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  <title>Mittendurch statt drüberweg</title>
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  <description> Zwei Jugendfreunde lassen Deutschland für ein Jahr hinter sich und reisen um die Welt. Immer grob in Richtung Osten und ohne ein Flugzeug zu besteigen. In ihrem Blog berichten Jochen Müller und Peer Bergholter wie sie das schaffen und was sie dabei erleben. 
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  <pubDate>Wed, 19 Jun 2013 23:14:32 +0200</pubDate>
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   <title>Vielen Dank!</title>
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        Zu guter Letzt m&amp;ouml;chten wir uns von Euch, unseren Lesern, verabschieden und uns f&amp;uuml;r Euer reges Interesse an diesem Blog ganz herzlich bedanken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Blog war ein steter Begleiter auf unserem Trip rund um den Globus, ebenso wie all die Leser. Wir haben es sehr genossen, Euch mit auf diese Reise zu nehmen und unsere Erlebnisse zu teilen. Wir haben uns &amp;uuml;ber die gro&amp;szlig;e und zumeist positive Resonanz gefreut, ebenso wie &amp;uuml;ber alle kritischen Kommentare und die berechtigten Hinweise auf Fehler, die uns hier und da unterlaufen sind. Nicht ganz ohne Stolz k&amp;ouml;nnen wir vermelden, dass unsere Leserzahlen in der Spitze an der 45.000er Marke gekratzt haben. Wir k&amp;ouml;nnen es selbst kaum glauben!&lt;br /&gt;Wir hatten viele treue Stammleser und es gab noch weit mehr Menschen, die dieses Blog selektiv verfolgten. Bei Euch allen m&amp;ouml;chten wir uns bedanken und wir hoffen, dass es uns zumindest hin und wieder gelungen ist, Euch zu unterhalten, zu informieren und all unsere Eindr&amp;uuml;cke einigerma&amp;szlig;en authentisch zu vermitteln. Und nat&amp;uuml;rlich hoffen wir auch, dass wir bei dem einen oder der anderen etwas Fernweh wecken konnten. Denn die Welt, wie sie sich uns gezeigt hat, ist ein wundervoller Ort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herzlichen Dank und bis zum n&amp;auml;chsten Mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jochen und Peer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/wir_bikes_vietnam1.jpg&quot; alt=&quot;wir_bikes_vietnam1.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Das war&#039;s. Wir sagen Danke und Adios!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
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   <link>http://www.geo.de/blog/geo/mittendurch-statt-druberweg/reflektionen-und-fazits/vielen-dank</link>
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      <dc:creator>Peer Bergholter</dc:creator>
      
    <category>Allgemein</category>
      
    <category>Reflektionen und Fazits</category>
         <pubDate>Fri, 08 Feb 2013 14:30:06 +0100</pubDate>
   <source url="/blog/rss.php?blogId=21&amp;profile=rss20">Mittendurch statt drüberweg</source>
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   <title>Der Versuch eines Fazits, Teil2</title>
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        Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben, so hei&amp;szlig;t es. Wohl wahr. Genug, um 274 Blogeintr&amp;auml;ge zu f&amp;uuml;llen, unz&amp;auml;hlige e-Mails, Facebook Eintr&amp;auml;ge, sms und Telefonate. Der Versuch daraus ein Fazit zu ziehen erscheint vermessen. So wie der Plan die Welt ohne Flugzeug zu umrunden. Doch davon lassen wir uns nicht abhalten. Mal schauen, ob es mit dem Fazit besser klappt, als mit dem Plan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Was kostet denn eine Weltreise?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wurde. Eine Frage die schwer zu beantworten ist, da sie nat&amp;uuml;rlich davon abh&amp;auml;ngt, wie man reist. Wir hatten ein Budget von 1000 Euro pro Person und Monat und kamen damit nicht aus. Die Ozeane mit dem Frachtschiff zu &amp;uuml;berqueren war unsere einzige M&amp;ouml;glichkeit und ein einmaliges Erlebnis, jedoch ein teures Vergn&amp;uuml;gen. Alles in allem haben wir 38.753 Euro ausgegeben. Macht 1292 Euro pro Person und Monat. Darin enthalten sind 890 Euro f&amp;uuml;r die viert&amp;auml;gige Frachterfahrt von Brisbane nach Auckland, 2175 Euro f&amp;uuml;r die 21t&amp;auml;gige Fahrt von Auckland nach Cartagena und 1220 Euro f&amp;uuml;r die 14t&amp;auml;gige Fahrt von Martinique nach Le Havre. Zu fliegen w&amp;auml;re deutlich g&amp;uuml;nstiger gewesen, doch muss man dabei immer bedenken, dass man das Geld, was man dabei spart dann vor Ort f&amp;uuml;r Unterkunft und Verpflegung ausgibt. Vom Erlebnis einer Frachtschiffreise, um das man sich mit einem Flug bringt, ganz abgesehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/7908-BBQ1.JPG&quot; alt=&quot;7908-BBQ1.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein Grillfest auf einem Containerfrachter ist ein unvergessliches Erlebnis. Um es erleben zu k&amp;ouml;nnen, muss man allerdings tief in die Tasche greifen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt; Daf&amp;uuml;r haben wir viel Geld durch unseren Lebensstil eingespart. Wir nahmen meist das G&amp;uuml;nstigste findbare Hostel und machten oft Abstriche bei Komfort und Sauberkeit, um unsere Geldbeutel zu schonen. In L&amp;auml;ndern wir Kambodscha und Laos f&amp;uuml;hrte das dazu, dass wir nur 650 Euro pro Person und Monat ausgaben. Unsere g&amp;uuml;nstigsten Reisel&amp;auml;nder. Wer nach Australien reist, wird sich von solchen Budgets verabschieden m&amp;uuml;ssen. Mit knapp 2000 Euro pro Person und Monat ist dieses Land selbst f&amp;uuml;r Sparf&amp;uuml;chse nicht g&amp;uuml;nstig zu bereisen. Das Fazit: Wer eine Weltreise plant und wenig Geld zur Verf&amp;uuml;gung hat, kann vor allem durch die Route sparen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Mit wem macht man eine Weltreise?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die zweite Frage, die uns immer wieder gestellt wurde. Keiner von uns wollte eine so lange Reise alleine unternehmen, doch mit wem kann man es 15 Monate lang 24 Stunden am Tag aushalten? Die simple Antwort darauf ist, dass es derjenige ist, den man auch hungrig und unausgeschlafen ertr&amp;auml;gt. Peer, Du alter Brummb&amp;auml;r, ich h&amp;auml;tte es mit niemandem sollst machen wollen. Wenn man sich dann doch mal auf die Ketten geht, dann wird man immer andere Reisende finden, mit denen man sich ablenken kann. Oder man geht ein paar Tage getrennte Wege und freut sich dann darauf, sich wieder zu sehen. Das ist der unschlagbare Vorteil, wenn man mit seinem &amp;auml;ltesten Freund reist. &lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/2011_09_26h.JPG&quot; alt=&quot;2011_09_26h.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Bereits in Warschau offenbarte Peer seine ultimative Waffe: unverw&amp;uuml;stlicher Optimismus und ein nie versiegender Quell an Motivation und besonders Bewegungstrieb auch im Angesicht widrigster Umst&amp;auml;nde. Hut ab!&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Wer mit seinem Beziehungspartner reist, wird diese M&amp;ouml;glichkeit vielleicht nicht haben. Meine Freundin Susanne reiste f&amp;uuml;nf Monate mit uns. Nat&amp;uuml;rlich gab es da auch die ein oder andere Krise. Diese auf der Reise zu meistern war ungleich schwerer. Wer jedoch diese Pr&amp;uuml;fung gemeinsam besteht, den kann danach nicht mehr viel schrecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Bali-Strand.JPG&quot; alt=&quot;Bali-Strand.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Wer mit seiner Freundin reist, muss Kompromisse machen. Wie hier auf Bali, wo ich mit Susanne unbedingt an den Strand musste. Bitter, das.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Wie macht man eine Weltreise?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich begann unser Blog mit einem Satz von Moltke: &amp;bdquo;Kein Plan &amp;uuml;berlebt die erste Feindber&amp;uuml;hrung&quot;. Und ja, der Mann hatte Recht. Wer sich f&amp;uuml;r seine Weltreise gro&amp;szlig;e Dinge vornimmt, der sollte bereit sein, daf&amp;uuml;r viel Zeit und/oder viel Geld zu investieren. Bekanntlich wollten wir nicht fliegen. Bekanntlich mussten wir es doch zweimal tun. Kaum waren wir in Russland, stellten wir fest, dass unser Visum ausgelaufen war. Das Land ohne Flugzeug zu verlassen, kostete uns acht Tage Bangen und Hoffen und einige hundert Euro Bestechungsgeld. Von Malaysia bis Ost-Timor suchten wir drei Monate lang nach Schiffen, bis wir es aufgaben und flogen, da wir von Australien nach Neuseeland schon ein Frachtschiff gebucht hatten, das wir nicht so einfach umbuchen konnten. Gleiches trieb uns in der Karibik zur Eile, als unsere Segelboote auseinander fielen. Es ist keine Unm&amp;ouml;glichkeit den Planeten ohne Flugzeuge zu umrunden, das k&amp;ouml;nnen wir nun sagen. Es braucht allerdings mehr Vorbereitung und vor allem Zeit und Geld, um sich den Notwendigkeiten anzupassen, wenn das Schicksal einem Steine zwischen die F&amp;uuml;&amp;szlig;e wirft. Eile, und vor allem feste Buchungen, sind der Killer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Ist eine Weltreise nicht auch stressig?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine gemeinsame Freundin sagte zu uns nach unserer R&amp;uuml;ckkehr: &quot;Die Unsicherheit nicht zu wissen wo ich Morgen, n&amp;auml;chste Woche oder in einem Monat bin, w&amp;auml;re nichts f&amp;uuml;r mich gewesen&quot;.
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/IMG_0424.JPG&quot; alt=&quot;IMG_0424.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zwar haben wir uns oft danach gesehnt: &lt;br /&gt;die heimische Wohnung in greifbarer N&amp;auml;he...&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Einzelne Orte und Erlebnisse unserer Reise brachten jedoch ihre Augen zum Leuchten. Wer eine Weltreise in Betracht zieht, muss wissen, dass das eine nicht ohne das andere geht. Selbst ein &amp;bdquo;around the world&quot; Ticket gibt einem keine Sicherheit. Wir trafen einige Reisende, die mit einem solchen Ticket unterwegs waren. Keiner davon &amp;auml;nderte nicht wenigstens einmal die Flugroute oder die Flugdaten. Was von zu hause aus wie Sicherheit wirken mag, wird einem auf der Reise vielleicht wie eine Einschr&amp;auml;nkung erscheinen. Wer ohne gebuchte Flugtickets reist, kann Zeiten und Routen nach Gusto anpassen. Das wird sp&amp;auml;testens dann reizvoll, wenn man Leute trifft, die einem von Ort X oder Y vorschw&amp;auml;rmen, den man bis dato nicht auf dem Schirm hatte, der aber das Ultimo sein soll. Ohne diese Spontaneit&amp;auml;t h&amp;auml;tten wir weder Datong in China, noch die Kremation auf Bali, noch Ost-Timor gesehen. Alles Dinge, die absolute Highlights der Reise waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Kloster-Totale.JPG&quot; alt=&quot;Kloster-Totale.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;617&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;... allerdings wird, wer die Bude verl&amp;auml;sst und sich treiben l&amp;auml;sst, als Ausgleich mit solchen Anblicken belohnt. Das 1000 Jahre alte h&amp;auml;ngende Kloster bei Datong in Nordchina. Fazit: Es lohnt sich aufzustehen!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Trotzdem, ja, manchmal war es stressig, keine Frage. Wenn wir jemals in unserem Leben wieder eine solch lange Reise unternehmen sollten, dann werden wir sicher weniger L&amp;auml;nder bereisen und in diesen daf&amp;uuml;r l&amp;auml;nger bleiben. Denn den Charakter eines Landes bekommt kam kaum mit, wenn man alle paar Tage seine Tasche packen muss und das Land haupts&amp;auml;chlich aus dem Busfenster betrachtet. Wer so reist wie wir, also immer in Bewegung ist, muss wissen, dass man zwar viel sieht, das, was man sieht, aber eher oberfl&amp;auml;chlicher Natur ist. W&amp;auml;ren wir 15 Monate in China gereist, dann k&amp;ouml;nnten wir nun vielleicht Mandarin sprechen. Aber daf&amp;uuml;r w&amp;uuml;ssten wir weder den Unterschied zwischen Jurte und Ger, noch den zwischen Empanada und Arepa oder den zwischen Laos und Kambodscha. Und um die Neugierde unserer Leser zu befriedigen, er ist immer derselbe: same same, but different.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Was war das Sch&amp;ouml;nste auf der Weltreise?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Auch eine oft gestellte Frage. Und wenn ich ehrlich sein darf, die Schlimmste. Wie will man darauf nach 15 Monaten und 23 L&amp;auml;ndern antworten? Jedes Land hat seine H&amp;ouml;hepunkte, jeder Monat hatte seine Momente. Vergleichen kann man nichts davon. Trotzdem gab es eine Konstante, die uns, bei aller Unterschiedlichkeit, immer wieder aufs Neue faszinierte und begl&amp;uuml;ckte. Ich wei&amp;szlig;, es h&amp;ouml;rt sich an wie eine m&amp;uuml;de Plattit&amp;uuml;de, aber es ist die Wahrheit. Das Highlight der Reise waren die Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Reise hat uns gezeigt, dass dieser Planet und seine Bewohner noch gro&amp;szlig;artiger sind, als wir uns das vorher ausmalen konnten. Die Reise hat weniger unsere Sehnsucht gestillt die Welt zu sehen, als es sie verst&amp;auml;rkt hat. Die Erde ist viel zu sch&amp;ouml;n um nicht bereist zu werden. Und nicht zuletzt hat diese Reise uns Freunde aus vielen L&amp;auml;ndern beschert, hat uns fremde Kulturen gezeigt und uns gelehrt, dass wir trotz mancher Unterschiede alle nur Menschen sind. Eine muntere, lebensfrohe, manchmal ganz sch&amp;ouml;n durchgeknallte aber sympathische, gastfreundliche und liebenswerte Spezies. Egal wo sie sich niedergelassen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Xian-Muslim-Raucher.JPG&quot; alt=&quot;Xian-Muslim-Raucher.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ganz gleich wo auf der Welt. Die Menschen, die wir trafen, haben diese Reise zu dem gemacht, was sie war. Ein unvergleichliches Erlebnis. Wir sagen Danke!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Es w&amp;uuml;rde den Rahmen dieses Textes sprengen, von Beispielen zu berichten. Es gibt genug, um ein Buch zu f&amp;uuml;llen (ja, wir denken dar&amp;uuml;ber nach). Doch stellvertretend f&amp;uuml;r viele wunderbare Momente m&amp;ouml;chte ich hier von einigen wenigen berichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir reisten fast drei Wochen mit Adam und Agniezska aus Polen und George aus England durch China. Seither haben wir w&amp;ouml;chentlich Kontakt. Kaum waren wir zu hause, planten wir bereits die Wiedersehensfeier. Gleiches gilt f&amp;uuml;r Dani und Ana aus Spanien, mit denen wir Vietnam bereisten. Oliver, mit dem wir Kolumbien bereisten, haben wir sogar schon wieder getroffen. Dass man sich mit feuchten Augen von Menschen verabschiedet, die man erst wenige Wochen kennt, h&amp;auml;tte ich mir vor der Reise nicht vorstellen k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Unbedingt zu erw&amp;auml;hnen sei hier auch Bishma. In der Ha Long Bucht in Nordvietnam unternahmen wir mit ihr und ihrer Freundin Ange eine Bootsfahrt. Wir trafen uns an Bord, verbrachten nur einen Tag zusammen, tranken danach etwas gemeinsam und verabschiedeten uns am Abend. Das war&#039;s. &amp;Uuml;ber Facebook hielten wir losen Kontakt und wurden immer wieder aufgefordert uns doch zu melden, wenn es uns nach Neuseeland verschlagen sollten, wo sie leben. Neun Monate sp&amp;auml;ter war es soweit. Und als Bishma erfuhr, dass wir in ihrer Stadt Auckland waren, gab sie uns Obdach, bekochte uns jeden Abend f&amp;uuml;rstlich, lieh Peer ihr Auto, als er unbedingt einen Tagesausflug nach &amp;bdquo;Hobbiton&quot; machen wollte, zeigte uns die Stadt bei Tag und bei Nacht und lie&amp;szlig; sich nur einmal von uns als Dank bekochen. &amp;bdquo;Dies ist doch selbstverst&amp;auml;ndlich&quot;, sagte sie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Torsten und Larston, uns mit ihren Segelbooten von Trinidad nur bis nach Grenada haben bringen k&amp;ouml;nnen, weil Wind und Wetter gegen uns standen, waren sie untr&amp;ouml;stlich.&lt;br /&gt;Es war klar, dass wir keine andere M&amp;ouml;glichkeit mehr hatten, unser Containerschiff auf Martinique zu erreichen, als zu fliegen. Nicht nur, dass sie sich &amp;uuml;berschw&amp;auml;nglich bei uns entschuldigten, dass ihre Segelboote auseinander fielen. Sie wollten auch kein Geld f&amp;uuml;r die &amp;Uuml;berfahrt von uns. Abgesehen von den Hafengeb&amp;uuml;hren, die sie ohne uns nicht gehabt h&amp;auml;tten. Torstens Antwort auf meine Frage, ob er das ernst meine, fiel kurz aus: &amp;bdquo;Money can&#039;t buy me love&quot;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir erfuhren so viel Freundschaft und Liebe auf dieser Reise, dass wir es niemals zur&amp;uuml;ck geben k&amp;ouml;nnen. Aber darum geht es ja gar nicht, wurde uns so lange versichert, bis wir es begriffen. Auf Java in Indonesien nahm sich ein Mann Zeit uns in Bogor zu Unterk&amp;uuml;nften zu f&amp;uuml;hren, die wir sonst nie gefunden h&amp;auml;tten. Er dr&amp;uuml;ckte es am Besten aus. &amp;bdquo;Ich glaube in Karma&quot;, war seine Erkl&amp;auml;rung. &amp;bdquo;Tu Gutes und Dir wird Gutes widerfahren&quot;. &lt;br /&gt;Dem ist nichts hinzuzuf&amp;uuml;gen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Jochen Müller</dc:creator>
      
