#201  
Alt 01.03.2012, 21:09
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Zitat von Chiron
Die monotheistischen Religionen selbst sind aufgrund ihrer dogmatischen Festlegung nicht entwicklungsfähig; die jeweils zugrunde liegenden Schriften sind nicht korrigierbar - es bilden sich zwangsläufig entsprechend geistige Sackgassen, die meiner bescheidenen Meinung nach jeglicher "Spiritualität" widersprechen und einer solchen sogar entgegen wirken.
Diese Religionen dienten und dienen doch nur der Machtausübung und haben sich verselbstständigt. Vielen der Gläubigen ist das sicher auch nicht bewußt, wie sie manipuliert werden.
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  #202  
Alt 29.03.2012, 23:43
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Diese Religionen dienten und dienen doch nur der Machtausübung und haben sich verselbstständigt. Vielen der Gläubigen ist das sicher auch nicht bewußt, wie sie manipuliert werden.
Je weniger den Leuten die Manipulation bewusst ist, umso gläubiger und brauchbarer sind sie.
Wenn eine Religion sich als Volk fühlt und ihre hierarchische Organisation gut strukturiert ist, werden die Ausbilder dafür sorgen, dass jeder Teilnehmer davon überzeugt ist, dass NUR seine Wahrheit die richtige sein kann, und wer was anderes behauptet, der ist nach dem Rate des Propheten zu belehren.

Der Missionsauftrag der Christen wird heute eine Spur anders verstanden, war aber vor 600 Jahren (denn Mohammed lebte ja etwa 600 Jahre nach Christus) keinen Deut friedlicher.

Die Atheisten sind nur selten missionierend, sie lachen mehr über die Dummen, welche noch an ein Gott glauben oder an Wahrheit...

Zur Zeit sind die gläubigen Moslem, welche den Koran möglichst erfüllen wollen sehr daran interessiert, dies auch zu tun. Ich denke zwar nicht, dass die Überflutung Europas besonders organisiert ist, aber viele Moslems in Europa haben ihre Bildung zusätzlich zum Koran hier bekommen und all ihr Bewusstsein dazu benutzt, was sie lernten korangerecht zu interpretieren und die eigentliche Welle ist ja sehr jung, welche in den Norden schwappt.

Natürlich nicht die Einwanderer sind jung, Flüchtlinge kommen ja aus jeder Altersklasse und sie haben oft nur diese Bildung des Korans.

Zitat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Türkeistämmige_in_Deutschland
......
Verlust der Staatsangehörigkeit durch Wiederannahme der türkischen Staatsangehörigkeit [Bearbeiten]
Seit 1. Januar 2000 führt der Wiedererwerb der türkischen Staatsangehörigkeit nach zuvor erfolgter Einbürgerung in den deutschen Staatsverband zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Diese Konsequenz ist durch die Streichung der sogenannten Inlandsklausel in § 25 StAG eingetreten. Schätzungsweise 48.000 frühere türkische Staatsangehörige haben ihre deutsche Staatsangehörigkeit dadurch verloren.

Siehe auch: Wegfall der Inlandsklausel
Rückwanderung in die Türkei [Bearbeiten]
Seit 2005 kehren mehr Türkeistämmige aus Deutschland in die Türkei zurück, als von dort nach Deutschland zuwandern. Für den negativen Wanderungssaldo ist allerdings in größerem Maße der starke Rückgang der Zuwandererzahlen (von über 50.000 im Jahr 2002 auf 30.000 im Jahr 2008) verantwortlich als die Zunahme der Auswandererzahlen zwischen 2006 und 2008.[17]

Die Zahl der Menschen, die (auch) mit türkischer Staatsangehörigkeit in Deutschland leben, sinkt seit dem Höchststand vor zwölf Jahren ständig – von damals 2,1 Millionen auf inzwischen 1,6 Millionen. Als Gründe nennen die Statistiker neben Einbürgerungen und Sterbefällen auch Rückkehrer.[18]

