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  <title>Polarstern-Expedition</title>
  <link>/blog/geo/polarstern-expedition</link>
  <description> 54 internationale Forscher um die Fahrtleiterin Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut erforschen an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern im August und September, was unter dem nicht mehr ewigen Eis der Arktis lebt, treibt und fließt. Biologie, Chemie und Physik des Arktischen Ozeans verändern sich im Zuge im des Klimawandels drastisch. Aber wie wirken diese Faktoren zusammen und welche Prozesse stecken dahinter? Dazu steuern Forscher ein- und mehrjährige Eisschollen sowie offenes Wasser an. Sie wollen diese drei Ökosysteme vergleichen und die Auswirkungen des Meereisrückgangs auf das ganze Ozeansystem bis in die Tiefsee verfolgen. 
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  <pubDate>Sat, 18 May 2013 10:21:40 +0200</pubDate>
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    <item>
   <title>Ende der Expedition IceArc - Wir sind eingelaufen! (Von Antje Beotius)</title>
   <description>
        Wir sind angekommen - 7:00 in der Fr&amp;uuml;h, Polarstern hat festgemacht an der Pier der Lloyd Werft in Bremerhaven, gegen&amp;uuml;ber dem AWI Hafenlager. Der Transit zur&amp;uuml;ck ging schneller um als gedacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 1 Bruecke 20120928-145011 MAPS Foto copy.jpg&quot; alt=&quot;Fig. 1 Bruecke 20120928-145011 MAPS Foto copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Lebens- und Forschungsraum Meereis&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; F&amp;uuml;nf Tage haben wir gebraucht, von Absetzen des Hoverkraft RH Sabvabaa im Kongsfjord, entlang der spektakul&amp;auml;ren Szenerie der steilen Berge von Svalbard (Spitzbergen) in der Framstrasse, durch das Europ&amp;auml;ische Nordmeer an Norwegen vorbei, in die Deutsche Bucht hinein und die Weser hinauf. Ein R&amp;uuml;ckenwind hat uns angeschoben und die zunehmenden Wellenh&amp;ouml;hen f&amp;uuml;hlten sich gar nicht so schlimm an. Nur einen Tag hat es wegen eines Sturms vor Island merklich geschaukelt, doch inzwischen sind alle an die Schiffsbewegungen gew&amp;ouml;hnt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 2 polar bears S Hendicks ark27_20120927_171504 copy.jpg&quot; alt=&quot;Fig. 2 polar bears S Hendicks ark27_20120927_171504 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zum Abschied vom Eis - Eisb&amp;auml;ren begleiten uns hinaus&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nun haben die&amp;nbsp; 53 Wissenschaftler und Techniker der Expedition IceArc aus 12 verschiedenen L&amp;auml;nder, die vor 9 Wochen in Tromso eingestiegen sind, wieder ihre insgesamt 23 Labore und Laborcontainer eingepackt und ges&amp;auml;ubert, Hunderte von Kisten in ihre 7 20-Fu&amp;szlig; Container eingeladen - alles mit freundlich-eiliger Unterst&amp;uuml;tzung der Mannschaft, die sich mindestens genauso wie wir auf Zuhause freut. Nach &amp;uuml;ber drei Jahren Planung und Vorbereitung und knapp 2 Monaten im Eis ist die Expedition IceArc beendet. 8775 Seemeilen sind wir gedampft, teilte uns der Kapit&amp;auml;n bei der Abschlussbesprechung im Konferenzraum der Polarstern mit und wir staunen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 3 Spitzbergen M Schiller IMG_9333-3 copy.jpg&quot; alt=&quot;Fig. 3 Spitzbergen M Schiller IMG_9333-3 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Martin Schiller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Spitzbergen in der Abendsonne&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber wie unsere erfahrenen Techniker sagen: Nach der Expedition ist vor der Expedition - denn schon wieder werden neue Pl&amp;auml;ne geschmiedet, was nun als n&amp;auml;chstes erforscht werden muss, wo wir soviel Neues gesehen und gelernt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 4 C David Meer_DSC0072 copy.JPG&quot; alt=&quot;Fig. 4 C David Meer_DSC0072 copy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;401&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Carmen David&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Das st&amp;uuml;rmische Nordmeer&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eines unserer wichtigsten Ziele war, mehr &amp;uuml;ber die Bedeutung des Meereisr&amp;uuml;ckgangs f&amp;uuml;r das &amp;Ouml;kosystem der zentralen Arktis herauszufinden. Das Eis ist ein Lebensraum der Erde, der uns fremd und extrem erscheint, der aber eine unglaubliche Vielfalt von Gesichtern hat und eine noch unglaublichere Vielfalt von Leben beherbergt oder ern&amp;auml;hrt. W&amp;auml;hrend wir mit Polarstern im Eis waren, um einige der ersten synchronen Messungen zum Wechselspiel Eis-Ozean-Meeresboden durchzuf&amp;uuml;hren, ist das Meereis auf die kleinste Fl&amp;auml;che seit Beginn der Satellitenbeobachtung zusammengeschrumpft. Es waren nur eine Hand voll Forschungsschiffe im Eis, um wie wir herauszufinden, was dieses schnelle Schwinden f&amp;uuml;r Konsequenzen haben wird und was die Ursachen sind. Wann &amp;uuml;berhaupt wieder jemand mit einer Fotokamera in der Tiefsee der zentralen Arktis nachschaut, ob die Seegurken immer noch Meereisalgen fressen, ist noch gar nicht klar - internationale Programme besch&amp;auml;ftigen sich noch immer vor allem mit der Frage, ob der schnelle Meereisschwund zunimmt, weniger, mit der Frage was wenn ja. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 5 Polarstern S Hendricks ark27_20120924_140650 copy.jpg&quot; alt=&quot;Fig. 5 Polarstern S Hendricks ark27_20120924_140650 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Unsere Forschungsplattform Polarstern hat sich wieder einmal bew&amp;auml;hrt&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die &amp;Auml;nderungen geschehen derzeit also schneller als wir forschen k&amp;ouml;nnen. Da man nicht in die Zukunft sehen kann, ist aber auch nicht klar, wie zuk&amp;uuml;nftige Generationen Forscher und andere Interessierte auf unsere Zeit und Forschungsergebnisse zur&amp;uuml;ckblicken. Sind einige der Beobachtungen vielleicht die einzigen, die von der &amp;bdquo;alten&quot; Arktis gemacht wurden, bevor sie sich ganz ver&amp;auml;ndert? Haben wir genug gemessen, geprobt, gefilmt und nachgedacht, &amp;uuml;ber was wir sehen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit diesen Fragen endet der BLOG unserer Reise - wir, die Expeditionsteilnehmer der Polarsternreise ARK27-3 &amp;bdquo;IceArc&quot; bedanken uns f&amp;uuml;r Ihr Interesse an unseren Erlebnissen und Bildern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auf Wiederlesen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Antje Boetius und das wissenschaftliche Team der Expedition IceArc.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 6 ark27_3_icearc_groupphoto_1 copy.jpg&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Fig. 6 ark27_3_icearc_groupphoto_1 copy.jpg&quot; alt=&quot;Fig. 6 ark27_3_icearc_groupphoto_1 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Das Team der Expedition IceArc verabschiedet sich. Danke an unsere Leser!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/leben-an-bord/ende-der-expedition-icearc-wir-sind-eingelaufen-von-antje-beotius</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Allgemein</category>
      
    <category>Wissenschaft</category>
      
    <category>Leben an Bord</category>
         <pubDate>Mon, 08 Oct 2012 10:59:11 +0200</pubDate>
   <source url="/blog/rss.php?blogId=26&amp;profile=rss20">Polarstern-Expedition</source>
     </item>
    <item>
   <title>Schwierige Eisbedingungen bei 83° 43’N  - FS Polarstern nimmt das polare Forschungs-Hovercraft RH Sabvabaa Huckepack</title>
   <description>
        &lt;div&gt;&lt;em&gt;(Antje Boetius im Gespr&amp;auml;ch mit Yngve Kristoffersen, Professor, Nansen Environmental and Remote Sensing Center)&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Nach Beendigung unserer Stationsarbeiten bei 84&amp;deg;N und 18&amp;deg;O am Ende des 29.09. sollten wir uns eigentlich auf dem Heimweg nach Bremerhaven machen. Doch es hat uns eine Bitte des Polarforschers Yngve Kristoffersen erreicht, der zeitgleich westlich von uns auf Forschungsexpedition mit dem Luftkissenboot RH Sabvabaa war, ihm Hilfe bei der R&amp;uuml;ckkehr nach Spitzbergen zu leisten. Im Juli standen wir zuletzt mit ihm in Kontakt, um uns gegenseitig &amp;uuml;ber unsere Routen zu informieren. Neben der FS Polarstern waren in diesem Sommer noch die Eisbrecher Oden (Schweden), Healy (USA) und der chinesische Eisbrecher Xuelong unterwegs. Und eben auch Yngve Kristoffersen auf Sabvabaa im Rahmen der Mission FRAM 2012. Fram ist norwegisch und hei&amp;szlig;t &amp;ldquo;Hoffnung&amp;rdquo; &amp;ndash; Sabvabaa, der Name des Hovercraft, ist dagegen Inuit und bedeutet &quot;sanft flie&amp;szlig;en&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/1-sabvabaa.jpg&quot; alt=&quot;1-sabvabaa.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;S. Hendricks&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Wir n&amp;auml;hern uns der Position der Sabvabaa, das Boot ist sofort gut zu sehen, als es die Scheinwerfer anmacht&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;/div&gt;

&lt;div&gt;Angesichts des schnellen Wandels in der Arktis, der Ferne und Unzug&amp;auml;nglichkeit der Region sowie den technischen und logistischen Schwierigkeiten, im Eis zu arbeiten, fehlt es an allen Ecken und Enden an Beobachtungen und Messungen aus diesem Ozean. Er ist einer der letzten wei&amp;szlig;en Flecken auf der Landkarte der Erde. Daher probiert Yngve Kristoffersen zusammen mit anderen Forschern seit einigen Jahren ein neues Konzept aus &amp;ndash; Luftkissenboote als Forschungsplattformen in der Arktis. Das polare Forschungs-Hovercraft Sabvabaa (&lt;a href=&quot;http://www.polarhovercraft.no&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.polarhovercraft.no&lt;/a&gt;) wird zumeist von Spitzbergen aus eingesetzt, um in einem Radius von 100 Meilen geologische, geophysikalische und ozeanographische Forschung zu betreiben. Das Luftkissenboot ist 11 m lang, kann &amp;uuml;ber Eis und Wasser fahren, ist mit Winden und verschiedenen Instrumenten ausgestattet und kann bis zu drei Personen mitnehmen. Es wird derzeit genutzt, um entweder direkt von Spitzbergen aus, oder durch Absetzen von Frachtschiffen aus, verschiedene vorwiegend geologische, geophysikalische und ozeanographische Untersuchungen zu erm&amp;ouml;glichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/2-dicke-eisbloecke.jpg&quot; alt=&quot;2-dicke-eisbloecke.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;S. Hendricks&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Dicke Eisbl&amp;ouml;cke versperren der Sabvabaa den Weg, auch wir man&amp;ouml;vrieren vorsichtig heran&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Winde aus s&amp;uuml;dlicher Richtung hatte im September die Eisdrift stark beeinflusst, so dass die vielen kleinen und gro&amp;szlig;en Eisschollen stark zusammengedr&amp;uuml;ckt wurden und jede Menge Pressr&amp;uuml;cken und Schutthaufen aus zerbr&amp;ouml;seltem einj&amp;auml;hrigen Eis entstanden. Durch den Druck aus Norden und S&amp;uuml;den, und das gleichzeitige &amp;Uuml;berfrieren, war das Eis sehr dicht und es gab keine freien Wasseroberfl&amp;auml;chen mehr. Zudem war trotz der kalten Temperaturen die Sicht sehr schlecht: &amp;bdquo;White-out&amp;ldquo; nennt man das Problem, wenn man keine Strukturen mehr in der Landschaft erkennen kann, und alles nur Wei&amp;szlig; erscheint. Wir konnten daher zuletzt kaum noch die Hubschrauber einsetzen und sind auch mit Polarstern nur langsam vorangekommen. F&amp;uuml;r ein Luftkissenboot ist es dann aber ein erhebliches Problem, &amp;uuml;berhaupt Strecke zu machen. Die Sabvabaa sollte eigentlich wieder einen Frachter zur Aufnahme und R&amp;uuml;cktransport nach Spitzbergen treffen, doch wegen des Wetters kam sie nicht voran und geriet bei 84&amp;deg;N in die Drift nach Westen, Richtung Gr&amp;ouml;nland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/3-yngve-kristoffersen-kran.jpg&quot; alt=&quot;3-yngve-kristoffersen-kran.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;M. Schiller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Yngve Kristoffersen hat die Leinen vorbereitet &amp;ndash; das Boot wird mit dem Kran der Polarstern aufgepickt und auf das Helikopterdeck gestellt&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Gl&amp;uuml;cklicherweise waren wir noch in der Gegend unterwegs, so dass wir kurz vor Mitternacht die Sabvabaa erreichen konnten und nach einigen Man&amp;ouml;vern durchs dichte Eis sie an ihren Leinen auf das Helikopter-Deck heben konnten. Alle an Bord warteten darauf Yngve zu begr&amp;uuml;&amp;szlig;en, denn er ist nun seit dem 17. Juli in Sachen Arktisforschung unterwegs gewesen &amp;ndash; und die Bedingungen sind doch recht spartanisch auf seinem Boot, das wir alle gestern und heute besichtigen durften. Nun f&amp;auml;hrt die Sabvabaa Huckepack auf Polarstern bis nach Spitzbergen mit, wo wir sie vor dem Kongsfjord wieder absetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/4-sabvabaa-huckepack.jpg&quot; alt=&quot;4-sabvabaa-huckepack.