deshalb mit Speeren oder Speerschleudern. Andere Tiere dagegen, etwa Riesenhirsche, erlegten sie sehr wohl mit Pfeil und Bogen.

Fast 200 Meter weit konnten sie damit schießen. Und das Material für diese Super-Waffe kam - na klar! - aus der Natur: Die Bögen waren aus biegsamem Holz, Bogensehnen aus der Haut oder dem Darm von Tieren! Als Pfeile dienten gerade gewachsene Äste. Diese wurden häufig noch mit Steinspitzen versehen.

Ihr merkt schon: Unsere Vorfahren hatten den Bogen raus! Sprich: Sie waren Meister im Waffenfertigen. Und ihr? Probiert es aus! Dabei gilt natürlich: nicht auf Menschen zielen! Wir besitzen nämlich nicht so eine dicke Haut wie ein Mammut.

Ihr braucht:

Für den Bogen:

  • einen langen, geraden Ast - am besten Ulme, Haselnuss oder Esche (etwa ein Meter lang und 1,5 Zentimeter dick)
  • reißfeste Nylonschnur (etwa1,50 Meter lang)
Für die Pfeile:

  • gerade Äste (je nachdem, wie groß ihr seid, zwischen 50 und 90 Zentimeter lang - gut eignen sich Weide und Haselnuss; Pflanzstäbe aus dem Baumarkt gehen auch)
  • Flüssigkleber
  • Vogelfedern (für zwei Pfeile drei Federn)

So wird der Bogen gemacht:

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1. Schneidet an beiden Seiten des langen Astes eine Kerbe für die Nylonschnur ein – lasst jeweils etwa einen Zentimeter zum Astende frei. Die Kerben müssen so tief sein, dass die Schnur nicht herausrutschen kann.

2. Knotet die Schnur um das eine Ende des Bogens.

3. Um das andere Ende macht ihre eine etwa fünf Zentimeter große Schlaufe. Damit spannt ihr den Bogen und verknotet die Schlaufe, so fest ihr könnt.

So werden die Pfeile gemacht:

4. Ritzt mit dem Taschenmesser eine etwa drei Millimeter tiefe Kerbe in ein Ende des kurzen Astes. So hat der Pfeil, wenn ihr ihn in den Bogen spannt, einen guten Halt an der Sehne.

5. Mit dem Taschenmesser spitzt ihr das andere Pfeilende an.

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6. Nun halbiert ihr die Federn mit dem Messer und schneidet die Kielspitzen ab.

7. Befestigt die erste Federhälfte im rechten Winkel zur Kerbe mit Flüssigkleber - und zwar mit einem Abstand von etwa zwei Zentimetern zum Pfeilende. So könnt ihr den Pfeil beim Spannen des Bogens noch festhalten. Die anderen beiden Federhälften klebt ihr jetzt im gleichen Abstand zu der "Leitfeder".

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Steinbeil

Unser Fotomodel Ole sieht wild entschlossen aus, einen ganzen Wald mit dem selbst gebauten Steinbeil abzuholzen. Aber keine Sorge, er hat sich nur für unsere Fotografin in Szene gesetzt - alle Bäume der Gegend blieben stehen. Die Menschen in der Jungsteinzeit aber rodeten tatsächlich mit Werkzeugen wie diesen ganze Wälder, einen schlanken Baum fällten sie in einer knappen halben Stunde.

Gut so, denn somit konnten sie sich einen großen Vorrat an Feuerholz und Baumaterial anlegen. Das Werkzeug zu fertigen dauerte dagegen viel länger: Zunächst musste man das passende Material finden, flache und scharfe Feuer- oder Felsgesteine, und in die richtige Form bringen.

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Dann kam das Schwierigste: das Loch im Holzschaft. Dafür brauchten die Tüftler von damals wohl einige Stunden. Wir haben es mit der elektrischen Bohrmaschine leichter! Trotzdem ist das Herstellen dieses Werkzeugs bis heute: große Handwerkskunst!

Ihr braucht:

  • einen langen Ast (etwa vier Zentimeter dick)
  • einen möglichst flachen und harten Stein (maximal 1,5 Zentimeter dick)
  • 1,5 Meter Lederband
  • Säge
  • Bohrmaschine
  • Hammer

So wird's gemacht:

1. Sägt den Ast auf etwa 60 Zentimeter Länge ab.

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2. Bohrt mit der Bohrmaschine das Holz am oberen Drittel auf. Passt das Loch an die Form eures Steins an. Lasst euch beim Bohren und Sägen am besten von einem Erwachsenen helfen.

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3. Schiebt den Stein in das Loch. Mit dem Hammer klopft ihr ihn hinein. Dabei kann es passieren, dass sich das Holz spaltet. Das ist aber nicht schlimm.

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4. Jetzt bindet ihr den Stein am Beil fest. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr in den Stiel noch Muster schnitzen und ihn bemalen.

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