#141  
Alt 06.04.2011, 16:20
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das sage ich schon lange: Wer glaubt, dass es kein Gott gäbe, der glaubt so sehr wie jener, der eins als existent annimmt.
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  #142  
Alt 07.04.2011, 12:27
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das sage ich schon lange: Wer glaubt, dass es kein Gott gäbe, der glaubt so sehr wie jener, der eins als existent annimmt.
Wie schädlich für eine angeregte Diskussion, wenn man feststellen muss, daß man mit dem Vorredner sowas von einer Meinung ist
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Erfahrung ist etwas, das man nicht hat, bis kurz nachdem man es gebraucht hätte. (Unbekannter Verfasser)
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  #143  
Alt 07.04.2011, 12:57
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Das Thema ist hier "Alles um Evolution" und es steht im Ressort "Natur und Umwelt" und die Diskussion geht nicht um die Existenz anderer Dimensionen und Kräfte als der physikalisch feststellbaren, sondern vielleicht darum, wie verwandt wir mit den Fadenwürmern wirklich sind, oder inwieweit ein epigenetischer Ansatz der Evolutionstheorie die bestehenden Vorstellungen verändern würde.

Es st also durchaus förderlich um die Sache wenn wir zu diesem grundlegenden Punkt keine Differenzen haben, denn der spielt hinsichtlich des Verlaufs der Evolution überhaupt gar keine Rolle.
Was für ein Pech für die Kreas, die Schöpfung kann ganz genau so verlaufen wie die Evolution zeigt.
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  #144  
Alt 22.04.2011, 08:16
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http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-biologie-evolution-auch-schimpansen-sind-depressiv-1.1087861

"Auch Schimpansen sind depressiv"
Zitat:
Psychiater Martin Brüne von der Uni Bochum erläutert, wieso man die psychischen Störungen des Menschen im Lichte der Evolution betrachten sollte. Die Medizin hat Schwierigkeiten damit, zu erklären, wieso psychische Krankheiten trotz verbesserter Gesundheitsvorsorge und Lebensbedingungen gerade in entwickelten Gesellschaften nicht abnehmen. Evolutionsbiologisch ausgerichtete Forscher plädieren deshalb dafür, die Genese etwa von Depressionen und Schizophrenien nicht nur an individuellen Patienten und deren Genen zu erforschen, sondern den stammesgeschichtlichen Kontext zu beachten. Ein führender Vertreter dieses Ansatzes in Deutschland ist der Psychiater Martin Brüne von der Universitätsklinik*Bochum.


Niemand weiß genau, was im Kopf eines Schimpansen vor sich geht. Aber Psychiater wie Martin Brüne sind überzeugt, dass Primaten ähnlich wie Menschen psychische Störungen entwickeln können. (© AFP)

SZ: Epidemiologischen Studien zufolge erkrankt jeder zweite Mensch mindestens einmal in seinem Leben an einer psychischen Störung. Wieso sind diese Krankheiten so beständig und so weit verbreitet?
Brüne: Die Frage ist brisant, denn schließlich hätte die Evolution ja genügend Zeit gehabt, etwa Depressionen über selektive Prozesse auszumerzen. Ich vermute, dass psychische Störungen den gleichen evolutionären Prinzipien unterliegen wie körperliche Krankheiten. Diese entstehen zum Teil durch Verhaltensweisen, etwa Essgewohnheiten, die für Jäger- und-Sammler-Gesellschaften optimiert waren. Dort war es eine sinnvolle Überlebensstrategie, nach süßen und fetthaltigen Nahrungsmitteln zu suchen. In modernen Überflussgesellschaften führt dieses Verhalten aber zu Übergewicht und Diabetes. Diese Krankheiten existieren, weil die biologische Evolution nicht so schnell ist wie die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Menschen. Für heutige Umwelten sind unsere stammesgeschichtlich erworbenen Anpassungen nicht mehr*optimal.

