Georgien - die Wiege des Weins

Grand Cru vom Kaukasus: Nach dem Zusammenbruch des Sowjetreichs läuft der Weinanbau in Georgien wieder auf Hochtouren. Kleinbauern, Kooperativen und Weingüter nach westlichem Vorbild wetteifern um Ertrag und Qualität. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (10. September) um 19.30 Uhr
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Fact Sheet Georgien

Ein Film von Pierre Goetschel

Georgien galt zu Sowjetzeiten als der Weinkeller der UdSSR. Auch nach dem Zusammenbruch des Riesenreiches blieb Wein eines der wichtigsten Exportgüter des Landes. Erst seit Russland ein Embargo verhängt hat, ist der Export dramatisch eingebrochen, und Georgien sucht nach neuen Absatzmärkten. Denn der Weinanbau im Kaukasus läuft nach wie vor auf Hochtouren, wird Jahr für Jahr sogar effektiver. Kleinbauern, freie Kooperativen und Weingüter nach westlichem Vorbild wetteifern um Ertrag und Qualität.

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Ein georgischer Weinbauer bietet seine Trauben auf dem Markt von Tbilisi an

Wer sich in Georgien begrüßt, fragt nicht: "Wie geht es dir?", sondern "Wie geht es deinem Weinstock?" Wein ist hier heilig. Experten gehen sogar davon aus, dass Georgien eines der Ursprungsländer für den Weinanbau ist; seit Jahrtausenden werden die Reben unter idealen klimatischen und geologischen Bedingungen gezüchtet.

Zu Sowjetzeiten belieferte das Land die gesamte UdSSR mit dem traditionell süßen Wein. Etwa 85 Prozent der Produktion wurde exportiert. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems war Russland noch immer der größte Abnehmer; seit es jedoch starke Konflikte zwischen beiden Ländern gibt und Moskau ein Embargo verhängt hat, leidet Georgien unter einem Absatzproblem. Denn der Wein wird weiter angebaut und gelesen.

Um weltmarktfähig zu werden und neue Kunden zu gewinnen, suchen die georgischen Winzer nach Strategien, um ihre Ware international zu vermarkten. Einer von ihnen ist Dato Maïsouradzé. Zusammen mit anderen Winzern versucht er den georgischen Wein unter einer Qualitätsmarke zu etablieren. Kein leichtes Unterfangen, denn bisher unterlag die Produktion eher dem Prinzip Masse statt Klasse. Hinzu kommt, dass nach den Jahren der kommunistischen Planwirtschaft jeder Wein-Bauer allein auf seiner Parzelle wirtschaftete. Kooperativen assoziieren diese Menschen immer noch mit gefürchteter Vormundschaft und staatlicher Kontrolle. Dennoch will Dato Maïsouradzé die Bauern für sich gewinnen und ihre Kräfte gewinnbringend bündeln. Ihre Anstrengungen tragen nun erste Früchte: Liegt die Zukunft des georgischen Weines in China?

"360° - GEO Reportage" zeigt eine Weinregion im Wandel, zerrissen zwischen einer Jahrtausende alten Tradition, dem sowjetischen Erbe und den Anforderungen des modernen Marktes.

Wiederholungen:

sonntags um 14 Uhr

18.09.2011: Jemens verschleierte Zukunft

25.09.2011: Die Nonne aus Kalmückien

02.10.2011: Das Salz der Inkas

Arte Programm

Mit weiteren Informationen zu GEO-Filmen (Links, Buchtipps, Video-Kurzfassung u.a.)

Fact Sheet Georgien

Fact Sheet Georgien

Hauptstadt: Tifilis

Fläche: 69.700 km²

Bevölkerung: 4,4 Millionen (Stand: 2006)

Amtssprache: Georgisch