    <category>Reflektionen und Fazits</category>
         <pubDate>Sat, 02 Feb 2013 10:00:38 +0100</pubDate>
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    <item>
   <title>Der Versuch eines Fazits, Teil 1</title>
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        Es ist soweit. Unsere gro&amp;szlig;e Reise hat ihr Ende gefunden. Wehm&amp;uuml;tig blicken wir auf die vergangenen 15 Monate zur&amp;uuml;ck. Doch nicht nur mit Schwermut, denn langsam beginnen wir zu realisieren, was uns diese Reise um den Globus gebracht hat, wie sie uns gepr&amp;auml;gt und auch ver&amp;auml;ndert hat. Es scheint unm&amp;ouml;glich, eine Bilanz dieser langen Zeit zu ziehen. Doch wollen wir zumindest versuchen, in bester Tradition unserer Zwischenfazits, einige H&amp;ouml;hepunkte herauszustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Horizonterweiterung - die erste&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Seinen eigenen Horizont erweitern - ein Ziel, das sich viele Reisende auf die Fahnen schreiben. Doch was verbirgt sich hinter dieser gel&amp;auml;ufigen Phrase? Das kann wohl nur jeder f&amp;uuml;r sich selbst beantworten. In unserem Fall bedeutete es in erster Linie, einen Einblick in andere, f&amp;uuml;r uns bis dato fremde Kulturen zu erlangen. Es l&amp;auml;sst sich trefflich dar&amp;uuml;ber streiten, ob es &amp;uuml;berhaupt m&amp;ouml;glich ist, in der verh&amp;auml;ltnism&amp;auml;&amp;szlig;ig kurzen Zeit, die uns in den meisten L&amp;auml;ndern zur Verf&amp;uuml;gung stand, &amp;uuml;berhaupt einen ad&amp;auml;quaten Blick auf die einzelnen Kulturen zu werfen. Oder gar in diese einzutauchen und sie zu verstehen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass es uns bisweilen ganz gut gelungen ist. Wenn auch nur in Ans&amp;auml;tzen. In erster Linie trugen die vielen Begegnungen mit interessanten Menschen ma&amp;szlig;geblich dazu bei, dass wir oftmals mehr &amp;uuml;ber Land und Leute sowie deren Geschichte und Kultur lernten, als jeder Reisef&amp;uuml;hrer uns h&amp;auml;tte vermitteln k&amp;ouml;nnen. Dabei ist es v&amp;ouml;llig gleichg&amp;uuml;ltig, ob es sich um ein so facettenreiches Land wie China handelt, in dem eine jahrtausende alte Kultur auf einen absoluten Boom der Moderne trifft oder ein Land wie Australien mit seiner relativ jungen Kultur. Ob man sich von einem buddhistischen M&amp;ouml;nch in Kambodscha die Entstehungsgeschichte seiner Religion erkl&amp;auml;ren l&amp;auml;sst, dem Begr&amp;auml;bnisritual einer Hohepriesterin in Indonesien beiwohnt oder den Anekdoten eines australischen Trampers lauscht - uns gaben diese Begegnungen die tiefsten Einblicke in die Kultur eines Landes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Angkor6.jpg&quot; alt=&quot;Angkor6.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Etwas Kultur war nat&amp;uuml;rlich auch dabei. Hier: Angkor Wat in Kambodscha.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Terrakotta2.JPG&quot; alt=&quot;Terrakotta2.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Oder die Terrakotta-Armee in Xian.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Die Lehre, die wir daher f&amp;uuml;r uns gezogen haben lautet: einfach mit offenen Augen, Ohren und Herzen durch die Welt zu gehen, auch einmal einen Blick abseits der ausgetretenen (touristischen) Pfade zu riskieren und sich nicht davor zu scheuen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Von denen lernt man immernoch am meisten &amp;uuml;ber ein Land. Und wir f&amp;uuml;r uns k&amp;ouml;nnen mit Fug und Recht behaupten, dass sich unser Horizont dahingehend betr&amp;auml;chtlich erweitert hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Horizonterweiterung - die zweite&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left; margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Huhnfuss.jpg&quot; alt=&quot;Huhnfuss.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;225&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Nicht jedes Experiment gl&amp;uuml;ckte: H&amp;uuml;hnerf&amp;uuml;sse, eine chinesische &lt;br /&gt;Delikatesse, die wohl nicht zum Exportschlager werden wird.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Horizonterweiterung hat auch unsere kulinarische Neugier und Offenheit geleistet. Wir trafen Reisende die es vorzogen, sich auch am Ende der Welt auf die Suche nach einem amerikanischen Fastfood-Restaurant zu machen, denn da wisse man wenigstens, was man bekomme. Doch will man das wirklich immer wissen? Wir denken: nein! Daher war unsere Reise sicherlich auch ein kulinarischer Streifzug durch die Lande, bei dem wir einige - sagen wir mal exotische - Speisen versuchten. Wir waren stets darauf bedacht, landestypisch zu essen. Wir schreckten vor wenig zur&amp;uuml;ck und wurden in den meisten F&amp;auml;llen f&amp;uuml;r unsere Offenheit (manch einer mag es auch Wagemut nennen) belohnt. Wir gingen dorthin, wo die Einheimischen a&amp;szlig;en, was insbesondere in Asien zumeist kleine Stra&amp;szlig;enimbisse mit fragw&amp;uuml;rdigen Hygienestandards waren. Doch fanden wir hier zumeist die beste Kost. Auch die M&amp;auml;gen gew&amp;ouml;hnten sich recht schnell an die fremdl&amp;auml;ndischen Keime. Von den ersten ein bis zwei Tagen, in denen der Verdauungstrakt rebelliert, darf man sich da nicht abschrecken lassen. Das geh&amp;ouml;rt dazu. Dabei muss man gar nicht einmal jedes Tier probieren, das kreucht und fleucht, denn auch ein gew&amp;ouml;hnliches Huhn, Fisch oder Gem&amp;uuml;se lassen sich auf derart unterschiedliche und k&amp;ouml;stliche Weisen zubereiten, dass es uns regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig in Erstaunen versetzte. Und uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lie&amp;szlig;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left; margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Jemmy.JPG&quot; alt=&quot;Jemmy.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;&amp;Ouml;fter mal was anderes auf den Tisch: Hier Jemmy - gekochter &lt;br /&gt;Schafskopf, das mongolische Nationalgericht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Dennoch ist nicht zu untersch&amp;auml;tzen, wie gut die heimische K&amp;uuml;che nicht nur schmecken, sondern auch tun kann. Das beste Mittel gegen Heimweh (was uns allerdings nicht in nennenswertem Ma&amp;szlig;e heimsuchte) ist und bleibt vertraute Kost. Ob im Umkehrschluss die fremdl&amp;auml;ndische K&amp;uuml;che auch im winterlichen Deutschland gegen aufkeimendes Fernweh hilft, bleibt noch zu &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In jedem Fall empfanden wir die zahlreichen kulinarischen Exkursionen auch als eine Erweiterung unseres Horizonts. Es war der sprichw&amp;ouml;rtliche Blick &amp;uuml;ber den Tellerrrand - im wahrsten Wortsinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Kueche.JPG&quot; alt=&quot;Kueche.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Nicht immer sauber, aber doch lecker: Einladung zum Essen bei den H&#039;Mong in Nordvietnam.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Andere L&amp;auml;nder, andere Sitten - Ablassen von alten Gewohnheiten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bereist man fremde L&amp;auml;nder, so muss man sich nicht nur auf fremde Sprachen, unbekannte Kost oder neue Kulturen einstellen, sondern auch auf andere Sitten und Gebr&amp;auml;uche. Dabei ist es uns oftmals leichter gefallen, uns neue Sitten anzueignen, als diese wieder abzulegen, wenn man etwa in L&amp;auml;nder kommt, wo diese als Unsitten gelten. Das gilt in erster Linie f&amp;uuml;r Tischmanieren. In Asien &amp;uuml;bernahmen wir dort g&amp;auml;ngiges Benehmen, von dem wir wussten, dass wir dieses fr&amp;uuml;her oder sp&amp;auml;ter wieder w&amp;uuml;rden ablegen m&amp;uuml;ssen. Schl&amp;uuml;rfen, schmatzen, unter Tische spucken - das geht nicht &amp;uuml;berall. Und das ist auch gut so.&lt;br /&gt;Wir dachten, wir k&amp;ouml;nnten mit St&amp;auml;bchen essen, gingen davon aus, dass wir auch unsere H&amp;auml;nde benutzen k&amp;ouml;nnen. Eine Suppe mit St&amp;auml;bchen zu essen oder sich in So&amp;szlig;e getr&amp;auml;nkten Reis mit der Hand einzuverleiben, daran musste man sich doch erstmal gew&amp;ouml;hnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Doch nat&amp;uuml;rlich beziehen sich Sitten und Gebr&amp;auml;uche nicht nur auf die Tischmanieren. Wir waren ebenso erstaunt wie beeindruckt von L&amp;auml;ndern, in denen das gesellschaftliche Leben in der &amp;Ouml;ffentlichkeit stattfindet. Privatsph&amp;auml;re - Fehlanzeige.&amp;nbsp; Und niemand schien diese zu vermissen. Offene T&amp;uuml;ren, vor denen offene Menschen sa&amp;szlig;en und uns freundlich empfingen waren keine Seltenheit, doch f&amp;uuml;r uns zun&amp;auml;chst einmal ungewohnt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Jambi Zimmer Peer.JPG&quot; alt=&quot;Jambi Zimmer Peer.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zumeist hausten wir doch recht spartanisch. Bilder von den Sanit&amp;auml;ranlagen dieser Absteige in Jambi/Indonesien erspare ich den Lesern besser...&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Wir erfuhren viele Kleinigkeiten &amp;uuml;ber landestypische Gepflogenheiten wie etwa H&amp;ouml;flichkeitsformeln und Respektsbekundungen. Wir versuchten diese stets zur Anwendung zu bringen. Und auch wenn es uns die Sprachbarriere nicht immer leicht machte, so wurde unser Bem&amp;uuml;hen doch oft erkannt und unser guter Wille mit Freundlichkeit und Herzlichkeit belohnt.&lt;br /&gt;Doch fremde Sitten und Gebr&amp;auml;uche treiben nicht nur positive Bl&amp;uuml;ten. Klaglos verbringt man seine N&amp;auml;chte in ranzigen Absteigen, in Etagenbetten mit fleckigen Laken, man kommt mal eine Woche ohne eine Dusche aus und man verrichtet seine Notdurft auf Hockklos, die jedweder Beschreibung spotten und auch nicht immer &amp;uuml;ber T&amp;uuml;ren verf&amp;uuml;gen. Man macht das alles mit, entwickelt eine ganz neue Toleranzschwelle, redet und lacht dar&amp;uuml;ber, doch wirklich gew&amp;ouml;hnen konnten und wollten wir uns daran nicht. Es gibt einfach Dinge, die uns aufgrund unserer Konditionierung und Sozialisation wichtig geworden sind. Toilettenpapier und ein gewisses Minimum an sanit&amp;auml;rer Hygiene geh&amp;ouml;ren dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Andere L&amp;auml;nder, andere Transportmittel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;bdquo;Bus, Zug, Moped, Boot? Kenn ich, bin ich auch schon mit gefahren.&quot; Was zun&amp;auml;chst nicht sonderlich spaktakul&amp;auml;r klingt, war f&amp;uuml;r uns doch definitiv ein Erlebnis. Nat&amp;uuml;rlich sa&amp;szlig;en wir auch vor der Reise schon in einem Bus oder einem Zug, doch liegen zwischen einem russischen oder chinesischen Nachtzug und einem mitteleurop&amp;auml;ischen Nahverkehrszug Welten. Nicht nur was die P&amp;uuml;nktlichkeit anbelangt. Auf dieser Reise waren die unterschiedlichen Verkehrsmittel nicht nur Mittel um von A nach B zu gelangen, sondern vor allem war die Zeit, die wir auf der Stra&amp;szlig;e, Schiene oder dem Wasser verbrachten Selbstzweck. Wir werden wohl niemals die Tage in der Transsibirischen Eisenbahn vergessen, genauso wenig die Strapazen der Busfahrten in S&amp;uuml;dost-Asien oder S&amp;uuml;damerika. Dabei handelt es sich wei&amp;szlig; Gott nicht nur um positive (oder orthop&amp;auml;disch unbedenkliche) Erlebnisse, doch um pr&amp;auml;gende Erfahrungen allemal. Gleiches gilt f&amp;uuml;r unsere Motorradtour, auch wenn Sp&amp;ouml;tter nat&amp;uuml;rlich zurecht bemerkt haben, dass unsere Hobel hierzulande h&amp;ouml;chstens in die Kategorie &amp;bdquo;Moped&quot; fallen. Es war weit abenteuerlicher (und bei n&amp;uuml;chterner Betrachtung auch gef&amp;auml;hrlicher) als erwartet, doch sicher mit nichts zu vergleichen, was wir bislang erleben durften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Fahrt wir.JPG&quot; alt=&quot;Fahrt wir.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Nicht ganz ohne, aber dennoch ein unvergesslicher Trip: unsere Motorradtour durch S&amp;uuml;dost-Asien.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Auch Boote unterschiedlichster Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e und Gattung sind wir bereits viele gefahren, der Segelt&amp;ouml;rn durch die Karibik sowie die Ozean&amp;uuml;berquerungen auf den Containerschiffen aber waren f&amp;uuml;r uns eine g&amp;auml;nzlich neue und definitiv unvergessliche Erfahrung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; alt=&quot;Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Segeln in der Karibik - ein absolutes Highlight.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/7934-Ausblick.JPG&quot; alt=&quot;7934-Ausblick.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ebenso wie die Ozean&amp;uuml;berquerungen auf dem Containerschiff.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Gl&amp;uuml;ck gehabt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir wollen gar nicht gro&amp;szlig; drum herumreden: Das Gl&amp;uuml;ck war uns hold in all der Zeit. Wir erlebten nicht wenige brenzlige Situationen, die wir aber allesamt wohlbehalten &amp;uuml;berstanden. Sei es der &amp;Auml;rger mit den Beh&amp;ouml;rden in Moskau oder diverse Motorradst&amp;uuml;rze, seien es Tsunamialarm, Sprachbarrieren oder korrupte Polizisten, die uns an das Ersparte wollten - es ging in allen F&amp;auml;llen glimpflich aus. Wir blieben verschont von ernsthaften Erkrankungen und anderen Ungl&amp;uuml;cksf&amp;auml;llen. Ein Gl&amp;uuml;ck. Wir blieben auch weitestgehend verschont von &amp;Uuml;berf&amp;auml;llen und Diebstahl. Auch hier war uns Fortuna gewogen. Wir trafen viele andere, denen es nicht so erging. Allerdings merkten wir bei solchen Erz&amp;auml;hlungen auch, dass man im Laufe der Zeit ein Gesp&amp;uuml;r f&amp;uuml;r gewisse Situationen entwickelt. Man wittert eine Abzocke gegen den Wind, ist sensibilisiert f&amp;uuml;r potenzielle Gefahren und lernt Risiken richtig einzusch&amp;auml;tzen. Zumindest meistens. Auf der anderen Seite legt man sich aber auch eine gewisse Gelassenheit zu. Gelassenheit gespeist aus Zuversicht und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass es f&amp;uuml;r jedes Problem eine L&amp;ouml;sung gibt. Aber auch Vertrauen auf die Menschen und ein grunds&amp;auml;tzliches Wohlwollen in dieser Welt (dieses Vertrauen sollte man aber nicht mit Naivit&amp;auml;t verwechseln). Damit fuhren wir sehr gut. Uns wurde oft und vor allem selbstlos geholfen, wir erlebten Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gikeit und Gastfreundschaft. In nahezu jedem Land, das wir bereisten.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Peer aua.JPG&quot; alt=&quot;Peer aua.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;401&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Gl&amp;uuml;ck gehabt: Selbst mein Motorradunfall h&amp;auml;tte schlimmer ausgehen k&amp;ouml;nnen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Wir k&amp;ouml;nnen nur hoffen, dass wir uns diese Gelassenheit, diese Zuversicht und das Vertrauen bewahren. Wir k&amp;ouml;nnen nur hoffen, dass wir Gelegenheit erhalten, die uns entgegengebrachte Freundlichkeit zur&amp;uuml;ckzugeben. Und wir k&amp;ouml;nnen nur hoffen, dass uns auch weiterhin das Gl&amp;uuml;ck hold bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; von Peer Bergholter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Peer Bergholter</dc:creator>
      
