Tortour Transalp

Zwei Norddeutsche mit dem Rad durch die Alpen

Eintrag per E-Mail weiterempfehlen 

Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!

 fhdfh

So funktioniert der Empfehlen-Button von Facebook

Sie möchten den neuen Facebook Empfehlen-Button nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Infos zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses sog. Social Plugins erfolgt über Facebook, das betrieben wird durch Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA. geo.de verwendet die von Facebook zur Verfügung gestellten Plugins an verschiedenen Stellen des Internetangebots.

Woran erkenne ich diese Plugins?

Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz "Facebook Social Plugin" versehen und sind bei GEO.de nach dem Vorspann über oder unter dem Artikeltext platziert.

Was passiert auf Seiten, die das PlugIn eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Facebook-Konto und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort auch eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Facebook her. Facebook kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben

Ihr Seitenaufruf bei GEO.de wird nun Ihrem Facebook-Account zugeordnet. Facebook kann die Daten speichern und weiterverarbeiten (s.u., „Was macht Facebook mit meinen Daten?“)

Klicken Sie auf den Empfehlen-Button, wird diese Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert

Generell gilt: wenn Sie nicht bei Facebook eingeloggt sind, oder keinen Facebook-Account haben, werden auch keine Daten übermittelt

Was macht Facebook mit meinen Daten?

Was genau Facebook mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzhinweisen des Sozialen Netzwerkes nachlesen: http://www.facebook.com/policy.php

Typische Anwendungsfälle sind: Ein Facebook-Nutzer liest auf GEO.de einen Artikel, den er seinen Freunden empfehlen möchte und klickt auf "Gefällt mir". Seine Freunde sehen den Link zu genau diesem Artikel auf Facebook. Die Freunde können nun wiederum selbst auf den Link klicken, den Artikel auf GEO.de lesen und den Artikel wiederum an ihre Freunde weiterempfehlen.

Dieses Beispiel ist aber nur exemplarisch zu verstehen, da sich Facebook vorbehält sein System ständig weiter zu entwickeln und über die Verwendung der Daten zu informieren.

Wie kann ich mein Facebook-Profil richtig einstellen?

Jeder User hat andere Bedürfnisse und wünscht sich andere Einstellungen. Die Kollegen von stern.de erklären Ihnen hier die Möglichkeiten, die das Soziale Netzwerk Ihnen zum Schutz Ihrer Privatsphäre bietet: » zum Artikel von stern.de

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier

Weitere Informationen zur Einschätzung des Themas "Facebook Social Plugins und Datenschutz" publizieren die Kollegen von stern.de regelmäßig auf stern.de (Extra "Soziale Netzwerke" von stern.de). Weitere Informationsquellen, für die GEO.de ebenfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung des Sozialen Netzwerkes berichten:

http://www.facebookbiz.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://facebookmarketing.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://www.schwindt-pr.com/ (nicht von Facebook betrieben)
http://blog.facebook.com/ (das offizielle Facebook-Blog)

Informationen zum Datenschutz in Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
» zur Website des Bundesbeauftragten für Datenschutz


So funktioniert der +1-Button von Google

Sie möchten den +1-Button des sozialen Netzwerkes Google+ auf GEO.de nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses Buttons erfolgt über Google, das betrieben wird durch Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, United States („Google“)

Woran erkenne ich den +1-Button?

Der Button ist an dem Zeichen “+1? auf weißem oder farbigen Hintergrund erkennbar. GEO.de verwendet ihn über und/oder unter redaktionellen Beiträgen oder Beiträgen unserer Community.

Wenn Sie ihn anklicken, verändert sich die Farbe des Buttons von weiß zu blau. Zudem wird Ihnen die Gesamtzahl der bisher abgegebenen Empfehlungen angezeigt. Es kann vorkommen, dass Ihnen auch angezeigt wird, wer die Schaltfläche außer Ihnen noch benutzt hat. Ob und welchem Umfang Ihnen diese Informationen angezeigt werden, hängt von der Einstellung Ihres Profils und den Einstellungen Ihrer Kontakte in Google+ ab. Informationen, wie Sie diese Einstellungen steuern können, stellt Google hier zur Verfügung: http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1152622

Was passiert auf Seiten, die den Button eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Google-Profil oder einen Google+-Account und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Google her. Google kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben. Der Inhalt des +1-Buttons wird von Google direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Website eingebunden. (s.u.: "Was macht Google mit meinen Daten?").

GEO.de hat keinen Einfluss auf den Umfang der Daten, die Google mit dem Button erhebt, geht jedoch davon aus, dass auch Ihre IP-Adresse mit erfasst wird.

Wenn Sie Google+-Mitglied sind und nicht möchten, dass Google über GEO.de Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Google gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch bei GEO.de bei Google+ ausloggen.

Was macht Google mit meinen Daten?

Google weist darauf hin, dass die Vergabe von +1 ein öffentlicher Vorgang ist, durch den jeder im Internet möglicherweise Inhalte sehen kann, denen Sie ein +1 gegeben haben. Sie können über Ihre Profil- und Account-Einstellungen steuern, wo, wem und in welchem Umfang Ihre Empfehlungen angezeigt werden. Die einzelnen Optionen erklärt Google hier:
http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1047397

Was genau Google mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzbestimmungen des Unternehmens nachlesen: http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier.

Unsere Kollegen von Stern.de informieren auch regelmäßig über die Entwicklungen bei Google+ – das Themen-Extra finden Sie hier.

Weitere Informationsquellen, für die GEO.de aber gleichfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung von Goolge+ berichten:

http://googleplusblog.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gpluseins.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gplusmarketing.de (nicht von Google betrieben)

Informationen zum Datenschutz im Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.

Claus Peter Simon
6. August 2011

Das war das Ziel: Heile und gut gelaunt in Arco ankommen!!


Ziel.jpg
Copyright: Marathon-Fotos
Arianna Dadaschi
4. Juli 2011

Alles geht zu Ende, auch die Tour Transalp


Der letzte Tag in Arco war wirklich phänomenal! Alle Teilnehmer, die durchs Ziel rollten, strahlten vor Glück über ihre außerordentlichen Leistungen, die sie in der letzten Woche aufgebracht hatten. Und auch der nachmittagliche Regen, der die letzten Fahrer begleitete, konnte dieser Stimmung nichts anhaben. So wurde nach der Pastaparty und der finalen Siegerehrung am Abend noch lange gefeiert und getanzt. Ich war nicht ganz unbeteiligt ;-) Am nächsten Morgen musste nur noch die Abreise der Shuttle-Busse nach Sonthofen organisiert werden, und dann war sie doch wirklich vorbei, die Tour Transalp.

Jetzt schreibe ich Euch aus der Schweiz, genauer gesagt, aus dem Wallis. Hier beginnt nämlich heute mein Bergtraining für die kommende Tour Transalp. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich über meine Vorbereitungen bloggen werde, aber sollte ich dies tun, erfahrt ihr es natürlich zu allererst auf meiner Webseite unter "Aktuelles" bzw. auf meiner Facebook-Seite.

Vielen Dank fürs Lesen, habt eine schöne Woche und vielleicht sehe ich ja den ein oder anderen von Euch nächstes Jahr in Mittenwald! :-)

Liebe Grüße, Arianna 
Claus Peter Simon
3. Juli 2011

Lockeres Ausrollen zum Gardasee? Mitnichten!


StartKaltern.JPG Team geo.de beim Start in Kaltern / Foto: Uwe Geissler

Die letzte Etappe Kaltern - Arco ist von der Papierform her eher einfach gestrickt. Keine 120 Kilometer und nur etwas mehr als 2200 Höhenmeter. Aber nach sechs Tagen Höchstleistung für den Körper sind zumindest meine Akkus ziemlich entleert, zudem hatten wir gestern einigen hervorragenden Weinen der Region zugesprochen und rein mental wähnt man sich in Kaltern fast schon am Ziel. Vor allem, weil es dort einfach schön ist und sich der Blick schon nach Süden weitet.

Die Strecke selbst führte dann über drei Anstiege, den Mendelpass hoch, über das Skigebiet von Andalo (wo ich vor geschätzten mehr als 20 Jahren mal eine Skigruppe betreut hatte) und den Passo del Balino. Keiner davon ist spektakulär steil, alle gut zu fahren, und die Abfahrten eher ungefährlich. Und doch schmeißt es noch den ein oder anderen Mitfahrer, am letzten Tag, so kurz vor dem Ziel ist das besonders bitter. Aber die Konzentration bei den sehr langen Abfahrten ständig aufrecht zu erhalten, ist gar nicht so einfach.

Bei mir sind die Sitzprobleme nicht weniger geworden, der Puls geht auch nicht mehr so richtig hoch, die Spitzen von Ringfinger und Zeigefinger sind taub. Noch 80 Kilometer, noch 60 Kilometer, noch 40 Kilometer, der innere Countdown gen Arco läuft. Und dann ist er endlich zu sehen, der Gardasee, jetzt geht es nur noch runter, jetzt darf nicht mehr passieren, jetzt sehen wir das Ziel vor uns und rauschen gemeinsam durch die Zeitnahme.

Wow, endlich geschafft!! Die aufsteigende Euphorie wird noch eine ganze Zeitlang von Erschöpfung überlagert. Dafür hatten wir nun seit einem halben Jahr trainiert - und in einem Satz zusammengefasst lautet das Fazit: Das war es absolut wert!

Dirk+sram.jpgDirk mit dem Kollegen vom Sram-Support
Wir waren bei weitem nicht die Schnellsten (Platz 415 von 600 Teams), wir hatten vergleichsweise wenig Vorbereitungskilometer (ich habe nur ein Team gesprochen, das mit weniger Kilometern angereist war), wir hatten mitnichten die teuersten Räder (aber die Scott-Renner liefen super, nicht zuletzt dank der Hilfe durch das sympathische Sram-Team, das uns eine größere Kassette montiert hatte) - aber wir hatten wahnsinnig viel Spaß und am Ende ein riesiges Erfolgserlebnis. Und wir haben die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass man durchaus sieben Tage je sechs bis sieben Stunden auf dem schmalen Sattel verbringen kann, diverse Pässe erklimmem kann, mehr als 900 Kilometer zurücklegt und sich dabei (meist) wohlfühlt. Und sehr beruhigend zu wissen, das so etwas auch Menschen mit Mitte 60 und sogar mit 75 (der älteste Teilnehmer) vermögen.

Feierdanach.jpgHier wird gefeiert
Zwei Stunden später, frisch geduscht, holen wir uns unsere Finisher-Trikots ab. Die letzten Teilnehmer rollen gerade ins Ziel, die ersten Stände werden langsam abgebaut, schließlich zieht der Tour-Tross heute Abend noch gen Norden. In vier Wochen findet hier der nächste Showdown statt, dann endet ebenfalls in Arco die Mountainbike-Transalp.