SZ: Sie meinen, auch unsere Psyche sei eher für das Leben in der urzeitlichen Savanne angepasst?
Brüne: Ja, es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass die Größe des sozialen Umfeldes und die Vielzahl der Kontakte mit Fremden in modernen Gesellschaften manche Menschen überfordern und sie unter chronischen Stress setzen, der letztlich auch Depressionen*verursacht.

SZ: In epidemiologischen Studien finden sich allerdings kaum Hinweise darauf, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der psychischen Erkrankungen drastisch zugenommen hat.
Brüne: Hier geht es um ganz andere zeitliche Dimensionen, nämlich um den Vergleich moderner mit steinzeitlichen*Gesellschaften.

SZ: Sind denn indigene Gesellschaften frei von Geisteskrankheiten? Andere Autoren verweisen darauf, dass sich etwa Depressionen auch bei Ache-Indianern in Paraguay oder Buschmännern in Südafrika finden.
Brüne: Es gibt sicherlich in jeder Kultur Menschen, die unsere Diagnosekriterien für psychische Störungen erfüllen, die Frage ist: wie viele? Außerdem scheint der Umgang mit solchen Krankheiten anders zu sein. So finden sich in Stammesgesellschaften häufig extreme Trauerreaktionen, die dann aber auch schnell wieder verschwinden - es kommt seltener zu Chronifizierungen. Selbst in Entwicklungsländern haben Schizophrene noch bessere Prognosen als bei uns. Im Übrigen widerspricht es nicht einer evolutionären Theorie der Psychiatrie, dass Menschen schon immer unter psychischen Störungen litten - im Gegenteil; vermutlich leiden bereits Menschenaffen unter psychischen*Störungen.

SZ: Können Schimpansen Wahnvorstellungen haben?
Brüne: Eine hochinteressante Frage. Ich glaube allerdings, dass Affen dazu der kognitive Apparat fehlt. Zu einem Wahn gehört es, Annahmen darüber zu machen, was andere denken, fühlen oder vorhaben, man braucht also eine sogenannte Theory of Mind. Es ist sehr umstritten, ob Schimpansen über diese verfügen. Ich glaube daher nicht, dass Schimpansen halluzinieren können. Unbestritten ist aber, dass sie unter Beschwerden leiden können, die den menschlichen Depressionen, posttraumatischen Störungen und Ängsten gleichen. Sie äußern sich in schweren Stereotypien und sozialem*Rückzug.

SZ: Könnte diese Allgegenwärtigkeit psychischer Störungen selbst bei nichtmenschlichen Primaten vielleicht sogar ein Hinweis auf durch sie bedingte, versteckte positive Effekte sein?
Brüne: In der Tat glauben einige Forscher, dass insbesondere die Depression als evolutionäre Anpassung, also als Selektionsvorteil verstanden werden kann: Das dauernde Grübeln helfe etwa bei der Entscheidungsfindung in komplexen sozialen Situationen; die Traurigkeit generiere Hilfsbereitschaft im sozialen Umfeld. Ich bin da sehr skeptisch: Bei sehr leichten Störungen mag das so sein, aber bei klinischen Depressionen sind die Verhaltensweisen so extrem, dass man sie in keiner Weise als hilfreich für den Betroffenen betrachten kann, sie können nicht adaptiv sein. Die meisten evolutionären Psychiater sehen psychische Störungen eher als Extremvarianten außerhalb der Anpassung - als statistische Ausreißer. Es gibt ein Kontinuum zwischen gesundem und krankem Verhalten; wird eine Schwelle überschritten, ist ein Erleben nicht mehr hilfreich: Normale Angst fördert das Überleben, eine Angststörung lähmt nur*noch.

