Boliviens junge Wilde

Rettung für junge Wilde: Auf dem Gelände der bolivianischen Organisation Inti Wara Yassi finden aus Gefangenschaft befreite Affen, Schlangen und Jaguare ein neues Zuhause. Ehemalige Straßenkinder lernen durch ihre Betreuung, Vertrauen und Verantwortung zu entwickeln

Ein Film von Roberto Lugones

Affen, Papageien, Schlangen und sogar Jaguare – in der bolivianischen Hauptstadt La Paz findet man Tiere, die heute selbst im Dschungel selten sind: In Säcke und Kisten gepfercht, werden sie auf den Märkten der Stadt an private Halter, Zoos und Hotels verkauft. Dass Wilderei in Bolivien verboten ist, kümmert niemanden. Juan Carlos Antezama ist einer der wenigen, der sich für die Rechte dieser Tiere stark macht. Als Gründer der Organisation "INTI WARA YASSI" rettet er aber nicht nur Wildtiere aus der Gefangenschaft, sondern auch viele Straßen- und Waisenkinder aus dem Gewalt- und Drogensumpf der Metropole.

Täglich kommen neue Tiere in den Machia-Park – die meisten in einem jämmerlichen Zustand: Papageien, denen die Federn ausgerissen wurden, Wildkatzen mit Brandwunden, verängstigte Kapuzineraffen, die als Haustiere Jahre lang in winzigen Käfigen ausharren mussten. Am Rande des bolivianischen Regenwaldes hat INTI WARA YASSI, zu deutsch "Sonne, Mond und Sterne", einen Rehabilitationspark für Tiere in Not errichtet – einen Ort, an dem sie Zuflucht finden und gepflegt werden bis sie in ihre eigentliche Heimat, den Regenwald, zurückkehren können.

Verstoßen, verängstigt und verwahrlost – ähnlich wie den Tieren geht es auch den unzähligen Waisen- und Straßenkindern Boliviens. Juan Carlos Antezama und seine Organisation setzen sich deswegen nicht nur für Tiere ein. Unter Anleitung von Pflegern und Tierärzten lernen Waisen oder Kinder aus zerstörten Familien, Verantwortung für die Tiere im Park zu übernehmen, sie zu pflegen und zu füttern. Durch den intensiven Kontakt sollen Tiere und Kinder einander helfen, Vertrauen und Liebe wiederzuentdecken.

Auch der 14-jährige Miguel hat Verantwortung für eines der Tiere im Machia-Park übernommen: Gato, ein zahmer Puma, ist sein neuer Freund. Vor noch gar nicht langer Zeit lebte Miguel zusammen mit anderen Straßenkindern in einem gesetzlosen Niemandsland von La Paz. Durch Juan Carlos hat er nun die einmalige Chance erhalten, sein bisher von Drogen und Gewalt bestimmtes Leben hinter sich zu lassen. Doch als Miguel von einem Affen gebissen wird, kippt die Stimmung bei dem Jungen. Er fühlt sich abgelehnt und möchte den Park verlassen. Juan Carlos Antezama muss sich etwas einfallen lassen, um Miguel zum Bleiben zu bewegen.

"360°- GEO Reportage" beobachtet Juan Carlos Antezama, der mit seinem einmaligen Projekt verwahrlosten Kindern und Tieren zu neuem Lebensmut verhilft.

2e8e1509f23e6be3547dab51243f82b9

Nena kümmert sich um die Affen, die täglich neu im Park eintreffen

Mehr zur Reportage

Hier geht es zum Sprechertext im PDF-Format