Das Terrassenwunder von Peru

Am Ufer des Cañete Flusses im Hochland von Peru öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft aus Vor-Inka-Zeiten. Kann sie die heutigen Bewohner weiter ernähren? Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 3. Oktober um 19.30 Uhr

Ein Film von Erika Harzer und Kalle Staymann

Im Hochland von Peru, 140 Kilometer von Lima entfernt, sprudelt der Cañete Fluss mit unerschöpflich anmutendem Wasserreichtum durchs Tal. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit der Gegend: im Quellgebiet des Rio Cañete öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft: Jahrtausende alt, offensichtlich als Kornkammer uralter Vor-Inka-Völker über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet. Die 360° - GEO Reportrage hat erstmals die Terrassenlandschaft und ihre Bewohner mit der Kamera besucht.

Nor Yauyos Cochas ist das erste Landschaftsschutzgebiet Perus. Es liegt rund 140 Kilometer Luftlinie südöstlich von Lima im Hochland, und mitten darin, auf 3300 Metern Höhe, das Dorf Laraos. Bewohner und Häuser sind ein wenig in die Jahre gekommen. Der Verfall ist überall spürbar, auch in den atemberaubenden Terrassenlandschaften, die sich gleich hinter dem Dorf in die Höhe stapeln: ein architektonisch und agrarwirtschaftlich unschätzbares Erbe aus der Vor-Inka-Zeit. Pflanzen und natürliche Gegebenheiten wurden hier nach Sonne und Mond ausgerichtet, und durch ein weit verzweigtes Bewässerungssystem zum Leben erweckt. Hier wachsen die „papas nativas“, die sogenannten Urkartoffeln. Die Bauern hegen große Hoffnungen in diese uralten Sorten. Sie könnten die Ernährungssicherheit der Großstädte Perus garantieren und gleichzeitig ihre Zukunft im Hochland sichern.

Das Terrassenwunder von Peru

Die Terrassenlandschaft von Laraos – im Hochland von Peru gelegen. Landwirtschaftliches Erbe aus der Prä-Inka-Zeit

Das Terrassenwunder von Peru

Ruth Cuevas (2.v.li.) ist nach 25 Jahren aus Lima zurück in ihr Bergdorf Laraos gezogen. Aktiv sorgt sie sich um die Zukunft der Bauern im Hochland von Peru

Wenn Ruth Cuevas durch Laraos geht, ist sie glücklich. Nachdem sie 25 Jahre in Lima gelebt hat, ist sie hierher in ihr Dorf zurückgekehrt und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des Dorflebens. Eine gesunde Erde, reines Wasser, unbehandelte Kartoffeln in einer Formen-und Farbenvielfalt, wie man sie sonst nirgends kennt – diesen Dingen gehört ihr Liebe. Und all das könnte auch die Zukunft des Dorfes sichern, wenn Abnehmer für die Agrarprodukte gefunden werden und Touristen die Terrassenlandschaft als Ziel entdecken. Doch benachbarte Minen und fehlende Vertriebsstrukturen gefährden dieses einzigartige Erbe der andinen Agrarwirtschaft.

Wiederholungen:

Sonntag, den 4. Oktober um 10.30 Uhr

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