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;S. Hendricks&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Die RH Sabvabaa Huckepack auf Polarstern&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Ich sitze bei Yngve Kristoffersen im Boot auf dem Helideck. Das Boot &amp;auml;hnelt von innen ein bisschen einem gro&amp;szlig;en Wohnwagen, man kann sich sofort vorstellen, dass damit die Forschung im Eis noch ein bisschen &amp;bdquo;echtes&amp;ldquo; Polarforschergef&amp;uuml;hl gibt, auch wenn viele moderne Instrumente zu sehen sind, und es auch Internet an Bord gibt. Wir unterhalten uns &amp;uuml;ber seine Arbeit:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/5-sabvabaa-fahrstand-kueche.jpg&quot; alt=&quot;5-sabvabaa-fahrstand-kueche.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;S. Hendricks&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein Blick ins Boot &amp;ndash; Fahrstand und K&amp;uuml;che&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;Yngve, was war die Aufgabe Deiner Expedition FRAM 2012?&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten drei Aufgaben &amp;ndash; zum einen wollten wir bis zum Lomonossov R&amp;uuml;cken gelangen und dort Steine vom Meeresboden dredgen, die uns helfen sollen, die Geschichte und Evolution des Arktischen Ozeans zu verstehen. Man kennt seine Entwicklungsgeschichte und den Ursprung des Kanadischen Beckens kaum. Zudem haben wir Meereisdickenmessungen unternommen und Beobachtungen von Erdbeben am Gakkelr&amp;uuml;cken durchgef&amp;uuml;hrt.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;Was f&amp;uuml;r eine Art von Forschung kannst Du von dem Luftkissenboot aus machen, gibt es Vorteile gegen&amp;uuml;ber dem Arbeiten von eisbrechenden Forschungsschiffen aus?&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Am besten w&amp;auml;re eine Kombination aus beiden Techniken. W&amp;auml;hrend ein Forschungschiff nat&amp;uuml;rlich ganz andere Reichweiten hat, kann man mit dem Hovercraft parallel unabh&amp;auml;ngig arbeiten. Die Forschungszeit f&amp;uuml;r alle ist immer zu knapp &amp;ndash; das Boot kann die Arbeitszeit f&amp;uuml;r Forschung verdoppeln, indem es vom Schiff aus eingesetzt wird und schnell an verschiedene Orte gelangt, um mehr Proben zu ziehen oder Beobachtungen zu machen. Man kann wechselweise auf Eis, offenem Wasser und Schmelzt&amp;uuml;mpeln arbeiten und die St&amp;ouml;rung durch Eisbrechen vermeiden.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;Wieviele Leute k&amp;ouml;nnen mit Dir unterwegs sein?&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Das Schiff hat f&amp;uuml;r drei Personen Schlafpl&amp;auml;tze, wenn man damit unabh&amp;auml;ngig arbeitet. Etwas bequemer ist es zu zweit, dann hat jeder seine Kammer und man kann die T&amp;uuml;r hinter sich zumachen. Es ist ja alles sehr eng.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/6-sabvabaa-besuch-vorstellung.jpg&quot; alt=&quot;6-sabvabaa-besuch-vorstellung.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;M. Nicolaus&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Besuch auf der Sabvabaa &amp;ndash; Yngve Kristoffersen stellt sein Schiff vor, wir alle sind neugierig auf diese ungew&amp;ouml;hnliche Forschungsplattform&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Wie macht Ihr das mit dem Essen, Waschen und was machst Du, wenn mal was kaputt geht?&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Wir haben eine kleine K&amp;uuml;che (Anm. der Fahrtleitung: Sieht wie bei meiner Mutter im Campingbus aus.), und das Wasser bereiten wir uns zu, indem wir Eis schmelzen. Bei gutem Wetter k&amp;ouml;nnen wir drau&amp;szlig;en grillen, doch meistens gibt es sehr einfache Nahrung, oft auch Trockensuppen. Eine Dusche gibt es nicht, man sollte halt nicht ins Schwitzen geraten beim Arbeiten, aber Haare waschen etc. ist nat&amp;uuml;rlich m&amp;ouml;glich. Es gibt ein Campingklo, also alles was man braucht. Wenn was kaputt geht, m&amp;uuml;ssen wir selber reparieren. Das k&amp;ouml;nnen nicht alle Wissenschaftler, gleichzeitig forschen und Motoren reparieren &amp;ndash; aber man k&amp;ouml;nnte auch einen Mechaniker mitnehmen. Fehlende Ersatzteile haben wir uns schon mal aus der Luft abwerfen lassen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;Yngve, Du warst diesen Sommer w&amp;auml;hrend des neuen Eisminimums sehr lange hier drau&amp;szlig;en. Wie hast Du diesen extremen Eisr&amp;uuml;ckgang erlebt?&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Vor allem an den sehr warmen Lufttemperaturen. Womit ich gar nicht gerechnet hatte: die frischen Lebensmittel sind verdorben, so warm war es. Normalerweise stelle ich sie hier drau&amp;szlig;en in Kisten auf, die Natur k&amp;uuml;hlt sie selber. Aber wir hatten erhebliche Plusgerade und das Gem&amp;uuml;se war nicht mehr haltbar. Zudem ist das Eis sehr weich geworden, &amp;uuml;berall konnte man die Zeichen der starken Schmelze sehen. Und es hat geregnet, sogar noch Mitte September habe ich unglaubliche Regenf&amp;auml;lle erlebt, als w&amp;auml;re ich zuhause in Bergen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;em&gt;Was gibst Du den neuen Polarforschern mit auf den Weg &amp;ndash; was sind f&amp;uuml;r Dich die spannendsten Fragen?&lt;/em&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Wir brauchen bessere Proben des Meeresbodens um die Geschichte der Arktis zu verstehen. Es gab schon mal Warmzeiten, doch k&amp;ouml;nnen wir immer noch nicht erkl&amp;auml;ren, wie und wann das Meereisschild auf der Arktis entstanden, vergangen und zur&amp;uuml;ckgekehrt ist. Das sind sehr wichtige Fragen, auch um Heute und die Zukunft zu verstehen, aber es fehlt einfach immer noch an guten Proben der Sedimentarchive.&lt;/div&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/leben-an-bord/polarstern-hovercraft-sabvabaa-huckepack</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Leben an Bord</category>
         <pubDate>Thu, 04 Oct 2012 13:53:29 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Von Eis Morganas und anderen flüchtigen Erscheinungen - Ausflug auf eine Scholle</title>
   <description>
        &lt;div&gt;&lt;em&gt;(Eva Kirschenmann, Studentin am Fachbereich Geowissenschaften, Universit&amp;auml;t Bremen)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der letzten Woche haben wir viele nautische Meilen zur&amp;uuml;ckgelegt. Unser Zeitplan ist eng, vor unserer R&amp;uuml;ckkehr nach Bremerhaven wollen wir nochmal zu der Eisscholle zur&amp;uuml;ck, mit der diese Fahrt angefangen hatte. Hier m&amp;uuml;ssen wir zum einen die Langzeitmessger&amp;auml;te wieder einholen, die wir vor 9 Wochen ausgebracht hatten. Zum anderen sind wir an Wiederholungsmessungen interessiert, die uns einen Vergleich zwischen dem Schollenzustand im arktischen Hochsommer zum jetzigen Herbstanfang erm&amp;ouml;glichen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/1-drift-ice-floe.png&quot; alt=&quot;1-drift-ice-floe.png&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Sebastian Albrecht, Fielax&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Drift der Eisscholle, seitdem auf ihr am 12.08. unsere erste Eisstation stattfand&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Der Transekt entlang des 50. L&amp;auml;ngengrades wurde von den Ozeanographen an Bord genutzt, um mithilfe der CTD ein Profil der unterschiedlichen Wassermassen zu erstellen. Doch die Eisarbeiten mussten ruhen, w&amp;auml;hrend wir unseren Weg durch wundersch&amp;ouml;nes mehrj&amp;auml;hriges Eis brechen.&lt;/div&gt;

&lt;div&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Eis, das ich gerne beproben w&amp;uuml;rde. Ich messe Methan im Eis, ein Spurengas, das heutzutage vielen als Treibhausgas bekannt ist. Methan ist im arktischen Oberfl&amp;auml;chenwasser angereichert und entgast durch die zunehmenden offenen Wasserfl&amp;auml;chen in die Atmosph&amp;auml;re. Die Konzentrationen sind zwar gering, dennoch ist der Prozess wichtig f&amp;uuml;r unser Verst&amp;auml;ndnis des globalen Methanhaushaltes. Denn die Herkunft des Methans im Oberfl&amp;auml;chenwasser ist noch weitgehend unbekannt. Wird es im Oberfl&amp;auml;chenwasser direkt produziert und unter dem Eis angereichert? Oder stammt es aus dem Eis? Welche Rolle spielt das Schmelzen des Eises? Um diese Fragen beantworten zu k&amp;ouml;nnen, messe ich f&amp;uuml;r die Biogeochemie-Arbeitsgruppe des AWI Methan in m&amp;ouml;glichst unterschiedlichen Eistypen und Schmelzstadien.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Um also eine weitere Gelegenheit zu nutzen, mehrj&amp;auml;hriges Eis zu beproben, beschlie&amp;szlig;en ich und andere Ungeduldige, Polarstern f&amp;uuml;r ein paar Stunden zu verlassen. Mit zwei Helikopterfl&amp;uuml;gen werden wir zu sechst auf einer kleinen Scholle von mehrj&amp;auml;hrigem Eis unweit des Schiffes abgesetzt. Die Helis fliegen weiter, sie werden f&amp;uuml;r Bird-Fl&amp;uuml;ge ben&amp;ouml;tigt. Wir k&amp;ouml;nnen Polarstern noch in der Ferne sehen &amp;ndash; jedoch nicht mehr h&amp;ouml;ren. Nach 9 Wochen Schiffsger&amp;auml;uschen, dem ewigen Surren der Bel&amp;uuml;ftungsanglage, und den Motoren, die wir auf anderen Eisstationen immer im Hintergrund h&amp;ouml;ren, ist es nun ganz still. Eine unendliche Wohltat. Als wir alle ruhig werden, um diese Stille zu genie&amp;szlig;en, werden andere Ger&amp;auml;usche wahrnehmbar. Leise h&amp;ouml;ren wir das Eis knarren und knacken. Und was beim ersten Hinh&amp;ouml;ren wie Walgesang klingt, kommt auch aus dem Eis: die Schollen dr&amp;uuml;cken gegeneinander und quietschen dabei wie schlecht ge&amp;ouml;lte T&amp;uuml;ren.&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/2-hubschrauber-crew.jpg&quot; alt=&quot;2-hubschrauber-crew.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Martin Schiller, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Auf der Scholle angekommen laden wir unser Material aus dem Heli, der uns auf der Scholle f&amp;uuml;r ein paar Stunden zur&amp;uuml;cklassen wird&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Es sind minus 10 Grad, jedoch ist es nicht besonders windig, und die Sonne strahlt am Himmel und l&amp;auml;sst Schnee und Eis f&amp;uuml;r uns glitzern. Die Sch&amp;ouml;nheit dieser Landschaft berauscht uns alle, gl&amp;uuml;cklich wie kleine Kinder erkunden wir unsere Scholle. Nur unser B&amp;auml;renw&amp;auml;chter Martin positioniert sich sofort auf dem 2 Meter hohen R&amp;uuml;cken, der sich aus der Scholle erhebt. So sehr wir uns sonst vom Schiff aus &amp;uuml;ber den Anblick von Eisb&amp;auml;ren freuen, allein auf der Scholle muss so eine Begegnung nicht unbedingt sein. Und siehe da, auf unserer Nachbarscholle finden wir Eisb&amp;auml;renspuren! Sie sind schon leicht &amp;uuml;bergeschneit, also zum Gl&amp;uuml;ck mindestens einen Tag alt. Der B&amp;auml;r ist schon weg.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/3-mann-eisberg.jpg&quot; alt=&quot;3-mann-eisberg.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Marcel Nicolaus, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Unser B&amp;auml;renw&amp;auml;chter Martin h&amp;auml;lt Ausschau. In der Ferne sieht man FS Polarstern&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Und am Horizont noch eine fl&amp;uuml;chtige Erscheinung, da fliegt Eis! Deutlich heben sich einige Schollen vom hellen Blau des Himmels ab und schweben &amp;uuml;ber der offenen Wasserfl&amp;auml;che, h&amp;auml;ngen einfach in der Luft. Eine Eis Morgana. Die K&amp;auml;lte der Luft bewirkt denselben optischen Effekt wie bei einer Fata Morgana in der W&amp;uuml;ste. Ein faszinierender Anblick.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Wir wenden uns der Probennahme zu. Heute bleibt der Generator so lange wie m&amp;ouml;glich aus, wir bohren die Eiskerne auf traditionelle Weise per Hand, es soll leise bleiben. Am Ende brauchen wir dann leider doch kurz Motorenunterst&amp;uuml;tzung, aber heute &amp;auml;rgert uns nichts. Noch nie war die Arktis so sch&amp;ouml;n. Dieser Tag ist entsch&amp;auml;digt f&amp;uuml;r viele Entbehrungen der letzten Wochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/4-arktis-sonnenuntergang.jpg&quot; alt=&quot;4-arktis-sonnenuntergang.