#21  
Alt 05.06.2009, 16:15
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Ist aber etwas viel, ich gebe den Link und das Inhaltsverzeichnis, das mag als Orientierung genügen:
[url]http://www.naan.de/an/geographie/desertifikation[/url]

Zitat:
Inhaltsverzeichnis

1 Einführung 3
1.1 Der Begriff 'Desertifikation' (lat.: desertus facere) 3
1.2 Desertifikationsgeschädigte und -gefährdete Gebiete - Ein grober Überblick 3
2 Kennzeichen der Desertifikation 6
2.1 Vegetative Indikatoren 6
2.2 Hydrologische Indikatoren 6
2.3 Morphodynamische Indikatoren 7
2.3.1 äolische Prozesse 7
2.3.2 fluviale Prozesse 7
2.4 Pedologische Indikatoren 8
3 Unangepaßte Bodennutzung - Eine Ursache der Desertifikation 9
3.1 Die natürliche Vegetation 10
3.2 Der Regenfeldbau 11
3.3 Die Bewässerungswirtschaft 11
3.4 Einwirken der unangepaßten Bodennutzung auf andere Faktoren 12
4 Angepaßte Bodennutzung - Kann die Desertifikation bekämpft werden? 13
4.1 Ansätze im Regenfeldbau 13
4.2 Ansätze im Bewässerungsfeldbau 14
4.2.1 Nutzung des Oberflächenwassers 14
4.2.2 Nutzung des Brunnenwassers 14
4.2.3 Nutzung durch Stauwerke 14
4.2.4 Moderne Bewässerungsmethoden 15
4.3 Ansätze in der Forstwirtschaft (vegetative Maßnahmen) 15
5 Zusammenfassende Wertung 17
6 Literatur 18
Natürlich gibt es noch andere Quellen:
[url]http://www.g-o.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=67&rang=13[/url]
Zitat:
Sind die Nomaden schuld?
Überweidung als Ursache der Wüstenbildung

Für die Desertifikation werden oft Nomaden, die mit ihren Rinder-, Ziegen- oder Kamelherden vor allem in den Wüstenrandgebieten umherziehen, verantwortlich gemacht. Aufgrund ihrer großen Zahl an Rindern bleibe "nichts als verwüstetes Land" hinter ihnen übrig.

Aufgrund eigener Untersuchungen im Sudan kommt der Bayreuther Geograph Fuad Ibrahim jedoch zum gegenteiligen Ergebnis. Er hält die nomadische Viehhaltung für die am besten abgepaßte Nutzungsweise in der Wüstenrandzone. Häufig wird der Nomadismus inzwischen sogar als besonders umweltfreundlich angesehen. Dies liegt vor allem an der großräumigen Nutzung der Wüstenrandgebiete.


Ziegenherde
© FEMA

Die Tuareg im Niger oder in Mali legen im Laufe eines einzigen Jahres auf ihren Wanderungen mehr als eintausend Kilometer zurück. Einige Nomadengruppen verfügen sogar über Reservegebiete, die in "normalen" Jahren nicht beweidet, sondern erst bei einer Dürre aufgesucht werden. Dies verhindert, daß die bisher beweideten Flächen übernutzt werden müssen und es als Folge zur Verwüstung kommt.......
.......
Zweite Seite:
Zitat:
Mehr als nur Ausbreitung der Wüsten...
Definition und Zahlen zur Desertifikation

Desertifikation ist nicht gleich Dürre und auch nicht einfach Ausbreitung der Wüsten. Desertifikation bedeutet die Ausbreitung wüstenähnlicher Verhältnisse in Gebiete hinein, in denen sie aufgrund der klimatischen Bedingungen eigentlich nicht existieren sollten. Sie ist nicht auf Afrika begrenzt, sondern stellt ein weltweites Problem dar, denn alle Kontinente sind - allerdings in unterschiedlichem Ausmaße - von diesem Phänomen betroffen. ......


Jetzt müsste man noch dazu die durch Straßen, Flugpisten, Parkplätze und Kirchen oder Fabriken zugepflasterten Trockengebiete einzeichnen, da kommt Europa gar nicht mehr so weiß weg.
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  #22  
Alt 05.06.2009, 16:34
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[url]http://www.g-o.de/dossier-detail-67-5.html[/url]
Zitat:
Auch in Europa?
Desertifikation - nicht nur ein Problem der Entwicklungsländer

Wenn wir an Wüste und Desertifikation denken, kommen uns zumeist die Sahara und das Sahelgebiet, die asiatische Wüste Gobi oder die Kalahari in Südafrika in den Sinn. Aber auch in Industrieländern entstehen überwiegend selbstverschuldete Wüsten. Große Teile des Mittelmeerraums, der ursprünglich von dichten Eichenwäldern bedeckt war, sind akut von Desertifikation bedroht. Heute findet man rund ums Mittelmeer nur noch niedrige Buschwälder.

