Basteln Basteltipps: Spionage

Geheimverstecke, Perücken oder falsche Nasen - Spionen fällt eine Menge ein, damit sie unentdeckt bleiben. Wir zeigen euch, was ihr zum Beispiel aus einem Milchkarton oder einem alten Buch machen könnt

Perfekt versteckt: Ein Buch in ein Geheimfach

Wenn John A. Walker Jr., ein Top-Spion im Auftrag des sowjetischen Geheimdienstes KGB, höchst vertrauliche Unterlagen übergeben musste, packte er sie - in eine Mülltüte. Gut getarnt unter allerlei Abfall, deponierte er die Dokumente Anfang der 1980er Jahre regelmäßig an einem bestimmten Strommast in der Umgebung der US-Hauptstadt Washington. Dort wurden sie dann von Walkers Auftraggebern abgeholt. "Tote Briefkästen" nennt man solche geheimen Orte, über die Nachrichten und Aufträge ausgetauscht werden.

Wie einfallsreich Spione doch beim Erfinden dieser Verstecke sind! Nachrichten wurden schon in Zugtoiletten abgelegt, auf Bahnhöfen, in Laubhaufen. Sie steckten in Ziegeln, sogar in toten Tierkörpern oder eben in herumliegenden Müllbeuteln. Dumm nur, dass das FBI, die US-amerikanische Polizei, Walkers wahrlich dreckigen Machenschaften irgendwann auf die Schliche kam - und den Spion verhaftete. Hätte er seine Geheimdokumente wie Sophie und Jonas in einem Buch versteckt, wäre er vielleicht im Mai 1985 nicht aufgeflogen.

Anleitung für das Geheimfach:

Ihr braucht:

- ein möglichst dickes, altes Buch

- ein Taschentuch

- Lineal, Holzleim und Cutter

So wird's gemacht:

1 Schlagt das Buch auf und blättert einige Seiten um (bis zu 50). Schneidet nun - wie auf dem Foto zu sehen - mit Lineal und Cutter ein Viereck aus den rechten Buchseiten. Dabei ritzt ihr gleich durch mehrere Seiten hindurch und entfernt das ausgeschnittene Papier.

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2 Blättert die ausgehöhlten Seiten um - alle bis auf zwei. Diese dienen als "Schablone" für das Ausschneiden der nächsten Seiten. Ritzt so lange die nachfolgenden Seiten ein, bis nur noch wenige am Ende des Buches unbeschnitten sind.

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3 Klappt alle ausgehöhlten Seiten wieder nach rechts; aus dem Buch ist eine Art Kiste geworden. Gebt nun Holzleim auf die Innenkanten der Aushöhlung und verteilt ihn gleichmäßig mit einem Taschentuch.

Klebt auch ein paar der noch unzerschnippelten Seiten von unten an die "Kiste". Lasst das Buch fünf Minuten offen liegen, sodass der Leim trocknen kann. Schließt es dann und legt beim weiteren Trocknen einen schweren Gegenstand darauf; so wellen sich die Seiten nicht. Nach einem Tag könnt ihr euer Buch als Versteck nutzen.

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Verräterische Gene: So macht ihr DNS sichtbar

Ob Sophies Haare blond sind oder braun, ob sie groß ist oder klein: All das bestimmen ihre Gene, der Bauplan jedes Menschen. Und der besteht aus Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt: DNS. Sie befindet sich in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers - von der Haarwurzel- bis zur Blutzelle.

Die DNS ist bei jedem Menschen so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Genau das macht sich die Kriminalpolizei zunutze. Denn ein Verbrecher hinterlässt fast immer seinen "genetischen Fingerabdruck" am Tatort: Findet die Polizei nur einen Blutstropfen oder ein Haar, schickt sie diese ins Labor. Dort "isolieren" Kriminaltechniker die DNS, sie trennen diese von allen anderen Bestandteilen der Blut- oder Haarzellen.

