Das Koala-Hospital

AUSTRALIEN: Obwohl die niedlichen Koala-Bären mittlerweile streng geschützt sind, nimmt ihre Zahl weiter ab. Eine Klinik in Port Macquarie kümmert sich um verletzte Tiere und vermittelt sie notfalls zu menschlichen Pflegeeltern. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 16. August 2014 um 19.30 Uhr

Ein Film von Therese Engels

Dank ihrer Knopfaugen, ihres weichen Plüschfells und ihrer tapsigen Bewegungen gehören Koalas zu den beliebtesten Tieren Australiens. Doch obwohl die einst gejagten Beuteltiere mittlerweile unter strengem Schutz stehen, nimmt ihre Zahl weiter ab. Öffentliche und private Einrichtungen kämpfen um den Erhalt der niedlichen Beutelbären.

Ausgetrocknet von der Hitze des Sommers gehen in Australien jedes Jahr tausende Hektar Eukalyptuswald in Flammen auf. Unzählige Tiere, die nicht schnell genug flüchten können, verbrennen. Zu den Opfern zählen immer auch Koalas, die in ihrem Bestand sowieso schon stark gefährdet sind. Neben den Kängurus gehören sie zu den berühmtesten Beuteltieren des Kontinents. Und Feuer ist nicht die einzige Gefahr für die niedlichen Baumbewohner. Engagierte Australier kämpfen mittlerweile um das Leben jedes einzelnen Tieres. In speziellen Kliniken päppeln Tierärzte und freiwillige Helfer kranke Koalas wieder auf und bereiten sie auf ihre Auswilderung vor. 360° - GEO Reportage hat ein Koalahospital besucht und Menschen getroffen, die mit großem Einsatz das Aussterben der beliebten Beutelbären stoppen wollen.

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Koalas, Australiens Wappentiere, sind gefährdet, denn ihr Lebensraum schrumpft. Waldbrände, neue Straßen und Hunde gelten als Hauptbedrohung für die Tiere

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Waisen-Koala Neill ist das zwanzigste Pflegejunge von Barbara und Geoffrey Garrett. Er bekommt solange Milch zugefüttert bis er 2,5 Kilogramm hat und stark genug ist auf Eukalyptusbäume zu klettern

Koala-Baby Neil lebt seit einigen Wochen bei seinen Pflegeeltern, einem älteren Ehepaar, im Badeort Port Macquarie an der Ostküste Australiens. Das Waisenjunge wurde ohne seine Mutter gefunden und ist etwa neun Monate alt. Es braucht noch viel Zuwendung und täglich seine Milch. Erst nach dem ersten Lebensjahr sind Koalas in der Lage für sich allein zu sorgen. In Port Macquarie steht auch das erste Koala-Hospital Australiens. Ob Brandwunden oder Infektionen - seit dem Jahr 1973 finden hier alle verletzten, kranken oder verwaisten Koalas der Region ein vorübergehendes Zuhause. In den letzten Jahren stieg die Zahl der pflegebedürftigen Tiere stetig an. Nicht nur verheerende, oft von Brandstiftern gelegte Waldbrände vernichten ihren Lebensraum. Auch die Ausbreitung der Städte, der Bau neuer Wohnviertel und Straßen verdrängen die Tiere aus ihrem Revier und schaffen zugleich neue Gefahren: Hunde und Autos gehören heute zu den „natürlichen“ Feinden der Koalas. Während also in Australiens östlichen Bundesstaaten Queensland und New South Wales die Koalapopulationen stark gefährdet sind, gibt es in einzelnen Gebieten an der Südküste zu viele Koalas für den verbliebenen Lebensraum der Tiere. In der Region von Cape Otway fürchten Biologen sogar um den Baumbestand, weil die Koalas die meisten frischen Triebe der Eukalyptusbäume sofort abfressen. Gern würden die Ranger die überzähligen Tiere umsiedeln, doch die scheinbar naheliegende Lösung funktioniert nicht. Koalas sind sehr standorttreu. Bis heute haben Wissenschaftler keine erfolgreiche Strategie entwickelt, das Problem zu lösen. Rund um Port Macquarie bleibt den Koalaschützern vorerst nur das Aufpäppeln von Tieren wie Neil, die für den Erhalt der Art sorgen sollen.

Wiederholungen:

Sonntag, den 17. August gegen 13.00 Uhr.

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Koala Neill, heute neun Monate alt, wurde verlassen von seiner Mutter auf der Straße gefunden. Starke Stürme und Überschwemmungen der letzten Monate machten aus so manchem Koalajungen ein Waisenkind