Ein Beispiel aus Südfrankreich: Die meisten Touristen, die die Region der "Calanques" zwischen Cassis und Marseille bewundern, ahnen wahrscheinlich nicht, wie ruiniert ihre Traumlandschaft in Wirklichkeit ist. Die karstigen Felshügel der Calanques lassen sie sich in einem Stück unberührter Natur wähnen. In Wirklichkeit aber besichtigen sie das Resultat einer ökologischen Katastrophe. Früher war die "Calanques" von einem dichten Wald aus Steineichen bedeckt. Mehr als 3000 Jahre lang haben die Menschen den Wald gerodet, und dort, wo das Holz für sie wertlos war, haben sie ihn angezündet, um Weideland für Ziegen und Schafe zu gewinnen.

Die heftigen Regenfälle im Winter schwemmten den ungeschützten Boden weg. Zurück blieb nur der nackte Kalkstein. Die Büsche, die zwischen den Felsen wurzeln, werden immer wieder durch Buschbrände vernichtet, kaum daß sie neu ausgetrieben haben. Ob sich hier jemals wieder Wald ansiedelt, ist mehr als fraglich. Allein bis eine ausreichende starke Bodenschicht entstünde, würden Jahrhunderte vergehen. Nur an tiefer gelegenen Stellen, an denen die rote Erde noch nicht fortgespült wurde, hat der Wald noch eine Chance.

Ausgetrockneter Aralsee
© NASA
Der Aralsee (ehemalige UdSSR) trocknete wegen Ableitung der großen Zubringerflüsse immer mehr und mehr aus. 1960 war er noch das viertgrößte Binnenmeer der Erde - in den letzten knapp 40 Jahren ist der Aralsee auf 40 Prozent seiner ehemaligen Fläche und 20 Prozent seines ehemaligen Volumens geschrumpft. Feiner Sand vom ehemaligen Seegrund zusammen mit Salzstaub überweht weite landwirtschaftliche Flächen.

Auch in Deutschland müssen Bauern beobachten, daß eine rücksichtslose industrielle Landnutzung nahezu sterile Böden hinerläßt - eine Vorstufe der Verwüstung.
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  #23  
Alt 05.06.2009, 19:30
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Kurz nur, bei der Intensivierung der Landwirtschaft gibt es neuerdings den Einfluss der EU, der - das jedenfalls ist meine persönliche Meinung - den Markt beinflusst. Früher sagte man - Nachfrage und dann Angebot. Heute sieht es anders aus. Angebot in Hülle und Fülle, die Nachfrage stellt sich so dar, dass hier in Europa zumindest mehr gekauft wird, als man verbrauchen sollte und auch verbrauchen kann.
Man sieht es doch an der Milch. Es sind Quoten vorgegeben, im Laden steht aus allen Herrenländern spottbillige Milch herum, so billig, dass die Bauern nahe davor stehen ihre Milchkühe zu schlachten, denn es lohnt sich einfach nicht.
Dreiländerwirtschaft? Das war einmal, es wird regelrechter Raubbau betrieben um am Markt mithalten zu können. Der Boden wird ausgelaugt und dann künstlich irgendwie dazu gebracht doch noch irgendeinen Ertrag zu bringen. Einfach deshalb, weil auch die Bauern überleben wollen.

Du schreibst weiter oben vom weißen Europa. Dabei haben wir nicht die geringste Ahnung, wieviel Wald hier gerodet wurde, wieviele Arten hier einmal waren..... Man bemüht sich das einigermaßen in Ordnung zu bringen, aber ob das gelingen wird?
Wo z.B. Mischwälder abgeholzt wurden, setzte man reine Nadelholzsetzlinge ein, weil Fichten und Kiefern mehr einbrachten.
Auch das ging nicht lange gut, die Bäume würden dem Klimawandel zum Opfer fallen hieß es. Nein, die Bäume waren erstens nicht für diesen Boden gedacht und zweitens waren sie Schädlingen schutzlos ausgesetzt.
Momentan sehe ich das hier jeden Tag auf meiner Fahrt zur Arbeit. Auch hier hat man sich ein Beispiel an den zivilisierten westlichen Staaten genommen und wollte sich am Gewinn an Hölzern auch ein Scheibchen abschneiden. Jetzt vertrocknen Kiefern, weil sie auf Lehmboden einfach keine Lebenschance haben.
Noch gibt es - außer in Spanien - noch keine Wüstenbildung, aber was nicht ist, kann noch werden.
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"Wenn man liest, dass Gott die Welt geschaffen hat, denkt man immer, das sei längst abgeschlossen. Aber hier in Island sieht man, dass die Erde noch lange nicht fertig ist."(Olafur Ragnur Grimsson am 21.4.2010)
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  #24  
Alt 05.06.2009, 21:16
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Ich weiß nicht, ob man früher sagte: "Nachfrage und dann Angebot"
Wann früher denn?
Ich meine, wer fragte nach den Erfindungen des 18. und 19. Jahrhunderts?
Wer fragte nach Atomkraftwerken und Superflugzeugen?