Erstaunlich, aber wahr: Ihr selbst könnt DNS isolieren - nicht von einem Verbrecher, doch von einer Banane oder einem anderem Obst. Schließlich besitzen auch Pflanzen einen genetischen Bauplan. Die DNS vom Tatort untersucht die Polizei natürlich noch genauer und vergleicht sie mit der DNS aus gespeicherten Proben in ihrer Kartei. So können die Gesetzeshüter so manchen Täter überführen.

Anleitung für die DNS:

Ihr braucht:

- 2 Gläser

- eine Banane

- 1 TL Salz

- 50 ml Spülmittel

- Löffel, Pürierstab und Trichter

- einen Teefilter aus Papier

- etwa 50 ml eiskalten Brennspiritus

- Zahnstocher oder Schaschlik-Spieß

So wird's gemacht:

1 Verrührt das Spülmittel mit dem Salz in einem Glas. Brecht etwa ein Viertel der geschälten Banane ab und gebt es dazu. Zerkleinert das Ganze kurz mit dem Pürierstab. Lasst den Brei zehn Minuten ruhen.

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2 Füllt den Brei mithilfe des Trichters in den Teefilter und hängt den Beutel in ein frisches Glas. Nach und nach tropft eine trübe Flüssigkeit aus dem Filter. Wartet, bis sich eine kleine Pfütze auf dem Glasboden gebildet hat. Das kann bis zu eine Stunde dauern - je nachdem, wie fein das Filterpapier ist.

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3 Gießt einen großen Schuss Brennspiritus auf die Pfütze im Glas - und wartet einen kurzen Moment. Es bilden sich weiße Fäden. Das ist die DNS der Banane, die die Erbinformationen enthält. Sie flockt durch den Brennspiritus aus, ähnlich wie das Eiweiß in verdorbener Milch.

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4 Jetzt habt ihr die Bananen-DNS von den übrigen Bestandteilen der Frucht getrennt, Wissenschaftler sagen dazu "isoliert". Mit dem Zahnstocher oder dem Holzstäbchen könnt ihr sie aus dem Glas fischen.

Tipp:

Für alle mit viel Geduld und Spucke - und ohne Ekel: Der Versuch funktioniert auch mit eurem eigenen Speichel, allerdings nur, wenn ihr davon etwa 10 ml sammelt.

Gut getarnt - Setzt euch eine neue Nase auf

Ein Kleid statt Pumphose, Perücke auf dem Kopf, ein bisschen Puder ins Gesicht - mehr benötigte der Chevalier d’Eon Mitte des 18. Jahrhunderts nicht, um die russische Zarin Elisabeth an der Nase herumzuführen. Verkleidet als feine Dame, schlich sich der Spion des französischen Königs Ludwig XV. an den russischen Hof. Dort gewann er das Vertrauen der Zarin. Er sollte die politischen Beziehungen zwischen Frankreich und Russland verbessern. Erfolgreich – dank perfekter Tarnung.

Noch heute, 250 Jahre später, lassen sich Spione und Detektive Erstaunliches einfallen, um bei ihrer Arbeit unerkannt zu bleiben. Für heikle Einsätze wechseln sie Kleidung und Frisur und bisweilen gar ihre Identität. Sie denken sich neue Namen aus, fälschen Arbeitszeugnisse, erfinden einen Lebenslauf. Geheimagenten nennen das ihre Legende. So weit aber muss man es nicht treiben. Denn oft helfen schon ein paar kleine Tricks, um nicht aufzufallen: ein angeklebter Schnurrbart, eine Brille, eine neue Nase - ganz ohne Schönheitsoperation.