SZ: Auch populäre Autoren konstruieren einen Zusammenhang zwischen Genie und Wahnsinn etwa bei Künstlern und Wissenschaftlern.
Brüne: Ja, und nennen dann als Beleg die bipolare Störung des Komponisten Robert Schumann, von der man heute aber weiß, dass sie durch eine Syphilis ausgelöst wurde. Das sind so Anekdoten, die nicht viel belegen. Es gibt allerdings Hinweise, dass Schizophrenien und manisch-depressive Erkrankungen in Familien mit Hochbegabten und Kreativen häufiger auftreten; darauf deuten einige Studien aus genetisch abgeschlossenen Populationen wie in Island. Aber in diesen Familien sind es eben nicht die von der Krankheit Betroffenen, die besonders viel leisten. Diese Studien zeigen vielmehr, dass es bei ähnlicher genetischer Ausstattung unterschiedliche phänotypische Entwicklungen geben*kann.

SZ: Geben Sie ein Beispiel.
Brüne: Beim sogenannten Serotonin-Transporter-Gen etwa hat sich gezeigt, dass Leute mit einer bestimmten Variante dieses Gens ein erhöhtes Risiko für Depressionen, suizidales und antisoziales Verhalten haben. Wenn aber die Menschen mit dem gleichen Vulnerabilitäts-Gen unter besonders günstigen Umweltbedingungen aufwachsen, können diese sogar empathischer und sozial erfolgreicher werden als Träger der normalen Variante! Das könnte erklären, wieso es diese Gene trotz Evolution überhaupt noch*gibt.

SZ: Also doch eine Anpassung?
Brüne: Ja schon, aber eben bezogen auf den Genoytp, nicht auf den Phänotyp, das Erscheinungsbild. Eine Depression ist nicht adaptiv, aber Gene, die unter ungünstigen Bedingungen zu Depressionen disponieren, sind vielleicht adaptiv, weil sie unter guten Bedingungen einen anderen Phänotypen bedingen. Diese letztlich evolutionäre Erklärung ist ein Fortschritt gegenüber dem üblichen Diathese-Stress-Modell der Psychiatrie, das davon ausgeht, dass ein Mensch über eine gewisse Vulnerabilität - Verletzlichkeit - für eine Krankheit verfügt, die dann bei bestimmten Stressoren zum Ausbruch kommt. Evolutionäre Psychiater wissen, dass dieselben Gene sich unter bestimmten Umweltbedingungen günstig oder ungünstig für seinen Träger auswirken*können.

SZ: Was bringen evolutionäre Ansätze für den klinischen Alltag?
Brüne: Schon das allgemein bessere Verständnis der Krankheit durch die Evolutionstheorie hilft - etwa zu der Einsicht, dass wir Männer und Frauen besser unterscheiden müssen, was derzeitige Diagnosekataloge nicht ausreichend tun. Wenn etwa der Therapeut weiß, dass depressive Männer häufig abweisend sind, weil es stammesgeschichtlich nicht sinnvoll war, sich als Schwächling zu*präsentieren
, dann muss er nicht lange nach weiteren Ursachen dafür*suchen.

SZ: Unterscheiden sich auch männliche und weibliche Schizophrenien?
Brüne: Ja. Im Wahn fühlen sich Männer meist von Gruppen anderer Männer verfolgt: Mafia, Polizei, Agenten. Frauen hingegen fühlen sich von Personen aus dem persönlichen Umfeld bedroht, Nachbarn, Familienmitgliedern. Das ist im evolutionären Kontext verstehbar, weil so die frühen Gefahren aussahen: Männer wurden von fremden Männergruppen bedroht, Frauen durch Verstoß aus der Ingroup. Oder nehmen Sie den Liebeswahn, bei dem jemand fest davon überzeugt ist, von einer anderen Person geliebt zu werden. Bei Frauen richtet sich der Wahn meist auf hochrangige, etwas ältere Männer. Bei Männern - wo die Störung ohnehin kaum vorkommt - eher auf attraktive, jüngere Frauen. Hier spiegeln sich die aus der evolutionären Psychologie bekannten, unterschiedlichen reproduktiven Strategien wieder: Frauen suchen Sicherheit für die langjährige Brutpflege, Männer wollen ihre Gene unter möglichst vielen jungen und gesunden Frauen*verbreiten. ...
FF
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  #145  
Alt 22.04.2011, 08:18
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Fortsetzung des Interviews der SZ von http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-biologie-evolution-auch-schimpansen-sind-depressiv-1.1087861