Irgendwie sind doch Nachfrage und Angebot in einem Gleichgewicht, aber wenn man mit einer Katastrophenmeldung die Massen verschrecken kann, wird aus jeder "Lösung" ein tolles Geschäft.

Aber das ist nicht das Thema.

Die Wüstenbildung findet nicht nur da statt, wo Menschen wirken, aber die Wüstenbildung fernab kann durchaus aufgrund menschlicher Emissionen stattfinden, weil wir die Zusammenhänge noch nicht kennen auf klimatischer Ebene des ganzen Ökosystems Erde.

Einzeln lassen sich Zusammenhänge darstellen, aber man darf nicht vergessen, dass die Erde ein Ganzes ist, und nicht nur Einzelteile, auch wenn man die atomisieren könnte.

Nur habe ich ganz bestimmt keine Lösung parat, also sollte ich wohl besser die Schnauze halten. Ich kann nicht mal so recht genau sagen wer schuld ist, denn vieles was ich gekauft habe, hat beigetragen zur Umweltschändung oder so.
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  #25  
Alt 29.01.2010, 06:29
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Hier noch eine sehr bildhafte Orientierung

schaut lieber im Original nach, es wäre doch zu aufwendig alles über Bildschirmfoto mit URL zu versehen.
[url]http://www.pik-potsdam.de/members/pcwerner/vl-13[/url]
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  #26  
Alt 21.02.2010, 06:07
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Ein großes Vorhaben.... Folgen dürfte es haben, aber was für welche?

Zitat:
Zitat von http://www.tagesschau.de/ausland/sahelzone100.html
Aufforstungsprojekt in der Sahelzone
Ein grüner Gürtel gegen die sandige Wüste
Die Wüstenbildung in der Sahelzone aufzuhalten - dieses Ziel haben sich Afrikas Staatschefs gesetzt. Über den Kontinent soll ein 7000 Kilometer langer und 15 Kilometer breiter Waldstreifen entstehen, der die Wüste begrenzt. Bisher hält sich nur der Senegal an die Vereinbarung.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Westafrika


Durch Afrika soll eine "grüne Mauer" entstehen, um die Verwüstung aufzuhalten.

Jeden Tag geht in der Sahelzone fruchtbarer Boden verloren. Viele Menschen in den ländlichen Gebieten sind arm und müssen die letzten Bäume für ihr Feuerholz fällen. Außerdem bekommt die trockene Region südlich der Sahara den Klimawandel zu spüren. Die Folgen: Dürre und Wüstenbildung, aber auch Überschwemmungen, weil das Regenwasser auf dem verkarsteten Boden nicht mehr abfließen kann.

Die ganze Region lebt von der Landwirtschaft - ohne Boden gibt es aber kein Leben. Zeit zu handeln, haben sich Afrikas Staatschefs gesagt und ein ehrgeiziges Mega-Projekt aus der Taufe gehoben. Sie wollen die Sahelzone aufforsten. Quer durch den Kontinent zwischen Dakar und Dschibuti soll ein 7000 Kilometer langer und 15 Kilometer breiter Waldstreifen entstehen - damit die Wüste bleibt, wo sie ist. Bisher hat sich nur der Senegal daran gehalten.


Armee hilft beim Anbau von Setzlingen

In Lagbar trauen sie ihren Augen nicht. Wie lange haben die Menschen hier nichts Grünes mehr wachsen sehen? Ein paar hundert Kilometer nördlich von Senegals Hauptstadt Dakar ist der Boden mit den Jahren immer trockener geworden, Landwirtschaft wurde fast unmöglich. Jetzt soll alles anders werden. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, und auch die Armee hilft mit - schließlich müssen 15.000 Setzlinge in die Erde.

"Wir haben hier vor allem Bäume gepflanzt, die in diesem Klima besonders widerstandsfähig sind", erzählt Mamamdou Simal, ein Junge aus dem Dorf, der einen Spaten in der Hand hält. "Akazien, Brustbeeren, Tamarinden. Wir haben uns in Gruppen von zehn Leuten aufgeteilt und laufen die Reihen ab, um die kleinen Bäumchen zu bewässern."