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Martin Schiller, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Probennahme vor der traumhaften arktischen Kulisse. Der Birdflug unserer Kollegen f&amp;uuml;hrt an unserer Scholle vorbei&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/5-scholle.jpg&quot; alt=&quot;5-scholle.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;387&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Unsere Scholle aus einer anderen Perpektive. Christiane Uhlig und ich gr&amp;uuml;&amp;szlig;en die Kollegen im Heli&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Nach vier Stunden sind wir fertig. Die tropfenden Nasen sind eingefroren, Finger sowieso, wir haben Hunger und m&amp;uuml;ssen aufs Klo. Es geht zur&amp;uuml;ck nach Hause, unsere erste Scholle wartet.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Sie ist in mittlerweile in drei Teile zerbrochen, doch wir k&amp;ouml;nnen, die Ger&amp;auml;te wiederfinden - bis auf eines, das wohl vom Eis abgeschert wurde. Mit ihnen kommen wertvolle Daten zu uns an Bord und auch die Information, wer die Scholle in der Zwischenzeit noch besucht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/6-wetterstation.jpg&quot; alt=&quot;6-wetterstation.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Marcel Nicolaus und Christian Katlein beim Wiederfinden der Ger&amp;auml;te. Auf dem Bild ist die Wetterstation zu sehen, die die 9 Wochen auf dem Eis gut &amp;uuml;berstanden hat&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/20/7-wetterstation-eisbaer.jpg&quot; alt=&quot;7-wetterstation-eisbaer.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;AG Meereisphysik, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Jede Stunde seit Anfang August hat die Wetterstation ein Foto gemacht. Zwischenzeitlich in unserer Abwesenheit hatte sie Besuch von einem neugierigen Eisb&amp;auml;ren&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/von-eis-morganas-und-anderen-fl-chtigen-erscheinungen-ausflug-auf-eine-scholle-von-eva-kirschenmann-studentin-am-fachbereich-geowissenschaften-universit-t-bremen</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Mon, 01 Oct 2012 12:02:07 +0200</pubDate>
   <source url="/blog/rss.php?blogId=26&amp;profile=rss20">Polarstern-Expedition</source>
     </item>
    <item>
   <title>Im Kalten fliegt&#039;s sich besser (Von Stefan Hendricks, Arbeitsgruppe Meereisphysik, AWI)</title>
   <description>
        Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms der Meereisphysiker hier an Bord ist die gro&amp;szlig;fl&amp;auml;chige Vermessung der Dicke des Meereises. Mit diesen Daten wollen wir untersuchen, wie d&amp;uuml;nn das verbleibende Meereis diesen Sommer gewesen ist und wo man noch &amp;auml;lteres und dickeres Meereis finden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Messungen f&amp;uuml;hren wir mit einem der beiden Bordhelikopter und einem sogenannten EM-Bird durch. Dabei handelt es sich um ein etwa 4 Meter lange Messger&amp;auml;t, welches aus einer H&amp;ouml;he von 10 bis 15 Metern die Dicke von Meereis direkt messen kann. EM steht f&amp;uuml;r Elektromagnetisch, da das Ger&amp;auml;t mithilfe von elektromagnetischen Feldern Eis und Wasser aufgrund ihrer deutlich unterschiedlichen elektrischen Leitf&amp;auml;higkeiten auseinanderhalten kann. Das Messprinzip ist sehr &amp;auml;hnlich zu dem eines Metalldetektors, und da der Helikopter aus viel Metall besteht, h&amp;auml;ngt das Ger&amp;auml;t an einem 20 Meter langen Schleppkabel &amp;nbsp;unter dem Luftfahrzeug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb1_eisdicken_blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb1_eisdicken_blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;358&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;EM-Bird im Einsatz f&amp;uuml;r die Messung der Dicke von Meereis. Das Ger&amp;auml;t wird von einem Bordhelikopter in einer H&amp;ouml;he von 10 bis 15 Meter &amp;uuml;ber dem Meereis geschleppt&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wenn das Wetter es zul&amp;auml;sst, dauern die Messfl&amp;uuml;ge mit dem EM-Bird bis zu 2 Stunden. Da der Helikopter f&amp;uuml;r die Eisdickenmessungen sehr tief fliegen muss, sind wir auf gute Sichtbedingungen angewiesen, was leider w&amp;auml;hrend dieser Polarstern-Reise viel zu selten der Fall war. In den ersten Wochen der Expedition verhinderten h&amp;auml;ufig tiefe Wolken und Nebel die Messungen mit dem EM-Bird, oder Fl&amp;uuml;ge mussten oft vorzeitig abgebrochen werden. Seitdem jedoch Polarstern weiter Richtung Norden vorgedrungen ist, hat sich das Wetter deutlich gebessert. Dies liegt zu einem guten Teil daran, dass die Sonne nur noch tief &amp;uuml;ber dem Horizont steht und es merklich k&amp;auml;lter wird. Dadurch gefrieren sowohl die Schmelzt&amp;uuml;mpel auf dem Eis als auch das Meerwasser zwischen den Eisschollen so, dass sich nicht mehr viel Nebel bildet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Diesen Umstand nutzen wir aus, um entlang der Fahrtroute einen Querschnitt der Meereisdicke vom Rand der Eiszone bis zum Nordpol zu erstellen. Jetzt ist das Wetter zwar ausgezeichnet, daf&amp;uuml;r ist es nur noch wenige Stunden am Tag hell genug f&amp;uuml;r Fl&amp;uuml;ge. Daher wechseln sich Thomas Krumpen und ich ebenso wie die beiden Piloten f&amp;uuml;r direkt aufeinanderfolgende Messfl&amp;uuml;ge ab. Wir fliegen entlang der Schiffsroute vor und zur&amp;uuml;ck, so dass die Messungen an einem Tag dort anfangen, wo sie am Vortag geendet haben. F&amp;uuml;r die Bedienung des EM-Birds ist dabei nur eine Person notwendig. Der Operator des EM-Birds sitzt mit einem Laptop-Computer auf der R&amp;uuml;ckbank des Helikopters und hat st&amp;auml;ndig die H&amp;ouml;he des EM-Birds im Auge. Das Ger&amp;auml;t &amp;uuml;bertr&amp;auml;gt seine Daten in Echtzeit &amp;uuml;ber Funk und wird ebenso gesteuert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb2_eisdicken_blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb2_eisdicken_blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Thomas bei der Bedienung des EM-Birds auf der R&amp;uuml;ckbank des Helikopters. Die EM-Bird Operatoren wechseln sich bei mehreren Fl&amp;uuml;gen pro Tag ab&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb3_eisdicken_blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb3_eisdicken_blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ausblick des EM-Bird Operators im Helikopter. Vorne sitzt neben dem Piloten immer ein Eisbeobachter. Der EM-Bird wird &amp;uuml;ber einen Laptop gesteuert, der auch zur Anzeige der Daten in Echtzeit verwendet wird&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Nach der langen Durststrecke am Anfang der Fahrt wurden wir in den letzten Tagen mit spektakul&amp;auml;ren Fl&amp;uuml;gen mit tiefstehender Sonne belohnt. Diese Aussicht kann neben uns und den Piloten auch ein Eisbeobachter genie&amp;szlig;en. Es war nicht schwierig, f&amp;uuml;r die Aufgabe Freiwillige zu finden, die die Protokollierung und Dokumentation des Fluges &amp;uuml;bernehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb4_eisdicken_blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb4_eisdicken_blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Stefan Hendricks, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ausblick aus dem Helikopter w&amp;auml;hrend eines Messfluges. In der Arktis geht Ende September die Sonne bereits fr&amp;uuml;h unter&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auf den Fl&amp;uuml;gen werden jedoch nicht nur aus dem Helikopter Fotos vom arktischen Sonnenuntergang aufgenommen. Wir haben den EM-Bird mit einer Luftbildkamera ausger&amp;uuml;stet, welche senkrecht nach unten die Meereisoberfl&amp;auml;che fotografiert. Mit diesen Luftbildern k&amp;ouml;nnen wir untersuchen, wie gro&amp;szlig; der Anteil von Schmelzt&amp;uuml;mpeln auf dem Meereis ist. Schmelzt&amp;uuml;mpel bilden sich durch Abschmelzen der Meereisoberfl&amp;auml;che ab dem Beginn des arktischen Sommers. Da sie mehr W&amp;auml;rme von der Sonne aufnehmen als die hellere Eisoberfl&amp;auml;che, f&amp;uuml;hren sie zu einer verst&amp;auml;rkten Abschmelze - bis das Eis unter dem T&amp;uuml;mpel komplett verschwunden ist. Diese T&amp;uuml;mpel erscheinen dann schwarz auf unseren Luftbildern, w&amp;auml;hrend T&amp;uuml;mpel auf dickerem Meereis eine hellblaue Farbe aufweisen. Am Anfang der Fahrt konnten wir Luftbilder von Eisschollen machen, deren Oberfl&amp;auml;che fast nur aus Schmelzt&amp;uuml;mpeln bestand. Seitdem sind diese Eisschollen vermutlich komplett geschmolzen. Auf dem verbleibenden Eis sind die T&amp;uuml;mpel mittlerweile jedoch komplett &amp;uuml;berfroren und mit Schnee bedeckt, so dass sie auch mit dem Auge nur noch schwer auszumachen sind. &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb5_eisdicken_blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb5_eisdicken_blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;317&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Meereisphysik, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Selbstbild der Luftbildkamera im EM-Bird. Das Photo wurde &amp;uuml;ber sehr glattem Wasser aufgenommen, so dass sich der EM-Bird und der Helikopter zwischen kleinen Eisschollen spiegeln&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/abb6_eisdicken_ blog copy.jpg&quot; alt=&quot;abb6_eisdicken_ blog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Photo: Meereisphysik, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Luftbild einer Eisscholle mit Schmelzt&amp;uuml;mpeln. Die Bilder werden aus einer H&amp;ouml;he von einigen hundert Metern gemacht um ganze Eisschollen auf das Bild zu bekommen. T&amp;uuml;mpel auf dicken Meereis erscheinen hellblau, auf d&amp;uuml;nnem Meereis hingegen schwarz&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Dank der kalten Temperaturen und dem guten Wetter konnten wir in den letzten Tagen viele Messfl&amp;uuml;ge durchf&amp;uuml;hren, die wir gut mit Eisdicken-Messungen aus den vergangenen Jahren vergleichen k&amp;ouml;nnen. Wie schon bei der Polarsternfahrt im letzten Jahr konnten wir nur noch wenig dickes Meereis finden. Die sehr geringe Eisbedeckung in diesem Jahr zeigt deutlich, dass sich der Trend zu einer Arktis mit nur wenig und d&amp;uuml;nnem Eis im Sommer fortsetzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Unser besonderer Dank gilt den beiden Piloten Klaus und Roland, sowie den Helikoptertechnikern Jens und Thomas, die uns bei den Messungen immer tatkr&amp;auml;ftig unterst&amp;uuml;tzen. Ohne die Hilfe der vielen Beteiligten, die auch zu fr&amp;uuml;her Stunde einen Wetterbericht erstellen oder den EM-Bird auf dem Helikopterdeck einfangen, w&amp;auml;ren unsere Messungen nicht m&amp;ouml;glich.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/im-kalten-fliegt-s-sich-besser-von-stefan-hendricks-arbeitsgruppe-meereisphysik-awi</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Fri, 28 Sep 2012 10:03:00 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Was lebt im Meereis? (Von Anique Stecher, Doktorandin der Universität Konstanz in Kooperation mit dem AWI)</title>
   <description>