Das Krefelder Institut futureorg befragte in der TASD-Studie 250 türkische und türkischstämmige Akademiker, von denen knapp drei Viertel in der Bundesrepublik geboren wurden, zu ihrer Lebenssituation. Laut einer Zwischenauswertung erklärten 38 Prozent, sie wollten in die Türkei auswandern. Als Begründung gaben 42 Prozent an, in Deutschland fehle ihnen das „Heimatgefühl“. Fast vier Fünftel bezweifelten, „dass in Deutschland eine glaubwürdige Integrationspolitik betrieben wird“.[19] Darüber hinaus ist allgemein ein Trend zur Rückwanderung in die Türkei zu verzeichnen. Im Jahr 2008 zogen bspw. 28.741 Türken nach Deutschland, im gleichen Jahr jedoch 38.889 Türken aus Deutschland in die Türkei.[20]

Medienkonsum [Bearbeiten]
Die in Deutschland lebenden Türken sehen und hören nach Angaben des privaten Berliner Marktforschungsinstitut Data 4U überwiegend türkischsprachige Medien. Sie nutzen demnach 80% ihrer Zeit, in der sie auf Medien zugreifen, türkischsprachige Sender. Besonders Frauen nutzen fast ausschließlich türkischsprachige Medien. Die meistgesehenen Sender bei Deutsch-Türken sind die türkischsprachigen Sender ATV und Euro D. Der Kindersender Super RTL ist bei Deutsch-Türken mit lediglich 4% Marktanteil der meistgesehene deutsche Fernsehsender. Die meistverkaufte türkische Tageszeitung in Deutschland ist die Hürriyet mit rund 36.000 Exemplaren. Aufgrund dieses Medienkonsums hat der Großteil der in Deutschland lebenden Türken beispielsweise von der Debatte um Thilo Sarrazin nicht viel mitbekommen.[21]
.......
Aber da geht es nur um Türken, es kommen ja aus allen Ländern muslimische Einwanderer.

GIGA hat einen Bericht veröffentlicht, den kann man hier ansehen oder herunterladen, gratis
Zitat:
Zitat von idw
Die Türkei in Afrika: Im Schatten des Neo-Osmanismus?

GIGA German Institute of Global and Area Studies

GIGA Focus Afrika (1/2012)
von Gero Erdmann und Olga Herzog

Kostenloser Download unter:
<www.giga-hamburg.de/giga-focus/afrika>

Am 16. Dezember 2011 empfing der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu in Istanbul über 40 Minister und Vertreter afrikanischer Staaten zur 1. Ministerkonferenz für die Koordination der 2008 beschlossenen türkisch-afrikanischen Partnerschaft.
Link Deutsch: http://idw-online.de/de/news470121
Zusätzliches Material ist vorhanden.
Weitere Art: Forschungs- / Wissenstransfer
Ich finde den Artikel wirklich interessant.
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  #203  
Alt 07.04.2012, 13:27
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Chiron Chiron ist offline
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... genau genommen, stellt uns doch die Wortwahl: "Einwanderer, Migranten etc." ein wirklich geistiges Armutszeugnis aus. Letztens lief bei ARTE oder 3SAT eine zweiteilige Dokumentation über die großen Wanderungen der Tierwelt auf diesem Planeten (auf der Erde, in der Luft und im Wasser). Wenn man dies mal als grundlegende Referenz für alle Lebewesen betrachtet, sieht man, wie im Zuge der geistigen Entwicklung der Spezies Mensch nicht nur die Intelligenz, sondern in gleich hohem Maße auch die Dummheit Einzug in die menschliche Hirnmasse genommen hat.
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Geändert von Chiron (07.04.2012 um 13:38 Uhr)
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  #204  
Alt 07.04.2012, 13:33
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Beo Beo ist offline
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Ändert das etwas bezüglich der Schicksale?
Wir können natürlich statt Einwanderer jedes Mal eine Namenliste aufzählen, aber ich fürchte das ändert nicht gerade viel bezüglich der Umgangs mit den Leuten.
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  #205  
Alt 07.04.2012, 13:46
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Chiron Chiron ist offline
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Hi Beo, das war ja jetzt auch keine gezielte Kritik an Euch, sondern nur ein Gedanke, der mir letztens beim Schauen der erwähnten Doku durch den Kopf ging. ..... wobei ich jedoch davon überzeugt bin, dass ein solcher Gedanke durchaus Potential hat, etwas an den Paradigmen zu ändern, in denen eine solche Wortwahl verankert ist - oder teilweise umgekehrt: Paradigmen sind nicht selten auch in der angestammten Wortwahl verankert.

