Auf dem Holzweg

Der Schweizer Karl Ammann kämpft im Kamerun gegen den Handel mit Gorillafleisch. Dabei legt er sich auch mit der mächtigen Holzindustrie an

Wenn internationale Holzkonzerne ihre Schneisen in den Kameruner Regenwald schlagen, sprechen sie gerne von "selektiver Extraktion", denn sie fällen immer nur ein bis zwei Urwaldriesen pro Hektar. Aber bis der gefällte Baum von Bulldozern zur nächsten Piste geschafft wird, sind etwa 70 Prozent des Hektars vernichtet. Damit ist wieder ein Stück Lebensraum der Regenwald-Einwohner, der Pygmäen, zerstört. Gleichzeitig macht die Erschließung des Regenwaldes durch die breiten Trassen für die Holztransporter den Weg frei für eine weitere Ausbeutung des Regenwaldes: Wilderer können tiefer in den Wald eindringen, als dies bislang möglich war. Sie erlegen wahllos, was sich auf den Märkten verkaufen lässt. Besonders Gorilla-Fleisch ist begehrt im kommerziellen 'Bush-Meat-Handel'. Der Film stellt die Zusammenhänge zwischen der Bedrohung von Umwelt, Mensch und Tier im Regenwald dar.

Der Schweizer Fotograf Karl Amman lebt seit 25 Jahren in Afrika. Er hat sich den Schutz des Regenwaldes sowie den Schutz der Affen, zur Lebensaufgabe gemacht: "Die Primaten sind die nächsten Verwandten des Menschen. Wir können nicht zuschauen, wie sie ausgerottet werden.". Es ist schwer, die lokale Bevölkerung zu überzeugen. Sie verstehen nicht, wieso man Menschenaffen schützen soll. Der Häuptling eines Stammes im Regenwald von Kamerun erklärt: "Gorilla-Fleisch ist süß, besonders die Finger. Wir haben immer schon Affen gegessen. Wenn kleine Jungen Gorilla-Fleisch essen, werden sie stark. Wir wollen nicht, dass Weiße kommen und sich in unsere Angelegenheiten mischen." Welche Chancen - und welches Recht - haben Regenwaldschützer wie Karl Amman mit ihrem Engagement?

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