Für mich beginnt nun die zweiwöchige Sommerpause. Familienurlaub am Gardasee, mit viel Beine hoch legen - ganz ohne Radfahren! Ehrlich!

Beinehoch.jpg
Claus Peter Simon
2. Juli 2011

Die Königsetappe voraus! Aber was ist eigentlich in Forchheim los?


StartPonte.jpg
Vor dem Start in Ponte di Legno

Die "Königsetappe" nach Kaltern steht heute auf dem Transalp-Fahrplan, über vier Pässe, 3000 Höhenmeter und noch einmal 140 Kilometer. Und das am Tag sechs, nach mehr als 700 Kilometern. Kann das funktionieren, bei zwei Beinen, die maximal 150 Kilometer am Stück in der Ebene gekurbelt haben.

Die erstaunliche Antwort lautet: ja - wenn auch mit deutlichen Abstrichen in der Performance-Note. Gleich nach Ponte di Legno geht es rauf zum Passo Tonale, nicht sonderlich steil, zwischen 6 und 8 Prozent, aber ich gehe es zu schnell an, muss zwei, drei Kilometer vor der Passhöhe das Tempo rausnehmen. Die halbe Flasche Wein vom Vorabend ist offenbar kein Turbo.

Daher bleibt genug Zeit, sich den etwas tristen, mit Hotels zugebauten Tonale-Pass anzusehen; vielleicht ist es im Winter schön hier, aber sicher erscheint mir das keineswegs. Wunderbare Blicke auf die Gletscher des Presanella dann auf der langen Abfahrt in Valle di Sole; jetzt heißt es, ab und an die Hände auszuschütteln, bevor sie vom Bremsen völlig gefühllos werden. Die Abfahrt ist technisch nicht anspruchsvoll und gerade deshalb nicht ungefährlich, weil man unvermittelt ein wenig zu träumen anfängt auf den langen Geraden.

Auf der Karte sieht es harmlos aus, aber das Brezer Joch voraus hat es mit Steigungen von bis zu 14 Prozent dann noch noch einmal in sich. Eine Genussauffahrt dagegen der Gampenpass, bei Steigungen von moderaten 6 bis 7 Prozent stemme ich mich aus dem Sattel, um den inzwischen doch etwas lädierten Allerwertesten zu schonen, und kann mit auf diese Weise sogar an einigen vor mir Fahrenden vorbeirollen (bis zur nächsten Abfahrt).

cpziel.jpg
Endlich im Ziel, nach 6:49 Stunden

Gen Kaltern wird es dann das Gegenteil von kalt: sehr heiss. Die kleinen Stiche bergauf geben mir heute den Rest, und auf der letzten Luft rolle ich endlich ins Ziel ein, wo Dirk dankenswerterweise schon mit einem kalten Radler wartet.

PastaKaltern.jpg
Pasta-Party in der Kellerei Kaltern

Siegerehrung.jpgDie Siegerehrung am Abend in der Kellerei Kaltern wirkt wie die Prämierung eines mehrwöchigen Fastenseminars, so abgezehrt wirken die Klassement-Besten (obwohl sie, wie an jedem Abend, vorher monströse Nudelmengen verzehrt haben). Allerdings erscheint es uns, als habe der Radsportverein Forchheim die Zeitnahme manipuliert oder die Transalp unterwandert: Ständig werden Radsportler aus Forchheim auf die Bühne gebeten - das ist doch alles sehr verdächtig. Oder ist die fränkische Metropole etwa die heimliche Radsport-Hauptstadt Deutschlands? Ganz offenbar!!!! Dabei ist Hamburg, wo wir herkommen, doch viel größer, aber weder die Kollegen von der RG Uni Hamburg noch jenes Team vom nahe gelegenen Schalsee konnten heute auf die vorderen Plätze fahren (wir ohnehin nicht, liegen wir doch auf Platz 421 von 600 Teams).

Am Abend im (nebenbei: ganz formidablen) Restaurant Siegis lernen wir ein Team kennen, das nach zweiwöchiger Pause gleich die Mountainbike-Transalp anschließt. Auf die Frage, ob sie etwa sechs Wochen Urlaub haben, lautet die Antwort: Nö, wir arbeiten zwischendurch, aber entspannen ansonsten. Okay, die Rennrad-Transalp als lockeres Einrollen für die MTB-Transalp, das haben wir auch verstanden.

Wow, morgen wartet Arco!!! Nach dem schrecklichen Tag 1 hatte ich, offen gesagt, nicht damit gerechnet, dass wir Tag 7 erleben. Aber starten werden wir morgen (besser gesagt: heute, es ist gerade 1:32 Uhr) auf jeden Fall!!!!
Arianna Dadaschi
1. Juli 2011

Kaltern - Nach dem Rennen ist vor dem Rennen


Was machen die Transalp-Teilnehmer eigentlich nach der Zieleinfahrt? Das habe ich heute mal für Euch recherchiert und ein paar sehr interessante Einblicke bekommen!

