Ein Baumhaus in Costa Rica

Zwischen der Karibikküste und den Hängen des Talamanca-Gebirges wächst einer der letzten großen Urwälder der Erde. Hier baut der Ingenieur Peter Gascar zusammen mit seinem Freund Orlando Hernandez, einem Indio vom Volk der Teribe, das höchste Baumhaus der Welt. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (28. November) um 20.15 Uhr

Ein Film von Alessandro Cassigoli

Zwischen Karibikküste und den Hängen des Talamanca-Gebirges wächst einer der letzten großen Urwälder der Erde - mit Baumriesen, die 40 bis 70 Meter hoch in den Himmel ragen. Hier, im Südosten Costa Ricas, nimmt eine gewagte und abenteuerliche Idee Gestalt an: Der Ingenieur Peter Gascar konstruiert zusammen mit seinem Freund Orlando Hernandez, einem Indio vom Volk der Teribe, das höchste Baumhaus der Welt – ohne den Stamm zu verletzten.

Nach etlichen Wochen haben Peter und Orlando endlich den richtigen Baum gefunden: Mitten im Regenwald steht der fast 50 Meter hohe Riese, in dem das höchste, selbsttragende Baumhaus der Welt gebaut werden soll. Ihren Helfern, allesamt Männer vom Volk der Teribe, erscheint das Unterfangen gewagt: Wie sollen in so kurzer Zeit 100 Kilogramm schwere Stahlteile von Menschenhand und nur mit Hilfe von Seilen auf den Baum gehievt werden? Wird Orlando seine Höhenangst überwinden und jemals so versiert klettern können wie Peter? Denn nur an frei hängenden Seilen können die beiden Freunde die Bauteile in der Höhe mit Gurten am Stamm festzurren. Auch die Natur macht es den Abenteurern schwer: Mit Beginn der Regenzeit kommt die Arbeit tagelang ins Stocken. Erst als die Sonne wieder durchbricht, wird die erste Plattform fertig; das Projekt ist gerettet. Das Baumhaus ist mehr als nur ein Abenteuer – es soll von Biologen als Forschungsstation in der Baumkrone genutzt werden, um den unerschöpflichen Reichtum an Pflanzen und Tieren in Costa Ricas Urwald zu erkunden. Als die Wissenschaftler am Ende der Strapazen hoch über dem grünen Meer stehen, sind sie überwältigt. Peter hat die größte Herausforderung seines Berufslebens als Bauingenieur gemeistert – und dabei in Orlando und den anderen Teribe Freunde fürs Leben gefunden.

360° - GEO Reportage begleitet die Bauarbeiten am Kletterseil, vom schlammbedeckten Dschungelboden bis in Schwindel erregende Höhen.

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Bevor das Baumhaus gebaut werden kann, muss Peter Orlando das Klettern in schwindelerregender Höhe beibringen. Nie wurde ein Haus in 25 Metern Höhe im Urwald gebaut

Fact Sheet: Ein Baumhaus in Costa Rica

  • Peter und Orlando mussten monatelang nach dem richtigen Baum für das Baumhaus suchen: Solch ein Baum muss jung und gesund sein außerdem einen geraden Stamm mit starken Ästen um den Wipfel haben.
  • Der Großteil des Lebens im Regenwald spielt sich in den Baumkronen ab – etwa 25 Meter über der Erde.
  • Beim Bau des Baumhauses soll der Baum auf keinen Fall verletzt werden.
  • Von der Plattform aus kann dann in Zukunft die Baumkrone genauer erforscht werden.
  • Die Bauteile für das Baumhaus werden aus San José geliefert. Zu Fuß müssen die Männer die Bauteile dann durch den Regenwald schleppen.
  • Seit 1954 untersuchen Wissenschaftler in der nahegelegenen Forschungsstation „La Selva“ (Der Urwald) die Flora und Fauna des tropischen Regenwaldes. Peter will sein Baumhaus später an die Forscher vermieten, für die das Baumhaus als Observatorium wie gerufen kommt.

Wiederholungen:

sonntags um 18.05 Uhr

29. November 2009: Miyako - Die Insel des langen Lebens

Arte Programm

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