Der Begriff "Einwanderer" beruht doch ausschließlich auf dem Nationalgedanken - ohne diesen wäre er überflüssig - und in diesem Sinne werden solche Begriffe den Geschmack von Kleinkariertheit meiner Ansicht nach nicht los - die Kleinkariertheit beruht geradezu darauf. Ich nehme mich da keineswegs aus, weil auch ich mich jener Sprache bediene, die mir nun mal zur Verfügung steht. ... wie Du weißt, mache ich mir oft Gedanken über die Zusammenhänge der Sprache mit unserer Denkart.

.... übrigens pflege ich einen aus meiner Sicht konstruktiven Umgang mit Menschen anderer Kulturkreise und bin entsprechend sensibilisiert - das muss doch irgendeinen Grund haben. .... in einem anderen Beitrag bezog ich mich bereits darauf, dass die Kritik an Verhaltensweisen, die lebens- oder menschenverachtend - asozial und/oder diskriminierend sind, etwas anderes ist als die Kritik am Menschen - egal woher er kommt - mir steht es nicht zu, Menschen zu kritisieren - meine Kritik bezieht sich auf die Taten, das Handeln und oft auch auf das den Taten vorausgehende Denken. .... eine solche Kritik ist somit von Hause aus weitestgehend frei von kultureller oder nationaler Selektion.

Wir können nicht so tun, als sei Dummheit auf einzelne Kulturkreise beschränkt, nur weil sie sich im Vergleich zu unserer Kultur anders zeigt oder offenbart als unsere eigene Dummheit, mit der wir die andere betrachten. ... mein oben geposteter Gedanke bezieht sich somit auf die Dummheit, die in fast allen Kulturen zu beobachten ist; selbstredend erst mal auf die eigene, in der ich nun mal lebe.

.... egal, ob in den o.a. Zitaten von türkischstämmig, von Staatsangehörigkeit, von Migration, von Einwanderer oder vom Neo-Osmanismus die Rede ist, wird das Beobachtete an sich ebenso "nationalistisch" geprägt sein, wie die Sicht des Beobachters, der dies entsprechend kommentiert; der Standpunkt der beiden Seiten ist diesbezüglich von ähnlichen Paradigmen geprägt, die ich nicht für konstruktiv halte und die auf diese Weise übrigens keineswegs etwas an den Schicksalen ändert.

Das o.a. Beispiel der globalen Tierwanderungen kann in diesem Sinne für die Denkweise aller Kulturkreise ebenso Kritik wie Anregung sein.
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Geändert von Chiron (07.04.2012 um 14:47 Uhr)
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  #206  
Alt 23.04.2012, 18:27
Barolo Barolo ist offline
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Der EINWANDERER stammt aus einer anderen Kultur und wird deshalb so bezeichnet.
EINE Definition von Kultur:
Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches ORIENTIERUNGSSYSTEM. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft, Organisation und/oder Gruppe tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein Handlungsfeld, das für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisch ist und schafft somit die Voraussetzung zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung."
Eigenes und fremdes Verhalten wird aufgrund dieses Kulturstandards beurteilt und reguliert.

Das Problem haben wir alle, denke ich, und ich finde das hat auch etwas Positives, Denken=Vergleichen nach Walter Rathenau.
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Wahre GRÖßE wird nicht in cm gemessen!!!!
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  #207  
Alt 23.04.2012, 19:22
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Beo Beo ist offline
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Ja, und wenn nun in meiner Uni ich bald froh sein kann, jemanden zu treffen der noch meinen Dialekt versteht, ist es nicht erstaunlich, dass ich anfange mich irgendwie zuhause fremd zu fühlen.

Da kann einem schon ungemütlich werden, wenn einen keiner mehr versteht und man die anderen auch nur schlecht versteht, weil sie irgend was sprechen, das ich nicht kenne.

Ein Einwandere ist garantiert kein Problem, aber 20% der Bevölkerung, die eine andere Kultur PFLEGEN und auch behalten wollen und vielleicht sogar missionieren, da verstehe ich schon die Ängste der Rechtslastigen.

Klar, als Friedenshetzer bin ich natürlich für Verständigung, aber einer allein genügt da nicht, wenn die andere Seite kein Interesse an Verständigung hat, sich keinen Deut bemüht, auch nur kommunizieren zu lernen, was soll ich denn da tun?
Manche Sprachgenies beherrschen 12 Sprachen, ich radebreche gerade mal 3 oder 4 und bin sogar sprachlich nicht vollkommen unbegabt, laut meiner Beurteiler — wie sollen nun diejenigen, welche weder Talent noch Lust an der Sprache empfinden zu einer Verständigung kommen?

Und wenn die Fremden dann auch noch so eigenartige Sitten stur behalten, sich keine Sekunde überlegen, ob sie vielleicht wenigstens den Anschein machen könnten sich zu integrieren bzw. einige Sitten des Gastlandes zu übernehmen oder mit zu machen, also wie soll man da zusammen leben lernen?
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  #208  
Alt 24.04.2012, 05:05
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Chiron Chiron ist offline
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Zitat:
Zitat von Beo
Ja, und wenn nun in meiner Uni ich bald froh sein kann, jemanden zu treffen der noch meinen Dialekt versteht, ist es nicht erstaunlich, dass ich anfange mich irgendwie zuhause fremd zu fühlen.
Hi Beo, auch wenn Du's vielleicht nicht bewusst so formuliert hast oder die von Dir gewählte Ich-Form nur stellvertretend für eine verbreitete Denkweise stehen soll, fällt doch besonders die Umschreibung: "meine Uni" auf, die wenn auch zumeist unbewusst, eine Aussage zu einem vermeintlich persönlichen Besitzstand trifft, was jedoch ein Irrtum ist und dennoch "kulturell" bedingt gerne "wahr gelogen" wird. (... dies träfe übrigens genau betrachtet ebenso auf die Umschreibung: "meine Kultur" zu.) .... aber was gerade am Beispiel "Uni" besonders kratzt, ist der universelle Anspruch, der dem Begriff "Universität" innewohnt, der selbstredend auch den universellen Umgang mit Kulturen und Sprachen beinhaltet, so denn man den Begriff ernst nehmen soll.
Zitat:
Zitat von Beo
Ein Einwanderer ist garantiert kein Problem, aber 20% der Bevölkerung, die eine andere Kultur PFLEGEN und auch behalten wollen und vielleicht sogar missionieren, da verstehe ich schon die Ängste der Rechtslastigen.
Das einzige, was ich daran verstehe, ist das Bildungsdefizit, das solche Ängste schürt - übrigens auf beiden Seiten; sprich bei vielen "Migranten" ebenso wie bei den meisten "Rechtslastigen", die auf ihre jeweils orthodox-konservative Weise wohl ebenso von "meiner Kultur" sprechen und sich entsprechend ihrer Ängste und mangels Selbstbewusstsein daran fest klammern. Ergo haben solche Ängste - insbesondere bei den Rechtslastigen - einen anderen Hintergrund als deren Projektionsfläche, mittels derer von den eigenen Schwächen abgelenkt wird.