Nachdem die Fahrer durch das Etappenziel gekommen sind, visieren sie zu allererst die Zielverpflegung an. Schließlich muss der leer gefahrene Tank wieder aufgefüllt werden! An den Ständen gibt es z.B. Wasser, Iso, Cola und Apfelschorle gegen die trockene Zunge, die den meisten heute übrigens bis zum Schlüsselbein runterhing, frisches vorgeschnittenes Obst, belegte Brote, Müsli- und Schokoriegel stopfen die Kohlenhydratelöcher. Oft wird die ein oder andere regionale Spezialität des Ort es serviert: In Naturns war es das leckere Vintschgauer Brot, in Livigno Schokolade. 


K Ziel.jpg

Nach bereits einer Stunde ist der Platz vor dem Zielverpflegungsstand brechend voll mit hungrigen bzw. gesättigten Radfahrern. Wenn es Bänke zum Sitzen gibt, sind jetzt alle Plätze belegt, und überall stehen und liegen Rennräder herum: Angelehnt an Wände, Laternen und Bänke, abgelegt auf dem Boden, und vereinzelt stehen sie auch gegeneinander gestützt.

K Bikes.jpg

Wenn der erste Hunger gestillt ist, stellt sich die Frage der Unterkunft. Entweder haben sich die Fahrer in einem Hotel oder Campingplatz eingebucht oder sie gehören zu den Bike-Camp-Schläfern. Die meisten kommen zu uns zum Infocounter, um sich über die Lage des Camps und der Hotels bzw. Campingplätze zu informieren. Während die einen in ihre Hotel- und Campingunterkünfte fahren, machen sich die ersten Campschläfer im nahegelegenen Camp schon daran ihre Luftmatratzen aufzupumpen. Ein bißchen hat es ja was von Feldlager, wenn man sich die akurat nebeneinander platzierten Matratzen ansieht, darauf und daneben die persönlichen Utensilien verteilt. Hier liegt ein Buch, dort ein Kopfkissen, und überall ist gewaschene Wäsche zum Trocknen aufgehangen.

K Camp.jpg

Die grauen Taschen, die ihr hier seht, wurden in Sonthofen vor Transalp-Beginn jedem einzelnen Teilnehmer ausgehändigt. Außen an der Tasche befindet sich ein Klarsichtfach, in dem eine Karte mit der Teilnehmernummer steckt. Und wenn alle Unterkunftsdaten vom Teilnehmer vorliegen, bringt das Transalp-Taschenteam die Tasche Tag für Tag an den entsprechenden Unterkunftsort, ob ins Hotel oder ins Camp, und holt sie dort in der Früh am nächtsten Morgen auch wieder ab. Eine logistische Meisterleistung!

K Taschen.jpg 

Und was passiert mit dem Rad, wenn man nicht damit, sondern mit dem Shuttle oder Taxi ins Hotel fahren will? Dann kommt das Rad am besten in den Bike Parc. Hier werden die Räder gegen Vorlage des Transalp-Ausweises abgegeben und ein Quittungsbeleg ausgehändigt. Jeder der Teilnehmer stellt sein Fahrrad selbst ab, und zwar ordentlich und sicher, und am nächsten Morgen kann es wieder abgeholt werden. Die ganze Nacht über wacht jemand darüber, dass kein Rad den Bike Parc verlässt. Im Weinmekka Kaltern wurde heute übrigens eine Weinkelterei zum Bike Parc umfunktioniert. Sieht doch gut aus, wie die Räder gegen die Metall-Gärtanks lehnen, oder?

K Parc.jpg 

Ab 18 Uhr ist dann Pasta Party. Dort gibt es - was wohl? - Pasta, Pasta, Pasta, manchmal auch noch einen Salat und/oder Fleisch, je nachdem, was der Tourismusverband des jeweiligen Ortes sich überlegt hat. Die Siegerehrung und das Briefing für den nächsten Tag schließen die Pasta Party ab. Die Menschenmenge verflüchtigt sich langsam, aber sicher in Richtung persönlicher Schlafplatz. Schließlich muss man ja um 6 Uhr schon wieder raus in die nächste Abenteuerrunde Alpenpass. Die morgige Etappe von Kaltern nach Arco ist dann auch schon die letzte. Leider!

K Pasta.jpg

K Pasta gross.jpg

Dirk Lehmann
30. Juni 2011

Tag der Freude


Mortirolo.jpg
Blick auf einige Radler in den letzten Kehren am Passo di Mortirolo (Foto aus dem
Picasa-Webalbum der Tour Transalp, Fotograf: Uwe Geissler)

Statt zur Pasta-Party, die jeden Abend als Kohlenhydrat-Festival den Etappen-Tag beschließt (manchmal muss man allerdings verdammt lange warten, bis man einen Teller Spaghetti mit Fleischsauce ausgehändigt bekommt), sind wir in Livigno in ein Restaurant gegangen und haben da Nudeln und Pizza gegessen. Währenddessen ging ein heftiger Gewitterschauer über dem Tal nieder, und wir fragten uns, wie wohl der Ablauf sein wird, wenn es auch am Morgen so heftig regnet. Rollen wir dann in unseren Radklamotten zum Start, werden während der mehrminütigen Prozedur total nass und erklimmen so einen Pass, auf dessen Höhe die Temperatur kaum mehr als 5 Grad beträgt?

Doch all diese Bedenken zerstreuen sich am Morgen. Wolken hängen über dem Tal, ein feiner Regenspreu kühlt die Gesichter, doch an einigen Stellen blitzt schon blauer Himmel durch. Zuversichtlich verlässt das Tour-Fahrerfeld Livigno. Während wir in Block D gerade los fahren, sind die Führenden schon im Anstieg auf den ersten Pass, dazwischen zieht sich eine lange Reihe bunter Radler die Bergflanke hinauf, klatschend verabschiedet man uns aus dem Alpendorf mit seinen charakteristischen Holzhäusern. 