Anleitung für die falsche Nase:

Ihr braucht:

(für eine neu modellierte Nase)

50 g Mehl

25 g Vaseline

flüssiges Make-up

Schüssel und Küchenwaage

So wird's gemacht:

1 Gebt Mehl und Vaseline in eine Schüssel und knetet alles so lange, bis eine glatte Masse entsteht. Mischt so viel Make-up darunter, dass die Farbe ungefähr eurem Hautton entspricht. Cremt eure Nase großzügig mit Vaseline ein, sonst hält die Masse nicht auf eurer Haut.

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2 Formt den neuen Zinken zunächst in eurer Hand vor. Achtet darauf, dass ihr Platz für die Nasenlöcher lasst. Nun könnt ihr eure neue Nase aufsetzen und sie vor dem Spiegel noch ein wenig zurechtrücken oder ausbessern.

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3 Verteilt mit dem Finger Make-up über die Nase und ein Stück weiter über eure Wangen. Verschmiert es auch an den Rändern gut, damit keine Übergänge zu sehen sind. Hüte, Mützen, Perücken oder Sonnenbrillen machen eure Tarnung perfekt.

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Tipp:

Auch Narben, Warzen oder ein neues Kinn könnt ihr mit der Modelliermasse formen!

Geknickter Blick: Periskop aus einem Milchkarton

Hinter der Mauer auf der Lauer: Jonas hat Sophie genau im Blick - obwohl sie sich doch hinter der Hausecke versteckt! Möglich macht das unser Milchkarton- Periskop. Genauer: ein schräg in den Karton gesetzter Spiegel, der den Blick des Jungen um die Ecke lenkt. "Herum-Beobachter" heißt Periskop ja auch, wenn man es aus dem Altgriechischen übersetzt (peri: "herum", skopéin: "beobachten").

Periskope - meist aus Metall gebaut - nutzten Soldaten bereits im Ersten Weltkrieg vor knapp 100 Jahren, um den Feind im Auge zu behalten, ohne die sicheren Schützengräben verlassen zu müssen. Auch U-Boote können ihre "Sehrohre" ausfahren und so Ausschau halten, ohne auftauchen zu müssen. Für einen solchen Tauchgang eignet sich das Periskop aus Pappe nicht.

Aber es kann helfen, einen unauffälligen Seitenblick zu riskieren und jemanden zu beschatten. Zumal so ein Milchkarton in der Hand nach einem Einkauf wohl kaum auffällt...

Anleitung

Ihr braucht:

einen leeren Milchkarton mit quadratischer Grundfläche und Schraubverschluss, einen Kosmetikspiegel (etwa 6 x 8 cm, aus der Drogerie), Cutter, Lineal, Klebefilm

So wird's gemacht:

1 Legt den gründlich ausgewaschenen Milchkarton so vor euch hin, dass der Schraubverschluss zur Tischplatte zeigt. Schneidet - wie im Bild zu sehen - mit dem Cutter in die untere Hälfte der Tüte eine etwa 6 x 6 cm große Klappe, die sich nach oben hin öffnen lässt.

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2 Zeichnet ein 1 x 1 cm großes Quadrat auf den Milchkarton. Die obere Linie sollte dabei 6 cm mittig über der Klappe liegen. Schneidet das kleine Quadrat u-förmig ein: rechts, unten und links. Die große Klappe lässt sich nun unter die kleine Lasche klemmen, aber auch wieder daraus lösen.

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3 Heftet an eine der kurzen Kanten des Spiegels ein Röllchen aus Klebefilm. Schiebt den Spiegel - mit dieser Seite voran - in den Karton und richtet ihn so schräg aus, dass er unten an der Klappenöffnung genau abschließt. Fixiert den Spiegel hinten, indem ihr das Kleberöllchen auf die Wand des Milchkartons drückt. Vorn befestigt ihr ihn - wie im Foto - mit einem Klebestreifen. Weg mit dem Schraubverschluss, schon könnt ihr durch die runde Öffnung um die Ecke schauen!

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Tipp:

Habt ihr nur einen kleineren Spiegel zur Hand, klebt ihn einfach auf ein etwa 6 x 8 cm großes Stück Pappe!