    <category>Reflektionen und Fazits</category>
         <pubDate>Fri, 25 Jan 2013 13:23:22 +0100</pubDate>
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   <title>Angekommen?</title>
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        Wir sind eingetrudelt. In Europa, in Deutschland, in der Heimat. Doch sind wir wirklich auch schon angekommen? Physisch vielleicht. Aber sonst... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanklich noch in der Karibik oder auf dem Atlantik, stellten wir uns wiederholt die Frage, wie die Heimkehr wohl sein w&amp;uuml;rde. Befremdlich? Emotional &amp;uuml;berfordernd? Hat uns die Reise ver&amp;auml;ndert? Wenn ja, in wieweit? Wir vermochten es nicht, dies zu beurteilen, es w&amp;uuml;rde sich wohl erst zeigen, wenn wir wieder im Kreise der Familie und Freunde sein w&amp;uuml;rden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Es f&amp;uuml;hlt sich nicht so an&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Empfang, den uns meine Familie in Le Havre bereitete, war ein hoch emotionaler Moment und ein sch&amp;ouml;ner Abschluss unserer gro&amp;szlig;en Reise. Ferner bot sich mir dadurch die Gelegenheit, mich im Laufe der zwei Tage w&amp;auml;hrenden Heimfahrt langsam wieder an meine Lieben zu gew&amp;ouml;hnen. Das verringerte den Kulturschock und den erwarteten emotionalen Overkill eines Wiedersehens unterm Weihnachtsbaum doch ungemein. Entsprechend entspannt war dann auch das Weihnachtsfest im Kreise der Familie. Bereits nach der Vorspeise am Heiligen Abend blickte ich in die Runde und musste feststellen: Es f&amp;uuml;hlt sich nicht so an, als sei ich 15 Monate lang weg gewesen. &amp;Auml;hnlich &amp;auml;u&amp;szlig;erten sich meine Eltern und meine Schwester. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Strukturlos&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am ersten Weihnachtstag war es dann soweit: Ich pr&amp;auml;sentierte mich der &amp;Ouml;ffentlichkeit, wie es ein guter Freund auszudr&amp;uuml;cken pflegte. Zun&amp;auml;chst jedoch im Kreise der Gro&amp;szlig;familie, die auf eine weihnachtliche Stippvisite vorbei schaute. Ich wurde herumgereicht, liebkost und nahezu h&amp;auml;matomisch gedr&amp;uuml;ckt. Ja, ich freute mich auch.  Zwar verfolgten sie alle unsere Reise &amp;uuml;ber dieses Blog und schienen auch sonst recht gut informiert, dennoch wurde ich mit unz&amp;auml;hligen Fragen best&amp;uuml;rmt. Bei dem Versuch zu antworten merkte ich erstmals, wie schwer es ist, sich nach all den Eindr&amp;uuml;cken, all den Erfahrungen und Erlebnissen, auf das Wesentlich zu beschr&amp;auml;nken. Aber was ist das Wesentliche? Ich sprang von Thema zu Thema, von Land zu Land, von Anekdote zu Anekdote. W&amp;auml;hrend alle an meinen Lippen zu h&amp;auml;ngen schienen, merkte ich, dass ich zun&amp;auml;chst etwas Struktur in meine Gedanken und Berichte bringen musste. Es gab zu viel zu erz&amp;auml;hlen, ich musste zu oft zu weit ausholen und ich kam vom sprichw&amp;ouml;rtlichen H&amp;ouml;lzchen aufs St&amp;ouml;ckchen. Bevor ich vern&amp;uuml;nftig Bericht erstatten kann, muss ich zun&amp;auml;chst Ordnung in meine Sinne bringen. Nicht nur f&amp;uuml;r die interessierten Zuh&amp;ouml;rer, sondern in erster Linie f&amp;uuml;r mich selbst. Aufarbeitung nennt man das wohl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&amp;Uuml;berw&amp;auml;ltigt bis &amp;uuml;berfordert&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch bis es zur Aufarbeitung kommen kann, soll es noch etwas dauern. Am Abend desselben Tages er&amp;ouml;ffneten mir ein guter Freund und seine Frau, dass sie ihre Wohnung der Verw&amp;uuml;stung preisgeben w&amp;uuml;rden, um mir eine Willkommensparty auszurichten. &amp;bdquo;Sobald das Weihnachtsprogramm durch ist und die Kinder im Bett sind, werden dieT&amp;uuml;ren ge&amp;ouml;ffnet. Lad ein wen du sehen m&amp;ouml;chtest, es ist deine Party.&quot; Ich war mehr als ger&amp;uuml;hrt. Und nat&amp;uuml;rlich lie&amp;szlig; ich es mir nicht zweimal sagen, denn gerade &amp;uuml;ber die Feiertage waren viele meiner Freunde in der alten Heimat. So versammelten sich dann auch spontan um die zwanzig Leute am Abend und bereiteten mir einen &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigenden Empfang. Auch hier merkte ich schnell, dass keiner das Gef&amp;uuml;hl zu haben schien, ich sei l&amp;auml;ngere Zeit fort gewesen. Und so ging es auch mir. Von einigen Hochzeiten, neuen Erdenb&amp;uuml;rgen oder Schwangerschaften abgesehen, hatte sich hier nicht viel ver&amp;auml;ndert. Obwohl es auch im Kreise der Freunde zu keiner Zeit fremdelte, muss ich zugeben, dass ich bisweilen auch etwas &amp;uuml;berfordert war. Vielleicht h&amp;auml;tte ich es etwas langsamer, etwas dosierter angehen sollen. Doch was soll&#039;s? Nun war es ohnehin zu sp&amp;auml;t. Zwar musste ich auch hier Geschichten der Reise erz&amp;auml;hlen, doch diejenigen unter meinen Freunden, die &amp;uuml;ber ein entsprechendes Einf&amp;uuml;hlungsverm&amp;ouml;gen verf&amp;uuml;gen (was gl&amp;uuml;cklicherweise auf die meisten zutrifft), schlossen mich lediglich in die Arme, hie&amp;szlig;en mich herzlich Willkommen, schauten mir in die Augen und sagten: &amp;bdquo;Ich frage Dich jetzt mal nicht, wie es war. Komm erstmal an.&quot; Danke. Das ist wohl dringend n&amp;ouml;tig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ankommen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Doch wie kommt man wirklich an? Wie lange wird das dauern? Nach den Feiertagen st&amp;uuml;rzte ich mich zun&amp;auml;chst in die l&amp;auml;stigen Pflichten, die der Wiedereintritt in das gesellschaftliche Leben f&amp;uuml;r einen bereit h&amp;auml;lt: Versicherungen, Steuern, berufliche Perspektiven, Wohnung - nur einige der Themen, die ich im Laufe der vergangenen 15 Monate gerne und erfolgreich verdr&amp;auml;ngt habe. Nun war es an der Zeit, sich auch diesen Fragen wieder zuzuwenden. Man war wieder mittendrin, der Ernst des Lebens hat einen im Handumdrehen fest im Griff.&lt;br /&gt;Lie&amp;szlig; es die Zeit zu oder bot es sich an, besuchte ich in der Folgezeit noch einige Freunde in der halben Republik und tat das, was ich eigentlich hinter mir lassen wollte: Ich war wieder auf Achse und lebte wieder aus der Tasche. Diesmal nicht aus dem gro&amp;szlig;en Rucksack, denn dieser stand immer noch unausgepackt im Hause meiner Eltern. Ein Beleg f&amp;uuml;r meinen Wunsch, nach all der Zeit endlich einmal wieder andere Klamotten zu tragen oder doch ein Indiz daf&amp;uuml;r, dass ich noch nicht wirklich angekommen bin? In der ersten ruhigen Minute, die ich tats&amp;auml;chlich erst gut drei Wochen nach meiner Ankunft haben sollte, fing ich an, einige Bilder der Reise zu sichten. Allein im stillen K&amp;auml;mmerlein. Erst da wurde mir bewusst, dass ich zwar nun wieder hier bin, doch angekommen bin ich noch l&amp;auml;ngst nicht.
&lt;p&gt;von Peer Bergholter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
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      <dc:creator>Peer Bergholter</dc:creator>
      
    <category>Deutschland</category>
         <pubDate>Fri, 18 Jan 2013 14:35:05 +0100</pubDate>
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   <title>Wieder daheim</title>
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        Frankfurt am Main, irgendwo in Sachsenhausen, Weihnachten 2012. Wie ist es nach 15 Monaten Weltreise daheim anzukommen? Umgeben von Altbekanntem und &amp;uuml;berraschend Neuem versucht ein Weltreisender seinen Platz in seiner Familie wieder zu finden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Graues Licht wabert durch ein blank geputztes Fenster in das kleine Zimmer. Zur Linken stehen B&amp;uuml;cherregale, der Inhalt ist seltsam vertraut. Zur Rechten stehen Musikinstrumente, auch die Couch kommt bekannt vor. Der Tag beginnt mit dem &amp;uuml;blichen Systemcheck. Wo bin ich? Das ist kein Hostel. Auch keine Wohnung eines spontan kennen gelernten Menschen, der uns aufgenommen hat. Niemand sonst ist in diesem Zimmer, wo ist Peer? Mein Blick kl&amp;auml;rt sich, ich fokussiere wahllos ein paar B&amp;uuml;cher und entdecke Goethes gesammelte Werke in goldgepr&amp;auml;gtem Ledereinband. Ein Schwall kaltes Wasser h&amp;auml;tte mich nicht effektiver wecken k&amp;ouml;nnen. Eine Bilderflut zieht vor meinem inneren Auge vorbei. Meine Schwester und ich, vor einigen Jahren. Beide hatten wir es auf Goethe abgesehen, sie hat ihn ergattert, nun steht er in der Dachkemenate herum, aus dem Weg ger&amp;auml;umt, weil die Wohnung zu klein ist f&amp;uuml;r Kinder und Sammelleidenschaft. Ich bin nicht mehr auf Weltreise. Ich bin in Deutschland. Es ist heilig Abend, und gleich kommen meine Eltern, um mit meiner Schwester, meinem Schwager und ihren beiden Kindern das Fest zu verbringen. Und ganz nebenbei auch noch mich zu sehen. Zum ersten Mal seit &amp;uuml;ber 15 Monaten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Guten Morgen Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die frischen Temperaturen missachtend strampele ich mich aus der Deckensammlung frei, die mir bislang vorgaukelte, ich sei noch in der Karibik. Ich bin in Frankfurt, um Himmels Willen, es ist Weihnachten! Decke einrollen, nein ausl&amp;uuml;ften, ach, Unsinn, weg damit, auf die Couch. Na gut, wenigstens zusammenfalten, sie muss ja nicht alles alleine machen. Die Isomatte sollte ich zusammenrollen. Matten, nicht Matte. Und dann auch noch drei. Klar, ich sollte es gem&amp;uuml;tlich haben. Aber das dauert alles so lange. Noch eine Decke oben drauf, v&amp;ouml;llig &amp;uuml;bertrieben. Kissen weg, kurz umgesehen, ja, alles klar Schiff, nun aber los, hab ich alles? Der routinierte Blick in die Ecken, ob man nicht das x-te Funktionshandtuch in einer Ecke vergessen hat, dann los, der Bus geht gleich. &lt;br /&gt;Stop.&lt;br /&gt; Und erstmal durchatmen. Ruhig Brauner. Du musst keinen Rucksack packen. Heute geht kein Bus, kein Zug, weder Carrito noch Tuktuk, auch nicht F&amp;auml;hre oder Lastenkahn. Ich muss nirgendwo hin und habe auch sonst nichts zu tun, au&amp;szlig;er langsam zu realisieren, wo ich bin. Doch das reicht schon. Eine Szene aus dem Film &amp;bdquo;Avatar&quot; huscht mir durch den Kopf. Das Raumschiff kommt nach monatelangem Flug am fremden Planeten an, die Passagiere erwachen aus dem K&amp;auml;lteschlaf, in dem sie die lange Reise verbrachten. Tr&amp;auml;ge und verwirrt steigen sie aus ihren Betten, eine Stimme ert&amp;ouml;nt aus dem Off: &amp;bdquo;Ihr wart Monate unterwegs, ihr werdet hungrig und schwach sein&quot;. Aber Hallo. Dann landen sie auf diesem Planeten, auf dem alles so ganz anders ist als zu hause. Ich sch&amp;uuml;ttele den Kopf &amp;uuml;ber meine Gedanken, wir wollen ja nicht &amp;uuml;bertreiben, schlie&amp;szlig;e die T&amp;uuml;r hinter mir und gehe die Treppen hinunter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/now and then.jpg&quot; alt=&quot;now and then.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Eben hatte ich noch die Petronas Towers in Kuala Lumpur in der Hand, nun meinen Neffen in Frankfurt. Kinder, wie die Zeit vergeht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Guten Morgen Familie&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Stimmen im Treppenhaus. Die kenne ich von Skype. Ich trete um die Ecke und vor mir steht eine Frau, kehrt mir den R&amp;uuml;cken zu. Egal. Ich w&amp;uuml;rde sie in jedem Winkel unter allen Frauen der Welt erkennen. Sie sp&amp;uuml;rt etwas in ihrem R&amp;uuml;cken, dreht sich um, blickt mich kurz freundlich an und setzt dann dazu an, mir Platz zu machen, damit ich an ihr vorbei gehen kann. Ich bleibe, wo ich bin. Der Blick ver&amp;auml;ndert sich, ein Realisieren huscht &amp;uuml;ber ihr Gesicht, die Augen weiten sich, dann werfen wir uns einander in die Arme. H&amp;auml;nde auf meinem R&amp;uuml;cken, meinen Schultern, in meinen Haaren. &amp;bdquo;Mein Junge!&quot; Hat sie das gesagt, oder habe ich das gedacht? Zu unser beider Sicherheit wiederholt sie es, solange, bis wir es wirklich verstanden haben. &lt;br /&gt; Wieder huscht etwas in mir an mir vorbei. Immer sind sie zu fr&amp;uuml;h! Ich bin ungeduscht, die Z&amp;auml;hne hab ich mir noch nicht geputzt und pinkeln muss ich auch ganz dringend. Doch sie dr&amp;uuml;ckt weiter, l&amp;auml;sst nur kurz von mir ab, eine Armesl&amp;auml;nge Abstand, forschender Blick. Ich bin es wirklich. Ein Seufzer und sie dr&amp;uuml;ckt weiter. Zwischendurch f&amp;auml;llt mein Blick hinter meine Mutter auf meine Schwester, ein Baby im Arm, ein kleiner Junge mit riesigen Augen an der Hand, sich halb hinter ihren Beinen versteckend, &amp;auml;ngstlich staunend, wen die Oma da so heftig dr&amp;uuml;ckt, obwohl sie doch gerade hinein kommen wollte. Auf einmal wird es eng auf dem Treppenabsatz. Zwei M&amp;auml;nner dr&amp;auml;ngen sich dazu. Der Impuls sie vorbei zu lassen endet abrupt, als ich kurz frei komme und sie mir ansehen kann. Immerhin ist einer von beiden so reaktionsschnell, dass er durch eine sich kurz &amp;ouml;ffnende L&amp;uuml;cke in die Wohnung huscht. Mein Schwager. Dann ist der andere Mann wohl... Ich werde nahtlos &amp;uuml;bergeben und an die n&amp;auml;chste Brust gedr&amp;uuml;ckt. Dazu der Geruch eines Rasierwassers, das mich zusammenzucken l&amp;auml;sst. Ich bin wieder 12, alleine zu haus und kann dem Drang nicht widerstehen mich zu rasieren. Irgendwann muss man ja mal damit anfangen. Gut, dass man sich mit elektrischen Rasierern nicht den Hals aufschneiden kann. Nach erfolgreicher Scherung will ich die maltr&amp;auml;tierte Haut pflegen und die vermaledeite (volle) Flasche Hattrick segelt durch das Bad, zerschellt auf den Fliesen. Keine M&amp;ouml;glichkeit, das zu vertuschen. So wie mein Vater mich nun ansieht, scheint er es mir verziehen zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Guten Morgen Jochen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;bdquo;Jochen, Haalloo, aufwachen, willst Du Tee?&quot; Mehr als ein Murmeln bekomme ich nicht heraus. Die Wohnungst&amp;uuml;r ist geschlossen, alle sind drin, keiner h&amp;auml;lt oder dr&amp;uuml;ckt mich mehr. Ich nicke dem Wasserkocher zu, den meine Schwester in der Hand h&amp;auml;lt. Mein Schwager steh hinter mir &amp;bdquo;na, so wie Du aussiehst, brauchst Du eher einen Schnaps&quot;. Auch er erntet ein Nicken. Meine Mutter k&amp;uuml;mmert sich um den &amp;bdquo;Gro&amp;szlig;en&quot;, den ich gerade noch so als den &amp;bdquo;Kleinen&quot; kenne. Der neue &amp;bdquo;Kleine&quot; schlummert in seinem Schaukeldingsbums im Wohnzimmer, davor sitzt mein Vater und schaut ihn gl&amp;uuml;ckselig an. Der Schwager bringt die Teller, deckt den Tisch, z&amp;uuml;ndet die halb abgebrannten Kerzen auf dem Adventskranz noch mal an, aus dem Kinderzimmer dringt die angeregte Diskussion eines Kleinkinds mit seiner Gro&amp;szlig;mutter. Mein Vater hat auch eine Besch&amp;auml;ftigung gefunden, die Lichterkette am Weihnachtsbaum tut ihr Bestes um Gem&amp;uuml;tlichkeit in dieses Chaos zu bringen. Dann werde ich j&amp;auml;h aus meinen Versuchen gerissen den einzelnen Abl&amp;auml;ufen dieses eingespielten Teams zu folgen, als mich etwas antippt. Meine Schwester und ein Tablett voll Tee und Kaffee wollen vorbei. Aus dem Weg gehen. Klar. Kann ich. Mama setzt ihren Enkel in sein St&amp;uuml;hlchen, Papa gibt seinem Enkel einen Kuss. Mama holt noch Zucker aus der K&amp;uuml;che, Papa schenkt mit der einen Hand Kaffee ein, w&amp;auml;hrend er mit der anderen den Sohnemann im Arm h&amp;auml;lt. Jeder hat seinen Platz, jeder wei&amp;szlig; wer gemeint ist, obwohl alle gleich hei&amp;szlig;en.&lt;br /&gt; Ich stehe immer noch in der Mitte des Raumes, dann gehe ich z&amp;uuml;gig in die K&amp;uuml;che. Finde dort meine Schwester. Sie blickt mich an &amp;bdquo;hab ich was vergessen?&quot;. Kann ich mir nicht vorstellen. Ich zucke mit den Schultern, sch&amp;uuml;ttele mit dem Kopf, blinzele, strecke den Arm aus. Sie seufzt, kommt auf mich zu, l&amp;auml;chelt warm, nimmt mich in den Arm. &amp;bdquo;Der emotionale Overkill, hm? Und dann auch noch Weihnachten! Was f&amp;uuml;r ein Timing.&quot; Wenigstens hat es getaut. Jetzt auch noch Schnee, das w&amp;auml;re zu viel gewesen. So kann ich bei ein paar Tassen Tee langsam zu mir kommen und zaghafte Banden zu der Familienbande kn&amp;uuml;pfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Einen Tag sp&amp;auml;ter, erster Weihnachtsfeiertag. Nach der Begr&amp;uuml;&amp;szlig;ung kommt der Abschied. Schwester und Familie m&amp;uuml;ssen andere Verwandte bespa&amp;szlig;en, ich werde meinen Eltern &amp;uuml;bergeben, die mich in Richtung Weihnachtsgans bringen. Der kleine gro&amp;szlig;e Mann, der Gestern noch recht sch&amp;uuml;chtern war, weil da auf einmal ein fremder Typ das Gewohnte durcheinander brachte, hat seinen Frieden mit mir und der neuen Situation gemacht. Ein kurzes Ballspiel und ein spontanes Trommelkonzert auf meinem Bauch haben das Eis gebrochen. Nachdem sich alle verabschiedet haben, kommt der Kr&amp;uuml;mel zu mir und gibt mir einen Abschiedskuss. So schnell kann es gehen. &lt;br /&gt;Ich werde versuchen mir ein Beispiel an Dir zu nehmen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Jochen Müller</dc:creator>
      