Drei Pässe müssen heute erkraxelt werden. Die ersten beiden sind schnell abgehakt, ich drücke sie im großen Gang durch. Die lange Abfahrt beginnt mit einer nicht ungefährlichen Schussfahrt durch mehrere Galerien, das sind zur Seite offene Tunnel, unbeleuchtet, und an einem bedeckten Tag ziemlich dunkel. Wir haben das Glück, dass ein Motorrad des Medical Teams vor uns her fährt und folgen dem Rücklicht. Es ist eine gute Orientierungshilfe. Und doch fährt das Unbehagen mit: Der Asphalt ist löchrig, die Tunnelwände sind unverputzt, mit rund 70 Km/h rasen wir ins Halbdunkel. 1200 lebendige Kanonenkugeln.

dlmortirloloanstieg.jpgIch fühle mich gut heute, genieße die Hatz über das eher wellige Terrain mitten im Hochgebirge, wir begleiten einen Fluss, fahren durch Dörfer, ich winke den Kindern, die uns winken. Kurz hinter der ersten Verpflegungsstelle geht mein linkes Pedal kaputt. Ich kann den Schuh zwar noch sicher aufsetzen, doch nicht mehr am Pedal ziehen. Für den heftigen Anstieg zum Passo Mortirolo nicht gerade ein Vorteil. Der Mortirolo ist ein mythischer Pass, 12,6 Kilometer lang, 1300 Höhenmeter sind zu überwinden, die steilsten Passagen stemmen sich mit 17 Prozent dem Radler entgegen.

Mit großem Respekt begebe ich mich in den Anstieg - und merke schnell, dass ich heute „gute Beine“ habe. Ich trete und trete und trete die 33 Kehren nieder. Zweimal halte ich an. Einmal um mich zu belohnen dafür, dass ich die Hälfte der Strecke geschafft habe, es gibt einen Schluck Energiedrink und ein Stück Riegel. Das zweite Mal um ein Foto vor dem Pantani-Denkmal zu machen. Ich bin eigentlich kein großer Fan dieses frühzeitig verstorbenen Kletterzwerges, der wie viele Radheroen der 1990er Jahre tief im Dopingsumpf steckte. Ich bewundere eher Rouleure wie Fabian Cancellara, Jens Voigt, Tony Martin. Aber wenn ich schon mal hier bin? Und während ich da stehe, kommt auch Claus Peter angestampft, der sich ein Stück hatte zurück fallen lassen. Noch ein Erinnerungsfoto.

dlpantani.jpg cppantani.jpg
Team geo.de am Pantani-Denkmal

So bekloppt es für einen Nicht-Rennradfahrer auch klingen mag, aber der Mortirolo ist ein schöner Pass. Lange führt die schmale Straße, auf der keine Autos und keine Motorräder unterwegs sind, durch einen duftenden, Schatten spendenden Kiefernhain. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über das Tal. Oben angekommen, passiert man Wiesen, auf denen Vieh weidet. Und auf der anderen Seite geht es über eine steile, sich am grünen Berghang entlang windende Straße hinunter. Man fliegt vorbei an steilen Wiesen, einfachen Gehöften, stillen Dörfern mit kleinen Kirchen. Schließlich kommen wir auf die Straße nach Ponte di Legno. Mit durchschnittlich 3,5 Prozent geht es hinauf in den Ort. Ein schöner Tag auf dem Rad neigt sich dem Ende zu. 

dlmortirolooben.jpg
Radelnder Reporter am Passo di Mortirolo 
(Foto aus dem Picasa-Webalbum der Tour Transalp, Fotograf: Uwe Geissler)

Im Ziel sprechen wir mit vielen Radlern. Die meisten freuen sich, dass sie heute mehr Zeit haben, dass sie nicht erst so spät ins Ziel kommen. Sie finden es gut, dass sich plötzlich so eine Mischung aus Radsport und Reisen einstellt. Jetzt, nach fünf Tagen auf dem Rad, wissen die Radler, dass sich das Rennen auf einen schmalen Personenkreis konzentriert. Wir anderen können nichts mehr gewinnen – außer neuen Eindrücken. Dazu gehört der überraschende Spaß an einem knüppelharten, alles fordernden Aufstieg. Es geht gar nicht so sehr darum, noch einen Pass zu sammeln.

In Ponte di Legno sitzen wir schließlich auf Plastikstühlen, die Füße stehen in einer mit kaltem Wasser gefüllten Schüsseln, und uns werden die Beine mit einem den Stoffwechsel anregenden Salzpeeling eingerieben. Die Sonne scheint, es ist kurz vor 1500 Uhr. Rund zwei Stunden nach den ersten sind wir durch das Ziel gefahren. Aber wir haben uns deutlich verbessert – in den Platzierungen. Aber auch beim Radfahren selbst. Es ist verrückt, aber nach fünf Tagen beginnt die Tortour Transalp für uns zur Tour zu werden. An dem Tag, an dem wir einen der steilsten Alpenpässe überhaupt hinauf gefahren sind.  