Zitat:

SZ: Wenn leichte Symptome psychischer Störungen manchmal hilfreich sind, wäre es dann sinnvoll, mit der Therapie zu warten?
Brüne: Es kommt natürlich auf den Schweregrad der Erkrankung an, aber ich glaube auch, dass man nicht jedes Symptom ohne Überlegen einfach nur wegtherapieren sollte: Leichte depressive Symptome können in der Tat bei einem Betroffenen ein Hinweis darauf sein, dass in seinem Leben etwas falsch läuft und vielleicht den Anstoß dazu geben, wichtige biographische Entscheidungen*anzugehen.

SZ: Sollte der Mensch also gar nicht immer nur nach dem Glück streben?
Brüne: Manche Forscher vertreten die Ansicht, dass es keine selektiven Vorteile bringt, immer nur froh und glücklich zu sein. Vielmehr könnte es so sein, dass eine gewisse Unzufriedenheit Menschen erst dazu antreibt, aktiv zu werden und ihre Lage zu*verbessern.

SZ: Die Evolution verurteilt uns also zu ewiger Unzufriedenheit?
Brüne: Vielleicht ist es nicht nur Unzufriedenheit an sich, sondern das permanente Streben des Menschen nach*Neuem.
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  #146  
Alt 20.10.2011, 21:31
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Soeben gefunden:
http://idw-online.de/de/news446815

Mensch und Affe teilen kulturelle Wurzeln
Zitat:
Nathalie Huber Kommunikation
Universität Zürich
20.10.2011 18:00

Orang-Utan
Mure Wipfli, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich

Orang-Utan
Mure Wipfli, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich
Kultur ist nicht eine Eigenschaft, die nur dem Menschen zufällt. Das Forschungsteam um den Anthropologen Michael Krützen von der Universität Zürich zeigt anhand von Orang-Utan-Populationen: Die Fähigkeit, Dinge sozial zu erlernen und über sehr viele Generationen weiterzugeben, besitzen auch Menschenaffen. Die Forscher erbringen den ersten Beweis, dass sich Mensch und Menschenaffe ihre evolutionären Wurzeln teilen. Sie beantworten die umstrittene Frage, ob unterschiedliche Verhaltensmuster kulturell bedingt sind, oder durch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse verursacht.
Menschen geben neue Verhaltensweisen durch soziales Lernen von einer Generation zur nächsten weiter. Für viele zeigt sich das Vorhandensein von Kultur beim Menschen in dessen idealer Anpassung an die Umwelt. Dies unterscheidet den Menschen vom Tier. Ob Kultur einzigartig beim Menschen vorkommt oder tiefere evolutionäre Wurzeln hat, ist nach wie vor eines der ungelösten Probleme der Wissenschaft.
Vor ungefähr zehn Jahren berichteten Biologen, die freilebende Menschenaffen beobachteten, von einer geographischen Verteilung von Verhaltensmustern, wie sie nur durch die kulturelle Weitergabe von Innovationen, ähnlich wie beim Menschen, zustande gekommen sein könnte. Diese Beobachtung hat zu einer hitzigen, bis heute andauernden Debatte unter Experten geführt. Bis anhin konnte nicht geklärt werden: Ist die geographische Variation im Verhalten kulturell bedingt, oder ist sie das Resultat genetischer Faktoren und Umwelteinflüsse?

