Rio - Vom Strich auf den Laufsteg

Vom Strich auf den Laufsteg: Mit ihrer Kollektion "Daspu" sorgen brasilianische Prostituierte für Aufruhr in der brasilianischen Modeszene

Ein Film von Carmen Butta

Imperatriz Leopoldina, eine Gasse der Huren in Rio de Janeiro. Schon ab dem frühen Nachmittag warten Frauen an Straßenecken und auf Plastikstühlen vor dem Stundenhotel auf Kundschaft. Ein Billigstrich einerseits – der Geburtsort eines modernen Märchens andererseits. "Wir Prostituierte wollten schon lange, dass die Gesellschaft uns respektiert," sagt die 32-jährige Jane Eloy, "so haben wir eine Mode-Kollektion entworfen – vor allem, um beachtet zu werden." Und das ist ihnen gründlich gelungen. Mit ihrem Modelabel "Daspu", eine Kurzform des portugiesischen "das putas", von den Huren, sorgen die Frauen seither für Aufruhr in der brasilianischen Mode-Szene. Und auch in der internationalen Presse hat die phantasievolle Prostituiertenmode bereits Beachtung gefunden.

Bereits im ersten Jahr von "Daspu", dem Modelabel der Huren, handelten sich die Frauen Ärger mit einem mächtigen Gegner ein. Nämlich mit "Daslu" - dem exklusivsten Modetempel Brasiliens. Hier gibt es alles für die Oberschicht des Landes, vom Prada-Täschchen bis zum Hubschrauber. Dass der Name "Daspu" auch eine ironische Anspielung auf das Edelkaufhaus "Daslu" ist, empörte die Firmenanwälte. Sie drohten den Prostituierten in Rio mit einer Klage und lieferten ihnen so ungewollt eine enorme Aufmerksamkeit in den Medien - und die Initialzündung für ihren Erfolg! Auch in diesem Jahr sucht "Daspu" wieder die Schlagzeilen und die Provokation im Schatten der modischen Größen.

Parallel zur Rio Fashion Week, einer der wichtigsten Modemessen Südamerikas, veranstalten sie eine Modenschau mit ihrer eigenen Kollektion – vor dem Stundenhotel, wo sie tagtäglich anschaffen gehen. Die dreifache Mutter Jane Eloy ist der Motor des Huren-Labels. Die Hälfte ihrer 32 Lebensjahre hat sie auf den Straßen von Rio als Prostituierte verbracht. Nun bereitet sie sich mit den anderen Prostituierten von "Daspu" auf den großen Tag der Modenschau vor. Alles läuft bestens, bis Designer Silvio Oliveira mit einer schlechten Nachricht aufwartet: Die Dessous-Kollektion, die auf der Modenschau präsentiert werden sollte, wird nicht rechtzeitig fertig... Doch die Presse-Mitteilungen sind raus, die Einladungen verteilt, die Show muss stattfinden - zur Not mit einer phantasievoll improvisierten Kollektion. "Ich will die Herzen der Leute erschüttern und alle schreien hören", wünscht sich Jane – am großen Show-Tag der "Daspu"-Kollektion wird die Zeit dazu gekommen sein.

"360° - GEO-Reportage" begleitet die Frauen aus der Leopoldina Gasse vom Strich auf den Catwalk.

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Ähnlich: Jane Eloy (re.) trifft auf der Modenschau des Hurenlabels "Daspu" die schillernden Szenegrößen Rios

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Jane Eloy wartet in "ihrer" Gasse auf einen Freier. Hier auf dem Pflaster der Altstadt von Rio de Janeiro verdient sie ihr Geld als Prostituierte

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Jane Eloy (re.) trifft auf der Modenschau des Hurenlabels "Daspu" die schillernden Szenegrößen Rios

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Jessica (li.)ist Janes einzige wirkliche Freundin auf dem Straßenstrich der Leopoldina Gasse

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Jane Eloy ist trotz vieler Schicksalsschläge eine lebenslustige Frau. Mit der Arbeit als Prostituierte schafft sie es, sich und ihre drei Kinder zu ernähren

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Jane (re.) und ihre Kolleginnen präsentieren die Mode des Labels "Daspu". Der Name bedeutet "Von den Huren"

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Ein Model präsentiert die Mode des Labels "Daspu". T-Shirts mit Sprüchen der

Straße sind das Markenzeichen der Hurenmode

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Die Prostituierte Jane Eloy präsentiert die Modelle des Labels "Daspu", gegründet von den Huren aus Rio de Janeiro

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Jane Eloy auf dem Laufsteg der Modenschau des Labels "Daspu". Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich anerkannt und schön

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Jane Eloy ist Prostituierte in Rio de Janeiro. Sie ist das Model für "Daspu" fühlt sie sich beachtet und anerkannt

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Die Prostituierten der Gasse Imperatriz Leopoldina in Rio de Janeiro sind stolz auf ihre eigene Mode. Bis zur großen Show ist ihr Laufsteg die Straße

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Jane Eloy ist Prostituierte in Rio de Janeiro. Mit der Präsentation ihrer eigenen Mode wollen die Huren auf sich und ihre Situation aufmerksam machen

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