Zäune gegen die Viehherden


Eine senegalesische Frau beim Melken
In Lagbar meinen sie es ernst. Die Dorfbewohner bauen Rinnen für das Regenwasser, zäunen den Mini-Wald ein, damit die Viehherden der Bauern ihn nicht auffressen. Das Aufforsten, sagen sie, werde viele Vorteile haben. Der Grundwasserspiegel sinkt nicht weiter ab, fruchtbare Bodenschichten bleiben erhalten, die Früchte der Bäume, besonders die der Akazien, lassen sich auf dem Markt verkaufen. Wo vorher Wüste war, sind rund 20 Kilometer Baumstreifen entstanden, mit Geld vom Staat und mit dem Geld der Europäischen Union. Immerhin ein erster Schritt.

Senegals Umweltminister Djibo Leity Ka ist zufrieden. "Insgesamt haben wir hier etwas sehr Wichtiges geleistet. Wir wollen weitermachen, mehr als 500 Kilometer Waldstreifen sollen es am Ende sein. Dann sind unsere Nachbarländer gefragt, von Mali über den Niger, den Tschad, bis hinüber nach Dschibuti. Alle Staatschefs wurden von unserem Präsidenten Wade ermutigt, Bäume zu pflanzen, und ich bin überzeugt, dass alle mitmachen werden", sagt er.



Fachmann: Kosmetische Einzelmaßnahmen

Doch mit der Vision eines durchgehenden Waldes vom Atlantik bis zum Indischen Ozean, von Dakar im Westen bis Dschibuti im Osten, steht der Senegal momentan allein auf weiter Flur. Auch wenn der Vorstoß von Präsident Wade die Teilnehmer der Klimakonferenz von Kopenhagen beeindruckt hat: Die Idee ist nicht neu. Schon vor fünf Jahren hatte Nigerias damaliger Präsident Obasanjo seinen Plan von einer grünen Mauer vorgestellt. Zehn andere Sahelländer hatten damals ihre Unterstützung zugesagt. Innerhalb von 30 Jahren wollte man gemeinsam die Wüste stoppen.

Doch die "grüne Mauer", das sei schon damals nur eine Metapher gewesen, in Wahrheit gehe es um kosmetische Einzelmaßnahmen, schimpft Senegals Umweltexperte Haïdar al Ali. Überall fehle der politische Wille für ein gemeinsames Ziel. Außerdem: Eine "grüne Mauer" durch Afrika sei zwar eine gute Idee, löse aber das Grundproblem der Wüstenbildung nicht.



"Altertümliche Methoden in der Landwirtschaft"

Auch nicht im Senegal, im Vorreiterland des Grüngürtels: "Das bisschen Wald, das wir haben, brennt mehr als 1500 Mal pro Jahr. Die Bauern flammen den Busch ab, um die Fläche als Ackerland zu nutzen. Niemand tut was dagegen, schon gar nicht die Regierung. Ich glaube nicht an dieses Projekt, denn was nützt es? Wir bewirtschaften unser Land im Sahel nach altertümlichen Methoden. Was nun aufgeforstet wird, steht in keinem Verhältnis zu der Fläche, die uns jedes Jahr verlorengeht", gibt er zu bedenken.

Im Norden des Senegal wird aber unbeirrt weitergepflanzt. Und das sei gut so, findet der Dorflehrer Amady Guissé. Schließlich fange auch der Umweltschutz im Kleinen an. "Da tut sich doch schon was. Das hier ist ein sehr trockenes Gebiet, und beim Bäumepflanzen können meine Schüler eine Menge lernen. Sie begreifen, dass es so nicht weitergehen kann mit der Wüstenbildung. Die grüne Mauer, das ist ganz konkreter Unterricht zur Rettung der Natur", sagt er. Der Erfolg gibt dem Dorflehrer Recht: Im Senegal haben bislang mehr als 80 Prozent der Setzlinge überlebt.
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  #27  
Alt 07.03.2010, 09:07
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www.newtree.ch

Dokumentation von Versuchen die Verwüstung aufzuhalten:

[url]http://www.newtree.org/de/web/index.php?id=193[/url]

Zitat:
newtree ist eine international und ZEWO anerkannte, gemeinnützige Organisation. Die Schweizer NGO fördert zusammen mit Grossfamilien, Frauengruppen und Partnerorganisationen in der Sahelzone Afrikas die Wiederbewaldung von Ödlandflächen. Bäume verbessern die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung und ermöglichen eine Regeneration des Bodens und der Vegetation.

Klimawandel: ARD zeigte newTree als Beispielhaft
Der bekannte Fernsehmann Jürg Pilawa hat sich in einer Sendung der ARD mit dem Klimawandel auseinandergesetzt. Darin wird die Arbeit von newTree als gutes und konkretes Beispiel gegen den Klimawandel gezeigt.