    <category>Deutschland</category>
         <pubDate>Mon, 14 Jan 2013 10:00:48 +0100</pubDate>
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   <title>Endspurt</title>
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        Es ist soweit. Wir sind wieder zu Hause. Doch wer unserer Reise in den letzten 15 Monaten verfolgt hat, wird wissen, dass dies nicht so problemlos vonstatten ging, wie es sich anh&amp;ouml;rt. Auch auf unserer letzten Etappe haben wir noch kleine Abenteuer erleben d&amp;uuml;rfen. Juhu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es war eine gro&amp;szlig;artige Idee, die Peers Eltern hatten. Aus Vorfreude auf den Sohn und vielleicht auch, um sicher zu stellen, dass auf den letzten Metern nichts mehr schief geht, holten sie uns in Le Havre ab. Eine Nacht galt es noch zu &amp;uuml;berbr&amp;uuml;cken, bevor das Empfangskomitee eintreffen w&amp;uuml;rde. Das, so dachten wir, w&amp;uuml;rde uns hier sicher nicht schwer fallen. Denn immerhin war es ein paar Wochen her, seit wir zum letzten Mal in einer UNESCO Weltkulturerbestadt waren. Endlich wieder Kultur mit Pr&amp;auml;dikat! Also quartierten wir uns in der g&amp;uuml;nstigsten Unterkunft des Ortes ein und staunten nicht schlecht &amp;uuml;ber den Ausblick von unserem Balkon. Nein, das waren nicht die K&amp;uuml;hlt&amp;uuml;rme eines Atomkraftwerks, das die Stadtplaner hier mitten in den Ortskern geschmettert hatten, das war ein architektonisches Kleinod, welches wir, von der Weltreise kulturell versaut, nun nicht mehr zu w&amp;uuml;rdigen wussten. Immerhin konnten wir uns an der klaren Formensprache der normannischen Hausbauweise erg&amp;ouml;tzen. Und hie&amp;szlig; es nicht, dass der UNESCO Titel die &quot;Ode an den Beton&quot; w&amp;uuml;rdigte, mit der die Innenstadt von Le Havre den Weg in die Zukunft wies? Diese Ode betonte die langj&amp;auml;hrige Freundschaft zwischen franz&amp;ouml;sischem und wei&amp;szlig;russischem Baustil auf das Eindringlichste. Hier kam die Waschbeton-Avantgarde aus ihrem Schattendasein heraus und pr&amp;auml;sentierte sich stolz dem internationalen Fachpublikum. Der Punkt ist, wir sind kein Fachpublikum, weshalb der Leser diese Zeilen bitte verzeihen m&amp;ouml;ge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Le Havre central.JPG&quot; alt=&quot;Le Havre central.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;256&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;UFO? AKW? Nein, UNESCO! Das Zentrum von Le Havre ist eine &quot;Ode an den Beton&quot; und zeugt von &quot;starkem Willen zur Modernit&amp;auml;t&quot;.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; Immerhin es gab ein freies Zimmer, in welches wir um halb elf gef&amp;uuml;hrt wurden, damit wir uns mit eigenen Augen davon &amp;uuml;berzeugen konnten, dass es noch nicht bezugsfertig war. Die Betten mussten gemacht werden, was verst&amp;auml;ndlichweweise bis um f&amp;uuml;nf Uhr dauern sollte. Soweit, so gut.
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Le Havre Weihnachtsmarkt.JPG&quot; alt=&quot;Le Havre Weihnachtsmarkt.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein Gl&amp;uuml;hwein im Schatten des AKW. Idylle pur.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Die Minuten bis dahin verbrachten wir bei einer Tasse Kaffee, danach gab es den ersten Gl&amp;uuml;hwein des Jahres (oder genauer gesagt, den ersten nach zwei Jahren &amp;uuml;berhaupt) auf einem pittoresken Weihnachtsmarkt, gefolgt von einem traditionell franz&amp;ouml;sischen Adventsmahl. Thaicurry. Doch wenigstens die Vorspeise fiel mit Froschschenkeln landestypisch aus. Hernach folgte eine Runde Dart in einem normannisch-irischen-Crossover-Pub und die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der uns versicherte, wir seien nunmehr am hintersten Ende der Welt angelangt. Der mittern&amp;auml;chtliche Blick &amp;uuml;ber die Ein&amp;ouml;de der La Havrischen Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone best&amp;auml;tigte die Worte eindr&amp;uuml;cklicher als meine Worte dies jemals verm&amp;ouml;chten, weswegen ich sie mir an dieser Stelle erspare.&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Le Havre.jpg&quot; alt=&quot;Le Havre.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Le Havre hat eine klare, lichte, harmonische, sowie dezidiert der Moderne zugewandte Architektur. Hei&amp;szlig;t es.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/wir Honfleur Bier.JPG&quot; alt=&quot;wir Honfleur Bier.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zur Begr&amp;uuml;&amp;szlig;ung gab es &quot;H&amp;uuml;tt Luxus Pils&quot; aus der Heimat. &lt;br /&gt;Die Wirtin einer nahe gelegenen Bar lie&amp;szlig; es sich nicht &lt;br /&gt;nehmen, uns mit Nikolausm&amp;uuml;tze und Schnorchelausr&amp;uuml;stung &lt;br /&gt;auszustatten. Passte irgendwie.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;strong&gt;Kneif mich mal, ist das real?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tags drauf war es soweit. Familie Bergholter kam mit offenen Armen in das Caf&amp;eacute; gest&amp;uuml;rmt, in welches wir uns f&amp;uuml;r die Aufwachphase zur&amp;uuml;ckgezogen hatten und dr&amp;uuml;ckte die &amp;bdquo;Jungs&quot; an die diversen Br&amp;uuml;ste. Hin und wieder trafen sich die Blicke von Peer und mir. Darin war neben einer guten Portion Freude vor allem eines zu finden. &amp;Uuml;berforderung. Von wegen wir hatten zwei Wochen auf dem Atlantik gehabt, um uns damit auseinander zu setzen nun wieder zu Hause zu sein. Von wegen wir waren nun vorbereitet. Auf einmal waren wir wieder im Kreis der Lieben. Und wir beide h&amp;auml;tten wohl ab und an gerne auf die Pausetaste gedr&amp;uuml;ckt, um Zeit zu haben sich mal ausgiebig kneifen zu k&amp;ouml;nnen. Wir verlie&amp;szlig;en Le Havre z&amp;uuml;gig und lie&amp;szlig;en uns im nahen Honfleur zu einem Begr&amp;uuml;&amp;szlig;ungsmahl nieder. Ein kleines Hafen-St&amp;auml;dtchen mit im Ort schaukelnden Segelbooten und einer guten Auswahl ebenso guter Restaurants. Hier in Honfleur war die Atmosph&amp;auml;re&amp;nbsp; gem&amp;uuml;tlich genug f&amp;uuml;r eine Familienzusammenf&amp;uuml;hrung. Da meine Eltern leider nicht hatten mitkommen k&amp;ouml;nnen, lie&amp;szlig;en sie uns stattdessen ein paar Flaschen heimischen Bieres mitbringen, die wir nun and&amp;auml;chtig leerten. Danach steckten wir kurz die K&amp;ouml;pfe zusammen und entscheiden uns gemeinsam daf&amp;uuml;r, auf der Heimfahrt noch einen Stop einzulegen und in Lille, an der belgischen Grenze, zu &amp;uuml;bernachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Honfleur.JPG&quot; alt=&quot;Honfleur.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Honfleur. Ein gem&amp;uuml;tliches kleines Fischer&amp;ouml;rtchen, wie geschaffen f&amp;uuml;r das erste Mahl im Kreis der Lieben.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Kaum in Europa angekommen, verirren wir uns&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir setzten uns in den Wagen und genossen es, uns mit vollen B&amp;auml;uchen kutschieren zu lassen. Man konnte sich zur&amp;uuml;cklehnen und genie&amp;szlig;en. Es war wundervoll miterleben zu d&amp;uuml;rfen, wie drei ausgewachsene Mitteleurop&amp;auml;er mit viel Leidenschaft aber erstaunlich wenig Erfolg versuchten das Navigationsger&amp;auml;t dazu zu bringen, uns den rechten Weg zu weisen. Wir lernten ruhige Gegenden in der Normandie kennen, wissen nun was &amp;bdquo;gesperrter Feldweg&quot; auf Franz&amp;ouml;sisch hei&amp;szlig;t, und dass der VW-Bully der neuesten Generation nicht vor von Schmelzwasser &amp;uuml;berfluteten Stra&amp;szlig;en kapituliert. So wenig wie wir vor diesem vermalledeiten Navi. Mittendruch statt dr&amp;uuml;berweg war und ist unser Motto, insofern blieben wir uns treu, was ich pers&amp;ouml;nlich f&amp;uuml;r einen w&amp;uuml;rdigen Abschluss einer gro&amp;szlig;artigen Reise halte. Abgesehen davon kamen wir ja schlussendlich in Lille an, alles andere ist egal.&lt;br /&gt; Dort gab es wieder ein f&amp;uuml;rstliches Mahl, sp&amp;auml;testens bei der &amp;bdquo;Cr&amp;egrave;me Brul&amp;eacute;e&quot; h&amp;auml;tte ich fast geweint vor Gl&amp;uuml;ck, und dass wir danach wild durcheinander redend bis sp&amp;auml;t in die Nacht die Hotelbar penetrierten und die Weinvorr&amp;auml;te dezimierten, lief auch nicht ohne emotionale Ausbr&amp;uuml;che ab. Logisch. &lt;br /&gt; Etwas verknittert fanden wir uns tags darauf vor unserem Bully ein, das dritte Durchz&amp;auml;hlen erbrachte die gew&amp;uuml;nschte Endzahl und dann ging es auch schon los. Kurz sp&amp;auml;ter weckte mich Peer, wir h&amp;auml;tten Belgien und nun auch bald die Niederlande hinter uns gelassen und seien kurz vor der deutschen Grenze. Die Luft war feuchtkalt, der Himmel grau, was soll&#039;s. Ich rauchte zwei Kippen hintereinander und &amp;uuml;berlegte den Rest der Fahrt, ob es schlau war, so vielen Leuten davon zu erz&amp;auml;hlen, dass ich mit &amp;Uuml;berschreiten der bundesdeutschen Grenze aufh&amp;ouml;ren wollte zu rauchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;In Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im Bus sanken mir die Augen zu, als ich sie wieder &amp;ouml;ffnete, rauschte ein Schild an meinem Blickfeld vorbei.
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Blick auf Kassel.JPG&quot; alt=&quot;Blick auf Kassel.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Blick auf Kassel. Zuhause ist es am sch&amp;ouml;nsten.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Silberwei&amp;szlig; stand dort auf blauem Hintergrund, dass es nun rechts ab auf die A44 nach Kassel gehe. Aus dem Radio tr&amp;auml;llerte dazu ein deutscher Radiomoderator Infos durch den &amp;Auml;ther. Ich zuckte zusammen. Irgend etwas stimmte hier nicht. Oder doch? Wir waren in Deutschland. Das kam &amp;uuml;berraschend. Die letzte Stunde der Fahrt klebte ich an der Scheibe wie ein Kind am Schaufenster eines Spielzeuggesch&amp;auml;ftes. Jedes Schild, jedes Dorf das vorbeizog und jedes bekannte Eckchen betrachtete ich mit einer Mischung aus Erstaunen und Verz&amp;uuml;cken. Dann kam Kassel, wir fuhren von der Autobahn ab und ohne Umwege gleich zum Herkules, dem Wahrzeichen unserer Heimatstadt, &amp;uuml;ber der Stadt und dem Schloss im Bergpark thronend und allem an und in Kassel eine w&amp;uuml;rdige Kulisse bietend. Dort wollten wir unser letztes Reisefoto schie&amp;szlig;en, von dort aus wollten wir Kassel begr&amp;uuml;&amp;szlig;en und uns von Kassel willkommen hei&amp;szlig;en lassen. Wir standen dort, Peers Mutter wuselte mit der Kamera um uns herum und rief uns Anweisungen zu, wie wir stehen sollten. Dass sie uns &amp;uuml;berhaupt sehen konnte, grenzte an ein Wunder. Der Nebel h&amp;uuml;llte den Herkules und das traditionell dazu geh&amp;ouml;rende Bauger&amp;uuml;st ein, die Stadt war gar nicht zu sehen. Endlich normales Wetter, wir waren wieder zu Hause. Wurde aber auch Zeit.&lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/wir Herkules.jpg&quot; alt=&quot;wir Herkules.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;349&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Die Jungs sind wieder daheim.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;strong&gt;Ein letztes Abenteuer&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt; &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt; Danach brachten mich die Bergholters zum Bahnhof. F&amp;uuml;r mich war die Reise noch nicht zu Ende, ich wollte Weihnachten bei meiner Schwester in Frankfurt feiern, im Kreis meiner Familie. Voller Vorfreude auf meine Schwester, meine Eltern und besonders meine zwei Neffen, von denen ich einen noch nie gesehen hatte, da er w&amp;auml;hrend der Reise zur Welt kam, ging ich also in das DB Reisezentrum und trachtete danach, mir eine Fahrkarte zu erstehen. Voller Vorfreude auch, dass ich nun keine fremden Zungen mehr sprechen musste, dass mir eine freundliche und kompetente Angestellte die letzten Meter meiner Weltreise z&amp;uuml;gig und einfach gestalten w&amp;uuml;rde. Ich trat ein, von drei ge&amp;ouml;ffneten Schaltern war nur einer von einem Kunden belegt. Das fing gut an. Mit beschwingtem Schritt n&amp;auml;herte ich mich dem von mir ausgesuchten Schalter, die dort sitzende Dame blickte mich an, nein, sie musterte mich eher von Fu&amp;szlig; bis Kopf. Genau in der Reihenfolge, nicht umgekehrt. Als ich mich l&amp;auml;chelnd vor sie stellte und gerade einatmete, um dazu anzusetzen eine Fahrkarte k&amp;auml;uflich zu erstehen, bellte sie mich auf Nordhessisch an, dass ich allein vor ihrem Ton zusammen zuckte. &amp;bdquo;Wennse hier ne Faahrkarchte kaufn wolln, m&amp;uuml;ssn se sich erste Mal ne Nummer ziehn&quot;. Ah ja. Mir entwich ein &amp;bdquo;Willkommen in Deutschland&quot;, was den Mann am Nachbarschalter in Gel&amp;auml;chter ausbrechen lie&amp;szlig;, meiner Schalterw&amp;auml;chterin aber kein Zucken ins Gesicht zu verschaffen vermochte. Ich blickte mich um und fand keine Kundenmassen, die hier numerisch zur Ordnung gerufen werden mussten. Die Dame sah mich nur Falkengleich an, fand vor sich offensichtlich zumindest einen Kunden, der gleichwie zur Ordnung gerufen werden musste, und ich ergab mich ihrer Autorit&amp;auml;t und wich zur&amp;uuml;ck. Nach nur kurzer Suche fand ich den Wartenummer-zieh-Automaten, den ich bis dato so nur aus B&amp;uuml;rger- und anderen &amp;Auml;mtern kannte. Welche Absicht dahinter steckte, direkt daneben einen Fahrkarten-Automaten zu stellen, erschloss sich mir nicht sofort, allerdings brachte mich das auf eine Idee. Nach einer weiteren Minute verlie&amp;szlig; ich diesen gastlichen Ort mit einer Fahrkarte. Die Wartenummer hatte ich allerdings trotzdem gezogen, und es bereitete mir eine diebische Freude mir die Folgen meiner Handlung auszumalen. Das Reisezentrum in Kassel-Wilhelmsh&amp;ouml;he w&amp;uuml;rde in Angst und Schrecken versetzt werden, wenn sie entdeckten, dass dort eine Wartenummer gezogen worden war, die niemals benutzt werden w&amp;uuml;rde. Ich war zu lange weg gewesen, so was macht aufm&amp;uuml;pfig. Drau&amp;szlig;en empfing mich ein laut lachender Peer. &amp;bdquo;Dein ICE nach Frankfurt hat 130 Minuten Versp&amp;auml;tung! Herzlich Willkommen daheim&quot;. Das hatten wir doch schon. Wie war das mit der Transsibirischen Eisenbahn, die nach 5500 Kilometern und f&amp;uuml;nfeinhalbt&amp;auml;giger Fahrt p&amp;uuml;nktlich auf die Minute in Ulan Bator einlief? Lassen wir das. Ich verabschiedete mich von Bergholters und dr&amp;uuml;ckte Peer fest. Wir waren auch auf der Reise hin und wieder getrennt gewesen, aber nun sa&amp;szlig; beim Abschied ein Klo&amp;szlig; im Hals. &quot;Wir sehen uns Silvester&quot; auszusprechen tat gut, dann stieg ich in den Zug nach Basel, der immerhin so viel Versp&amp;auml;tung hatte, dass ich ihn deswegen noch erwischte. Es geht doch! &lt;br /&gt;Und als ich dann in diesem &amp;uuml;berf&amp;uuml;llten Ding sa&amp;szlig;, wurde ich wehm&amp;uuml;tig. Die G&amp;auml;nge waren von Gep&amp;auml;ck verstellt, weil das Design keine Gep&amp;auml;ckf&amp;auml;cher zulie&amp;szlig;, die gro&amp;szlig; genug sind, Gep&amp;auml;ck aufzunehmen. Dort wo kein Gep&amp;auml;ck stand, standen, sa&amp;szlig;en oder lagen die Menschen. Kein Problem, das kannte ich noch aus thail&amp;auml;ndischen Z&amp;uuml;gen. Und in denen gab es ebenso wenig eine Heizung wie hier. Aber das machte nichts, denn ich hatte ja noch eine Jacke dabei. Doch irgendwann ist alles egal, die Massen, die sich im Bistro quetschen, sind freundlich, man teilt das Schicksal und unterh&amp;auml;lt sich nett dabei. Dann l&amp;auml;uft der Zug in Frankfurt ein, Schwester und Neffe holen mich ab und es ist soweit. Ich bin bei meiner Familie. Ganz pl&amp;ouml;tzlich. Ich bin zu Hause. Nach 15 Monaten. Alle sind da, alle sind gesund. Alles andere ist unwichtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Jochen Müller</dc:creator>
      