Übrigens haben Migranten mit ausgeprägterer Bildung in der Regel sehr selten über längere Zeit ein Kommunikationsproblem und lernen entsprechend schnell die benötigte Sprache. Es gibt übrigens auch zahlreiche deutsche Studenten in Schweizer Universitäten, an denen aufgrund der verschiedenen Herkunftsländer vorwiegend englisch gesprochen wird. ... hat sich darüber mal ein Schweizer aufgeregt?
Zitat:
Zitat von Beo
Und wenn die Fremden dann auch noch so eigenartige Sitten stur behalten, sich keine Sekunde überlegen, ob sie vielleicht wenigstens den Anschein machen könnten sich zu integrieren bzw. einige Sitten des Gastlandes zu übernehmen oder mit zu machen, also wie soll man da zusammen leben lernen?
.... wie gesagt, ist Bildung eine sehr wichtige Voraussetzung; aber auch Bildung braucht entsprechend funktionierende soziale Rahmenbedingungen, die jegliche Ghettoisierung ausschließen; dem widerspricht jedoch die nach wie vor sehr ausgeprägte Klassengesellschaft, die sich durch unsere demokratischen Modelle noch immer nicht wirklich entschärft haben - ganz im Gegenteil sieht's angesichts der europaweit verbreiteten Tendenz zum Neoliberalismus so aus, dass sich die Klassenunterschiede noch mehr verschärfen.

Ich finde es z.B. in Deutschland sehr heuchlerisch, von Integrationsproblemen zu reden, während gleichzeitig ein großer Teil der Bevölkerung vom Kapitalismus ausgespuckt und schlussendlich ausgegrenzt wird. .... womit für diesen Teil der Bevölkerung auch die Rahmenbedingungen für Bildung und Kreativität erschwert werden und zudem die Ursuppe für Rechtsextremismus auf der einen und religiöser Fundamentalismus auf der anderen Seite begünstigt oder gar erzeugt wird. Das ist in der Regel das Umfeld, das Migranten erwartet, wie z.B. in Berlin-Neukölln und/oder in allen anderen Randgebieten europäischer Großstädte und Metropolen.

Ich sag Dir mal was @Beo: wir sind hier in Europa noch sehr weit von wirklicher Demokratie entfernt, und wenn wir den Kapitalismus nicht in den Griff bekommen, wird's alles nur noch schlimmer. Unsere Probleme sind allesamt hausgemacht und wir alle beteiligen uns mittels unserer zur "Konsum-Kultur" avancierten Lebensart tagtäglich daran, dass sich an dieser destruktiven Tendenz so gut wie nichts wirklich ändert.

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Gestern lief auf ARTE eine interessante Sendung zum Thema "Vorurteile", woraus hervor ging, dass Vorurteile in gewisser Weise evolutionsbedingt den Zweck zur schnellen Entscheidung begünstigen; sprich sehr wohl einen zweckdienlichen Sinn haben können. Andererseits werden Vorurteile insbesondere dann, wenn sie im Gegensatz zu individuellen Vorurteilen gruppenspezifisch entstehen und somit gezielt auf Gruppen angewandt werden, äußerst gefährlich werden. Das sind zwei gänzlich unterschiedliche Varianten von Vorurteilen, da letztere aus einer Gruppendynamik heraus entstehen und nichts mit individueller Intuition z.B. gegenüber einem Menschen, dem man begegnet, zu tun haben - solche Vorurteile kommen nicht - wie man so sagt - aus dem Bauch heraus, sondern werden vom Gruppenumfeld geprägt, wozu heutzutage auch die Medien beitragen und wie etwa im "Dritten Reich" die von Göbbels beförderte Hetzmaschine Massenmord hervor rief.

Ich hab das hier schon sehr oft angesprochen, dass mich dieser pauschalisierte Umgang mit dem Thema ganz besonders stört; jeder intelligente Mensch sollte dazu in der Lage sein, dies stets bei sich selbst zu hinterfragen, wie das vermeintliche Urteil entstanden ist und auf wen speziell es sich bezieht. .... dann muss sich auch nicht jeder Mensch mit Migrationshintergrund von solchen Vorurteilen verurteilt fühlen. Wenn man dies nicht beachtet, bedient man sich ganz ähnlicher Denkmuster wie die der Faschisten und Fundamentalisten - man gibt sich dem Gruppenwahn hin und agiert gegen jegliche Integration - man ist dann nicht besser als das, was man glaubt, verurteilen zu müssen.
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Geändert von Chiron (24.04.2012 um 06:19 Uhr)
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  #209  
Alt 24.04.2012, 07:05
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Doch auf nationaler Ebene ein pauschal auftretendes Problem individuell anzugehen ist wirklich etwas schwierig, insbesondere wenn man nicht mehr weiss, wo man die Asylanten menschenwürdig unterbringen kann.
Und einfach abweisen ist ja nicht unser Stil, wenn auch "das Boot ist voll" eine gewisse Berechtigung hat.