8. Dezember 2009


15. November 2009 Krienser Suppentag

Start um 10.00 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im neu gestalteten Gallusheim, Kriens (LU).
Der Gottesdienst ist dem Thema Baum gewidmet und wird begleitet vom Gallus-Chor und einem anschliessenden Vortrag über newTree von Christina Waldmeier.
Um ca. 11.30 Uhr feines Suppenzmittag bis zum gemütlichen Kaffee.

Die Organisation "Kriens hilft Menschen in Not" organisiert diesen Suppentag. newTree gestaltet den Gottesdienst mit und stellt das Projekt vor. Das gewährt allen Einblick, wie die grosszügige Spende von "Kriens hilft Menschen in Not" an newTree umgesetzt wurde.
Auf Wiedersehen in Kriens - en Guete !

Auf dem Weg nach Kopenhagen



Klimaschutz für EINE Welt
Germanwatch, eine deutsche NGO, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt, hat einen Kurzfilmwettbewerb veranstaltet und bisher zwei sehr unterschiedliche Filme produziert



Aus Ödland wird Mischwald

Wie geht das? Die Natur macht's von selbst, denn das Potential dafür schlummert im ausgetrockneten Boden. Wenn da nur die Ziegen nicht wären: Sie laufen zu Tausenden frei herum und fressen alles Grüne ab.
Einzige Möglichkeit damit die jungen Pflanzen unbehelligt wachsen können: Solide Maschendrahtzäune.


newTree unterstützt die natürliche Wiederverjüngung. Es werden keine (Eukalyptus-) Monokulturen gepflanzt, Bewässerung ist nicht nötig, denn die Niederschläge reichen aus. Geschützt vor Tierverbiss wächst eine herrliche Vielfalt einheimischer Baumarten aus den Samen und Wurzeln, die im Boden vorhanden sind. Sogar seltene Bäume kommen wieder vor.


Lassen Sie mit newTree die Wüste ergrünen!

Ein Keimling durchdringt den harten Boden
Tun Sie etwas für den Klimaschutz! Kaufen Sie CO2-Zertifikate.

So können Sie spenden.

Wie jede Non-Profit-Organisation sind wir auf viele Gönner angewiesen. Helfen Sie mit und machen Sie newTree in Ihrem Freundeskreis bekannt. Wir stellen Ihnen gerne Material zur Verfügung. Senden Sie mir bitte Informationen.

Wie jeder gemeinnützige Verein ist auch newTree auf Freiwilligenarbeit angewiesen.
Wir freuen uns, wenn Sie uns beispielsweise bei Versandaktionen mithelfen, oder bei der Durchführung des alljährlichen newTree-Fests.

Wenn Sie sich für newTree engagieren möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Bitte bei Spendeabsicht den Link aufsuchen.
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  #28  
Alt 07.08.2010, 11:41
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[url]http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/themen/umwelt/boden/bodenschutz_international/index.html[/url]
Zitat:
Vereinte Nationen verbinden Bodenschutz mit Armutsbekämpfung



Die großen Dürre*katastrophen der 1970er Jahre haben vor allem den Ländern der afrikanischen Sahel zone vor Augen geführt, dass nicht nur Klima extreme, sondern auch die Menschen für die Zerstörung der Böden verant wortlich sind, indem sie die Natur zu stark ausbeuten. 1977 beriefen die Vereinten Nationen daher eine Konferenz über Deserti fikation (United Nations Conference on Desertification, UNCOD) ein, die einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Desertifikation verabschiedete.
Anfang der 1990er Jahre wurde jedoch klar, dass sich die Problematik trotz lokaler Erfolge insgesamt weiter verschärft hatte. BeimUmweltgipfel in Rio de Janeiro
Konferenz von Rio
Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 trafen sich Vertreter aus 178 Ländern, um über Fragen zu Umwelt und Entwicklung im 21. Jahrhundert zu beraten. In Rio wurde das Konzept dernachhaltigen Entwicklung als internationales Leitbild anerkannt. Dahinter stand die Erkenntnis, dass wirtschaftliche Effizienz, soziale Gerech tig keit und die Sicherung der natürlichen Lebens grund lagen gleichwertige überlebenswichtige Interessen sind, die sich gegenseitig ergänzen. Das zentrale Ergebnis der Konferenz ist die Agenda 21.
In Rio wurden außerdem die Waldgrundsatzerklärung zum Schutz der Wälder, die Klimarahmenkonvention zur Bekämpfung des Treibhaueffektes und das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die das Artensterben aufhalten soll, unterzeichnet. Auch die Desertifikationskonvention von 1996, die die Wüsten aus breitung stoppen soll, geht auf den Rio-Gipfel zurück.

