Kamtschatka, kochende Erde

Nirgendwo brodeln so viele Geysire, spucken so viele Feuerberge wie auf der Halbinsel Kamtschatka – ideales Forschungsterrain für die Vulkanologin Ludmilla Ossipenko. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 9. Juli bereits um 13.30 Uhr

Ein Film von Wolfgang Mertin

Auf Kamtschatka zu arbeiten war immer schon der Traum der Vulkanologin Ludmilla Ossipenko. Denn nirgendwo anders brodeln so viele kochendheiße Quellen und gibt es so viele Feuerberge wie auf dieser Halbinsel im Osten Russlands. Ludmilla Ossipenko will den gewaltigen Kräften der Erde auf den Grund gehen und wissenschaftliche Artikel darüber schreiben. Dafür steht sie im ständigen Kontakt mit den Forschern vor Ort und kämpft sich bis in den letzten Winkel der Halbinsel zu den Vulkanen durch. Einige ihrer Kollegen sind am Fuße der riesigen Tolbaschik-Vulkane stationiert - der Weg dorthin führt Ludmilla Ossipenko durch verkohlte Wälder, niedergebrannt durch den Asche- und Schlackeregen der Vulkane. Vor 31 Jahren ereignete sich hier einer der sechs größten Ausbrüche der vergangenen 2000 Jahre. An der Oberfläche sind die Lavaströme von damals erstarrt, doch noch immer entströmen den Spalten giftige und brennendheiße Gase - im Innern arbeitet die Erde weiter.

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Von den 160 Vulkanen auf der Halbinsel Kamtschatka sind zur Zeit 30 aktiv

Die Vulkanologin Ludmilla Ossipenko lebt in Petropawlowsk – der größten Stadt Kamtschatkas. Sie liegt an den Ufern des Pazifik, umgeben von hohen Vulkanketten. Hier befindet sich auch das zu Sowjetzeiten führende wissenschaftliche vulkanologische Institut, für dessen Zeitschrift Ludmilla arbeitet. Sie schreibt über aktive Vulkane, giftige Kraterseen und zischende Geysire. Dafür begleitet sie Wissenschaftler und Forscher überall dorthin, wo die Erde auf der Halbinsel brodelt und in Bewegung ist. Auf ihrer aktuellen Reise will Ludmilla mit einem Forscherteam zum ersten Mal dem größten Geysir Kamtschatkas, dem Velikan, auf den Grund sehen. Mit einer eigens entwickelten Spezialkamera wollen sie die Funktionsweise des unterirdischen Dampfkessels ergründen. Darüber und auch über den wieder aktiven Vulkan Karimski will sie berichten.

Das Journal, in dem Ludmilla Ossipenko ihre Artikel veröffentlicht, soll helfen, Forschernachwuchs zu gewinnen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte der Staat kaum noch Geld für die Wissenschaft und die jungen Leute sind ins besser bezahlte Ausland abgewandert. Heute geht es zwar finanziell wieder langsam aufwärts, aber es fehlt an Nachwuchs. Ludmilla Ossipenko will mithelfen, junge Wissenschaftler für die kochende Erde Kamtschatkas zu begeistern. Dies ist auch das Ziel des amerikanischen Vulkanologen John Eichelberger. Seit Jahren initiiert er einen amerikanisch-russischen Studentenaustausch zwischen Alaska und Kamtschatka. Dabei entdeckte er nicht nur seine Liebe zu den Vulkanen der Halbinsel sondern auch zu seiner russischen Kollegin.

"360° - GEO Reportage" begleitet die Vulkanologin bei ihrer Arbeit am Rand gigantischer Vulkankrater und im sagenumwobenen Tal der Geysire.

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