    <category>In Bewegung</category>
      
    <category>Deutschland</category>
      
    <category>Frankreich</category>
         <pubDate>Sat, 05 Jan 2013 09:00:42 +0100</pubDate>
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   <title>Mit großen Schritten in Richtung Heimat</title>
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        Von Fort de France in Martinique aus bringen w&amp;ouml;chentlich Containerfrachter 10.000 Tonnen Bananen und andere S&amp;uuml;dfr&amp;uuml;chte nach Frankreich. Mit an Bord der &amp;bdquo;Fort St Marie&quot; waren zwei Weltreisende, die nach fast f&amp;uuml;nfzehn Monaten ihre letzte Etappe antraten.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Fort de France.jpg&quot; alt=&quot;CMA Fort de France.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Fort de France, die Hauptstadt der franz&amp;ouml;sischen Karibikinsel Martinique.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Offizier begr&amp;uuml;&amp;szlig;te uns, w&amp;auml;hrend die Crew unser Gep&amp;auml;ck an Bord hievte. Der erste Unterschied zwischen
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA wir klein.jpg&quot; alt=&quot;CMA wir klein.jpg&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;234&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Zusammen mit Julien aus Frankreich treten wir unsere &lt;br /&gt;letzte Schiffsreise an.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
deutschen und franz&amp;ouml;sischen Schiffen: wir brauchten unsere Rucks&amp;auml;cke nicht &amp;uuml;ber die Gangway zu tragen. Der zweite Unterschied war, dass wir unsere P&amp;auml;sse sofort wiederbekamen, nachdem unsere Personalien aufgenommen waren. Der dritte war, dass wir diverse andere Papiere abgeben mussten, wie Krankenversicherungsbescheinigung oder unser Ticket, wenn wir nicht gleich wieder von Bord gehen wollten. Diese und andere Dinge unterschieden die Atlantik&amp;uuml;berfahrt auf einem franz&amp;ouml;sischen Containerfrachter von der Pazifik&amp;uuml;berfahrt oder der Fahrt von Australien nach Neuseeland, die wir auf deutschen Schiffen erlebt hatten. Ansonsten glich diese Reise den vorherigen in den meisten Punkten. Wir hatten viel Zeit, Zeit um die letzten Monate zu reflektieren, Zeit um unsere Fotosammlung zu sortieren, Zeit um Karten zu spielen, zu schreiben, zu lesen oder Filme zu schauen. Nach drei Fahrten mit Frachtschiffen ist dies der gemeinsame Nenner. Zeit.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Ft St Marie.JPG&quot; alt=&quot;CMA Ft St Marie.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Die &quot;CMA CGM Fort St Marie&quot; im Hafen von Martinique. Etwas kleiner und &amp;auml;lter als unsere letzten beiden Schiffe, aber trotzdem ein stolzes Schiff mit einer stolzen Crew.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Zwei Wochen haben oder nicht haben &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir standen an Deck und sahen zu, wie die &amp;bdquo;Fort St Marie&quot; den Hafen von Fort de France in Martinique verlie&amp;szlig;, beobachteten still, wie die Sonne ein letztes Mal hinter mit Palmen ges&amp;auml;umten Str&amp;auml;nden unterging. Ein Flugzeug h&amp;auml;tte uns die M&amp;ouml;glichkeit gegeben, zwei Wochen l&amp;auml;nger diese Str&amp;auml;nde zu genie&amp;szlig;en, statt sie in Stahl eingepfercht auf See zu verbringen. Trotzdem waren wir froh dieses Schiff zu nehmen. Wieso?  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Sonnenuntergang.JPG&quot; alt=&quot;CMA Sonnenuntergang.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Ciao Karibik. In Kassel gibt es auch sch&amp;ouml;ne Sonnenunterg&amp;auml;nge.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer so lange unterwegs war wie wir, f&amp;uuml;r den machen zwei Wochen mehr oder weniger kaum einen Unterschied. Am Ende fehlt immer eine Woche. Mindestens. Doch nach ein oder zwei Wochen mehr in der Karibik ein Flugzeug zu besteigen und dann,
&lt;div class=&quot;imgContainerRight&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: right;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Ausblick Wein.JPG&quot; alt=&quot;CMA Ausblick Wein.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein Glas Wein an Deck, der Blick schweift ungehindert &amp;uuml;ber die &lt;br /&gt;See. Eine gute Gelegenheit in Ruhe die letzten 15 Monate Revue &lt;br /&gt;passieren zu lassen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
wenige Stunden sp&amp;auml;ter, in einem deutschen Flughafen anzukommen, war f&amp;uuml;r uns nicht vorstellbar. Zehn Stunden, um sich nach sommerlichen Temperaturen an Minusgrade zu gew&amp;ouml;hnen? Zehn Stunden, um sich nach viel Sand und Wasser an Eis und Schnee zu gew&amp;ouml;hnen? Zehn Stunden zwischen dem Leben eines Rucksackreisenden und dem Empfang von Freunden und Familie in einem &amp;uuml;berf&amp;uuml;llten, hektischen Flughafenterminal? Sicher, wir h&amp;auml;tten zwei Wochen gehabt, die wir am Strand h&amp;auml;tten liegen k&amp;ouml;nnen, um uns gedanklich darauf vorzubereiten. Doch sind wir ehrlich. Wie gut kann das funktionieren? Wer kann an einem karibischen Strand liegen und sich gedanklich auf ein deutsches Weihnachtsfest im Kreis der Familie vorbereiten? Eine Familie, die man f&amp;uuml;nfzehn Monate nicht gesehen hat. In meinem Fall besteht diese Familie nun aus einem Mitglied mehr, welches ich noch nie gesehen habe: mein zweiter Neffe. Daran zu denken, innerhalb von nur wenigen Stunden, mit einem ganz anderen Leben konfrontiert zu werden, erschien, bei aller Vorfreude auf die Lieben daheim, eher beklemmend. Die Fahrt auf einem Frachtschiff hingegen bot uns M&amp;ouml;glichkeiten. Keine Ablenkung. Einkehr. R&amp;uuml;ckzug. Eine Verschnaufpause, einen Moment der Ruhe, um Luft zu holen, durchzuatmen und sich zu besinnen, bevor daheim das &amp;bdquo;normale Leben&quot; wieder beginnt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Blick zurueck.JPG&quot; alt=&quot;CMA Blick zurueck.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Blick nach Westen. Dort irgendwo liegen Martinique, Grenada, Trinidad, Venezuela, Kolumbien, Neuseeland, Australien, Ost-Timor, Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, China, die Mongolei, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Aber auch Deutschland.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles &amp;auml;ndert sich Zwei Wochen, in denen es kaum etwas zu tun gab. Zwei Wochen gleichf&amp;ouml;rmiger Bewegung, in denen wir, rundum versorgt, uns ganz mit uns besch&amp;auml;ftigen konnten. Und es funktionierte. Am Morgen unserer Abfahrt gingen wir noch ein letztes Mal in der karibischen See baden und danach in G&amp;auml;nsef&amp;uuml;&amp;szlig;chen-Schritten aus dem Wasser, um auch ja jede Sekunde zu genie&amp;szlig;en. Kaum an Bord, standen wir nahezu ununterbrochen an Deck, um auch ja jede Sekunde Sonnenschein zu genie&amp;szlig;en und sprachen dar&amp;uuml;ber, wie viel es allein in der Karibik noch zu sehen g&amp;auml;be. Wir z&amp;ouml;gerten den Abschied so gut es ging hinaus, doch kaum waren wir auf See, &amp;auml;nderte sich etwas &amp;uuml;ber die n&amp;auml;chsten Tage. Die &amp;auml;u&amp;szlig;eren Einfl&amp;uuml;sse nahmen ab, der &amp;bdquo;Input&quot; sank gegen Null. Es gab nur uns und das Meer. Damit war Platz geschaffen, damit das an die Oberfl&amp;auml;che kommen konnte, was so lange von Eindr&amp;uuml;cken bedeckt worden war. Die Sehnsucht nach der Familie, die Vorfreude auf die Heimat und die Freunde. Es dauerte ein paar Tage, doch nun, ich schreibe diesen Text, w&amp;auml;hrend wir den ersten Hafen Frankreichs anlaufen, hat sich das, was wir auf Martinique dachten und f&amp;uuml;hlten, ins Gegenteil verkehrt. Die Gespr&amp;auml;che bei Tisch drehen sich nicht mehr um Erlebnisse der letzten Etappen, sondern um das, was wir zu hause tun wollen. Was gibt es bei unseren Familien an den Festtagen traditionell zu Essen? Wird die Schwester mit ihren Kindern zu den Eltern kommen oder werden wir sie besuchen? Wie wird es sein wieder daheim zu sein? Wie wird es sein zum ersten Mal seit &amp;uuml;ber einem Jahr andere Klamotten anzuziehen? Wir redeten &amp;uuml;ber deutsches Brot und deutsches Bier, &amp;uuml;ber Kasseler &amp;bdquo;Ahle Worscht&quot; und Gl&amp;uuml;hwein. Und merkten dabei, wie das Heimweh mit jeder Seemeile mehr &amp;uuml;ber das Fernweh triumphierte.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Fuehrung.JPG&quot; alt=&quot;CMA Fuehrung.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Der erste Offizier erkl&amp;auml;rt Peer bei der Schiffsf&amp;uuml;hrung Details der Frachtschifffahrt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst die Highlights der Passage, wie das Grillfest samt Spanferkel oder die F&amp;uuml;hrung durch das Schiff, konnten uns nicht davon ablenken. Unser Blick blieb nach Westen gerichtet. Die Abende, die wir mit dem dritten Passagier, Julien, einem Franzosen, der nach zweieinhalb Jahren auf Guadeloupe seine Heimreise antrat, bis in die fr&amp;uuml;hen Morgenstunden Canasta spielten, nahmen ab. Die Tage, an denen wir uns in eine stille Ecke verzogen, lasen, Tagebuch schrieben oder einfach an Deck unseren Gedanken nachhingen, nahmen zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA BBQ1.jpg&quot; alt=&quot;CMA BBQ1.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Grillfest an Bord mit Spanferkel. Mjam. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA BBQ2.JPG&quot; alt=&quot;CMA BBQ2.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Wer kein Spanferkel mochte, konnte sich W&amp;uuml;rstchen oder Schaschlikspie&amp;szlig;e grillen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sonst noch auf dieser Schiffsfahrt passierte? Nicht viel. Keiner ist seekrank geworden, obwohl sich der Atlantik teilweise von seiner groben Seite zeigte und der Seegang alles aus den Regalen und von den Tischen fegte, was nicht festgebunden war. Das Essen war so, wie man es f&amp;uuml;r ein Schiff unter franz&amp;ouml;sischer Flagge erwartet. Mehrg&amp;auml;ngig und ausgezeichnet. Es gab guten Wein und frisches Baguette, die Stewards servierten im Livree und die Offiziere, die Crew und die Passagiere blieben weitgehend voneinander getrennt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA Seegang.jpg&quot; alt=&quot;CMA Seegang.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller Die Fort St Marie rollte bis zu 20&amp;deg;. Hier sind kaum 10&amp;deg; dargestellt. Heidewitzka, Herr Kapit&amp;auml;n!  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/CMA tour du monde2.jpg&quot; alt=&quot;CMA tour du monde2.jpg&quot; width=&quot;180&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Poster im Schiffsinneren mit &quot;Weltreise&quot; &lt;br /&gt;als Titel, passt doch!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Nun sind wir zehn Tage auf See, in drei Tagen werden wir in Le Havre ankommen und einen Tag sp&amp;auml;ter werden wir wieder zu hause sein. In Martinique, oder vorher noch mehr, kam uns das unwirklich vor. Es schien, als habe die Reise doch gerade erst begonnen. Nun sitzen wir hier, tragen lange Hosen, Pullover und Socken in festen Schuhen und k&amp;ouml;nnen es kaum erwarten unsere Familien zu sehen. Martinique? Die Karibik? S&amp;uuml;damerika oder der Pazifik? Wundervolle Orte, die nun keine inhaltsleeren Namen mehr sind, sondern angef&amp;uuml;llt mit Erlebnissen und Erinnerungen. Sie sind da, sie sind noch sehr pr&amp;auml;sent, und einige Orte wollen sicher wiedergesehen werden. Aber alles zu seiner Zeit. Nun kommt erst einmal der Weihnachtsbaum, die Familie und die Festtagsgans. Und ich bin sehr froh, dass ich diese Schiffsfahrt hatte, um merken zu k&amp;ouml;nnen, wie sehr ich mich darauf freue. &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jochen M&amp;uuml;ller
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      <dc:creator>Jochen Müller</dc:creator>
      