wurde das Thema darum 1992 erneut diskutiert. Im Anschluss daran wurde die Internationale Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (United Nations Convention to Combat Desertification, UNCCD) erarbeitet und verabschiedet. Das Abkommen trat 1996 in Kraft und wurde bis heute von 193 Staaten ratifiziert.
Die UNCCD ist die am stärksten entwicklungspolitisch orientierte Konvention unter den in Rio vereinbarten internationalen Umwelt*abkommen – neben dem Schutz der Böden in Trocken gebieten strebt sie auch die Bekämpfung der Armut an. Ziel der Konvention ist es, den Teufelskreis aus Land knappheit, Hunger, Migration und Ressourcen konflikten besonders in den ärmsten Ländern zu durchbrechen. Maßnahmen der Desertifikations bekämpfung tragen damit auch zum Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele,
Millenniumsentwicklungsziele
Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York zusammen (Millenniumskonferenz).
Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Millenniumserklärung. Aus ihr wurden später acht internationale Entwicklungsziele abgeleitet, die Millenniumsentwicklungsziele (englisch:Millennium Development Goals, MDGs):
1. den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
2. allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
3. die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken
4. die Kindersterblichkeit verringern
5. die Gesundheit der Mütter verbessern
6. HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
7. den Schutz der Umwelt verbessern
8. eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Mit vereinten Kräften will die internationale Gemeinschaft diese Ziele bis zum Jahr 2015 erreichen.
Siehe auch:
Die Millenniumsziele – Herausforderungen für die Zukunft

insbesondere zur Halbierung der Armut, zur Sicherung eines nach*haltigen Umgangs mit der Umwelt und zum Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung bei.

[url]http://www.bmz.de/de/images/BilderThemen/BilderErnaehreungssicherung/bodenerosion_kenia.jpg[/url]

In der Überein kunft ver pflichtet sich die inter nationale Ge*mein schaft, Boden, Wasser und Pflanzen in den von Deser tifi kation be*drohten Re gionen schonend und nach haltig zu nutzen, um die fort schreitende Zer störung auf zuhalten. Die Industrie länder haben zu gesagt, die Ent wicklungs länder finanziell und durch Technologie*trans fer bei der Be kämpfung der Deserti fikation zu unterstützen. Die Konvention legt dabei den Schwerpunkt nicht auf die Förderung einzelner Projekte, sondern bezieht sektorübergreifend alle betroffenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen mit ein.
Wichtige Aspekte der UNCCD
• Alle in der Konvention vorgesehen Maßnahmen haben für die Unterzeichnerstaaten rechtsverbindlichen Charakter. Sie können also von der Bevölkerung eines Landes eingefordert werden.
• Geberländer und Entwicklungsländer sollen partnerschaftlich miteinander kooperieren und kontinuierlich Erfahrungen austauschen. Auch nichtstaatliche Akteure wie Nichtregie*rungs organisationen sind in diese Partnerschaft einzubinden.
• Die örtliche Bevölkerung soll an Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Desertifikationsbekämpfung beteiligt werden (Partizipation).Partizipation
• Der Begriff Partizipation geht auf das lateinische Wort "particeps" = "teilnehmend" zurück und steht für "Beteiligung", "Teilhabe", "Mitwirkung" und "Einbeziehung".
• Partizipation ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie bedeutet, dass sich Menschen (Bevölkerungsgruppen, Organisationen, Verbände, Parteien) aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligen, die ihr Leben beeinflussen. Sie trägt dazu bei, dass die Zielgruppen und Partnerorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit ihre Interessen artikulieren und durchsetzen können (siehe auch Empowerment). Partizipation bedeutet außerdem, dass die Menschen ihre Erfahrungen und Wertvorstellungen in die gemeinsame Arbeit einbringen. Dadurch machen sie sich die Vorhaben zu Eigen und übernehmen die Verantwortung für ihren Erfolg (siehe auchOwnership).

• Bestehende Programme und Pläne des Ressourcen manage*ments sind aufeinander abzustimmen. Als wichtiges Instrument zur Umsetzung der Konvention stellen die betroffenen Länder nationale Aktionsprogramme auf, mit denen sie alle Projekte zur Bekämpfung der Desertifikation koordinieren.
• Als wichtige Voraussetzung für nachhaltiges Ressourcen*manage ment sollen in den betroffenen Regionen dezentrale Entscheidungsstrukturen aufgebaut werden.
• Die Geberländer sind aufgefordert, sich untereinander und mit ihren Partnern enger zu vernetzen, um vorhandene Mittel effizienter einzusetzen.
Seit 1998 fördert der so genannte Global Mechanism, der Finan*zierungsmechanismus der UNCCD, die Umsetzung der Konvention. Er stellt Informationen über bestehende Möglich keiten der Finanzierung zur Verfügung und vermittelt den Zugang zu entsprechenden Mitteln. Seit 2002 hat die UNCCD außerdem direkten Zugang zur Globalen Umwelt fazilität (GEF). Die GEF hat dazu den neuen Förder*schwer punkt Landdegradation eingerichtet. Betroffene Länder haben damit die Möglichkeit, sich bei der Finanzierung entsprechender Programme unterstützen zu lassen.
Sichtbare Erfolge