        Wenn man an Lebewesen in der Arktis denkt, fallen jedem sofort Eisb&amp;auml;ren, Robben, V&amp;ouml;gel und Wale ein. Aber was ist mit dem Meereis, gibt es auch im Eis Lebewesen? Auf den ersten Blick wirkt das endlos wei&amp;szlig;e, kalte Meereis leblos, gar lebensfeindlich. Doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass direkt im Meereis kleinste Algen leben. Aber wie kann das sein? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wenn Meerwasser gefriert, werden Salzkristalle aus dem Meerwasser ausgeschieden, und das S&amp;uuml;&amp;szlig;wasser gefriert. Dadurch bildet sich nicht ein durchgehender Eisblock, sondern ein Gemisch aus gefrorenem S&amp;uuml;&amp;szlig;wasser und salzhaltigen Solekan&amp;auml;lchen. In genau diesen Solekan&amp;auml;len (engl.: &lt;em&gt;brine channel&lt;/em&gt;) leben u. a. &amp;nbsp;kleinste Algen. Algen, die das Meereis besiedeln, m&amp;uuml;ssen mit hohen Salzkonzentrationen, aber auch mit sehr niedrigen Temperaturen und geringen Lichtbedingungen leben. Vom engen Raum in den Solekan&amp;auml;lchen mal ganz abgesehen! Umso erstaunlicher ist es, dass sich in einem auf den ersten Blick lebensunfreundlichen Lebensraum oder Habitat eine ganze Reihe verschiedener Algenarten angesiedelt haben. Nun stellt sich dem neugierigen Wissenschaftler die Frage, welche Arten genau im Eis vorkommen und wie diese es schaffen, mit den extremen Bedingungen im Eis fertig zu werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_1 copy.jpg&quot; alt=&quot;Foto_1 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Marcel Nicolaus, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Senkrechter Schnitt durch eine Meereisprobe. Die Probe (10 x 10 cm) ist 1 mm dick und zeigt die Solekan&amp;auml;le im Meereis&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit eben diesen Fragen besch&amp;auml;ftige ich mich in meiner Doktorarbeit. Um zu beantworten &amp;bdquo;wer&quot; im Eis lebt versuche ich zun&amp;auml;chst, die Artenvielfalt der Gemeinschaft (Biodiversit&amp;auml;t) zu bestimmen. Als erstes m&amp;uuml;ssen daf&amp;uuml;r Proben vom Meereis genommen werden. W&amp;auml;hrend wir auf einer Eisstation sind, bohren wir Eiskerne, die sofort im Labor auf dem Schiff geschmolzen werden. Von dem Wasser wird dann eine Unterprobe genommen, die ich mir unter dem Mikroskop anschaue. Im Meereis leben haupts&amp;auml;chlich l&amp;auml;ngliche Kieselalgen (pennate Diatomeen), da sie auf Grund ihrer Form am besten in den engen Solekan&amp;auml;lchen leben k&amp;ouml;nnen. Gro&amp;szlig;e Arten, die teilweise auch besonders lange Ketten bilden, finden sich eher in den Schmelzt&amp;uuml;mpeln (&lt;a href=&quot;http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/im-eis-garten-von-christiane-uhlig-post-doktorand-awi-und-mar-fern-ndez-doktorand-mpi-awi&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Blog vom 20.08.12&lt;/a&gt;), oder direkt unter dem Meereis. Auch runde Kieselalgen (zentrische Diatomeen) sind auf Grund des Platzmangels im Meereis eher selten. Es gibt also eine ganz spezifische Gemeinschaft im Meereis, die sich von anderen eisassoziierten Gemeinschaften und der offenen Wassers&amp;auml;ule unterscheidet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_2 copy.jpg&quot; alt=&quot;Foto_2 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Marcel Nicolaus, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Christiane Uhlig, Anique Stecher und Eva Kirschenmann (von links) beim Zers&amp;auml;gen eines Eiskernes&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left; float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/7378-Foto_3 copy.jpg&quot; alt=&quot;7378-Foto_3 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;195&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Anique Stecher, Uni Konstanz/AWI&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Mikroskopieaufnahmen verschiedener Kieselalgen aus dem Meereis&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp; &lt;br /&gt;Viele Arten sind auch f&amp;uuml;r Kieselalgenspezialisten sehr schwer unter dem Lichtmikroskop zu unterscheiden. Somit ist es manchmal schwierig, eine genaue &amp;bdquo;Bestandsaufnahme&quot; der Algen im Meereis zu machen. Au&amp;szlig;erdem gibt es viele Arten, die Dauerstadien (Zysten) bilden, z.B. wenn sich die Lebensbedingungen verschlechtern. Somit k&amp;ouml;nnen diese Arten die schlechten Bedingungen einfach aussitzen und auf sch&amp;ouml;nere Zeiten warten. Oftmals sehen diese Dauerstadien aber ganz anders aus als die aktiven Zellen, was zus&amp;auml;tzlich zu Verwirrungen in der Bestimmung f&amp;uuml;hren kann. Es ist also nicht ganz so einfach, die genaue Biodiversit&amp;auml;t einer Eisalgengemeinschaft durch Mikroskopie zu bestimmen. Zum Gl&amp;uuml;ck macht die Wissenschaft kontinuierlich Fortschritte, und Methoden entwickeln sich immer weiter. In den letzten Jahren sind molekulare und besonders genetische Methoden immer g&amp;auml;ngiger geworden, um genau solche Probleme zu l&amp;ouml;sen. Deshalb filtriere ich die geschmolzenen Eiskerne auf spezielle Filter, die ich an Bord einfriere. Zur&amp;uuml;ck in Bremerhaven analysiere ich die Algengemeinschaft mit molekulargenetischen Methoden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_4 copy.jpg&quot; alt=&quot;Foto_4 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;900&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Marcel Nicolaus, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Filtration der Meereisproben im K&amp;uuml;hlcontainer (4&amp;deg;C) auf dem Schiff&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im Labor in Bremerhaven isoliere ich dann die DNA aus den Algen. Als n&amp;auml;chstes wird die DNA im Labor vervielf&amp;auml;ltigt, die verschiedenen Abschnitte der DNA sequenziert und anschlie&amp;szlig;end die genetische Information ausgelesen. Da jede Art ganz spezifische Sequenzen besitzt, mit denen es m&amp;ouml;glich ist, sie zu identifizieren, kann man durch solche Methoden genau sagen, welche Arten im Eis zum Zeitpunkt der Probenahme lebten. Somit h&amp;auml;tten wir also die Frage, &amp;bdquo;wer&quot; sich im Eis befindet, beantwortet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_5 copy.JPG&quot; alt=&quot;Foto_5 copy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;448&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Katrin Schmidt, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Fr&amp;uuml;here DNA-Isolation unterm Abzug im Labor im AWI in Bremerhaven&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; Bleibt noch zu kl&amp;auml;ren &amp;bdquo;wie&quot; diese Arten es schaffen, mit den extremen Lebensbedingungen fertig zu werden. Dazu werde ich mir verschiedene Gene anschauen, also kleine Abschnitte der DNA, die f&amp;uuml;r bestimmte Funktionen codieren.&amp;nbsp; Man kann sich Gene wie einen Bauplan vorstellen, nachdem bestimmte Zellbestandteile gebaut werden. Wenn z.B. eine&amp;nbsp; Alge viel Stress durch K&amp;auml;lte hat, wird sie wahrscheinlich Mechanismen brauchen, um sich dagegen zu sch&amp;uuml;tzen. Das wiederum kann man an der genetischen Information der Algen ablesen. Ich versuche also w&amp;auml;hrend meiner Arbeit mit solchen Methoden nicht nur herauszufinden, &amp;bdquo;wer&quot; im Meereis &amp;uuml;berhaupt lebt sondern auch &amp;bdquo;was&quot; diejenigen gerade im Meereis machen und &amp;bdquo;wie&quot; sie es schaffen, im Meereis zu &amp;uuml;berleben. Wichtige Fragestellungen in diesem Zusammenhang sind auch noch wodurch die Algen im Eis gestresst werden, oder aber auch, wieso die Algen &amp;uuml;berhaupt so gut mit hohen Salzgehalten und niedrigen Temperaturen umgehen k&amp;ouml;nnen. Kann man vielleicht vorhersagen, wie sich die Algengemeinschaften ver&amp;auml;ndern werden, wenn das Meereis der Arktis weiterhin so rapide abschmilzt? Bisher sind genaue Mechanismen und Anpassungsweisen an solche extremen Lebensr&amp;auml;ume wenig erforscht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bisher habe ich Proben von allen acht Eisstationen gesammelt und auf Filtern eingefroren. Der Hauptteil meiner Arbeit beginnt dann aber erst im Labor in Bremerhaven, wenn ich die Proben aufarbeite. Darauf freue ich mich jetzt schon wirklich sehr!&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
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   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/was-lebt-im-meereis-von-anique-stecher-doktorandin-der-universit-t-konstanz-in-kooperation-mit-dem-awi</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Wed, 26 Sep 2012 09:51:46 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Meereis von unten (Von Marcel Nicolaus und Christian Katlein)</title>
   <description>
        &lt;em&gt;Wir sind auf unserer n&amp;ouml;rdlichsten Eisstation angekommen - bei fast 89&amp;deg;Nord und 60&amp;deg;Ost. Weiter kommen wir aus zeitlichen Gr&amp;uuml;nden nicht mehr, zudem hat der arktische Herbst begonnen - die Sonne sinkt hinter den Horizont, die Lufttemperaturen sind schon unter -12&amp;deg;C gerutscht und die Schmelzt&amp;uuml;mpel gefrieren. Etwas gesch&amp;uuml;tzt von ihrem Zelt auf dem Eis mit dem Steuerstand unterhalten sich Marcel Nicolaus und Christian Katlein &amp;uuml;ber die Arbeit mit RONIA, dem Untereis-ROV.&lt;/em&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild01 copy.jpg&quot; alt=&quot;bild01 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: M. Schiller, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Abendstimmung bei den ROV Messungen. Bei den Messungen nahe des Nordpols erhebt sich die Sonne nur knapp &amp;uuml;ber den Horizont, so dass auch f&amp;uuml;r die Messungen nur ein kleines Zeitfenster bleibt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left; float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild05 copy.jpg&quot; alt=&quot;bild05 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: A. Stecher, AWI&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Die Meereisphysiker Marcel Nicolaus (l) und Christian Katlein (r) mit dem ROV Ronia bei einer Eisstation&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Christian: Sag mal, wieso hei&amp;szlig;t unser ROV eigentlich Ronia, den Namen hast Du Dir doch mit Martin beim Training in Schweden ausgedacht, oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Marcel: Letztes Jahr hatte unser ROV auch einen Namen, es hie&amp;szlig; Alfred, und da alle unsere Gro&amp;szlig;ger&amp;auml;te einen Namen haben, brauchte auch dieses kabelgebundene Unterwasserfahrzeug (ROV) einen Namen, oder willst Du immer &amp;bdquo;kabelgebundenes Unterwasserfahrzeug&quot; sagen? Ronia steht f&amp;uuml;r: Remotely Operated Northpole Ice Adventurer - und es ist nun mal eine R&amp;auml;ubertochter. Meinst Du nicht, dass der Name zu dem passt, was sie tun soll?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Christian: Auf jeden Fall, denn wir untersuchen damit, wie viel Licht es unter dem Meereis gibt. Das gleicht oft einem Abenteuer im finsteren Wald, bei dem es auch darum geht sich nicht mit dem langen Kabel an den vielen Eisstrukturen zu verheddern. Und zum Nordpol wollten wir damit auch von Anfang an. Nur schade, dass es doch nicht ganz bis dahin geklappt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marcel: Wieso Licht unter dem Meereis?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Christian: Weil das Licht, also die Sonneneinstrahlung, unter dem Meereis f&amp;uuml;r zwei Dinge besonders wichtig ist. Erstens ist Sonnenlicht reine Energie. Und die Energie unter dem Meereis bestimmt, wie und wo sich Meereis und Ozean erw&amp;auml;rmen. Im Endeffekt geht es darum, wie viel Eis schmilzt oder aber auch wie schnell das Wasser zu Eis gefrieren kann. Zweitens ben&amp;ouml;tigen alle Organismen, die im und unter dem Meereis leben, Licht f&amp;uuml;r die Photosynthese. Und um den Lebensraum unter dem Eis besser beschreiben und verstehen zu k&amp;ouml;nnen, ist es vor allem wichtig, wie viel Licht es unter verschiedenen Eistypen und in unterschiedlicher Tiefe gibt. Ach ja, und drittens bekommen wir durch die beiden Kameras, die an Ronia montiert sind, auch tolle Bilder von der Landschaft unter dem Eis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild03 copy.jpg&quot; alt=&quot;bild03 copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: M. Nicolaus, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Eine typische ROV-Station mit dem orange farbigen Scottzelt, in dem die Piloten sitzen, dem ROV-Loch und dem ROV Ronia selbst&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Marcel: Ja, diese Bilder zeigen uns vor allem jetzt zum Ende des Sommers ganz deutlich, wie stark das Eis an der Unterseite geschmolzen ist. Es sind faszinierende Strukturen aus Eis und Wasser entstanden, in denen sich das Licht ganz unterschiedlich verteilt. Oft kann man durch blo&amp;szlig;es hingucken schon sehen, dass die Lichtverh&amp;auml;ltnisse sehr unterschiedlich sind. Je nach Oberfl&amp;auml;chen- und Wassereigenschaften erscheint die Welt unter dem Eis sogar in verschiedenen Farben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christian: Wir sehen immer wieder auch tolle Quallen und Algenansammlungen unter dem Eis. Au&amp;szlig;erdem k&amp;ouml;nnen wir die vielf&amp;auml;ltigen Messger&amp;auml;te der Kollegen unter dem Eis bei der Arbeit beobachten - ohne dass es jemand merkt. So bekommen wir einen guten &amp;Uuml;berblick, was unter dem Eis, auf dem wir arbeiten, passiert und wie es aussieht. Nicht selten kann man sehr gut sehen, wie stark die Eiseigenschaften und die Eisdicke auf kleinem Raum variieren, obwohl man es von der Oberseite aus gesehen nicht erwarten w&amp;uuml;rde. Anders als die Schmelzt&amp;uuml;mpel, die man nat&amp;uuml;rlich auch bestens an der Oberfl&amp;auml;che erkennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild06 copy.png&quot; alt=&quot;bild06 copy.png&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Ronia, AWI Meereisphysik&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Eine Rippenqualle (Mertensia sp.) treibt unter dem Meereis&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild07 