    <category>In Bewegung</category>
         <pubDate>Wed, 02 Jan 2013 09:00:11 +0100</pubDate>
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   <title>Weniger ist manchmal mehr. Das Karibik-Fazit</title>
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        Wir brechen mit der Tradition, nach dem Besuch eines Landes ein entsprechendes Fazit zu ziehen. In der Karibik haben wir mehrere Orte und Inseln besucht, die sich sicherlich nicht alle &amp;uuml;ber einen Kamm scheren lassen, aber doch gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen: den karibischen Lifestyle und viele Traumstr&amp;auml;nde.Wir wollen versuchen, ein Karibik-Gesamtfazit zu ziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Als wir in Trinidad gelandet sind, haben uns die altbekannten Probleme eingeholt. Wir mussten uns um eine Passage k&amp;uuml;mmern, taten dies und mussten einmal mehr den Preis daf&amp;uuml;r zahlen: Wir sahen kaum etwas von dem Land, umso mehr aber von den Leuten. Dies gilt in gleicher Weise f&amp;uuml;r die anderen Orte in der Karibik. Schade sicherlich, doch ist weniger auch manchmal mehr. Je weniger wir von den Landen sahen, desto mehr erlebten wir die Menschen und bekamen ein Gef&amp;uuml;hl f&amp;uuml;r ihren Lebensstil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hier unsere Highlights der Karibik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Str&amp;auml;nde&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die karibischen Str&amp;auml;nde sind sprichw&amp;ouml;rtlich und nahezu weltweit ein Synonym f&amp;uuml;r ein  paradiesisches Idyll. Was man aus der Werbung oder von Fototapeten kennt, sieht in der Realit&amp;auml;t tats&amp;auml;chlich auch so aus: wei&amp;szlig;er Sand, kristallklares Wasser, Palmen und einsame Buchten &amp;uuml;ber denen man die kitschigsten Sonnenunterg&amp;auml;nge sehen kann. Wir fanden all dies. Einen Vorgeschmack gab uns die Zeit an der kolumbianischen und venezolanischen Karibikk&amp;uuml;ste - ob im Tayron-Nationalpark oder am Playa Blanca, wir erfuhren eine perfekte Einstimmung auf die Traumstr&amp;auml;nde und einen ebensolchen Abschluss w&amp;auml;hrend der letzten Tage auf Martinique. Wir sind bisher weit gekommen und haben viel gesehen, auf unserer letzten Etappe wollten wir nur noch eines: Ausspannen, abschalten und all die Eindr&amp;uuml;cke sacken lassen, bevor wir ins winterliche Europa zur&amp;uuml;ckkehren werden. Wir fanden an den Karibikstr&amp;auml;nden die perfekte Kulisse daf&amp;uuml;r.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/SF-Playa Planca3.JPG&quot; alt=&quot;SF-Playa Planca3.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Wie man es sich vorstellt: Wilkommen in der Karibik!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/SF-Sonnenuntergang1.JPG&quot; alt=&quot;SF-Sonnenuntergang1.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Und am Abend dann dieser Anblick. Ohne Worte.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Segeln in der Karibik&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir h&amp;auml;tten es einfacher haben k&amp;ouml;nnen, doch wer will das schon? Wir h&amp;auml;tten gem&amp;uuml;tlich unseren Weg &amp;uuml;ber die karibischen Inseln mithilfe von Frachtkuttern finden k&amp;ouml;nnen. Es war alles geplant, doch es sollte anders kommen. Als wir das Angebot bekamen, einen Segelt&amp;ouml;rn durch die Karibik zu machen, gab es keine Diskussion. Das fehlte uns noch, das wollten wir und das machten wir dann schlie&amp;szlig;lich auch. Auch wenn das Wetter nicht so recht mitspielen wollte und das Segeln zur Nebens&amp;auml;chlichkeit verkam, so war die Zeit auf den Booten doch ein einmaliges Erlebnis, das wir nicht missen wollen. Einerseits Entspannung der etwas anderen Art, solange wir in H&amp;auml;fen oder Buchten vor Anker lagen, andererseits aber auch ein Abenteuer, sobald wir uns auf hohe See begaben. Und wir sind uns einig, auch wenn der eine mehr von dem Segelt&amp;ouml;rn hatte, als der andere: Dieser Trip war definitiv ein H&amp;ouml;hepunkt. Nicht nur der Karibik sondern der gesamten Reise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; alt=&quot;Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Segeln in der Karibik - ein Traum wurde wahr.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Menschen und Lifestyle&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es mag langweilig, gar abgedroschen klingen, dass die Menschen in vielen unserer Zwischenfazits Erw&amp;auml;hnung finden. Doch es ist so: wie an vielen anderen Orten zuvor, waren auch die Menschen, die wir in den Karibikstaaten trafen, sowie ihre Lebensart ein Highlight f&amp;uuml;r sich. Das Leben nicht so schwer nehmen, es mit der n&amp;ouml;tigen Gelassenheit und Geduld angehen, sich nicht &amp;uuml;ber Geb&amp;uuml;hr stressen oder stressen lassen und die Alltagssorgen einfach mal wegl&amp;auml;cheln. So erlebten wir den karibischen Lifestyle. F&amp;uuml;r zwei gestresste Langzeitreisende genau die richtige Therapie. &amp;bdquo;Keine Sorge, das wird schon&quot;, bekamen wir oft zu h&amp;ouml;ren, als wir uns etwa auf der verzweifelten Suche nach einer &amp;Uuml;berfahrt befanden. Und tats&amp;auml;chlich: Es klappte alles. Wenn nicht heute, dann eben morgen. Oder &amp;uuml;bermorgen. Das Leben folgt hier seinem eigenen Rhythmus. Die Arbeit wird erledigt, doch wichtiger als das Tagwerk scheint das Limen zu sein. Jene Form des &amp;bdquo;Abh&amp;auml;ngens&quot; - ein Bierchen trinken und sich unterhalten um des Unterhaltens willen - egal ob mit Freunden oder Fremden. F&amp;uuml;nfe gerade und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, denn man wei&amp;szlig; genau, die Welt dreht sich weiter. Wir k&amp;ouml;nnen keine validen Statistiken anf&amp;uuml;hren, doch sind wir der festen &amp;Uuml;berzeugung, dass hier kaum jemand an einem Burn-Out-Syndrom leidet oder gar an einem stressbedingten Herzinfarkt stirbt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/8719-liming.jpg&quot; alt=&quot;8719-liming.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Karibische (Gespr&amp;auml;chs)Kultur: Limen. Ob auf der heimischen Veranda, an Deck der Segelboote oder wie hier an der STra&amp;szlig;enecke - Limen geh&amp;ouml;rt hier einfach dazu.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Diese Lebensweise findet in der Reggae-Musik ihren Ausdruck. Wir waren niemals gro&amp;szlig;e Reggae-Fans, auch wenn ich nach gewissenhafter Suche bestimmt auch eine CD von Bob Marley in meiner Sammlung finden werde. Diese Musik will einfach nicht nach Deutschland passen, doch in der Karibik kommt man nicht daran vorbei. Hier will einfach nichts anderes passen. Reggae ist hier mehr als der Ausdruck eines Lebensgef&amp;uuml;hls, Reggae ist Philosophie, Reggae ist Religion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Ist weniger wirklich mehr?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Wir k&amp;ouml;nnen es nicht sagen. Wir sahen wenig von den einzelnen Karibikstaaten, hatten daf&amp;uuml;r die Gelegenheit, mehr Zeit unter den Menschen dort zu verbringen. Wir erfuhren und lernten so manches &amp;uuml;ber Kultur und Lebensgef&amp;uuml;hl, was uns in diesem Moment wichtiger war, als den x-ten Fischerort oder Strand zu sehen. Nichts desto trotz waren wir uns beide einig: Wir lieben die Karibik, wenn man das &amp;uuml;berhaupt so sagen kann. Denn wie eingangs erw&amp;auml;hnt, lassen sich nicht alle Karibikstaaten in einen Topf werfen und wir haben zudem viel ausgelassen, so dass sich ein Fazit eigentlich verbietet. Aber wir haben immerhin genug gesehen und erlebt, dass wir uns sicher sind: Wir werden wiederkommen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Grenada Bucht.JPG&quot; alt=&quot;Grenada Bucht.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Leider haben wir viel zu wenig gesehen. Der Blick aus der Bucht auf St. George/Grenada l&amp;auml;sst erahnen, dass es in der Karibik noch weit mehr sch&amp;ouml;ne Orte gibt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Zahlenspiele&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zur&amp;uuml;ckgelegte Wegstrecke ab Berlin: 70576 km&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Transportmittel: Bus, Zug, Auto, Moped, Campervan, gro&amp;szlig;e und kleine Boote, Containerschiff, Segelboot und (es will mir immer noch nicht &amp;uuml;ber die Lippen kommen) Flugzeug.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Highlights: Menschen und Lifestyle, Segelt&amp;ouml;rn, Str&amp;auml;nde und Meer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ausgaben seit Berlin: 35.800 &amp;euro; bei einem Soll von ... weit weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Kulturelle Aktivit&amp;auml;ten: wie so oft: rein gar nichts in dieser Kategorie. Obwohl wir nat&amp;uuml;rlich inzwischen wahre Meister des Limens sind, was sich ja definitiv unter der Rubrik Gespr&amp;auml;chskultur einordnen l&amp;auml;sst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Probleme: mal wieder Transportprobleme, Seekrankheit  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Verluste: Ein Handy (nicht so schlimm) mit SIM-Karte und allen Nummern (sehr &amp;auml;rgerlich). Ansonsten m&amp;ouml;chte ich in dieser Kategorie diesmal einen Gewinn vermelden: Wir f&amp;uuml;hrten unseren ersten nautischen Titel (Erster Maat) und wenn nicht jetzt bereits, so k&amp;ouml;nnen wir uns wohl sp&amp;auml;testens nach der nun anstehenden Atlantik&amp;uuml;berfahrt als echte Seeb&amp;auml;ren bezeichnen. Auch wenn zumindest einer noch etwas an seiner Seetauglichkeit arbeiten muss...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;von Peer Bergholter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Peer Bergholter</dc:creator>
      