Claus Peter Simon
30. Juni 2011

Der 19-Prozenter: fast umgekippt am Mortirolo


Dunklewolken.jpg

Heute morgen hat sich erstmals ernsthaft die Kleidungsfrage gestellt. Der Regen hatte aufgehört, aber dunkle Wolken zogen durch Livigno. Auf der ersten Anhöhe, dem Passo Foscagno auf rund 2200 Metern, sollten es gerade mal sieben Grad sein. Das heißt Armlänge, wasserdichte Überschuhe gegen Kälte und Regen, eine Helmmütze, natürlich eine Regenjacke und zur Sicherheit lange Handschuhe für die Abfahrt. Die sind dann doch nicht nötig, genau so wenig wie die Helmmütze, denn auf der fast 40 km langen Abfahrt (nur durch kleine Hügel unterbrochen) steigt dann fast minütlich die Temperatur und die Sonne kommt durch.

In den zwei, drei schlecht asphaltierten Galerien ist es, wie ich später erfahre, zu hässlichen Stürzen weiter vorne gekommen. Als Dirk und ich durchbrausen, liegt noch eine Trinkflasche auf dem Asphalt und lehnt ein Rad im Dunkeln an der Wand, ein wenig gespenstisch … Ohnehin gehören Stürze leider zur Realität einer Veranstaltung mit 1200 Rennradfahrern. Aber nicht nur um Unfälle muss sich das Rescueteam kümmern, auch ab und an um Entkräftete, die sich bergauf in eine Fast-Ohnmacht fahren und dann an den Tropf kommen. Manche können dann weiterfahren, andere nicht. Sieben bis zehn Prozent der Teams sind es, die wegen Sturz, Krankheit oder Entkräftung das Ziel einer Transalp nicht erreichen, hat uns Tour-Chef Uli Stanciu in Sonthofen erzählt.

Vielleicht doch nicht so schlecht, dass ich bergrunter ein echter Schisser bin. Eigentlich finde ich mich schon ziemlich schnell, aber auf dem Rad kommt mir 80 km/h viel gefährlicher vor als z.B. auf Skiern. Hier werde ich oft noch in einem Affenzahn überholt, aber die meisten haben auch deutlich mehr Bergerfahrung als wir Hamburger.

Heute, am bis zu 19 Prozent steilen Mortirolo, hätte es mich absurderweise fast beim bergauf fahren erwischt. Auf einer Rampe kurbelt vor mir ein russischer Kollege mit Tempo fünf, schwankt mit dem Vorderrad und kippt plötzlich zur Seite, prallt an eine Mauer. Vorbei komme ich nicht, aus den Pedalen auch nicht, aber ich kann mich gerade noch an der Mauer abstützen, mit der anderen Hand in die Bremse - und überlege dann, wie ich wieder in Gang komme. Für Leute mit mehr Bergerfahrung sicher auch kein Problem, aber für Tiefebenen-Radler, die plötzlich auf einer enormen Schräge stehen, schon.

Der Mortirolo ist auf der ganzen Strecke ein fieser Geselle, er gilt als einer der, wenn nicht sogar der härteste Alpenpass überhaupt. Andererseits ist er traumschön, schmal, fast kein Verkehr, viel Schatten, wunderbare Landschaft - und er gibt einem ein großartiges Gefühl, wenn man oben angekommen ist; und - wow! - schieben mussten wir nicht. Das Ziel Ponte die Legno ist dann recht schnell erreicht, nach "nur" 111 km. Daher können wir schon früh im Hotel Mirella einchecken, dass einen bezaubernden Ausblick aus dem vierten Stock bietet, ein großes Schwimmbad hat und dessen Küche mit einer lombardischen Spezialität aufwartet.

Aussicht.jpg Nudeln.jpg









Blick aus dem Hotel Mirella

Hier kümmert man sich liebevoll um unsere Räder, die in einem Kellerraum eingeschlossen werden, und dessen Stromversorgung bis morgen früh gekappt wird, um Dieben keine Chance zu geben. Ein gar nicht so unwichtiger Faktor, denn solche Großveranstaltungen ziehen Leute an, die wissen, das dort enorme Werte auf engem Raum zusammen stehen; hier gibt es viele Teams, deren Räder zusammen einen fünfstelligen Betrag wert sind. In Naturns, höre ich, wurde in eine Hotelgarage eingebrochen und Material entwendet. Dem Kollegen hat dann der Hotelier sein Rennrad für die Weiterfahrt zur Verfügung gestellt. Wenn das kein Service ist ....

Herrlich - das Fussbad danach in Ponte di Legno
Fussebaden.jpg
Claus Peter Simon
30. Juni 2011

Auf das Dach der Tour Transalp - und hinein in die Regenfront


cpabfahrt.jpg
Ich auf der Abfahrt vom Stilfser Joch.


Es ist kurz nach 22 Uhr und draußen regnet es Bindfäden - besser gesagt, es schüttet seit drei Stunden. Was wird morgen sein? Mehr als sieben Stunden im Regen? Das war eigentlich nicht gebucht.