copy.png&quot; alt=&quot;bild07 copy.png&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Ronia, AWI Meereisphysik&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Untereis-Ansicht stark deformierten Meereises. Es ist auch einer unserer Orientierungsmarkierungen angebracht. Der Marker ist 1m lang&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Marcel: Richtig, und ein gro&amp;szlig;er Vorteil f&amp;uuml;r die Arbeit mit Ronia ist, dass das Meereis unter den Schmelzt&amp;uuml;mpeln wesentlich d&amp;uuml;nner ist als drum herum. Deshalb verwenden wir ja meist auch einen Schmelzt&amp;uuml;mpel, um Ronia Zugang unter das Eis zu verschaffen. Das hat sich schon letztes Jahr bew&amp;auml;hrt. Aber dennoch haben wir ja dieses Mal einige Neuerungen mitgebracht ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christian: Sicher! Die wichtigste Verbesserung ist sicherlich, dass wir dieses Mal ein Positionierungssystem dabei haben. Das kann man sich wie ein Navigationssystem im Auto vorstellen. Damit wissen wir, wo Ronia sich unter dem Eis befindet, da wir (und damit sie) ansonsten doch sehr schnell sehr orientierungslos sind. Zus&amp;auml;tzlich k&amp;ouml;nnen wir damit alle Messungen und Beobachtungen mit den Eiseigenschaften und Luftfotos verkn&amp;uuml;pfen. Aber das ist auch ein ganz sch&amp;ouml;ner Aufwand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild08 copy.png&quot; alt=&quot;bild08 copy.png&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Ronia, AWI Meereisphysik&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein Eddy-System unter dem Meereis. Diese Sensoren werden von den Biogeochemikern auf jeder Eisstation installiert (siehe letzter Blog)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/bild09 copy.png&quot; alt=&quot;bild09 copy.png&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Ronia, AWI Meereisphysik&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Algen unter dem Meereis&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Marcel: Wohl wahr. Immerhin brauchen wir pro Eisstation vier Personen, mit denen wir das ROV-Programm absolvieren. Oft haben wir einen halben Tag damit verbracht, einen geeigneten Ort zu finden, das Loch ins Eis zu s&amp;auml;gen, alle Untereismarkierungen auszubringen, und die gesamte Technik aufzubauen. Danach haben wir Ronia dann mehrere Stunden lang auf Tauchfahrt geschickt, um Tausende von Lichtspektren zu messen und Videos aufzuzeichnen. Aber es hat sich bisher auf jeden Fall gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christian: Immerhin zeigen unsere Messungen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Eistypen, und es wird auch ganz klar, dass durch j&amp;uuml;ngeres und d&amp;uuml;nneres Eis mehr Licht in den Ozean dringt als durch &amp;auml;lteres und dickeres. Am meisten Licht messen wir jedoch unter den Schmelzt&amp;uuml;mpeln, da diese an der Oberfl&amp;auml;che auch wesentlich weniger Licht reflektieren als das benachbarte wei&amp;szlig;e Meereis. Somit k&amp;ouml;nnen wir davon ausgehen, dass es in Zukunft mehr und mehr Licht unter dem j&amp;uuml;nger und d&amp;uuml;nner werdenden arktischen Meereis geben wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Marcel: Also gut, um Mitternacht ist wieder Eisstation. Geh schon mal den Schlitten packen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Christian: Mach ich, bis dahin ist auch Ronia wieder fit und die neuesten Ersatzteile sind eingebaut. Es geht halt doch nicht immer alles glatt mit solch komplizierter und neuartiger Technik in der Arktis.&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/meereis-von-unten-von-marcel-nicolaus-und-christian-katlein</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Mon, 24 Sep 2012 14:46:52 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Tausend Meter unter dem Eis (Von Raquel Somavilla, Ozeanographin am AWI)</title>
   <description>
        Mein Name ist Raquel Somavilla, ich komme aus Spanien und bin Ozeanografin. Ich arbeite seit einigen Jahren am Alfred-Wegener-Institut (AWI) und lebe in Bremerhaven. Ich untersuche die tiefen Wassermassen des Nordpolarmeers und der Gr&amp;ouml;nlandsee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_1_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_1_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Raquel Somavilla, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Raquel Somavilla an Bord der FS Polarstern&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Warum sollten uns die Wassermassen der Arktis k&amp;uuml;mmern? Die meisten von Ihnen haben&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; wahrscheinlich schon einiges &amp;uuml;ber die hohe Empfindlichkeit der Arktis in Bezug auf den Klimawandel geh&amp;ouml;rt. Dabei geht es unter anderem um die gro&amp;szlig;en &amp;Auml;nderungen der Meeresoberfl&amp;auml;chentemperatur und der Eisbedeckung. Allerdings sind nicht nur die &amp;Auml;nderungen an der Oberfl&amp;auml;che wichtig. Wenig ist &amp;uuml;ber die m&amp;ouml;glichen &amp;Auml;nderungen im Tiefenwasser bekannt (bis 5000 m Tiefe), weil man auch zun&amp;auml;chst denken w&amp;uuml;rde, dass das tiefe Nordpolarmeer nicht so schnell von den &amp;Auml;nderungen erreicht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber im Nordpolarmeer und in der Gr&amp;ouml;nlandsee findet Tiefenwasserbildung statt. Das ist ein wichtiger Prozess f&amp;uuml;r unser Klima, da die Wasserk&amp;ouml;rper, die zum Boden sinken, oben durch w&amp;auml;rmeres Wasser von s&amp;uuml;dlichen Breiten ersetzt werden. Ohne diese Bewegungen des warmen Oberfl&amp;auml;chenwassers &amp;nbsp;- vom &amp;Auml;quator zu den Polarregionen und des kalten Wassers von den Polen zu den &amp;auml;quatorialen Regionen - w&amp;uuml;rden die niederen Breiten w&amp;auml;rmer und w&amp;auml;rmer werden und die hohen Breiten k&amp;auml;lter und k&amp;auml;lter. Dies ist ein Weg, wie das tiefe Nordpolarmeer und die tiefe Gr&amp;ouml;nlandsee zur Regulierung unseres Klimas beitragen. Und aus diesem Grund sind die &amp;Auml;nderungen in den tiefen Wassermassen auch sehr wichtig. Was sind die Gr&amp;uuml;nde f&amp;uuml;r diese &amp;Auml;nderungen? Die &amp;Auml;nderungen in den tiefen Wassermassen des Nordpolarmeeres und der Gr&amp;ouml;nlandsee haben ihren Ursprung in Prozessen tausende von Metern dar&amp;uuml;ber und tausende von Kilometern weit weg. Wenn Sie den Blog bis zum Ende lesen, werden Sie es verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_2_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_2_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;453&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Karte: Raquel Somavilla, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Abb. 2: Karte des Nordpolarmeeres und der Gr&amp;ouml;nlandsee sowie Temperatur- und Salzgehaltsmessungen in diesen Ozeanbecken (siehe Text f&amp;uuml;r weitere Erl&amp;auml;uterungen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In Abb. 2 zeige ich Ihnen eine Karte des Nordpolarmeeres und der Gr&amp;ouml;nlandsee mit Temperatur- und Salzgehaltsmessungen aus diesen Ozeanbecken. Am Anfang der Fahrt hat mein Kollege Benjamin Rabe Ihnen erkl&amp;auml;rt, wie wir Temperatur und Salzgehalt im Ozean messen (&lt;a href=&quot;http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/5.8.2012-was-macht-das-ozeanographie-team-von-benjamin-rabe-awi&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;BLOG vom 6. August&lt;/a&gt;). In der Karte sehen sie auch einen wei&amp;szlig;en Pfeil. Dieser steht f&amp;uuml;r eine wichtige Meeresstr&amp;ouml;mung, die vom s&amp;uuml;dlich gelegenen Atlantik her in die Gr&amp;ouml;nlandsee einstr&amp;ouml;mt; dann in die Arktis durch die Framstra&amp;szlig;e. Die Str&amp;ouml;mung flie&amp;szlig;t durch die ganze Arktis, bis sie wieder durch die Framstra&amp;szlig;e in Richtung Nordatlantik austritt. Wir k&amp;ouml;nnen diese Str&amp;ouml;mung erfassen als der Fluss von Atlantikwasser, der sich in der ganzen Arktis bemerkbar macht als ein Temperatur- und Salzgehaltsmaximum einige hundert Meter unterhalb der Wasseroberfl&amp;auml;che (gemeint sind die schattierten Fl&amp;auml;chen in den Temperatur- und Salzgehaltsprofilen in Fig. 2 b und c).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sagt uns dieses Bild &amp;uuml;ber die Gr&amp;ouml;nlandsee und das Nordpolarmeer? Die Haupteigenschaft der Gr&amp;ouml;nlandsee, die wir in Fig. 2b und c sehen k&amp;ouml;nnen, ist die Gleichf&amp;ouml;rmigkeit von Temperatur und Salzgehalt von der Oberfl&amp;auml;che bis zum Boden (4000 m), relativ zum Nordpolarmeer. Dies ist das Ergebnis eines ozeanischen Prozesses der als &amp;bdquo;Konvektion&quot;, Durchmischung, bekannt ist. Wegen der starken Abk&amp;uuml;hlung in den Wintermonaten ist die Durchmischung sehr effektiv. Warum ist die Wassers&amp;auml;ule im Nordpolarmeer anders? Weil dort das Vorkommen von Eis und S&amp;uuml;&amp;szlig;wasser geringer Dichte die Stabilit&amp;auml;t der obersten Schicht erh&amp;ouml;ht. Tiefe Konvektion wie in der Gr&amp;ouml;nlandsee kann hier nicht stattfinden. Was haben Sie noch in Fig. 2 bemerkt? Genau, das Vorkommen von warmen und salzigen Wassermassen im tiefen Nordpolarmeer, n&amp;ouml;rdlich der Gr&amp;ouml;nlandsee, ist merkw&amp;uuml;rdig. Was sind die Gr&amp;uuml;nde daf&amp;uuml;r? Ich erkl&amp;auml;re das weiter unten, aber zuerst muss ich Ihnen eine andere Abbildung zeigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_3_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_3_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;429&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Abb.: Raquel Somavilla, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Abb. 3: Tiefe Konvektionsprozesse im Nordpolarmeer&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; W&amp;auml;hrend der Wintermonate ist die Lufttemperatur in der Arktis sehr niedrig. Die Meeresoberfl&amp;auml;che sinkt unter den Gefrierpunkt von Salzwasser bei -1.9&amp;deg;C, und Eis wird gebildet. Das Eis kann das Salz im Seewasser aber nicht aufnehmen. Das Salz wird aus dem Eis ausgeschieden, wodurch der Salzgehalt und die Dichte des Oberfl&amp;auml;chenwassers zu nehmen. Eis wird haupts&amp;auml;chlich auf den arktischen Schelfen gebildet. Die auf den Schelfen gebildeten, dichteren Wasserfahnen sinken ab, bis sie auf Wassermassen gleicher Tiefe treffen. &amp;Auml;hnlich einer Schneelawine beim Abgang erh&amp;ouml;ht sich das Volumen der sinkenden Wasserfahnen w&amp;auml;hrend ihres &amp;bdquo;Falls&quot; den Schelfhang hinunter, da sie umliegendes Wasser aufnehmen, wie das Schema in Abb. 3 zeigt. Um zu verstehen, wie dies funktioniert, k&amp;ouml;nnen wir uns einen schwarzen Schneeball vorstellen, der einen wei&amp;szlig;en Berg hinunter rollt. Beim Rollen erh&amp;ouml;ht sich sein Volumen, er wird grau, dann hellgrau, weil er wei&amp;szlig;en Schnee vom Berg aufnimmt. Das Wasser, welches unser &amp;bdquo;Schneeball&quot; vom Schelfhang mit in die Tiefe nimmt, geh&amp;ouml;rt zu der Str&amp;ouml;mung Atlantikwassers, die wir oben bereits kennengelernt haben. Die Wasserfahnen in der Arktis den Hang hinunterrollen, nehmen also einen Teil der W&amp;auml;rme und des Salzes der Atlantikwasserschicht auf und transportieren diese in die Tiefe. W&amp;auml;hrend wir dem wei&amp;szlig;en Pfeil in Abb. 2 in das Nordpolarmeer folgen (Punkte gehen von Rosa bis Dunkelrot in der Karte und in Abb. 2b und c), wird das Tiefenwasser also w&amp;auml;rmer und salziger, w&amp;auml;hrend der Atlantikwasserstrom k&amp;auml;lter und s&amp;uuml;&amp;szlig;er wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_4_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_4_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;403&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Fotos: Raquel Somavilla, AWI&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Leben und Arbeiten an Bord der Polarstern&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nun haben Sie hoffentlich verstanden, warum der Ursprung des Tiefenwassers in der Arktis und Gr&amp;ouml;nlandsee in Oberfl&amp;auml;chenprozessen liegt; und es mit dem Wasser verkn&amp;uuml;pft ist, welches von s&amp;uuml;dlichen Breiten im Atlantik kommt. Damit haben jegliche &amp;Auml;nderungen, die die Oberfl&amp;auml;chenprozesse in den Tiefenwassern des Nordpolarmeeres und der Gr&amp;ouml;nlandsee ausl&amp;ouml;sen, auch das Potential, unser Klima zu beeinflussen. Ich finde das Verst&amp;auml;ndnis dieser physikalischen Mechanismen, die all diese Prozesse in unterschiedlichen Regionen des Ozeanklimas vernetzen, sehr interessant, und ich bin froh, dass meine Forschung dazu beitragen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Allerdings nehmen wir w&amp;auml;hrend unserer Expedition nicht nur Messungen in den tiefen Wassermassen der Arktis vor. Wer machen eine Menge verschiedener Sachen. Unten zeige Ich Ihnen einige Bilder davon, und auch einige sch&amp;ouml;ne Bilder von arktischem Meereis. Ich wei&amp;szlig; schon, manchmal sind die Fotos einfach der beste Teil unserer Blogs ;-). &amp;Uuml;brigens f&amp;uuml;hre ich auch einen eigenen Blog &amp;uuml;ber Ozean- und Klimawissenschaften, wo ich &amp;uuml;ber verschiedene Dinge geschrieben habe. Falls Sie also m&amp;ouml;chten, k&amp;ouml;nnen Sie dort mehr dar&amp;uuml;ber lesen (&lt;a href=&quot;http://fromtheblueside.blogspot.de/&quot;&gt;http://fromtheblueside.blogspot.de&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ihre Raquel Somavilla&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&amp;Uuml;bersetzung: Ben Rabe, AWI&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_5_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_5_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;446&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Fotos: Raquel Somavilla, AWI&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Figure_6_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; alt=&quot;Figure_6_RaquelSomavilla_AWIBlog copy.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;399&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Fotos: Raquel Somavilla, AWI&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/tausend-meter-unter-dem-eis-von-raquel-somavilla-ozeanographin-am-awi</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Fri, 21 Sep 2012 11:33:40 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Interview: Ausbildung auf hoher See (Von Christina Bienhold)</title>