    <category>Reflektionen und Fazits</category>
      
    <category>Karibik</category>
         <pubDate>Mon, 31 Dec 2012 09:45:26 +0100</pubDate>
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   <title>&quot;Jah bless&quot; - Wachsen an der Herausforderung</title>
   <description>
        Von der Nordspitze Trinidads nach Union Island, etwa auf halber Strecke zwischen Grenada und unserem Ziel Martinique, sollte uns unser Segelt&amp;ouml;rn durch die Karibik f&amp;uuml;hren. Gut 24 Stunden waren f&amp;uuml;r die rund 150 Seemeilen veranschlagt. Die Boote waren startklar und wir waren es auch. Zumindest dachten wir das.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es war bereits gegen Mittag, als ich mich in der kleinen Scotland Bay von Jochen verabschiedete, der im Beiboot mit seinem Skipper Torsten zur &amp;bdquo;Tika Roa&quot; &amp;uuml;bersetzte. Auf diesem sch&amp;auml;bigen, &amp;uuml;berladenen Katamaran, selbst von seinem Eigner als &amp;bdquo;Flo&amp;szlig;&quot; oder &amp;bdquo;Lastensegler&quot; bezeichnet, sollte Jochen das Segeln erlernen. Oder w&amp;uuml;rde ihn dieser Kahn doch eher das F&amp;uuml;rchten lehren? Ich jedenfalls war froh, auf der &amp;bdquo;Ruby&quot; angeheuert zu haben: ein schmuckes, zw&amp;ouml;lf Meter langes Monohull, das mir einen doch weitaus vertrauenserweckenderen Eindruck machte, als der Katamaran. Allerdings war das Vertrauen in das Material auch n&amp;ouml;tig, denn das in meinen Kapit&amp;auml;n sank zusehends.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/8721-Ruby.JPG&quot; alt=&quot;8721-Ruby.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Die &quot;Ruby&quot;. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Oh Captain, mein Captain&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Larston, ein 44-j&amp;auml;hriger Rastafari aus St. Vincent, hatte ein sonniges Gem&amp;uuml;t und legte sein strahlendes Lachen &amp;uuml;ber den gesamten Tag nur zu einem Zwecke ab: um stimmgewaltig die Kl&amp;auml;nge der Reggae-Musik aus den Lautsprechern an Bord nachzuvertonen. Ein mehr als sympathischer Mensch mit einer nat&amp;uuml;rlichen Offenheit und einer einfach unwidersehlich einehmenden Art. Ich hatte ihn sofort ins Herz geschlossen. Doch wir wollten gemeinsam in See stechen, &amp;bdquo;den Naturgewalten trotzen und uns, wie unser Schicksal, in Gottes H&amp;auml;nde legen&quot;, wie Torsten es etwas dramatisch formulierte. Wie Recht er mit dieser Aussage aber hatte, wissen Generationen von Seefahrern. Und auch ich sollte es bald erfahren.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/8815-larston.JPG&quot; alt=&quot;8815-larston.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;410&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Captain auf der Br&amp;uuml;cke: Larston.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Herr Navigator&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es machte mich doch etwas stutzig, dass Torsten mir, bevor wir die Anker lichteten, ganz beil&amp;auml;ufig erkl&amp;auml;rte, er wolle mir noch &amp;bdquo;mal eben einen Crashkurs in Navigation geben&quot;. Das ist ja unsch&amp;auml;dlich, dachte ich mir und lud mir ein Programm mit Seekarten auf meinen Computer. Wie man einen Kompass liest, wusste ich bereits. Wie man das GPS-gest&amp;uuml;tzte Navigationssystem benutzt und anhand der angezeigten Koordinaten auf einer Seekarte Position und Kurs bestimmt, wurde mir binnen f&amp;uuml;nf Minuten erkl&amp;auml;rt. Wie man klassisch mit Hilfe der Sterne und eines Sextanten navigiert, lernte ich in dieser Lektion leider nicht. Doch in den vergangenen N&amp;auml;chten waren ohnehin keine Sterne zu sehen, also beschr&amp;auml;nkte sich die Einf&amp;uuml;hrung auf die moderne Technik.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Ruby inside.JPG&quot; alt=&quot;Ruby inside.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Unter Deck: Nun hei&amp;szlig;t es Abschied nehmen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Ich h&amp;ouml;rte aufmerksam zu, doch Torstens lakonische Art, lie&amp;szlig; mich der ganzen Materie keine gro&amp;szlig;e Bedeutung beimessen. Was sonst noch? Bug vorne, Heck hinten, Steuerbord rechts und Backbord links. Noch Fragen? Nein. Obwohl doch: Wie wahrscheinlich war es, dass ich meine neu erlernten Navigationsf&amp;auml;higkeiten w&amp;uuml;rde unter Beweis stellen m&amp;uuml;ssen? Man k&amp;ouml;nne nie wissen, entgegnete Torsten und offenbarte mir, dass Larston weder Lesen noch Schreiben konnte und dass auch die Zahlen nicht seine allerbesten Freunde seien. Oha. Gut zu wissen. In einer stillen Minute nahm ich mir dann das Programm mit den Seekarten noch einmal vor und besch&amp;auml;ftigte mich etwas eingehender damit. Man kann ja nie wissen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Gottvertrauen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Vertrauen in meinen Skipper war zwar nicht ersch&amp;uuml;ttert, doch begann ich etwas an seinen F&amp;auml;higkeiten zu zweifeln. Best&amp;auml;rkt wurden diese Zweifel durch die Erkenntnis, dass Larston auf dieser Fahrt sein erstes Kommando als Kapit&amp;auml;n f&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde. Er segelte zwar bereits seit seiner Jugend, doch offenbar stets unter fachkundiger Anleitung. Sein regelm&amp;auml;&amp;szlig;iger Ausruf &amp;bdquo;Jah bless&quot;, was soviel bedeutete, wie &amp;bdquo;Gott segne uns&quot;, war als vertrauensbildende Ma&amp;szlig;nahme auch nicht geeignet. Nun ja, es half alles nichts. Da musste ich jetzt durch, denn f&amp;uuml;r einen R&amp;uuml;ckzieher war es zu sp&amp;auml;t. Doch wie hei&amp;szlig;t es so sch&amp;ouml;n: Man w&amp;auml;chst an der Herausforderung. Und eine solche schien mir bevorzustehen. Ich t&amp;auml;tschelte liebevolle den leblosen Kunststoff der &amp;bdquo;Ruby&quot; und fl&amp;uuml;sterte ihr zu, sie solle uns ja nicht im Stich lassen. Danach richtete ich meinen Blick gen Himmel und schickte ein Sto&amp;szlig;gebet in die sich immer dichter zusammenziehenden Wolken. Jah bless...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/ausfahrt.JPG&quot; alt=&quot;ausfahrt.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Wir lassen die K&amp;uuml;ste Trinidads hinter uns und begeben uns auf hohe See.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wir lieben St&amp;uuml;rme...&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich blendete s&amp;auml;mtliche Bedenken und Zweifel aus und wir setzten das Vorsegel. Kaum waren wir aus der sch&amp;uuml;tzenden Bucht heraus, begann eine steife Brise die Segel zu w&amp;ouml;lben und die See wurde merklich rauer. Vom Kanu bis zum Containerschiff, ich bin inzwischen mit jeder erdenklichen Art von Wasserfahrzeug gefahren, doch ein Segelboot war noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen, hier wurde die Seetauglichkeit unter Beweis gestellt, hier entschied sich, ob man das Zeug zum Seemann hatte oder doch nur ein Leichtmatrose bleiben w&amp;uuml;rde. W&amp;auml;hrend ich diesen Gedanken nachhing, stieg Bug der &amp;bdquo;Ruby&quot; beinahe senkrecht aus den Wellen in die H&amp;ouml;he, um im n&amp;auml;chsten Moment mit einem lauten Krachen wieder in das Wasser zu st&amp;uuml;rzen. Die Gischt schlug mir ins Gesicht, die Balance ging verloren und eine Hand suchte stets nach einem sicheren Halt. Sorgenvoll h&amp;ouml;rte ich in mich hinein und suchte angestrengt nach ersten Anzeichen von Seekrankheit. Fehlanzeige.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/mast_wetter.JPG&quot; alt=&quot;mast_wetter.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Da braut sich was zusammen...&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
Langsam gew&amp;ouml;hnte ich mich an das Schaukeln, lediglich als ich unter Deck stieg, um in der Komb&amp;uuml;se das Essen zu bereiten, hatte ich das Gef&amp;uuml;hl, etwas Gesichtsfarbe zu verlieren. Doch sobald ich wieder an Deck war, die Nase in den Wind hielt und den Sturz in das n&amp;auml;chste Wellental antizipieren konnte, ging es mir wieder gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Jenseits von Raum und Zeit &lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Grau des Tages wich allm&amp;auml;hlich dem Zwielicht der Abendd&amp;auml;mmerung und ich bemerkte, wie ich jegliches Gef&amp;uuml;hl f&amp;uuml;r Raum und Zeit verlor. Die K&amp;uuml;stenlinie Trinidads war l&amp;auml;ngst au&amp;szlig;er Sicht und wohin man den Blick auch wandte, man sah nur Wasser und Horizont. Wir m&amp;uuml;ssen schon einige Stunden unterwegs gewesen sein, doch kam es mir nicht so vor. Schon fr&amp;uuml;h &amp;uuml;bernahm ich das Ruder, versuchte den Kurs zu halten und die &amp;bdquo;Tika Roa&quot; nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei erlebte ich das erste Hochgef&amp;uuml;hl, als ich sp&amp;uuml;rte, wie es mir gelang, den Wind in den Segeln einzufangen und das Schiff an Fahrt aufnahm. Doch die Winde waren uns nicht gewogen, denn wir wurden immer weiter nach Westen abgetrieben, so dass unser Vorhaben, Grenada an der Ostk&amp;uuml;ste zu passieren, immer unwahrscheinlicher wurde. Doch so ist es nun einmal beim Segeln: Nicht der Kapit&amp;auml;n, sondern der Wind bestimmt den Kurs.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/mate_ahoy.JPG&quot; alt=&quot;mate_ahoy.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;547&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Noch guter Dinge: Der 1. Maat verabschiedet sich mit einem zuversichtlichen &quot;Ahoi&quot;.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Auf Nachtwache&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Es war bereits tiefste Nacht, als ich mich zu einem kleinen Nickerchen unter Deck begab. Von Schlaf m&amp;ouml;chte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen, denn der Seegang lie&amp;szlig; einen h&amp;ouml;chstens in einen Zustand kurzzeitiger Ohnmacht verfallen, unterbrochen lediglich von dem einen oder anderen Sturz von der Bank. Kaum hatte ich das Gef&amp;uuml;hl einmal wirklich eingeschlafen zu sein, weckte mich Larston und bat mich, die n&amp;auml;chste Wache zu &amp;uuml;bernehmen, da auch er eine Pause brauchte. Also qu&amp;auml;lte ich mich wieder auf die &amp;bdquo;Br&amp;uuml;cke&quot; und &amp;uuml;bernahm erneut das Ruder. Als der Wind sich einmal kurz legte und das Schiff im Lichte des Vollmonds dahinglitt, sah ich aus dem Augenwinkel pl&amp;ouml;tzlich ein Bild, das jeder Fototapete zur Ehre gereicht h&amp;auml;tte: nur wenige Meter neben mir stand ein Delphin in der Luft, der feuchte Leib gl&amp;auml;nzte im bleichen Licht des Mondes. Ein Moment, der sich in mein Ged&amp;auml;chtnis einbrannte, auch wenn er nur den Bruchteil einer Sekunde dauerte. Dann bemerkte ich, dass unser Boot von einem ganzen Schwarm der Meeress&amp;auml;uger begleitet wurde. Doch kaum zogen sich die Wolken zur n&amp;auml;chsten Unwetterfront zusammen, verzog sich auch unsere Eskorte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich umklammerte das Steuerrad und versuchte in der Dunkelheit und der inzwischen wieder st&amp;uuml;rmischen See, sowohl den Kurs als auch die &amp;bdquo;Tika Roa&quot; im Auge zu behalten. Beides gelang mir nur m&amp;auml;&amp;szlig;ig. Als ich einmal mein Wasser abschlagen musste, entsann ich mich der Worte meines Kapit&amp;auml;ns: &amp;bdquo;Einfach laufen lassen!&quot; Das Wasser, das in steter Regelm&amp;auml;&amp;szlig;igkeit &amp;uuml;ber das Boot schwappte, wird die R&amp;uuml;ckst&amp;auml;nde schon wegsp&amp;uuml;len. Meine gute Kinderstube und mein noch nicht v&amp;ouml;llig abhanden gekommener Sinn f&amp;uuml;r Hygiene verboten es mir jedoch, einfach unter mich zu machen. Also hangelte ich mich in einem Akt reiner Akrobatik &amp;uuml;ber die Reling, die H&amp;auml;nde nach sicherem Halt suchend und das Ruder mit dem Fu&amp;szlig; haltend. Als ich wieder auf die Bank sank, hatte ich nicht nur den Kurs sondern auch die &amp;bdquo;Tika Roa&quot; verloren. Ich hielt es aber nicht f&amp;uuml;r n&amp;ouml;tig, Larston zu wecken, brachte das Schiff wieder auf Kurs und tr&amp;ouml;sete mich mit dem Gedanken daran, dass hier nicht allzu viele Boote unterwegs waren und ich den Katamaran mit Torsten und Jochen schon bald wiederfinden w&amp;uuml;rde. Und so war es auch. Aus einem Wellental aufsteigend sah ich ein schwaches Mastlicht in der Dunkelheit und hielt darauf zu. Und tats&amp;auml;chlich war es die &amp;bdquo;Tika Roa&quot;.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Es hat sich ausgesegelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Inzwischen war es unm&amp;ouml;glich, nur unter Segeln den Kurs zu halten, weshalb wir den Motor anwarfen. Eine kluge Entscheidung, war es doch f&amp;uuml;r einen Segellaien wie mich viel einfacher, sich auf das Wesentliche zu besinnen, wenn man nicht auch noch den Wind im Auge behalten musste. Das Wesentliche in diesem Falle war, im richtigen Winkel in die riesigen Wellen zu sto&amp;szlig;en, um das Boot vor dem Kentern zu bewahren. Dennoch neigte es sich mehrfach bedenklich zu Seite und die vert&amp;auml;ute Ladung auf Deck drohte sich zu l&amp;ouml;sen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mehrere sintflutartige Regeng&amp;uuml;sse durchn&amp;auml;ssten mich binnen Sekunden bis auf die Knochen. Sowohl Larston als auch ich mussten uns im Laufe der Nacht dreimal umziehen. Und so ging es bis ins Morgengrauen. Wir beschlossen, beide &amp;uuml;berm&amp;uuml;det und g&amp;auml;nzlich fertig mit den Nerven, mit Hilfe des Motors direkt nach Grenada zu fahren, denn die K&amp;uuml;stenlinie war bereits am Horizont zu erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Ankommen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/St George.JPG&quot; alt=&quot;St George.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Bis hierhin und nicht weiter: in der Bucht vor St. George, der Hauptstadt Grenadas.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;Als Motoryacht zuckelten wir also die letzten Meilen bis Grenada, die Warnrufe Torstens &amp;uuml;ber Funk, dass dies ein Segel- und kein Motorboot sei, geflissentlich ignorierend. Wir wollten nicht mehr. Wir konnten nicht mehr. Wir erreichten die Bucht von St. George am Nachmittag, w&amp;auml;hrend die &amp;bdquo;Tika Roa&quot; immernoch am Horizont gegen den Wind zu kreuzen versuchte. Ohne gro&amp;szlig;en Erfolg, wie es aussah. Kaum liefen wir in der Bucht ein, bewahrheiteten sich Torstens Warnungen und der Motor gab mit einem letzten R&amp;ouml;cheln seinen Geist auf. Wir lie&amp;szlig;en den Anker zu Wasser und in diesem Moment brach Larston in Tr&amp;auml;nen aus. &amp;Uuml;berm&amp;uuml;dung, abfallende Anspannung, die Tatsache, dass wir dem Motor ein vorzeitiges Ende bereitet hatten und ein wenig Zorn auf Torsten, der uns beide bei einem solchen Wetter auf See geschickt hatte, brachen sich in diesem Augenblick Bahn. Es gelang mir, meinen Skipper etwas zu beruhigen und wir warteten auf die Ankunft des anderen Bootes, dass wir durch das Fernglas noch immer am Horizont seine Bahnen ziehen sahen. Es war bereits wieder dunkel, als aus dem Funkger&amp;auml;t Jochens Stimme ert&amp;ouml;nte, der sich offenbar wieder gut im Griff hatte. Ich gab unsere Koordinaten durch, und mit Hilfe von Lichtsignalen fanden sie uns nach einer Weile auch an unserem Ankeplatz vor dem Hafen. Das Wiedersehen war freudig doch kurz, da unsere Kapit&amp;auml;ne bereits in die Kojen sanken, als wir noch das Abendessen bereiteten. Jochen und ich rekapitulierten dann die vergangene Nacht: Wir brauchten 30 Stunden f&amp;uuml;r knapp 90 Seemeilen, waren in Grenada anstatt auf Union Island, unseren Fischkutter w&amp;uuml;rden wir wohl verpassen, doch das war uns egal, denn uns war auf der letzten Etappe ein einmaliges Erlebnis verg&amp;ouml;nnt. Nur einer von uns konnte seine Seetauglichkeit unter Beweis stellen und jeden Gedanken daran, was alles h&amp;auml;tte schief gehen k&amp;ouml;nnen, verdr&amp;auml;ngten wir, denn wir hatten es geschafft. Jah bless.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img style=&quot;margin: 5px;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/horizont.JPG&quot; alt=&quot;horizont.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Bergholter&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Der Sonnenuntergang vor Grenada entsch&amp;auml;digte f&amp;uuml;r die Strapazen der &amp;Uuml;berfahrt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Von Peer Bergholter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
   </description>
   <link>http://www.geo.de/blog/geo/mittendurch-statt-druberweg/karibik/wachsen-an-der-herausforderung</link>
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   <guid>/blog/geo/mittendurch-statt-druberweg/karibik/wachsen-an-der-herausforderung</guid>
      <dc:creator>Peer Bergholter</dc:creator>
      