Ertappt? Geschnappt! So legt ihr Schnüfflern das Handwerk

Frühsommer 2010 in den USA: Russische Späher sind im Land unterwegs, um Informationen über politische Entscheidungen und Atomwaffen auszukundschaften. Einer dieser Späher ist die bildhübsche Anna Chapman. Sie versucht, geheime Infos außer Landes zu schaffen. Doch dicht auf ihren Fersen sind die Spezialisten der US-amerikanischen Spionageabwehr.

Sie versuchen, die Nachrichten von Chapman und ihren Leuten abzufangen und sie so als Spione zu enttarnen - Ende Juni 2010 mit Erfolg! Es ist ein immerwährendes Katzund-Maus-Spiel: Agenten versuchen, Geheimnisse zu lüften. Und die Abwehr wiederum versucht, hinter die Pläne der Spione zu kommen. Viele Nationen wie die USA verfügen daher über Behörden mit Tausenden Mitarbeitern, die sich ausschließlich mit Spionage-Abwehr beschäftigen.

Ihr müsst nicht so einen Aufwand betreiben, um eure Geheimnisse zu schützen. Neugierige Eltern, nervige Schwestern und wissbegierige Brüder ertappt ihr mit ein paar ganz einfachen "Abwehrkräften": einem Haar oder Erbsen. Seht selbst!

Anleitung: Erbsen-Falle

Ihr braucht:

- eine leere Streichholzschachtel

- 1 EL getrocknete Erbsen

- 15 cm Bindfaden

- Klebefilm

So wird's gemacht:

Befüllt die Streichholzschachtel mit Erbsen. Klebt an einer der schmalen Seiten des "Schubfaches" den Bindfaden mit einem Stück Klebeband fest.

Fixiert die Streichholzschachtel oben auf der Tür - mit einem Röllchen aus Klebeband. Der angeklebte Bindfaden muss dabei zum Türrahmen zeigen. Bringt das freie Ende des Fadens mit einem Klebestreifen am Türrahmen an.

Betritt jetzt jemand ungefragt euer Zimmer, wird die Schublade der Schachtel herausgezogen, die Erbsen fallen auf den Boden - der sichere Beweis, dass ein Eindringling da war!

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Anleitung: Haar-Trick

Ihr braucht:

- ein langes Haar

- Spucke oder Klebefilm

So wird's gemacht:

Klebt - wie im Bild zu sehen - das eine Ende eines Haares mit etwas Spucke oder Klebefilm an eurer Schublade fest, das andere am Schubladenrand. Ist das Haar bei der Rückkehr durchgerissen oder abgefallen, könnt ihr sicher sein: Da waren Schnüffler an der Schublade.

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Anleitung: Luftballon-Alarm

Ihr braucht:

Luftballon, Reißzwecke, Klebefilm

So wird's gemacht:

Blast einen Luftballon auf und klebt ihn hinter der Tür an die Wand. Befestigt die Reißzwecke mit Klebefilm so an der Tür, dass sie beim Öffnen in den Luftballon pikst. Je weiter hinten an der Tür ihr Ballon und Reißzwecke befestigt, desto früher schlägt eure "Anlage" beim Türöffnen Alarm. Und noch etwas: Am besten funktioniert die Alarm-Anlage, wenn Tür und Wand im rechten Winkel zueinander stehen.

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Anleitung: Bleistift-Beweis

Ihr braucht:

einen Bleistift

So wird's gemacht:

Ihr wollt wissen, ob jemand unerlaubt eure Unterlagen durchstöbert? Markiert den leicht aufgefächerten Blätter-Stapel am Rand mit feinen Bleistift-Strichen (unten links). Wer dann ungefragt die Papiere durchwühlt, hinterlässt Spuren: Die Bleistift- Striche sind nicht mehr durchgezogen, sondern verschoben (unten rechts).

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