   <description>
        Wir sind nun bei 88&amp;deg;N und 60&amp;deg;O angelangt und haben die Forschungsarbeiten an unserer siebten Eisstation wieder aufgenommen - in fast v&amp;ouml;llig geschlossener Eisdecke. Die Luft ist schon kalt genug, dass die Schmelzt&amp;uuml;mpel auch tags&amp;uuml;ber zufrieren. Nur unter dem Eis ist das Wasser noch etwas &amp;uuml;ber dem Gefrierpunkt von Meereis - das hei&amp;szlig;t, der arktische Sommer ist noch nicht ganz zu Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute m&amp;ouml;chte ich noch einmal zwei Mitglieder der Polarstern-Crew vorstellen. Axel und Micha machen in Rostock eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker und sind zur Zeit Azubis an Bord der Polarstern und damit die j&amp;uuml;ngsten Mitglieder der Crew. Axel ist im 2. und Micha im 3. Ausbildungsjahr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Christina: Axel und Micha, wo an Bord arbeitet ihr zur Zeit und was sind eure Aufgaben? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Ich arbeite im Moment an Deck. Zu meinen Aufgaben geh&amp;ouml;rt das Arbeiten mit Tauwerk und Sichern der Ladung, sowie das Instandhalten der ausschlie&amp;szlig;lich an Deck befindlichen Maschinen und Anlagen, aber auch gelegentlich das Bedienen von Winden und Kr&amp;auml;nen. Zudem helfe ich beim Aussetzen der wisschenschaftlichen Ger&amp;auml;te. Ab n&amp;auml;chster Woche bin ich dann auf der Br&amp;uuml;cke. Auf Br&amp;uuml;cke habe ich die M&amp;ouml;glichkeit, das Schiff mal selbst zu steuern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Ich bin zur Zeit im Maschinenraum, haups&amp;auml;chlich in der Werkstatt, wo ich mich viel mit Metallarbeiten besch&amp;auml;ftige. Im Maschinenraum sind wir f&amp;uuml;r die Maschinenanlagen und auch f&amp;uuml;r die t&amp;auml;gliche Maschinen-Datenerfassung zust&amp;auml;ndig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Abb_1 copy.JPG&quot; alt=&quot;Abb_1 copy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Michael &amp;uuml;berpr&amp;uuml;ft eine Gasmaske&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Christina: Wer sind Eure direkten Vorgesetzten hier an Bord? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Micha: Bei mir sind das der Chief, bzw. der Lagerhalter. Auf anderen Schiffen ist der 2. Ingenieur, der praktisch der Arbeitsminister ist, f&amp;uuml;r die Verteilung der Aufgaben zust&amp;auml;ndig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Bei mir sind das der Bootsmann und der Chief Mate (1. Offizier). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: Wie sieht f&amp;uuml;r euch ein typischer Tagesablauf an Bord aus? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Also, in der Regel fange ich um 8 Uhr an. Morgens setzen wir uns dann erstmal zusammen und Paul, der Lagerhalter, verteilt die Arbeitsaufgaben, die f&amp;uuml;r den Tag anliegen. Feierabend habe ich dann gegen 17 Uhr. Donnerstag (am Seemanns-Sonntag) und am Sonntag kann ich schon zum Kaffee Feierabend machen. Allerdings habe ich keinen freien Tag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Bei mir ist das unterschiedlich. Teilweise arbeit ich von 0-8 Uhr, oder auch mal von 16-24 Uhr. Es kommt immer darauf an, wie das wissenschaftliche Programm es erfordert. Au&amp;szlig;erdem habe ich einen Tag in der Woche frei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Abb_2 copy.JPG&quot; alt=&quot;Abb_2 copy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Axel bei der Arbeit an Deck&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: Seit wann seit ihr auf Polarstern und auf welchen Schiffen habt ihr davor schon gearbeitet? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Ich bin seit etwas &amp;uuml;ber 1 Monat hier, also auch mit Beginn des 3. Fahrtabschnitts zugestiegen. Davor war ich schon auf dem Forschungsschiff Meteor. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Ich bin seit Ende Mai auf der Polarstern, also schon etwas mehr als 3 Monate. Davor bin ich Container-Schiff gefahren, Gastanker und auch auf einer F&amp;auml;hre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Christina: Was macht ihr, wenn ihr nach diesem Fahrtabschnitt wieder an Land seid? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel &amp;amp; Micha: Wir werden beide ein bisschen Urlaub machen, und im November f&amp;auml;ngt dann die Berufsschule wieder an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Abb_3 copy_300.jpg&quot; alt=&quot;Abb_3 copy_300.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Kein ganzes Fu&amp;szlig;ballfeld, aber der Arbeitsgang bietet&lt;br /&gt;genug Platz f&amp;uuml;r ein bisschen Training mit dem Ball&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;strong&gt;Christina: Wie seid ihr dazu gekommen, eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker zu machen? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Mein Vater f&amp;auml;hrt auch zur See, und ich komme aus Rostock, wo ich schon immer das Meer vor der Haust&amp;uuml;r hatte. Als ich 16 war hat mich mein Vater schon auf einem Container-Schiff mitgenommen, und ich habe dort einen ersten Einblick in die Arbeit an Bord bekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Axel: Ich war vorher 2 Jahre bei der Marine und wollte weiterhin auf See arbeiten, jetzt aber eben zivil. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Christina: Was fasziniert euch an der Arbeit auf dem Schiff - man ist ja oft lange von zu hause weg? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Micha: Die Arbeit hier ist sehr abwechslungsreich, und ich durchlaufe alle m&amp;ouml;glichen Arbeitsbereiche. Von der Br&amp;uuml;cke in die Maschine, Rettungsboot fahren usw.. Man bekommt sehr viel mit. Bei Anfragen aus der Wissenschaft sind oft kreative L&amp;ouml;sungen gefragt. &lt;br /&gt;Au&amp;szlig;erdem ist da nat&amp;uuml;rlich die Reiselust, fremde L&amp;auml;nder und Orte kennenzulernen, Orte, von denen viele noch nie zuvor geh&amp;ouml;rt haben. Und einfach mal weg zu sein, es gibt keine Staumeldungen im Radio, kein Handy... und das ist das Entspannte an der Arbeit auf See. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Mir gef&amp;auml;llt auch die Vielseitigkeit und die verschiedenen Aufgaben, die hier an Bord anfallen. Vieles kann ich auch in Eigenverantwortung machen, es muss eben am Ende fertig sein. Und auch bei mir spielt die Reiselust eine Rolle. Au&amp;szlig;erdem gef&amp;auml;llt mir, dass ich zu hause ausschlie&amp;szlig;lich Freizeit habe. Auf dem Schiff ist mein Arbeitsplatz und wenn ich wieder zu hause bin, kann ich vollkommen von der Arbeit abschalten und so die Zeit viel mehr genie&amp;szlig;en. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Anmerkung: Allerdings haben beide zugegeben, dass sie neben der spannenden Arbeit auf See nat&amp;uuml;rlich auch ihre Familien und Freunde zu hause vermissen! &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: Wie lange seid ihr in der Regel auf See? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Axel: Im Moment 3 Monate. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Die maximale Zeit f&amp;uuml;r einen deutschen Seemann sind 6 Monate. Mein Vater f&amp;auml;hrt z.B. immer 4 Monate (+/- 1 Monat). Aber es gibt Kollegen aus anderen L&amp;auml;ndern, die teilweise 11 Monate am St&amp;uuml;ck auf See sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Abb_4 copy.JPG&quot; alt=&quot;Abb_4 copy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Christina mit ihrem Interviewpartner Axel&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: Was macht ihr w&amp;auml;hrend eurer Freizeit an Bord? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Axel: Neue Leute kennenlernen, ab und zu Sport machen, z.B. Wasserball spielen, Ping Pong, oder Fu&amp;szlig;ball (Christina: &lt;em&gt;Stimmt, ich sehe dich &amp;ouml;fter im Arbeitsgang vor unserem Labor mit deinem Fu&amp;szlig;ball kicken&lt;/em&gt;), chillen, B&amp;uuml;cher lesen, Filme gucken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Wasserball spielen, Gitarre spielen, mich hin und wieder einen Abend im roten Salon mit euch Wissenschaftlern zusammensetzen und unterhalten. Zeitung lesen - auch wenn wir nur alte Zeitungen hier an Bord haben.... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: So, und hier meine letzte Frage. Habt ihr einen Lieblingsplatz an Bord? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Axel: Mein Bett... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Micha: Hm, da stehen der rote Salon gegen unsere Diesel. Im roten Salon kann man gut abschalten und bei den Dieseln einfach nur hinh&amp;ouml;ren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Christina: Axel und Micha, vielen Dank f&amp;uuml;r eure Zeit und viel Erfolg f&amp;uuml;r Euren weiteren Ausbildungsgang. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Das Interview f&amp;uuml;hrte Christina Bienhold (Postdoc in der HGF-MPG  Br&amp;uuml;ckengruppe f&amp;uuml;r Tiefsee&amp;ouml;kologie und Technologie, Alfred Wegener  Institut f&amp;uuml;r Polar- und Meeresforschung und Max Planck Institut f&amp;uuml;r  Marine Mikrobiologie)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/leben-an-bord/interview-ausbildung-auf-hoher-see-von-christina-bienhold</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Allgemein</category>
      
    <category>Leben an Bord</category>
         <pubDate>Wed, 19 Sep 2012 10:38:18 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Forschen in 4000 Meter Tiefe (Von Janine Felden und Frank Wenzhöfer)</title>
   <description>
