Eine Liebe auf Bali

Bali zieht ausländische Liebespaare an - den Einheimischen ist die Idee der romantischen Liebe fremd

Die indonesische Insel Bali - ein Paradies, an dessen Stränden unzählige junge Paare aus aller Welt ihre Flitterwochen verbringen. Wie ein Magnet zieht die Insel Verliebte an. Doch den Einwohnern Balis ist das Konzept der romantischen Liebe fremd; in ihrer Sprache gibt es nicht einmal ein Wort dafür. Das Wohl der Gemeinschaft steht auch in der Liebe immer über dem Wohl des Einzelnen.

Das Leben der Menschen auf Bali bestimmt der Hinduismus. In jahrtausende alten religiösen Ritualen geht es immer wieder darum, die Balance zwischen Gut und Böse und den Einklang von Himmel und Erde zu erhalten. Auch im täglichen Leben streben die Menschen traditionell danach, das Gleichgewicht der Welt nicht zu stören. So ist beispielsweise auch die richtige Herkunft des Ehepartners für die Harmonie der Gemeinschaft von größter Bedeutung. Doch immer wieder wagen es einzelne, den Traditionen zu trotzen - so auch ein balinesischer Prinz.

Tjok Raka setzte sich vor 21 Jahren aus Liebe über alle Konventionen hinweg und heiratete gegen den erklärten Willen seiner Familie eine Australierin. Und so wurde Jane Gillespie, eine Lehrerin aus Sydney, in ein erzkonservatives Königshaus aufgenommen. Die Gemeinschaft war entsetzt. Doch die Liebe des Paares hält allen Schwierigkeiten zum Trotz bis heute an. Tjok Abi, der schwule Neffe des Prinzen, hingegen ordnete sich dem Willen seiner Familie unter und heiratete standesgemäß. Eine Entscheidung, die er heute bitter bereut. Andere Paare, die ebenfalls den traditionellen Regeln und Konventionen folgten, kennen diese Zweifel nicht. Für sie steht die Geborgenheit in der Gemeinschaft an erster Stelle.

"360° - Die GEO-Reportage" reist zu einer der ältesten Kulturen der Welt, wo Liebe alles andere als eine Privatangelegenheit ist.

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