Der Vogelhändler von Guangzhou

Der Handel mit Singvögeln ist seit Jahrhunderten chinesische Tradition. Denn Vögel sind in China Statussymbole: Ausdruck von Reichtum und Kultur

Der Vogelmarkt ist der lebendigste Platz der Stadt. Hunderte von Marktständen mit Vogelkäfigen stehen dicht gedrängt: Chinesische Spottdrosseln, Prachtfinken und Sonnenvögel werden ebenso wie importierte Papageien und Wellensittiche zum Kauf angeboten. Die Tiere sind zum Teil gezüchtet, viele werden aber der freien Wildnis entnommen, was den Bestand mancher Arten schon stark reduziert hat.

Artenschützer haben es schwer, gegen die traditionellen Vogelliebhaber anzukommen. Denn der Erwerb eines Singvogels ist ein chinesisches Ritual: Stundenlang untersuchen interessierte Käufer Gefieder, Wuchs, Farbgebung und Reinheit; der Händler berät voller Leidenschaft. Vögel sind jedoch nicht nur als unterhaltendes Käfigtier beliebt - sondern auch als Leckerbissen.

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Überlieferungen zufolge halten Chinesen seit dem 5. Jahrhundert Vögel als Haustiere

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Herr Huang auf seinem Stand auf dem Vogelmarkt in Guangzhou. Nur wenige Vogelarten kommen in China in den Handel, sei es, weil ihr Gesang besonders schön ist oder sich diese Tiere in der Käfighaltung bewährt haben

Händler Huang ganzer Stolz sind seine Singvögel. Die besten Sänger unter ihnen wählt er jedes Jahr für einen Gesangswettbewerb aus - einer der gesellschaftlichen Höhepunkte in der chinesischen Hafenstadt. Das Training dauert Monate, der Besitzer des gefiederten Siegers erfreut sich großen gesellschaftlichen Ansehens.

"360° - Die GEO-Reportage" beobachtet den Vogelhändler Huang auf dem Markt und bei den Vorbereitungen zu einem Gesangswettbewerb.