        Wir sind auf der R&amp;uuml;ckreise nach Norden und ab heute auch wieder umgeben von Eis. Es geht weiter nach 88&amp;deg;N, dann n&amp;auml;hern wir uns der letzten gro&amp;szlig;en Lander-Station am Nordpol und hoffen, dass die Zeit noch reicht ... f&amp;uuml;r den Einsatz unserer Tiefseelander, die wir heute vorstellen m&amp;ouml;chten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left; float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_1.jpg&quot; alt=&quot;Foto_1.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Das Landerteam der Polarsternfahrt ARK XXVII/3 (von oben nach unten): Frank Wenzh&amp;ouml;fer, Patrick Meyer, Axel Nordhausen, Steffen Jescheniak, Janine Felden) mit seinen Tiefsee-Landern. Au&amp;szlig;erdem kann es offensichtlich in der Arktis auch Ende August schneien&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Die meisten Arbeitsgruppen auf dieser Expedition untersuchen die oberen 100 m des Polarmeeres, wobei besonders viel auf, im und unter dem Eis gearbeitet wird, wie man in fr&amp;uuml;heren Blogs schon lesen konnte. Unsere kleine Arbeitsgruppe beteiligt sich zwar auch an den Messungen auf dem Eis, aber wir wollen auch verstehen was mehrere Tausend Meter unter uns, am Meeresboden geschieht. Denn wie wir heute wissen, ist die Tiefsee auch bei &amp;uuml;ber 3000 m keine W&amp;uuml;ste, sondern man findet dort viele Kleinstlebewesen, wie Bakterien, aber auch gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Tiere, wie Seesterne und Seegurken. Sie alle leben von Partikeln die aus den oberen lichtdurchfluteten Wasserschichten langsam in die ewige Dunkelheit absinken, wo sie die Nahrungsgrundlage f&amp;uuml;r die dort lebenden Organismen bilden. Die Tiefseeorganismen bauen dabei das abgesunkene organische Material ab und N&amp;auml;hrstoffe sowie einfache Kohlenstoffverbindungen werden freigesetzt und so dem Stoffkreislauf im Meer wieder zugef&amp;uuml;hrt. Um den globalen Kohlenstoffkreislauf besser verstehen zu k&amp;ouml;nnen, ist es daher wichtig zu wissen, welche Rolle die Meere in der Speicherung des Kohlenstoffs spielen, denn nicht alles, was in die Tiefe absinkt, wird sofort zu 100% recycelt, sondern manches bleibt Jahrtausende im Sediment begraben. Unsere Messungen im und am Boden sollen uns helfen, die Aktivit&amp;auml;t der Organismen zu bestimmen - ob sie viel oder wenig organisches Material umsetzen, ob sie viel oder wenig Nahrung zur Verf&amp;uuml;gung haben. Das h&amp;auml;ngt letztendlich von der Produktivit&amp;auml;t an der Meeresoberfl&amp;auml;che und hier in der Arktis auch vom Meereis ab. Die Tiefsee der Arktis ist aber aufgrund der Eisbedeckung und der damit verbundenen Schwierigkeiten, dort mit einem Forschungsschiff zu arbeiten, bisher noch kaum untersucht worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Besondere an unseren Messungen ist, das wir sie direkt am Meeresboden, also in mehreren tausend Metern Wassertiefe, vornehmen - man nennt dies dann &lt;em&gt;in situ&lt;/em&gt; - &amp;bdquo;vor Ort&quot; - Messungen. Die Proben k&amp;ouml;nnen nicht einfach an die Wasseroberfl&amp;auml;che geholt werden, denn das w&amp;uuml;rde die Lebewesen stark beeinflussen und somit die Messungen verf&amp;auml;lschen. Denn man kann sich gut vorstellen, das alles was so tief im Meer lebt, sich an den Druck und die Temperaturen angepasst hat. Wobei der Wasserdruck in diesen Tiefen enorm ist (4000m Wassers&amp;auml;ule entsprechen einem Druck von etwa 400bar). Nat&amp;uuml;rlich k&amp;ouml;nnen wir unsere Ger&amp;auml;te nicht selbst am Meeresboden abstellen und selbst anschalten, so wie es auf dem Eis m&amp;ouml;glich ist. Deshalb benutzen wir sogenannte &amp;bdquo;Landersysteme&quot; an welchen wir unsere Instrumente anbringen. Ein &amp;bdquo;Lander&quot; ist ein gro&amp;szlig;er Stahlrahmen, der ca. 2.50 m hoch ist und 2 m im Durchmesser misst - also nicht gerade ein kleines Ger&amp;auml;t. Um m&amp;ouml;glichst viele Messungen zu erhalten, benutzen wir auf dieser Reise sogar 3 dieser Systeme parallel. Jeder Lander ist dabei mit den gleichen Messsystemen ausgestattet - 3 Benthischen Kammern und einem Mikroprofiler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_2.jpg&quot; alt=&quot;Foto_2.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;401&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zwei benthische Kammern inklusive der dazugeh&amp;ouml;rigen Spritzenprobennehmer warten auf ihren n&amp;auml;chsten Einsatz, w&amp;auml;hrend Patrick noch die letzten Arbeiten vor dem zu Wasser lassen vornimmt. Die Glasspritzen werden zu programmierten Zeitpunkten ausgel&amp;ouml;st, so dass sie Wasser aus der jeweiligen Kammer &amp;uuml;ber d&amp;uuml;nne Schl&amp;auml;uche aufnehmen k&amp;ouml;nnen.  Diese Proben werden vor allem verwendet, um N&amp;auml;hrstoffkonzentrationsver&amp;auml;nderung &amp;uuml;ber die Zeit zu messen&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Die benthischen Kammern umschlie&amp;szlig;en 400 cm&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; Meeresboden und  in dem abgeschlossenen, &amp;uuml;berstehenden Meerwasser messen wir &amp;uuml;ber die  Zeit Ver&amp;auml;nderungen der Sauerstoff- und N&amp;auml;hrstoffkonzentration. Das hilft  uns zu verstehen, wie schnell N&amp;auml;hrstoffe vom Sediment in das Wasser  abgegeben werden, aber auch wieviel Kohlenstoff von den Organismen am  Meeresboden umgesetzt wird. Denn genau wie wir Menschen nutzen die Tiere  und Bakterien Sauerstoff, um die Kohlenstoffverbindungen zu veratmen.  Je mehr Nahrung sie haben, desto mehr Sauerstoff verbrauchen sie. Der  Mikroprofiler ist mit haarfeinen Mikrosensoren ausgestattet,  die in kleinen Schritten (0.15 mm) in den Meeresboden gefahren werden  und somit die Sauerstoffverteilung im Meeresboden messen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_3.jpg&quot; alt=&quot;Foto_3.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;367&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Der Mikroprofiler wird erst kurz vor jedem Einsatz wieder an die Lander angebracht. An jedem Zylinder sind 11 sehr d&amp;uuml;nnen Glassensoren (Spitzendurchmesser 0.05 mm) angebracht, die unter anderem die Sauerstoffverteilung im Sediment messen. Hierf&amp;uuml;r fahren die Sensoren 15 cm in 0.15 mm Schritten nach unten. Am Ende der Messung wird der Mikroprofiler wieder in die Startposition zur&amp;uuml;ck gefahren. Das hier verwendete System f&amp;auml;hrt anschlie&amp;szlig;end horizontal 10 cm nach links bevor eine weitere Messung im Sediment erfolgt. Auf diese Weise erhalten wir bis zu 5 Einzelmessungen pro Sensor, also im Optimalfall 55 Profile&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_4_hochformat.jpg&quot; alt=&quot;Foto_4_hochformat.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;449&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Am oberen Ende des kilometerlangen Seiles sind&lt;br /&gt;Auftriebskugelpakete befestigt, die das Seil&lt;br /&gt;senkrecht in der Wassers&amp;auml;ule halten. Hier&lt;br /&gt;werden die Kugeln gerade zu Wasser gebracht&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Je geringer  die Sauerstoffeindringtiefe ist, desto h&amp;ouml;her ist der  Sauerstoffverbrauch. Beide Messungen - Kammer und Mikroprofiler -  liefern uns letztendlich ein Ma&amp;szlig; f&amp;uuml;r den Umsatz an organischem Material  im Meeresboden. Die Kammern liefern uns den Gesamtumsatz und der  Mikroprofiler den mikrobiellen Anteil. So k&amp;ouml;nnen wir neben der Menge an  umgesetzten organischem Material auch noch etwas &amp;uuml;ber die Gruppe an  Organismen (Fauna oder Bakterien) sagen, die f&amp;uuml;r den Abbau  verantwortlich ist. Normalerweise werden Lander freifallend benutzt d.h.  sie sinken selbst&amp;auml;ndig auf den Meeresboden ab, f&amp;uuml;hren dort Messungen  durch und tauchen anschlie&amp;szlig;end wieder auf. Solche Freifall-Lander k&amp;ouml;nnen  wir allerdings nur im freien Wasser verwenden, da wir im Eis selbst mit  dem Eisbrecher nicht ausreichend Fl&amp;auml;che freihalten k&amp;ouml;nnen, innerhalb  derer der Lander auftauchen k&amp;ouml;nnte. Das Risiko w&amp;auml;re zu hoch, dass er  unter einer Eisscholle h&amp;auml;ngen bleibt. Aus diesem Grund haben wir uns f&amp;uuml;r  den Einsatz unter Eis eine andere Strategie ausgedacht. Anstatt wie  &amp;uuml;blich den Lander frei absinken und aufsteigen zu lassen, haben wir ihn  &amp;bdquo;an die Leine genommen&quot;. Das bedeutet, das Lander-Gestell h&amp;auml;ngt an einem  kilometerlangen Seil (das wir je nach Wassertiefe anpassen) welches ca.  50 m unterhalb der Wasseroberfl&amp;auml;che endet und durch mehrere  Auftriebsk&amp;ouml;rperpakete am oberen Ende des Seiles senkrecht in  der Wassers&amp;auml;ule gehalten wird. So m&amp;uuml;ssen wir zwar f&amp;uuml;r jeden Lander  mehrere tausend Meter Seil ab- und wieder aufspulen - was durchaus  jeweils 1- 2 Stunden dauern kann -, aber mit dieser Methode vermeiden  wir, dass der Lander unter einer Eisscholle h&amp;auml;ngen bleibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_5.jpg&quot; alt=&quot;Foto_5.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Der Trick der &amp;sbquo;Lander am Seil&amp;rsquo; liegt in dem roten Korb auf dem Landergestell, in dem 300m Seil enthalten sind, und den daran befestigten Ausl&amp;ouml;sern. Wird einer der beiden Ausl&amp;ouml;ser ausgel&amp;ouml;st, wird das Seil durch die nun an die Wasseroberfl&amp;auml;che aufschwimmenden Auftriebskugel aus dem Korb gezogen. Dadurch haben wir ausreichend Seil zur Verf&amp;uuml;gung, um die Lander sicher zu bergen&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da stellt sich nun die Frage, wieso endet das Seil 50 m unterhalb der Wasseroberfl&amp;auml;che und wie k&amp;ouml;nnen wir die Lander so wieder bergen? Der Grund warum wir mit dem Seil unterhalb der Wasseroberfl&amp;auml;che bleiben, liegt in den treibenden Eisschollen. Sie w&amp;uuml;rden das Seil und den Lander am Meeresboden einfach mit sich ziehen und so unsere Messungen am Meeresboden gef&amp;auml;hrden. Der Trick f&amp;uuml;r das Bergen des Landers liegt in einem simplen Korb der mit dem Landergestell absinkt. Darin sind 300m Seil in Buchten aufgewickelt - aber dazu sp&amp;auml;ter mehr. Meist stellen wir die Lander auf dem Meeresboden ab, bevor wir mit Polarstern in der N&amp;auml;he an einer Eisscholle festmachen. Nach ca. 3 Tagen holen wir sie wieder ab. Diese Zeit ben&amp;ouml;tigen wir f&amp;uuml;r unsere Messungen, da die Prozesse am Meeresboden nur sehr langsam ablaufen. Wenn wir dann zu unserer Aussetzposition zur&amp;uuml;ckkommen, haben wir nicht immer das Gl&amp;uuml;ck, dass die Eisschollen eine ausreichende L&amp;uuml;cke lassen, in der wir die Lander aufnehmen k&amp;ouml;nnten. Sehr oft finden wir eine mehr oder minder geschlossene Eisdecke vor und nat&amp;uuml;rlich gibt es darauf dann kein Schild, auf dem steht &amp;bdquo;unter dieser Eischolle liegt ein Lander&quot;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Deshalb bricht Polarstern meist erst ein wenig das Eis auf, bevor wir uns mit dem Schiff auf die ungef&amp;auml;hre Position legen. Jeder Lander ist mit 2 Positionierungs-Systemen, einem sogenannten Posidonia-Ausl&amp;ouml;ser (direkt &amp;uuml;ber dem Landergestell, an dem die 300m extra Leine im Korb befestigt sind und einem Pinger zwischen den Auftriebsk&amp;ouml;rper (ca. 250m unterhalb der Meeresoberfl&amp;auml;che) ausgestattet. Diese k&amp;ouml;nnen wir mit Polarstern &amp;uuml;ber ein akustisches Signal rufen, und die einzelnen Systeme antworten uns zur&amp;uuml;ck. Nachdem wir sie also kurz aufgeweckt haben, wird ein weiteres Signal in die Tiefe geschickt mit der Anfrage: &quot;Bei welcher Wassertiefe und auf welcher Position seid ihr?&quot;. Wenn wir die Antwort haben, wissen wir ziemlich genau, wo der Lander und die oberen Auftriebsk&amp;ouml;rper sich befinden. Als n&amp;auml;chstes kommt der Befehl zum Ausl&amp;ouml;sen und in 3500 - 4500 m Wassertiefe &amp;ouml;ffnet sich ein Haken, der die extra 300m Seil im Korb freigibt und die Auftriebskugeln am anderen Ende der Leine an die Wasseroberfl&amp;auml;che aufschwimmen l&amp;auml;sst. Auf diese Weise erhalten wir ausreichend Seil zum Bergen der Lander. Durch die nun freiwerdende Seill&amp;auml;nge und den kurz unter der Wasseroberfl&amp;auml;che schwimmenden Topeinheit dauert das Auftauchen nur wenige Minuten und begrenzt sich auf eine relativ kleine Fl&amp;auml;che, da die Auftriebsk&amp;ouml;rper von ca. 50m nicht allzu weit verdriften k&amp;ouml;nnen. Das Auftauchen ist dann auch der Zeitpunkt, an dem es auf der Br&amp;uuml;cke immer spannend wird. Jeder will der erste sein, der die orangen Auftriebskugel zwischen den Eisbrocken entdeckt. Man sollte meinen, dass dies ziemlich einfach ist, bei orange Kugeln im wei&amp;szlig;en Eis, aber manchmal verstecken sie sich doch noch unter einer der zahlreichen kleinen Eisschollen, so dass wir sie nicht gleich entdecken k&amp;ouml;nnen. Dann nimmt Polarstern ganz langsam wieder Fahrt auf und zieht vorsichtig Kreise um die Stelle wo wir die Kugeln erwarten. Und dann kommt auch h&amp;auml;ufig schnell der erleichterte Ruf: &amp;bdquo;Da schwimmen die Kugeln!&quot;. Manchmal hilft uns auch ein Radiosender, denn wenn die Topeinheit an der Wasseroberfl&amp;auml;che schwimmt, sendet ein Peilsender zus&amp;auml;tzlich ein Signal. Aber sportlicher ist es, wenn wir die Kugeln mit dem blo&amp;szlig;en Auge oder dem Fernglas finden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_6.JPG&quot; alt=&quot;Foto_6.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Suchbild: Wer entdeckt die beiden Kugelpakete im Eis? Nach dem Ausl&amp;ouml;sen versucht jeder auf der Br&amp;uuml;cke der erste zu sein, der die orangen Kugeln zwischen den Eisschollen entdeckt. Dass dies nicht immer ganz einfach ist, kann man gut auf dem Bild erkennen&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Als n&amp;auml;chstes n&amp;auml;hert sich Polarstern dem ersten Kugelpaket und die erfahrene Decksmannschaft holt mit dem Enterseil und -haken die Landerleine an Bord. Jetzt hei&amp;szlig;t es erst einmal wieder mehrere Kilometer Seil an Bord hieven.