    <category>In Bewegung</category>
      
    <category>Karibik</category>
         <pubDate>Sat, 29 Dec 2012 09:00:13 +0100</pubDate>
   <source url="/blog/rss.php?blogId=21&amp;profile=rss20">Mittendurch statt drüberweg</source>
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    <item>
   <title>Der mit dem Seewolf tanzt</title>
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        Den Wind um die Nase wehen lassen, von den Wellen auf und nieder geworfen werden, sich davon nicht schrecken lassen, allen Naturgewalten trotzen, ihnen ins Gesicht lachen. So in etwa stellte ich mir meinen ersten Segelt&amp;ouml;rn vor. Die ersten beiden Punkte waren auch wirklich so. Immerhin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nachdem wir bereits drei Tage lang an Bord unserer Segelschiffe verbracht hatten, setzten wir in Scotland Bay, einer kleinen Bucht an der Nordspitze Trinidads, die Segel. Wir f&amp;uuml;hlten uns wie echte Seeb&amp;auml;ren, hatten bereits (wenn auch mit Motorhilfe) ein wenig Strecke gemacht und echte Seemannsarbeiten verrichtet. Was sollte nun noch schief gehen? Nach dem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck ging es hinaus in die karibische See, der Kurs nach Norden in Richtung Union Island wurde eingeschlagen. Von da an ging alles schief, was schief gehen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Scotland Bay.JPG&quot; alt=&quot;Scotland Bay.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Tika Roa in der morgendlichen Scotland Bay an der Nordspitze Trinidads. Die Ruhe vor dem Sturm.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Trinidad Ausfahrt.JPG&quot; alt=&quot;Trinidad Ausfahrt.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Ein letzter Blick zur&amp;uuml;ck nach Trinidad. Ziehen da etwa dunkle Wolken auf?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Auf und nieder, immer wieder&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hatte ich auf dem Containerfrachter &amp;uuml;ber den Pazifik noch &amp;uuml;ber Wind und Wellen gelacht, dauerte es auf unserem Katamaran Tika Roa keine halbe Stunde und der Spa&amp;szlig; war vorbei. Von wegen Seemannsbeine, von wegen bereit. Sobald wir von der flachen K&amp;uuml;ste in tiefere Gew&amp;auml;sser kamen, sobald uns der Wind &amp;uuml;ber die hohen Wellen trieb, stellte sich ein Gef&amp;uuml;hl ein, das ich aus meiner Kindheit kannte. Nur, dass nun Mama fehlte, die mich im Arm hielt und mir den Kopf streichelte, w&amp;auml;hrend klein Jochen Porzellanbus fuhr (sprich: sich die Seele aus dem Leib kotzte). Es f&amp;uuml;hlte sich an, als sei irgendjemand schwer damit besch&amp;auml;ftigt, mit unserem Boot Flummi zu spielen. Alles bewegte sich. Ich erinnerte mich an Physik-Vorlesungen aus meinem Studium. Querbeschleunigung, Zentripetal- und Fliehkr&amp;auml;fte. Ich wollte mich nicht daran erinnern, aber es half alles nichts.
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Kombuese.JPG&quot; alt=&quot;Kombuese.JPG&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Die Komb&amp;uuml;se. Wo das &amp;Uuml;bel seinen Lauf nahm.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Der Versuch meine aufkeimende &amp;Uuml;belkeit mit Ignoranz zu strafen, endete damit, dass mich Torsten, mein Kapit&amp;auml;n, in die Komb&amp;uuml;se schickte, um letzte lose Ger&amp;auml;tschaften sicher zu verstauen. Fehler. An Deck sitzend bot der Horizont wenigstens etwas, woran sich meine Augen festhalten konnten. Unten, in der engen Kammer der Komb&amp;uuml;se, hielten sich meine H&amp;auml;nde an allem, was sie finden konnten, w&amp;auml;hrend mein Blick haltlos hin und her irrte. Der Gleichgewichtssinn in meinem Innenohr signalisierte meiner Gro&amp;szlig;hirnrinde eine unstete Gravitation, w&amp;auml;hrend mein Auge dagegen argumentierte, dass da offensichtlich ein Fehler im System vorliegen m&amp;uuml;sse. Ohne die Referenz eines Horizonts lie&amp;szlig; es sich nicht abschlie&amp;szlig;end kl&amp;auml;ren, ob wir uns nun bewegten, oder mein Innenohr sich dies nur einbildete. Meine Sinne einigten sich auf ein Unentschieden und ich einigte mich darauf, dass ich schleunigst wieder an Deck m&amp;uuml;sse. In diesem Moment fand ich den Kochl&amp;ouml;ffel, der sich verselbst&amp;auml;ndigt hatte und munter &amp;uuml;ber den Komb&amp;uuml;senboden schlidderte. Ach, h&amp;auml;tte ich ihn doch einfach liegen lassen. Wie viel Schaden kann ein Kochl&amp;ouml;ffel schon anrichten? Doch nein, Befehl ist Befehl, also beugte ich mich danieder, um ihn aufzuheben. Ganz b&amp;ouml;ser Fehler. Kaum dass ich mich hinab gebeugt hatte, schoss mir eine Mischung aus Blut und Mageninhalt in den Kopf, was sich als ungeeignet herausstellte, um die Eleganz an den Tag zu legen, die ich mir in den letzten drei Tagen ausgemalt hatte. Mit eisernem Willen und den letzten Resten an K&amp;ouml;rperkontrolle, die ich finden konnte, hievte ich mich aus der Komb&amp;uuml;se und richtete die Frage an meinen Kapit&amp;auml;n, wo denn die geeignetste Stelle an Bord sei, um der karibischen See ein Opfer darzubringen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/8726-Tika Roa.jpg&quot; alt=&quot;8726-Tika Roa.jpg&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Der Katamaran &quot;Tika Roa&quot; soll eine schwimmende Bar werden. Auf seiner letzten Reise bin ich mit an Bord. Und zwei Tonnen Holz. Eins von beiden war zuviel.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Ist Dir schlecht?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Torsten sah mich eindringlich an, w&amp;auml;hrend ich mich irgendwo festhielt und versuchte, meine Augen auf einen Punkt zu fixieren. &amp;bdquo;Ist Dir schlecht?&quot; Was f&amp;uuml;r eine bescheuerte Frage. Ich f&amp;uuml;hlte mich, als h&amp;auml;tte ich Galle im Hirn, war mir sicher, dass meine Gesichtsfarbe ein frisches Mausgrau angenommen haben musste und hatte das dumme Gef&amp;uuml;hl, dass ich noch mehr schwankte als das vermalledeite Flo&amp;szlig;, auf das mich das Schicksal verschlagen hatte. Nein, nat&amp;uuml;rlich ist mir nicht schlecht, mir geht es blendend, ich mache nur Spa&amp;szlig;. Torsten stand auf und nur, um mich zu &amp;auml;rgern hielt er sich dabei nicht mal irgendwo fest. Windb&amp;ouml;en in gef&amp;uuml;hlter Orkanst&amp;auml;rke konnten jeden Moment diese klapprige Nussschale zum Kentern bringen und der Skipper h&amp;uuml;pfte elfengleich &amp;uuml;ber das Deck, als tanzten wir keinen Lambada auf diesen turmhohen Wellen. Es war zum aus der Haut fahren. Er sah mich wieder intensiv an und nickte nur, als ich ihm antwortete &amp;bdquo;ein bisschen&quot;. &amp;bdquo;Bleib weg von der Reling, ich habe keinen Bock, dass Du &amp;uuml;ber Bord gehst. Wenn Du kotzen musst, kotze an Deck. Was nicht durch die Bohlen durchf&amp;auml;llt, erledigt der Regen. Der kommt eh gleich&quot;. Zu viel Information auf einmal. Ich lie&amp;szlig; mich auf eine Palette fallen, die mittschiffs vert&amp;auml;ut war, und ergab mich meinen K&amp;ouml;rperfunktionen. Wieder Erinnerungen an die Universit&amp;auml;t. Retrograde Peristaltik lautete der Fachbegriff. Nicht, dass mich das in den Moment interessiert h&amp;auml;tte. Torsten sprang derweil wieder flink hinter sein Steuer und mir fiel auf, dass er w&amp;auml;hrend seines kleinen Ausflugs zu mir weder seine Zigarette, noch sein Weinglas abgelegt hatte. Angeber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Tika Roa Deck.JPG&quot; alt=&quot;Tika Roa Deck.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Torsten an Bord der Tika Roa. Man achte auf das viele Bauholz an Deck.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Immer sch&amp;ouml;n mittschiffs bleiben&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &amp;bdquo;Bleib mittschiffs, da schaukelt es am wenigsten. Halt Dich gut fest und richte den Blick auf den Horizont, dann hast Du einen Referenzpunkt. Dann m&amp;uuml;sste es Dir besser gehen.&quot; Klar, mach ich. Sitzen bleiben, fest halten, gucken. Kann ich.&lt;br /&gt; Nein, konnte ich nicht. Irgendwas stimmte hier nicht. Wo waren die Seemannsbeine? Bis eben hatte das doch so viel Spa&amp;szlig; gemacht. Was war denn hier los? Ich h&amp;ouml;rte Torstens Stimme hinter mir &amp;bdquo;Jaja, das schaukelt ein bisschen mehr als auf dem Frachter, h&amp;auml;?&quot; Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass er grinste. &lt;br /&gt; Da sa&amp;szlig; ich nun mitten auf diesem Katamaran, auf zwei Tonnen Holz f&amp;uuml;r die Bar, die Torsten und Larsten aus diesem Schiff machen wollen. Der Wind nahm zu, die Wellen auch, und der Regen setzte ein. Juchhu. Was zur H&amp;ouml;lle hatte ich mir dabei eigentlich gedacht? Sehe ich aus wie ein Fisch? Habe ich Schuppen? Flossen? Kiemen? Was habe ich denn auf dem Meer zu suchen? Wieder Erinnerungen an die Uni. Nat&amp;uuml;rliches Habitat. Nein, das war so was von &amp;uuml;berhaupt kein Habitat, weder nat&amp;uuml;rlich noch sonst wie. Das war lebendsfeindlich, das war unnat&amp;uuml;rlich, das war schlicht und einfach falsch. Ich sollte nicht hier sein. Der Mensch an sich sollte nicht auf dem Meer sein, er geh&amp;ouml;rte da nicht hin. Mama, werde ich Dich je wieder sehen? Susanne, wenigstens Du hast es rechtzeitig nach hause geschafft. Weine nicht um mich, Du bist noch so jung, Du wirst... &amp;bdquo;aber Dir ist nur schlecht, oder?&quot; &amp;bdquo;Was?&quot; Torsten hatte mich aus meinen Gedanken gerissen. Ich hatte den Fehler gemacht, mich nach ihm umzudrehen und bereute es sofort bitterlich. &amp;bdquo;Nur? Wie, nur?&quot; &amp;bdquo;Naja, Du willst nicht von Bord springen, bist nicht depressiv oder so was. Gibt es n&amp;auml;mlich auch&quot;. &amp;bdquo;Nene, ist schon ok, mir ist nur schlecht&quot;. &amp;bdquo;Na dann ist ja gut&quot;. Ja, alles war gut. Bis auf die kleine Unsicherheit, ob ich meine Lieben jemals wiedersehen w&amp;uuml;rde. Aber irgendwas ist ja immer. Meine Unsicherheit dr&amp;uuml;ckte ich in Form eines Stilllebens aus, mit dem ich ein weiteres Mal das Deck verzierte. Torsten schien es nicht zu gefallen. &amp;bdquo;Mann, ist das h&amp;auml;sslich&quot;. Bevor er mir erkl&amp;auml;ren konnte, ob er mich oder meine Dekoration meinte, verabschiedete ich mich und begab mich unter Deck. Zu meiner Verwunderung half das und bald war ich eingeschlafen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strong&gt;Alles wird gut&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Am n&amp;auml;chsten Morgen ging es mir besser, dann nahm ich ein leichtes Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck zu mir und nat&amp;uuml;rlich war dies ein taktischer Fehler. Doch am Horizont war eine Insel zu sehen und Torsten sagte mir, dass dies Grenada sei, unser neues Ziel. So nah. Mein Leben hatte wieder einen Sinn. Der Wind hatte uns in der Nacht weit nach Westen getragen. Da der Katamaran kaum Tiefgang hat, hatten wir dem Drift wenig entgegen zu setzen. &amp;bdquo;Das Ding ist kein Schiff, das ist ein verdammtes Flo&amp;szlig;&quot; schimpfte Torsten. Ich gab ihm Recht. Nat&amp;uuml;rlich. Dazu kam, dass wir hilflos &amp;uuml;berladen waren, was unter anderem dazu gef&amp;uuml;hrt hatte, dass irgendetwas in der Nacht gebrochen war. Auf meine Frage hin, was denn kaputt sei, ergoss sich eine Flut aus Fachbegriffen und Unverst&amp;auml;ndlichkeiten &amp;uuml;ber mich, die mir schwer auf den Magen schlug. Ich sah zum Bug, sah das dicke und noch breitere, massive Holzbrett, dass die beiden Bugspitzen miteinander verband und das sauber in zwei H&amp;auml;lften gebrochen war. Das Netz zwischen den beiden R&amp;uuml;mpfen hing ins Wasser und die Holzplatte, die darin lag, fungierte wunderbar als Schippe. Bei jeder Welle brachte es eine ordentliche Ladung Wasser an Deck. L&amp;auml;ngst hatte Torsten den Motor angeschmissen, um diese Bremswirkung auszugleichen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;imgContainerLeft&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float: left;&quot; src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Grenada Ankunft.JPG&quot; alt=&quot;Grenada Ankunft.JPG&quot; width=&quot;180&quot; height=&quot;270&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Land ho! Rettung ho! Egal was, Hauptsache ho!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
Als er mir die Nacht beschrieb, als seine Fl&amp;uuml;che &amp;uuml;ber die zu starke Beladung und das schlechte Wetter sich &amp;uuml;ber mir ergossen, merkte ich, dass mich das gar nicht weiter st&amp;ouml;rte. Weder hatte ich Angst abzusaufen, noch &amp;auml;rgerte ich mich dar&amp;uuml;ber, dass wir es nun wohl kaum noch bis nach Union Island schaffen w&amp;uuml;rden. Unserem eigentlichen Ziel. Der Fischkutter, der uns von dort mit nach Martinique bringen sollte, wir w&amp;uuml;rden ihn niemals mehr erreichen. Nichts davon st&amp;ouml;rte mich. Alles, was ich f&amp;uuml;hlte, war eine Art Frieden. Ein tiefes und ehrliches Gef&amp;uuml;hl von Ruhe und Frieden, den ich mit mir gemacht hatte. Denn, wenn Wind und Wellen unser Boot halb auseinander nehmen, so dachte ich, dann brauch ich auch kein schlechtes Gewissen haben, ein bisschen seekrank zu sein. Torsten ging ein wenig schlafen, ich dekorierte das Deck l&amp;auml;chelnd mit meinem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck und rauchte trotzig eine Zigarette. Lecker ist was anderes, aber das war dann auch egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Abends kamen wir vor Grenada an, mir ging es bereits wieder blendend, seit wir in flachem Gew&amp;auml;sser segelten, und irgendwie fanden wir auch Ruby. Als wir alle vier auf Ruby waren und unsere Kapit&amp;auml;ne sofort in ihre Betten fielen, sa&amp;szlig;en Peer und ich drau&amp;szlig;en, a&amp;szlig;en Nudeln und sahen auf die See und einen herrlichen Sonnenuntergang hinaus. &amp;bdquo;Ist das nicht herrlich?&quot; seufzte Peer, sichtlich begeistert und zutiefst gl&amp;uuml;cklich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;img src=&quot;http://www.geo.de/blog/gallery/21/Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; alt=&quot;Sonneuntergang Grenada.JPG&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;span class=&quot;credit&quot;&gt;&amp;copy; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;/span&gt; &lt;span class=&quot;caption&quot;&gt;Sonnenuntergang &amp;uuml;ber der karibischen See, von der K&amp;uuml;ste Grenadas aus gesehen. Doch der Friede t&amp;auml;uscht, da drau&amp;szlig;en lauter das Grauen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;&amp;bdquo;Absolut&quot; gab ich ihm Recht. &amp;bdquo;Die K&amp;uuml;ste ist prima. Nur da drau&amp;szlig;en ist es etwas unruhig.&quot; &amp;bdquo;M-hm, ich hab schon geh&amp;ouml;rt, dass Du ausgefallen bist. Torsten hat es uns &amp;uuml;ber Funk erz&amp;auml;hlt.&quot; Dieser Verr&amp;auml;ter, nicht mal auf seinen Kapit&amp;auml;n kann man sich verlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt; Jochen M&amp;uuml;ller&lt;br /&gt;
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      <dc:creator>Jochen Müller</dc:creator>
      
    <category>In Bewegung</category>
      
    <category>Karibik</category>
         <pubDate>Thu, 27 Dec 2012 09:00:33 +0100</pubDate>
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