Die Spinnenjäger von Venezuela

Die Piaroa, die im Regenwald ­Venezuelas heimisch sind, jagen bis zu 30 Zentimeter große Vogelspinnen – als Proteinquelle. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 27. August bereits um 13.30 Uhr

Ein Film von Gordian Arneth

Während der Regenzeit ist die Jagd mit Blasrohr und Giftpfeilen für die Piaroa, einem indigenen Volk in Venezuela, schwer. Sie fangen dann Riesenvogelspinnen, die es nur hier gibt und die unter den Piaroa als besonderer Leckerbissen gelten.

Riesenvogelspinnen waren für die Piaroa in den Regenwäldern Venezuelas schon immer besondere Tiere. Während der Regenzeit sind sie eine wichtige Nahrungsquelle. Für den Rest des Jahres dienen sie den Schamanen des Volkes als Vermittler zwischen den Toten und den Lebenden. Doch mit der Christianisierung der letzten Stämme schwindet auch die Macht der Schamanen. Und mit ihnen die Rolle der Spinnen. 360° - GEO Reportage hat einen der letzten Heiler der Piaroa besucht, dessen Sohn seinen Vater sowohl als Schamane als auch als Spinnenjäger beerben will.

Die Spinnenjäger von Venezuela

Die Riesenvogelspinnen der Gattung Theraphosa leben unter der Erde in Höhlen und in Baumstümpfen. Die Piaroa wissen, wie sie die Tiere fangen

Die Spinnenjäger von Venezuela

Die Schamanen der Piaroa nehmen mit Hilfe der Spinnen Kontakt der Ahnen au

Es ist früher Morgen im Regenwald. Eine Gruppe von Einheimischen pirscht durch das Unterholz auf der Suche nach Spinnen. Die Feuchtigkeit der letzten Tage regt die Aktivität der Tiere an. Die Riesenvogelspinnen mit einer Beinspannlänge von bis zu 30 Zentimetern leben unter der Erde in Höhlen und in Baumstümpfen. Sie herauszulocken erfordert Geduld und Erfahrung. Durch die nervösen Bewegungen mit einem Lianenstängel imitieren die Piaroa ein Insekt, das sich vor der Höhle aufhält und eine Beute sein könnte. Die trotz ihrer acht Augen fast blinden Vogelspinnen besitzen hochempfindliche Tasthaare an ihren Füßen, die auf kleinste Erschütterungen reagieren und so lokalisieren, wo genau sich die Beute befindet. Zu den Jägern gehört auch José, dessen Vater einer der letzten Schamanen der Piaroa ist. Etwa 15.000 dieser indigenen Einheimischen gibt es noch. Christianisierung und alternative Lebensentwürfe drängen die Bräuche der Piaroa zunehmend zurück. José ist einer der letzten jungen Männer, die den Beruf des Schamanen erlernen wollen. Neben einem geschulten Körper und Geist gehört die genaue Kenntnis der einheimischen Natur zu seinen Aufgaben. Seit Jahren bereitet sein Vater ihn darauf vor. Wird es José gelingen, die Tradition seines Volkes in die Moderne zu retten? Trotz Missionierung, Abwanderung der Piaroa in die Städte und der Vereinnahmung des Regenwaldes durch internationale Pharma-Konzerne?

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