&amp;nbsp; Nach 1 - 2 Stunden kommt der Lander dann endlich an die Oberfl&amp;auml;che. Wieder wird es spannend, denn oft kann man bereits sehen, ob die Ger&amp;auml;te wie geplant gemessen haben, wenn der Lander noch am Kran h&amp;auml;ngt. Selbst wenn man nun schon einige Landereins&amp;auml;tze durchgef&amp;uuml;hrt haben, so ist es doch f&amp;uuml;r uns immer ein unheimlich spanender Moment, inklusive etwas Herzklopfen, wenn man sich die Daten endlich anschauen kann.&amp;nbsp; Man wei&amp;szlig; ja nie welche &amp;Uuml;berraschungen man noch in der arktischen Tiefsee findet und ob die Messungen wirklich alle wie geplant funktioniert haben. Besonders die d&amp;uuml;nnen Glassensoren sind sehr zerbrechlich und nicht alle &amp;uuml;berleben die &amp;uuml;ber 7 km lange Reise von Polarstern in die Tiefsee und wieder zur&amp;uuml;ck. Mit dem Bergen der Lander und dem Auslesen der Messdaten ist es aber noch nicht ganz getan. Jeder Lander bringt noch 21 Wasserproben in Glasspritzen (je 7 pro Kammer mit nach oben, die wir jetzt noch abf&amp;uuml;llen und fixieren m&amp;uuml;ssen, damit wir, neben dem durch Sensoren gemessenen Sauerstoffverbrauch, noch weitere Parameter wie N&amp;auml;hrstoffe bestimmen k&amp;ouml;nnen. Zuletzt widmen wir uns noch dem in den Kammern mit nach oben gebrachten Sediment. Hieraus entnehmen wir ebenfalls Proben (z.B. f&amp;uuml;r Bakterienzahl und Gehalt an organischem Material) bevor sich unsere Kolleginnen vom AWI und Shirshov Institut der Bestimmung der Fauna widmen und das restliche Sediment nach W&amp;uuml;rmern und anderen Lebewesen durchsieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erste Ergebnisse unserer in situ Messungen haben bisher ergeben, dass  die Sedimente der Zentral-Arktis Sauerstoffeindringtiefen weit &amp;uuml;ber 10  cm aufweisen und so &amp;uuml;ber die von uns m&amp;ouml;gliche Messtiefe hinaus reichen.  Die Sauerstoffprofile geben uns einen ersten Hinweis darauf, dass nur  wenig organisches Material den Tiefseeboden erreicht, da nur wenig  Sauerstoff f&amp;uuml;r dessen Abbau verwendet wird. Auch bei den  Kammerinkubationen sehen wir nur eine geringe Abnahme der  Sauerstoffkonzentration, was ebenfalls auf eine geringe Aktivit&amp;auml;t der  Fauna im Sediment schlie&amp;szlig;en l&amp;auml;sst. F&amp;uuml;r die weitere Auswertung m&amp;uuml;ssen wir  unsere Daten nun mit der Oberfl&amp;auml;chenproduktion (Wasser und Eis), der  N&amp;auml;hrstoffverteilung und den Organismen im Sediment zusammenbringen. Mit  den so gewonnenen Informationen hoffen wir dann herauszufinden, wie  schnell und wie viel Kohlenstoff in der Tiefsee der Arktis am  Meeresboden umgesetzt werden, welche Organismen daran beteiligt sind,  und letztendlich wie sich der Meeresboden in das arktische &amp;Ouml;kosystem  einf&amp;uuml;gt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wenn nach dem Landereinsatz die Batterien wieder  geladen, die Spritzen vorbereitet und die Sensoren kalibriert sind sowie  das kilometerlange Seil bereitliegt, dann kann der n&amp;auml;chste Einsatz  kommen. Bleibt zu hoffen, dass wir unser Ziel in den n&amp;auml;chsten Tagen  erreichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Foto_7.jpg&quot; alt=&quot;Foto_7.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;473&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Nach einem weiteren erfolgreichen Einsatz wird einer der Lander wieder an Bord gehoben&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/forschen-in-4000-meter-tiefe-von-janine-felden-und-frank-wenzh-fer</link>
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Mon, 17 Sep 2012 10:34:56 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Wie fischt man unter dem Eis? (Von Michiel van Dorssen, Techniker)</title>
   <description>
        &lt;em&gt;Vor wenigen Stunden haben wir unseren durch den Unfall verletzten Kollegen (siehe &lt;a href=&quot;http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/leben-an-bord/sicherheitsman-ver-mit-folgen-von-antje-boetius&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;BLOG vom 10. September&lt;/a&gt;) in Kirkenes per Helikopter abgegeben, das Wetter hat gut mitgespielt und so hat er als kleinen Trost noch eine sch&amp;ouml;ne Sicht auf die Nordnorwegische K&amp;uuml;ste bekommen. Er ist nun zur&amp;uuml;ck nach Deutschland unterwegs, um seinen Armbruch operieren lassen zu k&amp;ouml;nnen, und wir fahren schnurstracks nach Norden zur&amp;uuml;ck, um auf 88&amp;deg;N und 60&amp;deg;Ost wieder die Stationsarbeiten aufzunehmen. F&amp;uuml;r den BLOG berichtet heute Michiel van Dorssen aus der Arbeitsgruppe &lt;/em&gt;Iceflux&lt;em&gt;, der das einzigartige Untereis-Trawl SUIT entwickelt hat.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Vor gut zehn Jahren stellte mir Jan Andries van Franeker, ein Biologe des niederl&amp;auml;ndischen Forschungsinstituts IMARES, eine mehr als ungew&amp;ouml;hnliche Aufgabe. Als ich ihn das erste Mal traf, sah ich ein seltsames Holzmodell auf seinem Tisch stehen. Das allererste SUIT (engl. Surface and Under-Ice Trawl) der Welt. Ein Ger&amp;auml;t, das das Fischen unter dem Eis erm&amp;ouml;glichen sollte. Ich sollte es nur noch aus Stahl nachbauen. Es sollte simpel konstruiert und widerstandsf&amp;auml;hig sein, und es sollte auch noch funktionieren. &quot;Funktionieren&quot; beinhaltete: An einem Stahlrahmen sollte ein 2,5 x 4 x 14 m langes Fischernetz befestigt werden. Das Ger&amp;auml;t musste von achtern zu Wasser gelassen werden, es sollte selbst&amp;auml;ndig nach Steuerbord ausscheren, und nat&amp;uuml;rlich auch noch ohne viel Aufhebens unter das Eis gleiten. Es sollte sodann an der Unterseite des Eises entlang gleiten, und so die obersten zwei Meter der Wassers&amp;auml;ule befischen. In dieser Schicht vermutete van Franeker viele Beutetiere der V&amp;ouml;gel, Robben und Wale der Antarktis. Ob ich das verwirklichen k&amp;ouml;nne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Bild1_SUITnextToPolarstern.jpg&quot; alt=&quot;Bild1_SUITnextToPolarstern.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Hauke Flores&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;SUIT w&amp;auml;hrend des Scherens hinter Polarstern&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Eine wilkommene Herausforderung, die mich dazu veranlasste, sogleich Schwarz auf Wei&amp;szlig; festzuhalten, dass jegliche Erfolgsgarantie ausgeschlossen sei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich begann also mit der Arbeit. Die Formgebung entstand rein nach Augenma&amp;szlig;, die Abmessungen wurden &amp;sbquo;&amp;uuml;ber den Daumen gepeilt&#039;. Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass wir das Ger&amp;auml;t in den Niederlanden nicht unter Eis testen konnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Inzwischen suchte van Franeker nach einem geeigneten Doktoranden, der die Ergebnisse der SUIT-Fischerei wissenschaftlich aufarbeiten sollte. Ende 2003 wurde Hauke Flores (siehe auch &lt;a href=&quot;http://www.geo.de/blog/geo/polarstern-expedition/wissenschaft/im-verborgenen-garten-von-hauke-flores&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;BLOG vom 29. August&lt;/a&gt;) mit dieser Aufgabe betraut. Im M&amp;auml;rz/April 2004 wurde das SUIT w&amp;auml;hrend einer Herbstexpedition in der Antarktis dann zum ersten Mal eingesetzt. Unsere Gruppe bestand aus Jan Andries van Franeker, Andr&amp;eacute; Meijboom, Hauke Flores und mir. Hiernach durften wir auch noch an eine Winter- und einer Sommerexpedition in die Antarktis teilnehmen. In dieser Zeit haben wir das SUIT fortw&amp;auml;hrend verbessert und verschiedenste praktische Probleme gel&amp;ouml;st. Und inzwischen ist aus dem SUIT auch noch ein Tr&amp;auml;ger f&amp;uuml;r eine ganze Batterie von Messapparaten geworden, die die Datensammlung rund um die Fischerei vervollst&amp;auml;ndigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Bild2_ARK27-3_SuitTeam.jpg&quot; alt=&quot;Bild2_ARK27-3_SuitTeam.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Norbert Schr&amp;ouml;der&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Das neue SUIT Team (vlnr): Benjamin Lange, Carmen David, Michiel van Dorssen, Hauke Flores&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Zehn Jahre nach den ersten praktischen Vorstudien des SUIT hat sich sein Einsatzgebiet betr&amp;auml;chtlich erweitert. Flores, inzwischen promoviert, arbeitet nun f&amp;uuml;r das AWI. Er setzt das Begonnene fort, weiterhin in Zusammenarbeit mit van Franeker, und bekam die Gelegenheit zur Teilnahme an der IceArc Expedition ARK XXVII/3. Nun arbeiten zwei Doktoranden mit dem SUIT, Carmen David und Benjamin Lange. Auch mich hat er gebeten, als technische Unterst&amp;uuml;tzung dabei zu sein. Durch Pech und Schaden hatten wir in der Antarktis die ein oder andere lehrreiche Erfahrung gesammelt. Ich hatte eigentlich erwartet, dass meine Anwesenheit nicht mehr n&amp;ouml;tig w&amp;auml;re, nachdem alle Kinderkrankheiten durchstanden waren. Allerdings kann hinter einem so gro&amp;szlig;en Schiff und unter Eis, das sich von einem tonnenschweren Ger&amp;auml;t absolut nicht beeindrucken l&amp;auml;sst, immer noch so einiges schief gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Bild3ARK27-3_SteffenAxelhelpingSUIT.jpg&quot; alt=&quot;Bild3ARK27-3_SteffenAxelhelpingSUIT.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Hauke Flores&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Der verbogene SUIT-Rahmen. Ich bekomme tatkr&amp;auml;ftige Unterst&amp;uuml;tzung von Axel Nordhausen und Steffen Jescheniak&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; IceArc unterscheidet sich in vieler Hinsicht von unseren fr&amp;uuml;heren Reisen. Eine neue Gruppe mit einem ver&amp;auml;nderten Fangger&amp;auml;t in einer neuen Region. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase funktioniert die Gruppe so, wie es sein soll, die Aufgaben sind gut verteilt, und jede(r) tr&amp;auml;gt seinen/ihren Teil bei. Das Fangger&amp;auml;t, auf dieser Reise versehen mit ma&amp;szlig;geschneiderten Auftriebsk&amp;ouml;rpern von OceanWide Safety at Sea, verh&amp;auml;lt sich genau, wie es sein soll. In dieser neuen Region allerdings ist das Eis meist dicker und rauer als in der Antarktis. Auch hiermit haben wir unsere Lektion gelernt: W&amp;auml;hrend des dritten Hols ging es schief, und der Stahlrahmen kam ziemlich ramponiert aus dem Wasser. Gottseidank sah es schlimmer aus als es war. Nach zwei Tagen schleifen, biegen und schwei&amp;szlig;en war das SUIT wieder einsatzbereit. Seither verliefen alle Hols ohne gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Sch&amp;auml;den. Als Konstrukteur finde ich es gro&amp;szlig;artig, so engen Kontakt zu Arbeit und Resultat zu haben. So sehe ich nicht nur die konstruktiven Schwachstellen aus erster Hand, sondern auch die praktischen Konsequenzen. Auf diese Weise entstehen die Pl&amp;auml;ne, die sp&amp;auml;ter in meiner Werkstatt in den Niederlanden verwirklicht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/26/Bild4_ARK27-3_SUITsettingOut.jpg&quot; alt=&quot;Bild4_ARK27-3_SUITsettingOut.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;401&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;Foto: Benjamin Rabe&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Alle packen an beim Aussetzen des SUIT&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es ist mir wichtig herauszustellen, das unsere Arbeit ohne die Zusammenarbeit mit und die Unterst&amp;uuml;tzung von vielen Menschen an Bord unm&amp;ouml;glich w&amp;auml;re. F&amp;uuml;r das Aussetzen und Einholen des SUIT brauchen wir die maximal zur Verf&amp;uuml;gung stehende Anzahl H&amp;auml;nde an Deck. Dies verlangt viel Einsatz und Disziplin. Gottseidank k&amp;ouml;nnen wir inzwischen auf jahrelange Erfahrungen bei Decks- und Br&amp;uuml;ckenbesatzung bauen. Allen voran sorgen Kapit&amp;auml;n Uwe Pahl, Chiefmate Steffen Spielke und Bootsmann Burkhardt Clasen mit seinen M&amp;auml;nnern mit Enthusiasmus daf&amp;uuml;r, dass wir erfolgreich fischen k&amp;ouml;nnen. Fahrtleiterin Antje Boetius beh&amp;auml;lt die &amp;Uuml;bersicht, ist gleichzeitig flexibel und sorgt daf&amp;uuml;r, dass jede Forschungsgruppe an Bord zu ihrem Recht kommt. Alle denken und helfen mit: das Erfolgsrezept einer gelungenen Polarexpedition.&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Forschungsschiff Polarstern</dc:creator>
      
    <category>Wissenschaft</category>
         <pubDate>Fri, 14 Sep 2012 14:08:43 +0200</pubDate>
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