Das Geheimnis der Schweizer Uhren

Schweizer Uhrmacher: Seit dem 18. Jahrhundert wird in der französischen Schweiz die Uhrmacherkunst perfektioniert. Studenten, die das filigrane Handwerk erlernen wollen, müssen einen harten Auswahltest bestehen. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (21. Januar) um 19.30 Uhr und Sonntag (22. Januar) um 14 Uhr

Ein Film von Caterina Klusemann

Die Wiege der Uhrmacherei steht in den Bergen der Französischen Schweiz. La-Chaux-de-Fonds und Le Locle - mit den Namen beider Städtchen verbinden Kenner höchste Präzision. Denn hier entstand im 18. Jahrhundert der Weltruhm der Schweizer Uhren – auf höchst ungewöhnliche Weise. Im Winter, wenn auf den Höfen wenig Arbeit anfiel, begannen einige der Bauern komplizierte Uhren herzustellen. Ein Handwerk, das über die Jahrhunderte in dieser Region perfektioniert wurde. Handverlesen sind heute die Studenten, denen hier der Sprung vom einfachen Uhrmacher zum Uhren-Restaurator gelingt. Jener Qualifikation, um die sich die Luxusuhren-Labels wie zum Beispiel Cartier, Zenith oder Ulysse Nardin reißen.

In dem lichtdurchfluteten Atelier ist es still. Leise tickt und surrt es an den Arbeitspulten. Eine junge Frau springt auf, schaut verzweifelt auf den Boden. Emilie Choulat, Restaurationsstudentin im zweiten Studienjahr, hat eine unersetzbare Schraube verloren. Für ihre Diplomprüfung muss sie eine historische Uhr restaurieren und versuchen, die ursprünglichen Funktionen wiederherzustellen. Ersatzteile gibt es keine - jede Uhr ist ein Unikat, handgefertigt bis ins millimeterkleinste Rädchen.

Doch zur Restauration einer Pendel- oder Taschenuhr gehört mehr – ihnen wohnt eine Philosophie, eine Einzigartigkeit in der Herstellung inne, die ein Restaurator ergründen muss. Komplikationen heißen jene Uhren, die neben Minuten und Stundenanzeigen weitere Funktionen haben. Sie können beispielsweise in Sekundenbruchteilen stoppen, das Datum oder astronomische Angaben anzeigen oder die Zeit durch akustische Signale wiedergeben.

Auch Diego Azconegui gehört zu den sechs bis acht Nachwuchs-Restauratoren, die pro Jahr an der CIFOM, der Technischen Hochschule von Le Locle, aufgenommen werden. Wie Emilie kämpft er nicht nur mit der Uhr, sondern auch gegen die Zeit, um rechtzeitig vor Ablauf der Prüfung fertig zu sein. Dennoch liebt er diesen Beruf: "Hier habe ich leidenschaftliche Menschen gefunden, die keine Stunden zählen, die nur für die Uhren leben... Das schlimmste ist, letztendlich, von der Zeit eingeschränkt zu sein. Das ist nicht einmal für einen Uhrmacher leicht zu ertragen."

"360°- GEO Reportage" hat einen Blick ins Innere der Luxusuhren und der berühmten Uhrmacherschule geworfen.

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Im Schweizer Ort Le Locle hat die Restauration von historisch-wertvollen Uhren eine lange Tradition. Schon im 17. Jahrhundert erlernte man hier das filigrane Handwerk der Uhrenrestauration

Wiederholungen:

sonntags um 14 Uhr

22.01.2012: Das Geheimnis der Schweizer Uhren

29.01.2012: Die scharfen Klingen der Auvergne

05.02.2012: Polarschule der Nomadenkinder

12.02.2012: China, im Reich der Mosuo-Frauen

19.02.2012: Die Seelensammler von Bangkok

19.02.2012: Majuli, ein Inselvolk trotzt den Fluten

Programmübersicht

Mit weiteren Informationen zu GEO-Filmen (Links, Buchtipps, Video-Kurzfassung u.a.)
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