Myanmar – per Zug durch die Zeit

Der Mandalay-Lashio-Express verbindet die Tiefebene mit dem Hochland Myanmars – eine so wichtige wie fragile Lebensader für die Bewohner. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 9. April um 19.30 Uhr

Ein Film von Martin Schacht

Seit über hundert Jahren durchquert eine Bahnlinie die Shan-Provinz Myanmars: Der Mandalay-Lashio-Express verbindet die heiße Tiefebene mit dem hügeligen Hochland – eine wichtige, aber fragile Lebensader für Tausende Anwohner.

Viele Mönche, Händler, Reisende und Schmuggler nutzen täglich eine historische Zugverbindung von der Metropole Mandalay in den Nordosten Myanmars. Die atemberaubenden Ausblicke auf der 16-stündigen Fahrt interessieren viele Pendler kaum, eher schon die Snacks und Getränke fliegender Händler wie Daw Dee, die selbstgemachten Teeblattsalat verkauft. Die koloniale Vergangenheit des ehemaligen Burmas und sein Aufbruch in die Moderne treffen entlang der Bahnstrecke aufeinander. 360° - GEO Reportage hat Zugführer U Zaw Win, den Bahn-Inspektor Ko Tha Naing und Händler auf der Strecke begleitet.

Myanmar – per Zug durch die Zeit

Händler und Reisende im Mandalay-Lashio-Express

Myanmar – per Zug durch die Zeit

Ein ingenieurtechnisches Wunderwerk – die einst längste Eisenbahnbrücke des britischen Empires

Mitten auf der Bahnstrecke zwischen Mandalay und Lashio öffnet sich plötzlich eine 300 Meter tiefe Schlucht. Sie wird seit dem Jahr 1900 von einer Brücke – dem Goktheik-Viadukt – überspannt, die einst die britischen Kolonialherren Myanmars errichten ließen. Sie gilt noch heute als technisches Meisterwerk. Nur im Schritttempo kann der Zug heute die in die Jahre gekommene Stahlkonstruktion überqueren. Zugführer U Zaw Win fährt seit zwanzig Jahren auf der Strecke und kennt die Herausforderungen der alten Gleise. Noch bis vor wenigen Jahren waren Fotos der strategisch wichtigen Brücke streng verboten, und auch heute sind die Pfeiler durch Minenfelder gesichert – aus Angst vor Rebellen. Fast 700 Meter lang und 250 Meter über dem Niveau des Flusses erhebt sich das majestätische Bauwerk, dessen Überquerung einen auch heute noch mit Respekt erfüllt, bevor der Zug in der Dunkelheit eines Tunnels verschwindet. Für die Menschen, die den Zug jeden Tag nutzen, ist das Alltag. Mit der Bahn ist man einfach schneller auf der anderen Seite des Tals als mit dem Auto. Solange nicht unvorhergesehene technische Probleme auf der Strecke auftreten...

Wiederholungen:

Sonntags gegen 13.25 Uhr und am darauffolgenden Samstag gegen 9.25 Uhr werden die Filme der Vorwoche wiederholt.

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