Heute waren es mehr als sieben Stunden in der Sonne. Zwar "nur" 118 Kilometer, aber die hatten es in sich. Ein Mitfahrer sagte am Abend zuvor: Mit der Auffahrt zum Stilfser Joch beginnt die Tour erst. Und sie erreicht ihren Höhepunkt, auf mehr als 2700 Metern. Rund 2200 Höhenmeter waren davon am Stück zu überwinden. Erstaunlicherweise fielen sie uns leichter als gedacht. Die spektakulären 48 Kehren, die scheinbar in eine senkrechte Felswand gemeißelt wurden, setzen einfach ungeahnte Energien frei. Und wenn man sich so von Serpentine zu Serpentine hangelt, fällt zumindest mir das Fahren deutlich leichter als wenn es endlos gerade Rampen hinauf geht. Der Puls hat sich inzwischen auf unter 140 eingependelt, ganz anders als am ersten Tag, als ich stundenlang im 160er-Bereich unterwegs war. 

cpletzteranstieg3.jpg cpletzteranstieg.jpg

Subjektiv viel anstrengender dann der Passo Foscagno, der uns nach dem Stilfser Joch vor allem wie ein fieses Hindernis zum ersehnten Etappenziel in Livigno erschien. Am Ende mussten wir dann zweimal den steilen Zieleinlauf hinauf fahren, weil uns das Fernseh-Team vom SWR, das Dirk heute begleitete, zunächst verpasst hatte. 

Heute ist es dem besten Masters-Team doch tatsächlich gelungen, die schnellsten jungen Männer, knapp abzuhängen: 4:23.58 zu 4:24.28! Und auch in der Gesamtwertung sind besten älteren Semester gerade mal 38 Sekunden (!!!) zurück. Das verspricht noch einen heißen Kampf um die Preisgelder.

Begonnen hatte der Tag bei mir mit einem kleinen Schreck: Zehn Minuten vor dem Start stellte ich fest, dass die Decke des Hinterreifens an einer Stelle eine wulstige S-Form angenommen hatte (okay, man sollte sich sein Rad schon am Abend genau ansehen, eigene Blödheit). Der Schwalbe-Support hat den Mantel dann aber in Rekordzeit gewechselt, so dass ich noch genügend Zeit hatte, den Startblock D zu finden (der Mann hat einfach mit einer Hand den Mantel abgezogen, Wahnsinn, ich brauche dafür Heber-Werkzeug und meist diverse Anläufe). Aber bei Abfahrten mit Tempo 70 auf nicht immer superasphaltierten Straßen sollte es keine Kompromisse bei den Reifen geben. Dankenswerterweise hatte die Organisation einige stockdunkle Tunnel bei der Abfahrt vom Stilfser Joch etwas beleuchtet, was extrem hilfreich ist, wenn man mit Sonnenbrille in ein dunkles Loch schießt (zumal ich Maulwurf die Brille nicht einfach absetzen kann).

Am Abend dann der nächste Schreck, meine Tasche ist nicht im Hotel, Dirks schon. Ich sehe mich schon in den verschwitzten Klamotten von heute weiterfahren (weil die, würde man sie waschen, bei der Feuchte draußen nicht über Nacht trocknen). Aber nachdem wir das Taschenteam alarmiert hatten, dauerte es kaum eine halbe Stunde und das gute Stück stand in der Lobby. Puh! 

Aber was ist nur morgen, wenn es schon vor dem Start regnet und zehn Grad kalt ist. Wird dann eine Abkürzung erlaubt sein, fahren wir ein Kriterium rund um Livigno - oder sollen wir tatsächlich stundenlang …. am besten gar nicht daran denken … 

Dirk Lehmann
29. Juni 2011

Tag des Genusses


Passstrasse.jpg
„Heute beginnt die Tour Transalp richtig“, sagt jemand am Start und verstärkt damit meinen Respekt vor der so genannten Königsetappe noch mehr. Ob heute der König der diesjährigen Transalp gekürt wird, oder ob es sich nicht eher „bloß“ um die nominell schwierigste Etappe handelt, zeigt sich aber erst später. Mit einer Distanz von 118 Kilometern und insgesamt 3500 Höhenmetern stellt der vierte Tag den Teilnehmern einiges in den Weg - vor allem aber den Passo Stelvio. Das Stilfser Joch ist ein 26 Kilometer langer Anstieg mit mehr als 2000 Höhenmetern am Stück, verteilt auf 48 Kehren. Ein Teil davon windet sich durch ein Wäldchen, und erst wenn man sich aus dem herausgekurbelt und die Baumgrenze überfahren hat, sieht man diese gewaltige Felswand mit all ihrer Wucht und Schönheit. Flachrandradler wie ich fahren bis zu der Stelle schon rund eine Stunde gen Himmel. Fast 2,5 brauche ich bis zur Passüberfahrt auf 2750 Metern Höhe.

wirstelvio1.jpgEs ist eine zähe Schinderei. Die Steigungsprozente variieren zwischen 8 und 11, anfangs sind die Kehren - Tornanten - noch weit von einander entfernt, und der Countdown macht nicht so richtig Spaß. Später liegen sie dann eng übereinander, man zählt sie richtig runter. Und je näher wir dem Gipfel kommen, desto mehr Menschen stehen in den Kurven und feuern uns an. Schließlich erreichen wir die Passhöhe. Wie viele ist sie ein Unort, an dem abstruse Souvenirs verkauft werden, Getränke für Fantasiepreise und Snacks, deren Geruch einem schon den Magen umdrehen. Aber der Fernblick ist grandios - auf die schneebedeckten Gipfel, auf die sich in Kurven hinaufwindende Straße, noch immer sind unzählige Radler unterwegs. 

dlmitAbfahrer.jpgDie rasante Abfahrt über Serpentinen und durch Tunnel mit Geschwindigkeiten bis 80 Km/h verlangt volle Konzentration. Und doch bleibt viel Gelegenheit, sich an dieser grauen, schroffen Welt aus Stein zu berauschen. Diese Fahrt auf das Stilfser Joch hinauf und die dazugehörige Abfahrt, die enthalten all jene Momente, für die ich diesen Sport so mag. Für die ich überhaupt an dieser Tour teilnehme. Ja, es ist eine Mörderanstrengung. Aber noch mehr ist die Fahrt ein Genuss.