Wie begegne ich einem Menschen mit dem ich mich kaum verständigen kann?
Ich suche nach Verständigungsmöglichkeiten, damit bin ich nicht etwa der Normalfall, die meisten tun das nämlich nicht: Wenn es nicht klapp, dann läuft auch weiter nichts: Als Nachbarn macht man einen Bogen umeinander, als Angestellte im gleichen Betrieb tut man was man tun muss und darüber zu reden ist nur über eine höhere Instanz möglich....

Ja, der Besitzanspruch ist auch ein Teil des Heimatgefühls, wenn ich meine Uni sage, in der ich mich auch erst nach mehreren Semestern zuhause fühlte, empfinde ich das nicht als anmassend, im Bewusstsein dass jeder andere Student auch meine Uni sagt, auch jene die nicht meinen Dialekt sprechen, immerhin können sie eine Sprache die ich verstehe.

Letzteres ist z.B. bei Faschisten auch nicht der Fall, deren Sprache verstehe ich nicht und die wollen meine Sprache schon gar nicht hören. Nicht alle Faschisten in der Schweiz sind Ausländer, aber einige schon und der Islam an sich hat schon Gemeinsamkeiten mit anderen Lebensvorschriften faschistischer Art, was man auch merkt, wenn man Berichte liest von Leuten die daraus geflüchtet sind.

Logisch ist es falsch da zu behaupten, die Geflüchteten wären Faschisten, sagt ja auch niemand. Ich wollte nur im letzten Beitrag aufzeigen, wie sich das eben anfühlt im Alltag. Ganz klar dass man da unweigerlich mit einem Theoretiker in Konflikt gerät, der an den Zwischenmenschen die Anforderung stellt von einer Überlegtheit wie sie der Philosoph in einem Elfenbeinturm nach Stunden des Überlegens schlagfertig präsentieren kann.
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  #210  
Alt 24.04.2012, 11:52
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Zitat von Beo
Wie begegne ich einem Menschen mit dem ich mich kaum verständigen kann?
Ich suche nach Verständigungsmöglichkeiten, damit bin ich nicht etwa der Normalfall, die meisten tun das nämlich nicht: Wenn es nicht klapp, dann läuft auch weiter nichts: Als Nachbarn macht man einen Bogen umeinander, als Angestellte im gleichen Betrieb tut man was man tun muss und darüber zu reden ist nur über eine höhere Instanz möglich....
Natürlich gibt's auch diesbezüglich Extreme oder zumindest doch ein recht breites Spektrum, wenn's darum geht, wie gut oder schlecht ein Mensch eine für ihn fremde Sprache erlernt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn jemand selbst nach vielen Jahren in Deutschland kaum einen Satz auf deutsch zustande bringt, liegt in der Regel ein grober Bildungsmangel vor, der umso mehr hervor tritt, je älter dieser Mensch ist. Ich würde mal behaupten, dass unabhängig von der Nationalität eine Mehrheit der Menschen Probleme mit dem Erlernen einer Fremdsprache hat.

