360° - Die GEO-Reportage Buzkashi - Spiel der Steppenreiter

Zum Frühlingsbeginn spielen Reiter in der Steppe "Buzkashi". Die Tradition dieses Kampfes um einen Ziegenbalg geht bis auf den Mongolenfirsten Dschingis Khan zurück

Ein Film von Svea Andersson

Die Tchovandoz sind harte, unerschrockene Reiter mit einer uralten Erbschaft - dem Buzkashi-Spiel. Der Reiterkampf um einen Ziegenbalg geht auf Dschingis Khan zurück und ist ein Traditionssport in Tadschikistan. In ihm spiegeln sich der stolze, kämpferische Geist und die raue Lebensweise der Nomadenvölker. Ein Sieg wird mit Ehre, Ruhm und manchmal auch mit Geld belohnt.

Umaralli Haidarovitch wartet auf das Startsignal. Der Lehrer und Bauer gilt als der geschickteste und härteste Buzkashi-Kämpfer der Gegend. Heute will er sein Talent wieder beweisen. Tief vermummte Gestalten nähern sich auf nervösen Pferden. Begrüßungsrufe, Hufklappern und Wiehern erfüllen die weite Ebene. Eine enthauptete Ziege wird gebracht, und wie auf ein unsichtbares Zeichen galoppieren die Männer zusammen. Der Kreis schließt sich um den Kadaver und beginnt, sich zu drehen. Staub wirbelt auf. Umaralli hängt sich an sein Pferd und versucht, im Galopp die Ziege zu ergreifen, während er von allen Seiten attackiert wird. Schon Dschingis Khan soll seinen Feinden auf derart tollkühne Weise vom Sattel aus das Vieh geraubt haben - geblieben von der alten Reitkunst ist das Buzkashi-Spiel. "Aber Buzkashi ist nicht einfach ein Spiel. Es ist eine erbliche Krankheit", sagt Umaralli, der sich für das Fest vom Lehrer in einen Tchovandoz - einen Buzkashi-Kämpfer - verwandelt hat. Auch seine Söhne haben seine Leidenschaft geerbt und trainieren, um Tchovandoz zu werden.

360° - Die GEO-Reportage begleitet einen Tchovandoz zum größten Buzkashi-Spiel des Jahres - zum Navruz-Fest, dem Neujahrstag der Tadschiken.

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Das "Buzkashi-Spiel": Der Reiterkampf um einen Ziegenbalg geht auf Dschingis Khan zurück und ist ein Traditionssport in Tadschikistan

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