[url]http://www.bmz.de/de/images/BilderThemen/BilderUmwelt/umwelt_bauer_mit_pumpe.jpg[/url]

Da es weder eindeutig messbare Kriterien für den Erfolg, noch Sanktionen bei Misserfolg gibt, ist die Wirkung der Konvention nur schwer zu beurteilen. Sie formuliert lediglich eine politische Strategie – die Prioritäten für die wirtschaftliche Entwicklung und Armuts bekämpfung werden von den betroffenen Ländern selbst gesetzt. Der Erfolg der Konvention wird wesentlich davon abhängen, ob die Industrieländer und die von Desertifikation betroffenen Entwicklungs länder die Potenziale der Konvention für die Entwicklungs*zusammenarbeit ausschöpfen können.
Dennoch: Einige wichtige Erfolge sind zu verzeichnen. So hat die UNCCD das Problem der durch den Menschen verursachten Desertifikation international bewusst gemacht. Sie hat verdeutlicht, dass es unmöglich ist, in den betroffenen Ländern die Armut zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten, wenn nicht zugleich die Desertifikation bekämpft und schonender mit den Ressourcen umgegangen wird. Die Konvention hat dazu beige tragen, dass in den meisten Ländern die Bekämpfung der Desertifikation auf eine institutionelle Grundlage gestellt wurde. Über die nationalen Aktionsprogramme wurden in vielen Ländern zivilgesell schaftliche Aktivitäten angeregt. Denn die auf lokaler Ebene beteiligten Menschen betreiben den Kampf gegen die Deserti fikation oft deutlich aktiver als die Regierungen. Konkrete Wirkungen können bei ernährungs- und einkommens sichernden Projekten und Projekten zum Ressourcen erhalt beobachtet werden.
Außerdem wurden für die Umsetzung der UNCCD neue strategische Partnerschaften gegründet. Ein Beispiel ist die gemeinsame Initiative für Landmanagement (Central Asian Countries Initiative for Land Management, CACILM), eine Plattform, in der die fünf zentral asia*tischen Staaten und eine Reihe multi lateraler und bilateraler Geber zusammen arbeiten. Ziel ist es, nicht nur die Deserti fikation einzudämmen und die nach haltige Nutzung der natür lichen Ressourcen zu fördern, sondern gleich zeitig auch die Armut der Menschen auf dem Land zu bekämpfen.
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  #29  
Alt 19.08.2010, 19:59
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und weiter rodet man den Urwald

eine Aufnahme aus Brasilien:

[url]http://earthobservatory.nasa.gov/NaturalHazards/view.php?id=45349&src=nha[/url]
Zitat:
Fires burn along the southeast fringe of the Amazon Rain Forest in this image, taken by the Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) on NASA’s Aqua satellite on August 17, 2010. Red outlines the places where the MODIS sensor detected a thermal spike, most likely a fire. Thick smoke veils the dark green forest in gray.

Fire is frequently used to clear trees for grazing or crop land. Most of the fires in this image are clustered along the edge of the forest bordering on previously cleared land, which is tan. It is not possible to tell why the fires started from this image alone, but their location on the edge of the forest suggests that they may have been deliberately set.

Satellite measurements of fire provide an overview of the extent of fire in an area as large and remote as the Amazon Basin. While fires are routinely set during the dry season, 2010 proved to be an unusual year. Satellites detected a three-fold increase in the number of fires burning in five Brazilian states, reported BBC News. Drought created more dangerous fire conditions, particularly in northern and eastern Brazil where wildfires destroyed large areas of national parks and hundreds of homes.

The MODIS Rapid Response System provides twice-daily images of eastern Brazil.
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Geändert von Beo (19.08.2010 um 20:02 Uhr)
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  #30  
Alt 06.11.2010, 10:22
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http://www.visitamazonas.com.br/deutsch/versteppung.html


Kann der Amazonas versteppen ?

Zitat:
Unter "Versteppung" versteht man das fortschreitende Austrocknen eines Ökosystems, hervorgerufen durch Rodungen, Eingriffe in den Grundwasserhaushalt, Flussbegradigungen, Überweidung usw. - kurz, durch den Menschen. Ist der Prozess erst einmal in Gang geraten, ändert sich das lokale Klima und trägt verstärkend zur weiteren Vertrocknung bei. Versteppung gilt als Vorstufe von Desertifikation (auch "Wüstenbildung"), also dem endgültigen Tod der Landschaft. Bei diesen Begriffen denkt man gewöhnlich zuerst an Gebiete wie die Sahelzone. Doch die Regenwälder des Amazonas sind gegen Versteppung keineswegs immun. Der Wald trägt aktiv zur Bildung seines Klimas und seiner Böden bei. Auf einem von ihm selbst gehegten Teppich aus und unter einer Glocke aus Eigenverdunstung produziert er einen Grossteil seiner Nährstoffe und seines Wassers auf eigener Kraft. Greift man in diese komplexen Metabolismen ein, kann dies fatale Folgen haben: Wird die Vegetation zerstört, verlieren die Böden ihre Fruchtbarkeit oder verschwinden. Sind die Böden dahin, verändert sich früher oder später auch das lokale Klima, was letzlich auch das Weltklima mitbeeinflusst.