Allerdings stimmen auch die Bedingungen. Die Sonne scheint, es ist aber nicht so heiß. Meine Beine fühlen sich gut an, der Hintern tut dafür doppelt so weh wie gestern (aber jammert nicht jeder über seinen Hintern?). Und auch diesmal missfällt mir der kleine Pass, den Sadist Stanciu, der Routenplaner der Veranstaltung, eingebaut. Man muss auf verkehrsreicher Straße durch eine Kleinstadt und darf mit dem Umstand Bekanntschaft machen, dass die italienischen Autofahrer total stolz darauf zu sein scheinen, ganz dicht an einem Radfahrer vorbeizurasen. Weil wir noch ein Kamerateam auf dem Stilfser Joch getroffen haben, erreichen wir erst nach mehr als sieben Stunden das Ziel. So lange haben weder Claus Peter noch ich je im Sattel gesessen. Und wir wissen, dass der Hintern morgen dafür noch mehr büßen wird. Egal. Reichlich bedienen wir uns am im Startbereich aufgebauten Buffet mit Melone, Käsebrocken, Bressaola, Brot, Cola...

Mit vielen Radlern habe ich heute gesprochen. Bedanken möchte ich mich für die Tipps („Eine Kehre fährst du am besten von außen oben an, dann rollst du quasi ein Stück in den Anstieg hinein.“), für die Aufmunterungen („Los, ihr radelnden Reporter!“) und für das viele Lob, erst recht wenn es so charmant ist, wie das von Alexandra, die sagte: „Ich bin nur mitgefahren, weil ihr mitfahrt - ihr habt auch so wenig Trainingskilometer...“

Morgen dann der Hammeranstieg auf den Passo di Mortirolo, bis zu 19 Prozent steil. Und das zumindest bei nassen Bedingungen, auch Regenschauer werden nicht ausgeschlossen. Vielleicht muss ich mein Rad schieben. Denn ob ich kaum fünf Km/h fahre oder 4 Km/h gehe, ist doch eigentlich egal. Wäre da nicht die Radlerehre. Aber mit der beschäftige ich mich ein anderes Mal. Dafür bin ich jetzt einfach zu müde.




Arianna Dadaschi
29. Juni 2011

Livigno - Auch ohne Hightech ans Ziel!


Heute habe ich mir die Räder auf der Tour Transalp mal etwas genauer angeschaut. Mir fiel nämlich morgens vor dem Start ein Rennrad auf, das anders war als die Räder darum herum. Es hatte einen schlichten schmalen Stahl-Rahmen, eine Shimano-Deore-Schaltung (!), eine Alu-Sattelstütze und das Verrückteste: Es hatte eine Transalp-Startnummer am Lenker! Fasziniert ging ich näher. Beim Hochheben traf's mich dann blitzartig im Kreuz. Das waren ja mindestens 10 Kilo! Warum tat ein Mensch sich sowas an? Ich drehte mich um, aber wo ich hinsah, nur Alu und Carbon in den modernsten Formen und Farben. Ich nahm mir vor, im Zielbereich genauer darauf zu achten, ob noch andere "Retroräder" unterwegs waren. Und tatsächlich, ich bekam noch vier weitere Räder vor die Kamera.

Diese zwei habe ich beim Vorbeigehen geknipst und daher die Namen der Besitzer nicht parat.

Bikes X.jpg 

Bikes Y.jpg

Und hier sind die Räder von Ute aus Heidelberg...

Bikes Ute.jpg 

...und Roland aus Rottenburg am Neckar!

3534-Bikes Roland.jpg

Besonders toll fand ich die Teampartner Jörg und Michael mit ihren Rädern. 

Jörgs Rennrad ist von 1998, also 15 Jahre alt und wiegt um die 10 Kilo. Den Hersteller Crek gibt es wohl nicht mehr. Berühmt-berüchtigt ist der Lüneburger für die roten Punkte auf seinem Rad und den Rückspiegel am Lenker. Ob auf der nun schon 8. Transalp oder den 12 Malen auf den Cyclassics in Hamburg, Jörgs Rad fällt immer auf. "Heute bin ich ein Kuriosum!" hat Jörg mir nicht ohne Stolz verraten.

Bikes Joerg.jpg

Bikes Joerg Lenker.jpg

Bikes Joerg Punkte.jpg

Michaels Cannondale hat schon 20 Jahre auf dem Buckel. Die lila Schönheit wiegt satte 12 Kilo und nimmt es dieses Jahr mit der 7. Transalp auf. Und das ohne eine einzige Panne! Ich staune nicht schlecht, wie zuverlässig die beiden alten Renner ihren Dienst zu tun scheinen.

Bikes Michael.jpg

Bikes Michael Lenker.jpg

Ihr seht, man braucht nicht das Neueste vom Neuesten um sich erfolgreich die Berge raufzuquälen. Ich werde nächstes Jahr aber trotzdem meine BMC Racemachine zur Transalp mitnehmen... :-)

1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7
 
  weiter »




G+J Glossar
Partner-Angebote