Paco Pacos - Die Knatterkisten vom Amazonas

Aus Teilen vom Schrottplatz baut ein Brasilianer unverwüstliche Fahrzeuge - die Paco-Pacos. Ohne sie geht im rauen Gelände gar nichts

Das Fahrwerk stammt von einem alten Toyota, die Sitze aus einem VW-Bus, der Motor aus einer Wasserpumpe, die früher einmal bei der Goldsuche verwendet wurde. Zusammengebaut ergeben diese Einzelteile einen Paco-Paco. Der Klang des Motors hat der einzigen brasilianischen Automarke ihren Namen gegeben. "360° - Die GEO-Reportage" zeigt, wie die Paco Pacos gebaut werden und wie unentbehrlich sie für die Menschen der Region Peixoto sind.

Ende der achtziger Jahre waren viele Glückssucher und Abenteurer in das verschlafene Peixoto gekommen. Sie wollten hier in der Umgebung nach Gold suchen. Doch der Boom dauerte nur kurz. Als die Goldsucher wieder gingen, ließen sie jede Menge Schrottteile und Wasserpumpen zurück. Jair Graff war der erste, der entdeckte, dass man mit den Drei-Zylinder-Dieselmotoren der Pumpen auch sehr effektiv ein Fahrzeug antreiben kann. Seitdem hat er über 460 Paco Pacos gebaut. Ihre robuste Karosserie ist aus den Einzelteilen diverser Autotypen zusammengesetzt. Diese Unikate erfreuen sich großer Beliebtheit - eignen sie sich doch hervorragend für Feld- und Transportarbeiten in unwegsamem Gelände und sind meist mit ein paar Hammerschlägen zu reparieren.

Aber die Existenz der Paco Pacos ist gefährdet. Der Grund: Auch in dieser entlegenen Dschungel-Region soll nun eine Straßenverkehrsordnung eingeführt werden. Und dafür sind Autos, deren Böden mitunter aus Holzplatten sind und die auch schon mal ohne Bremsen fahren, eine Gefahr. Jair Graff sieht seine Existenz bedroht und sucht deshalb nach Wegen, die Behörden von der Notwendigkeit der Pacos Pacos zu überzeugen. Seine neueste Idee: zusammen mit seinen Kollegen organisiert er eine Demonstration in Form eines Paco Paco-Gelände-Rennens.

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