... ein solcher Hintergrund hat natürlich seine Folgen, denn in einem solchen Haushalt wird dann ausschließlich in der entsprechenden Landessprache gesprochen, ein Satellitenempfänger für's Heimat-Fernsehen installiert, und die sozialen Kontakte sind quasi von Hause aus auf die entsprechende Nationalität, bzw. mehr oder weniger auf die Familie beschränkt, weil sonst gar keine Kommunikation möglich wäre. Die Kinder wachsen dann in zwei verschiedenen Welten auf; ist die Bildung der Eltern zudem noch mangelhaft, bleibt entsprechende Unterstützung aus - wie auch bei vielen deutschen Familien, nur dass es dort nicht als ein solches Problem wahrgenommen wird, wenn die Kinder keinen geraden Satz auf deutsch zustande bringen. (man kann sich schließlich noch verständigen - in vielen RTL-Shows kann man dies beobachten)

Jetzt stell Dir zu all dem noch ein Umfeld in einem sozialen Brennpunkt einer Großstadt vor - da treffen dann z.B in der Schule die Kids aufeinander, die - ob deutsch oder türkisch - einen solch familiären und von Hause aus bildungsfernen Hintergrund mitbringen. .... dann kannst Du Dir ausmalen, wie's unter solchen Voraussetzungen meistens um das Deutsch der türkischen Kids bestellt ist.

Auf politischer Ebene sehe ich - zumindest hier in Deutschland - keinerlei Bemühung, etwas grundlegendes an den sozialen Rahmenbedingungen zu verändern - weil sich das "Soziale" des so genannten "Sozialstaats" ausschließlich auf die Finanzierung des Notwendigen für den Lebensunterhalt bezieht; sprich: das "Soziale" beschränkt sich auf Rechenexempel. Und es ist nun mal so, dass auch in den Großstädten das Geld regiert; entsprechend ist auch die Städteplanung ausgerichtet - der Mietspiegel der einzelnen Stadtteile besorgt dann den Rest - es entstehen auf diese Weise zwangsläufig soziale Brennpunkte, in denen sich der damit verbundene Bildungsmangel regelrecht aufstaut. Da regt sich die Öffentlichkeit über Parallelwelten der Migranten auf, dabei schafft sie bereits durch die unsoziale Städteplanung selbst solche Parallelwelten.

Dieser Tage ging's in einer Sendung im Fernsehen um Hospize; da sind die die Anwohner eines "gutbürgerlichen" Stadtteils in Hamburg mit Anwälten dagegen vorgegangen, dass in der Nachbarschaft ein Hospiz eingerichtet werden sollte; sie wollten in ihrer Nachbarschaft keine sterbenden Menschen hinnehmen und fürchteten zudem Wertminderungen ihrer Immobilien und hatten offensichtlich Erfolg damit. Das nur als Beispiel, wie's grundsätzlich in unserer kleinkarierten Welt um Integration bestellt ist.

@Beo, ich weiß nicht wirklich, wie's in der Schweiz ist - kann mir aber vorstellen, dass es prinzipiell dort nicht viel anders abläuft, wenn's darum geht, dass die vermeintlich "Heile Welt" der Spießer angekratzt werden soll und grundsätzliche Veränderungen anstehen. Was kann man denn bei solchen Voraussetzungen erwarten?

Hier in Deutschland reden fast alle Politiker jeder Partei ab und zu mal gerne über Bildung als wichtigste Voraussetzung - aber die für Bildung notwendigen sozialen Rahmenbedingungen werden gar nicht erst thematisiert - denn dies würde an's Eingemachte gehen. Sämtliche soziale Themen werden separat behandelt; niemals werden sie in einen gemeinsamen Kontext gestellt, wobei Bildung innerhalb sozialer Zusammenhänge ein ganz zentrales soziales Thema ist. Es kann aber kein Schuh draus werden, wenn Bildung losgelöst von anderen sozialen Bedingungen thematisiert wird - und das selbe trifft auf das Thema Integration zu.

Mich befremdet das auch, wenn ich Menschen erlebe, die seit Jahren in Deutschland leben und noch immer ausschließlich auf ihrer kulturell angestammten Insel verharren, keinerlei Neugier bezüglich dessen zeigen, was außerhalb dieser Insel los ist; die damit einhergehende Spießigkeit mag anders sein als die in unserem Kulturkreis angestammte; zusammengefasst bringt sie eben das Resultat hervor, über das wir hier reden.
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