Zurück   GEO.de Forum > Archiv > Kultur (Archiv) > TEMPO, TEMPO!

 
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 04.12.2009, 15:10
NabilaDE NabilaDE ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 3
Staat noch zu retten - oder Spielball der Finanzakteure?

Die Bilanzsumme der Deutschen Bank ist nicht weit entfernt vom 10-fachen des Deutschen Bundeshaushaltes.

"Too big to fail" ist bereits der falsche Ausdruck.
Sollte die Deutsche Bank gründlich "fail-en", so kann der deutsche Staat sie nur noch retten, indem er sich selbst ruiniert.

Die Notenbanken haben mit ihrem Massengeld nahe Nullzins nicht die Wirtschaftskrise gehemmt, sondern die Banken and Aktienkurse im spekuliven Segment mit Steuergeld saniert.

Die Banken haben das massenweise Geld - indirekt das der EU-Steuerzahler - nicht etwa benutzt, mühselig Kredite für Arbeitsplätze auszulegen. Sie haben es benutzt, um die spekulative Überhitzung mit Verlustpaketen wieder auf dem Papier hochzureizen - siehe Aktienbörsen.
Das Karussell dreht nun also alle paar Jahre noch stärker durch.

Die Frage ist, wie kann die Politik veranlasst werden, die spekulativ operierenden Banken zurück zu erziehen auf das, was eine Bank ist? ... Einlagen erhalten, Kredite auslegen.

Die Komplexität der überhitzten Märkte und die gewollte Undurchschaubarkeit ist leicht erläuterbar. Es gibt nun rund 10.000 Fachausdrücke der Finanzmärkte, überwiegend aus dem Kontekt der spekulativen Akteure.
10 000 sind es in der umfassendsten Finanzenzyklopädie AHA7 FIN MONSTER ( [url]http://aha7.com[/url] ), und das in allen knapp 10 internationalen Finanzsprachen wie Englisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Französisch usw.. Eine Durchsicht dort zeigt leicht: Dieser gewaltige Themenkreis ist mit normalen Massstäben nicht mehr überschaubar, nicht mehr durch Parlamentarier kontrollierbar:
Die Demokratie ist nicht mehr Herr der Finanzmärkte, sondern die Finanzmärkte sind Herr der Demokratie.

Mögliche Lösung:
Die Demokratie hat - ...noch... - die Gesetzgebungsmacht und die besseren Karten. Die Lösung wäre, dass die Politik das Bankwesen in 2 Segmente aufteilt:
- Die echten Banken - Einlagen und Kreditvergabe. Das ist ausreichend risikofrei - der Staat kann und soll zu Rettungsaufgaben bereit sein.
- Die Kasino-Banken: Diese müssten gezwungen werden, sich ausdrücklich dem Kasino- und Wettenstatus zu unterstellen, damit allen klar ist: Was jemand dort verliert, wird kein Staat ihm retten.

Was halten Sie von diesem Vorschlag?
Sehen Sie bessere Alternativen, den Staat aus der jetzigen Sippenhaft für Finanzspekulation zu befreien?
  #2  
Alt 04.12.2009, 17:40
Benutzerbild von Waage
Waage Waage ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2006
Ort: Sachsen
Beiträge: 1.995
Zitat:
Zitat von NabilaDE Beitrag anzeigen
Die Bilanzsumme der Deutschen Bank ist nicht weit entfernt vom 10-fachen des Deutschen Bundeshaushaltes.

"Too big to fail" ist bereits der falsche Ausdruck.
Sollte die Deutsche Bank gründlich "fail-en", so kann der deutsche Staat sie nur noch retten, indem er sich selbst ruiniert.

Die Notenbanken haben mit ihrem Massengeld nahe Nullzins nicht die Wirtschaftskrise gehemmt, sondern die Banken and Aktienkurse im spekuliven Segment mit Steuergeld saniert.

Die Banken haben das massenweise Geld - indirekt das der EU-Steuerzahler - nicht etwa benutzt, mühselig Kredite für Arbeitsplätze auszulegen. Sie haben es benutzt, um die spekulative Überhitzung mit Verlustpaketen wieder auf dem Papier hochzureizen - siehe Aktienbörsen.
Das Karussell dreht nun also alle paar Jahre noch stärker durch.

Die Frage ist, wie kann die Politik veranlasst werden, die spekulativ operierenden Banken zurück zu erziehen auf das, was eine Bank ist? ... Einlagen erhalten, Kredite auslegen.

Die Komplexität der überhitzten Märkte und die gewollte Undurchschaubarkeit ist leicht erläuterbar. Es gibt nun rund 10.000 Fachausdrücke der Finanzmärkte, überwiegend aus dem Kontekt der spekulativen Akteure.
10 000 sind es in der umfassendsten Finanzenzyklopädie AHA7 FIN MONSTER ( [url]http://aha7.com[/url] ), und das in allen knapp 10 internationalen Finanzsprachen wie Englisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Französisch usw.. Eine Durchsicht dort zeigt leicht: Dieser gewaltige Themenkreis ist mit normalen Massstäben nicht mehr überschaubar, nicht mehr durch Parlamentarier kontrollierbar:
Die Demokratie ist nicht mehr Herr der Finanzmärkte, sondern die Finanzmärkte sind Herr der Demokratie.

Mögliche Lösung:
Die Demokratie hat - ...noch... - die Gesetzgebungsmacht und die besseren Karten. Die Lösung wäre, dass die Politik das Bankwesen in 2 Segmente aufteilt:
- Die echten Banken - Einlagen und Kreditvergabe. Das ist ausreichend risikofrei - der Staat kann und soll zu Rettungsaufgaben bereit sein.
- Die Kasino-Banken: Diese müssten gezwungen werden, sich ausdrücklich dem Kasino- und Wettenstatus zu unterstellen, damit allen klar ist: Was jemand dort verliert, wird kein Staat ihm retten.

Was halten Sie von diesem Vorschlag?
Sehen Sie bessere Alternativen, den Staat aus der jetzigen Sippenhaft für Finanzspekulation zu befreien?
Wenn Du ernsthaft eine Antwort suchst, dann befasse Dich doch mal mit Karl Marx. Den studieren sogar Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler, da dort der Karakter des Kapitalismus sehr gut analysiert wurde.
__________________
Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere.
 

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu