SOS auf hoher See

Der auf Borkum stationierte Rettungskreuzer "Alfried Krupp" ist mit modernster Technik ausgerüstet, um Schiffbrüchige aus der Nordsee zu bergen

Seitdem Menschen zur See fahren, kommt es zu Schiffsunglücken. Lange Zeit wurden die Schiffbrüchigen ihrem Schicksal überlassen. Strandräuber stürzten sich auf das Hab und Gut der Verunglückten. Erst ab 1865 leistete die neugegründete "Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" organisierte Hilfe. Über 65.000 Menschen konnte die Gesellschaft seitdem aus dem Meer retten.

Für die ersten Rettungseinsätze auf See wurden noch Ruderboote eingesetzt. Heute sind es aufwendige High-Tech Schiffe. Die technische Ausstattung der deutschen Flotte zählt zu den modernsten der Welt. Karl-Friedrich Brückner hat das Kommando über den Rettungskreuzer "Alfried Krupp". Sein Schiff ist 27 Meter lang und ist dank einer ausgefeilten Konstruktion nahezu unsinkbar. Trotzdem bleiben Gefahren für die Besatzung nicht aus. Während eines Einsatz bei besonders schwerem Wetter wurde der Kreuzer von einer Grundsee erfasst - eine haushohe Wasserwand drückte die "Alfried Krupp" unter Wasser. Zwei Seeleute starben. Karl-Friedrich Brückner und seine Kollegen sind nicht die einzigen, die in Sachen Rettung unterwegs sind.

So hat die Deutsche Handelsmarine ein umfangreiches Trainingsprogramm für den Ernstfall auf hoher See entwickelt. Hier wird beispielsweise geübt, wie Besatzung und Passagiere eines havarierten Kreuzfahrtschiffes möglichst schnell evakuiert werden können. Ebenso wichtig wie eine reibungslos durchgeführte Rettungsaktion ist ihre Koordinierung vom Land aus. Die Seenotleitung in Bremen empfängt mittlerweile Notrufe aus der ganzen Welt. Sie kann selbst auf einen Notfall in einem weit entfernten Ozean reagieren. Spektakuläres Beispiel für eine ferngesteuerte Rettungsaktion war 1995 der Einsatz für die Verunglückten des Passagierschiffs "Achille Lauro", das aus dem Indischen Ozean ein Notsignal sendete: Eine norwegische Seenotleitung koordinierte die Aktionen der Rettungseinheiten und Mannschaft und Besatzung konnten in Sicherheit gebracht werden.

"360° - Die GEO-Reportage" zeigt die moderne Rettungstechnik auf dem Meer und begleitet den Kapitän eines Seenot-Rettungskreuzers.

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