Nicht nur der Mensch hat Kultur
Nun untersuchten Anthropologen von der Universität Zürich, ob die geographische Verteilung von Verhaltensmustern in neun Orang-Utan-Populationen in Sumatra und Borneo durch kulturelle Weitergabe erklärt werden kann. «Dies ist der Fall. Die kulturelle Interpretation der Verhaltensvielfalt trifft auch bei Orang-Utans zu. Und zwar genauso, wie wir das für die menschliche Kultur erwarten würden», so Michael Krützen, Erstautor der soeben in «Current Biology» veröffentlichten Studie. Die Forscher zeigen: Genetische Faktoren oder Umwelteinflüsse können die Verhaltensmuster in Orang-Utan-Populationen nicht erklären. Die Fähigkeit, Dinge sozial zu erlernen und weiterzugeben, wurde über sehr viele Generationen durch die Evolution selektiert, nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Menschenaffen. Krützen ergänzt: «Es sieht so aus, als wäre die Fähigkeit zu kulturellem Handeln durch die lange Lebenserwartung von Menschenaffen diktiert, und durch die Notwendigkeit, sich auf ändernde Umweltbedingungen einstellen zu können». Und er schlussfolgert: «Die Wurzeln unserer menschlichen Kultur gehen viel tiefer, als wir zu wissen glaubten. Sie basieren auf einem starken Fundament, das viele Millionen Jahre alt ist, und das wir mit unseren nächsten Verwandten teilen – den Menschenaffen».


Orang-Utan
Mure Wipfli, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich

Orang-Utan
Mure Wipfli, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich
Kultur ist nicht eine Eigenschaft, die nur dem Menschen zufällt. Das Forschungsteam um den Anthropologen Michael Krützen von der Universität Zürich zeigt anhand von Orang-Utan-Populationen: Die Fähigkeit, Dinge sozial zu erlernen und über sehr viele Generationen weiterzugeben, besitzen auch Menschenaffen. Die Forscher erbringen den ersten Beweis, dass sich Mensch und Menschenaffe ihre evolutionären Wurzeln teilen. Sie beantworten die umstrittene Frage, ob unterschiedliche Verhaltensmuster kulturell bedingt sind, oder durch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse verursacht.


Orang-Utan
Mure Wipfli, Anthropologisches Institut und Museum, Universität Zürich

Grösster Datensatz für Menschenaffen
Die Forscher verwendeten in ihrer Studie den grössten Datensatz, der je für eine Menschenaffenart zusammengestellt wurde. Unter anderem analysierten sie über 100’000 Stunden Verhaltensdaten und fertigten von über 150 wilden Orang-Utans genetische Profile an. Mittels satellitengestützer Fernerkundung erarbeiteten sie ökologische Unterschiede zwischen den Populationen. Dazu Mitautor Carel van Schaik: «Das Einzigartige an unserer Studie ist, dass wir erstmals durch die schiere Grösse unseres Datensatzes den Einfluss ermitteln können, den Genetik und Umweltfaktoren auf die unterschiedlichen Verhaltensmuster der Orang-Utan-Populationen haben». Als die Autoren die Parameter untersuchten, die verantwortlich sind für die Unterschiede in Sozialstruktur und Verhaltensökologie, spielten Umwelteinflüsse und in geringerem Masse auch genetische Faktoren eine Rolle. Somit war bewiesen, dass die gemessenen Parameter auch tatsächlich eine Aussagekraft besitzen. Dies war wiederum grundlegend für die Hauptfrage, ob genetische Faktoren oder Umwelteinflüsse die Verhaltensmuster in Orang-Utan-Populationen erklären können. «Das traf nicht zu. Daher konnten wir zeigen, dass die kulturelle Interpretation der Verhaltensvielfalt auch für Orang-Utans gilt», schliesst van Schaik.


Literatur:
Michael Krützen, Erik P. Willems, and Carel P. van Schaik: Culture and Geographic Variation in Orangutan Behaviour, in: Current Biology, Volume 21, Issue 21, first published online: October 20, 2011, doi:10.1016/j.cub.2011.09.017

Kontakte:
Dr. Michael Krützen
Anthropologisches Institut und Museum
Universität Zürich
Tel. +41 635 54 12
E-Mail: michael.kruetzen@aim.uzh.ch

Beat Müller
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Universität Zürich
Tel. +41 44 634 44 32
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