Kann der Amazonas versteppen?
Untersuchungen des Wissenschaftlerteams unter der Leitung von Daniel Nepstad vom Woods Hole Research Institute in Massachusetts zeigen, dass sich ein solcher Prozess in Gang setzen könnte, nachdem 50 Prozent der Amazonaswälder verschwunden sind. In einem engen Wechselspiel mit dem weltweiten Treibhauseffekt entstünde an dieser Stelle ein kaum noch zu bremsender Teufelskreis. Derzeit reicht die Verdunstung über dem Amazonasbecken noch aus, um feuchtwame Meereswinde anzuziehen, die einerseits zusätzliche Niederschläge bringen und andererseits zur Kühlung des Atlantischen Ozeans beitragen. Rodungen reduzieren die Verdunstungsmenge und führen so indirekt zu einer Erwärmung des Ozeans, was wiederum eine Zunahme von Wirbelstürmen über dem Meer und weniger Niederschläge zu Lande zur Folge hat. Bis heute sind 20 Prozent der Regenwälder des Amazonasgebiets zerstört, weitere 22 Prozent gelten als geschädigt und hochempfindlich. Nach der Meinung von Daniel Nepstad könnte das System bei einer erneuten Reduzierung um diese Faktoren kippen.

Computersimulationen im Rahmen einer Studie der Umweltorganisation WWF zeigen, dass allein auf der Basis der aktuellen Raten von Rodungen, Landwirtschaft und Viehzucht die kritische Grenze von 50 Prozent bereits zwischen 2030 und 2050 erreicht werden könnte. Sollten zusätzlich Niederschläge ausbleiben, was als wahrscheinlich gilt, würden die Regenwälder um weitere 4 Prozent reduziert. Die direkten und kumulativen Folgen ausbleibender Niederschläge haben Daniel Nepstad und seine Mitarbeiter mit Hilfe eines Grossversuchs im Bundesstaat Pará untersucht, bei dem ein Hektar Regenwald durch Plastikfolien von Regenfällen abgeschitten wurde. Schon ab dem zweiten Jahr kam es zu wichtigen Veränderungen: Die Bäume reagierten zunächst durch Wachstumsreduktion, doch schon im Folgejahr fielen die ersten Riesen und beschädigten dabei das geschlossene Blätterdach. Nepsted weist darauf hin, dass bereits der anfängliche Wachstumsstopp grossen Einfluss auf den Treibhauseffekt hat, da hierdurch weniger CO2 aus der Atmosphäre gebunden wird. Gegenwärtig bindet die Vegetation des Amazonasbeckens noch ein Vielfaches der jährlich durch den Mensch produzierten Emissionen an CO2. Eine kumulative Versteppung der Regenwälder bis zur völligen Austrocknung würde unweigerlich zu einer weiteren - und schnelleren - Erwärmung der Erdmatmosphäre führen.

Gegenwärtig verliert unser blauer Planet jährlich 12 Millionen Hektar fruchtbare Böden - etwa die gesamte Agrarfläche Deutschlands - durch Desertifikation und Versteppung, mit steigender Tendenz. In Tunesien gilt die Hälfte aller Agrar-, Forstwirtschaft- und Weideflächen als bedroht. Bis 2050 könnten dort durch Desertifikation 50% Prozent der Wälder, 30% der Grundwasserreserven und 20% der Getreideanbaufläche verschwunden sein (mehr dazu hier und hier). Die berühmten Höhlenmalereien von Tassilli in der algerischen Sahara zeigen, dass noch vor etwa 6000 Jahren weite Flächen Nordafrikas grüne und von Grosswild beweidete Graslandschaften waren. Damals führte eine Veränderung in der Neigung der Erdachse zu rapiden Veränderungen im Wasserkreislauf und natürlicher Wüstenbildung. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass der Mensch nicht in der Lage wäre, solche Veränderungen "künstlich" zu erzeugen. Zu Zeiten der Römer galt die iberischen Halbinsel als so durchgehend bewaldet, dass ein Eichhorn nicht den Boden berühren musste umd es zu durchqueren. Die blieb bis etwa zum frühen Mittelalter so. Heute gelten etwa 10% der Fläche Spaniens als Wüste.
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